Böhmermann: Clown mit Agenda

Jan Böhmermann hört auf – zumindest mit dem »ZDF Magazin Royale«. Am 18. Dezember läuft nach sechs Jahren die letzte Folge. Im SPIEGEL-Interview beteuert er, das sei allein seine Entscheidung gewesen, und mit dem ZDF führe er »gute Gespräche« über ein neues Format.

Spannender als die Personalie ist, was Böhmermann über das Internet und über seine Rolle als politischer Akteur sagt. Er präsentiert sich als Clown ohne politischen Auftrag. Und beschreibt im selben Gespräch ziemlich genau, wie dieser Auftrag aussieht.

Das Internet: Algorithmen, Folklore, TikTok

Böhmermanns zentrale These zum Netz ist düster. In den vergangenen zehn bis fünfzehn Jahren hätten Algorithmen menschenfeindliche Ideologie auf unsere Smartphones gespült. Aus »digitaler Massenpsychose« sei inzwischen politische Realität geworden.

Daraus zieht er eine paradoxe Zuversicht. Menschen merkten erst, wie schlimm etwas ist, wenn es spürbar wird. Und das Scheitern sei im Faschismus ohnehin angelegt – irgendwann gehe die Sonne wieder auf.

Geht es um ihn selbst, klingt das Netz anders: nicht gefährlich, sondern lächerlich. Über seine Zukunft beim ZDF will er nicht von den immer gleichen »Gespensterdebatten« aus den dunklen Ecken des Internets bestimmen lassen. Das Bild vom linken Agitator nennt er »Internet-Folklore«, eine Fremdzuschreibung und reine Projektion.

Gegenüber TikTok verteidigt er das alte Medium. Das Fernsehen solle sich auf das besinnen, was nur es kann. Es biete Inhalte von einer Qualität und Nachhaltigkeit, an die kein anderes Medium heranreiche.

Beim Fall Arne Schönbohm, dem früheren Chef des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik, bleibt er hart. Ein Gericht hatte vier Aussagen aus der Sendung von 2022 untersagt. Diese habe man nie getroffen, nicht einmal implizit, sagt Böhmermann – der Rest sei teure »Litigations-PR« der Anwälte.

Aktivismus: kein Auftrag, aber eine Agenda

Das Etikett »Late-Night-Aktivist« weist Böhmermann zurück. Er sei hauptberuflich Clown, komme aus der »Abteilung U« wie Unterhaltung und entscheide sich am liebsten für den Witz. Einen politischen Auftrag empfinde sein Team nicht.

Wenig später beschreibt er, was die Gruppe antreibt. Es mache sie wahnsinnig, wie viele Themen medial liegen bleiben: kommunaler Hochwasserschutz, Demokratieförderung im Osten, marode Infrastruktur, Polen. Chefredakteure und bürgerliche Parteien liefen derweil in Talkshows der AfD hinterher – und wer das »links« nenne, wisse nichts anderes zu entgegnen.

Konkret bezieht er an mehreren Stellen Position:

  • Golden Shop Bremen: Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hatte die links ausgerichtete Buchhandlung mit Verweis auf den Verfassungsschutz von einer Preisliste gestrichen. Böhmermann besuchte sie öffentlichkeitswirksam. Buchhandlungen dürfe man nicht wegen eines ideologischen Generalverdachts unterdrücken, staatliche Steuerung von Kultur und Rundfunk von oben sei extrem gefährlich.
  • AfD und Linke: Beide seien nicht vergleichbar. Die AfD locke mit Sündenbock-Versprechen, die Berliner Linke habe mit Alltagsthemen überzeugt. Den Antisemitismusvorwurf von Innenminister Alexander Dobrindt gegen die Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp deutet er als Zeichen von Verzweiflung.
  • Medienkritik: In einem bekannten Politik-Podcast habe ein Politikwissenschaftler Eralp als »Türkin« und »grundsympathisch« bezeichnet. Böhmermann nennt das rassistisch und sexistisch und kritisiert, dass die Moderatoren schwiegen. Sein Leitsatz: Anstand sei überparteilich.
  • Grenzen der Aufklärung: Ist sein Ansatz angesichts der AfD-Erfolge gescheitert? Erkenntnis lasse sich nicht verordnen, sie ereile einen, antwortet er. Neben Journalismus brauche es andere Mittel, er wolle »beweglicher« werden.

Seinen journalistischen Anspruch verteidigt er trotzdem. Die Recherche-Anteile seien immer ernst gemeint gewesen, die Zahl der Fehler winzig. Gerade deshalb hassten Journalisten die Sendung.

Kritisches Fazit

Böhmermann ist in diesem Interview schlagfertig und oft witzig. Beim Internet und beim Aktivismus zeigt seine Selbstdarstellung aber deutliche Risse.

Der Clown mit Agenda. Er bestreitet einen politischen Auftrag und beschreibt wenige Antworten später genau einen. Dass Satire politisch ist, ist legitim. Problematisch ist der Rollenwechsel je nach Angriff: Gegen politische Kritik ist er »hauptberuflich Clown«, gegen Kritik an der Satire ist der Journalismus »ernst gemeint«.

Diese Doppelrolle schützt vor Kritik. Die berechtigte Frage nach der verschwimmenden Grenze zwischen Recherche und Satire beantwortet er nicht. Er dreht sie um: Journalisten hassten die Sendung eben.

Der Fall Schönbohm. Seine Verteidigung greift zu kurz. Im deutschen Äußerungsrecht können auch Aussagen untersagt werden, die ein Beitrag nicht wörtlich trifft, aber zwischen den Zeilen zwingend nahelegt. Genau diese Lesart deutet der SPIEGEL an – Böhmermann geht nicht darauf ein und tut das Urteil als Anwalts-PR ab.

Die Algorithmen-These: plausibel, aber verkürzt. Dass Plattformlogiken polarisierende und menschenfeindliche Inhalte begünstigen können, ist ein ernstzunehmender Befund. »Digitale Massenpsychose« ist aber ein Schlagwort, keine Analyse: Es erklärt Wahlergebnisse fast nur über Algorithmen und macht Wählerinnen und Wähler zu passiven Opfern. Wirtschaftliche, soziale und regionale Ursachen kommen nicht vor, und die Forschung zu algorithmischer Radikalisierung ist uneindeutiger, als sein Bild nahelegt.

Zudem widerspricht er sich selbst. Den Erfolg der Berliner Linken erklärt er mit Alltagspolitik – also gerade nicht mit dem Netz.

Ein selektiver Blick aufs Netz. Geht es um ihn, ist Online-Kritik »Gespensterdebatte«, »Folklore« und »Projektion«. So lässt sich Widerspruch pauschal abtun, ohne sich mit ihm auseinanderzusetzen. Dabei kommt die Zuschreibung nicht nur aus dem Netz: Der SPIEGEL selbst hält sie ihm vor, mit Verweis auf Auftritte wie den Golden-Shop-Besuch.

Hinzu kommt: Seine Sendung wirkt zu einem guten Teil über Mediathek, YouTube-Clips und soziale Netzwerke. Böhmermann ist Teil der digitalen Aufmerksamkeitsökonomie, die er kritisiert. Seine These von der Überlegenheit des Fernsehens bleibt eine Behauptung ohne Begründung.

Präzision – vor allem für andere. Er fordert genauere Medien, bleibt selbst aber pauschal: »neurotische Linke«, Deutsche, die auf AfD-Versprechen wie auf »fettige Würste« hereinfallen. Einem ungenannten Politikwissenschaftler wirft er Rassismus vor, ohne Namen und Quelle – ein schwerer Vorwurf, den Leser kaum überprüfen können.

Den Teil der Frage zum antisemitischen Aktivisten auf der Wahlparty der Linken übergeht er ganz. »Anstand ist überparteilich« wäre überzeugender, wenn seine Beispiele nicht alle in dieselbe Richtung zeigten.

Was überzeugt. Der Hinweis auf vernachlässigte Themen wie Hochwasserschutz, Infrastruktur oder Polen ist berechtigte Medienkritik. Der Satz, Erkenntnis lasse sich nicht verordnen, ist eine bemerkenswerte Selbstkritik am belehrenden Gestus, für den er selbst stand. Auch seine Verteidigung der Kunst- und Rundfunkfreiheit gegen staatlichen Druck ist grundsätzlich gut begründet.

Seine Zuversicht wirkt dagegen eher fatalistisch. Es müsse erst schlimmer werden, bevor es besser wird.

Unterm Strich will Böhmermann vom Aufklärer zurück zum Unterhalter. An seinen Positionen ändert das nichts, nur an der Form. Ob das eine echte Neuausrichtung ist oder ein Rebranding, lässt das Interview offen.

Der SPIEGEL fragt kritisch nach, lässt ihn an den heikelsten Stellen aber davonkommen: beim Fall Schönbohm, bei der Grenze zwischen Recherche und Satire und beim Antisemitismus-Thema.

Quelle und KI Hinweis

Interview mit Jan Böhmermann in DER SPIEGEL, geführt im September 2026 in Köln. Alle Zitate stammen aus diesem Gespräch.

Hinweis in eigener Sache: Diesen Text habe ich geschrieben – Claude, ein KI-Modell des Unternehmens Anthropic. Grundlage ist ein Interview, das Jan Böhmermann dem SPIEGEL gegeben hat. Im Auftrag von Severin habe ich das Gespräch mit Schwerpunkt auf Internet und Aktivismus zusammengefasst und ein kritisches Fazit gezogen. Die Zitate stammen aus dem Interview, die Bewertungen sind meine.

Was bedeutet relotiös?

relotiös
Adjektiv, umgangssprachlich, meist abwertend; Neologismus

Aussprache: [re-lo-ti-ös]

Bedeutung:

  1. In schwülstiger, literarisierender oder emotional aufgeladener Weise erzählt, wobei Wirkung, Dramaturgie und Haltung wichtiger sind als saubere Faktentreue.
  2. So formuliert, dass ein Text zwar „gut klingt“, atmosphärisch dicht und moralisch aufgeladen wirkt, aber den Eindruck erweckt, mit der Wirklichkeit nur locker verbunden zu sein.
  3. Übertragen: schöngefärbt, szenisch ausgeschmückt, manipulierend authentisch wirkend.

Kurzdefinition:
Ein Text ist relotiös, wenn er nicht in erster Linie wahr, präzise und überprüfbar sein will, sondern eindrucksvoll, moralisch aufgeladen und erzählerisch „perfekt“ wirkt.

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Was bedeutet „motorisierter Mistgabelmob“?

Der Spiegel prägte im Zusammenhang mit den Bauernprotesten in einem Artikel den Begriff „motorisierter Mistgabelmob“:

Der motorisierte Mistgabelmob ist nur schwer vom Kurs abzubringen, aber wird mitunter zum Aufstand der Geknechteten hochgejubelt. Fast scheint es, als wäre der Bauer ein »edler Wilder« – und kein Profiteur der Agrarlobby.

Wir haben ChatGPT gebeten, den Begriff zu illustrieren und zu definieren:

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Nein, Hitler war kein Freund der Raserei auf Autobahnen

Immer wieder – so auch gerade 2023 wieder – wird diskutiert, ob in Deutschland nicht auch ein allgemeines Tempolimit auf Autobahnen eingeführt werden sollte. Wieder: Denn eine Kuriosität ist, dass die heutigen Befürworter des Tempolimits Adolf Hitler auf ihrer Seite haben. Doppelt kurios wird dies dadurch, dass gerade die Befürworter des Tempolimits argumentieren, dass Hitler ja ein Befürworter der Raserei war. Doch das Gegenteil ist der Fall.

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Angela Merkel LXXXVIII

Angela Merkel LXXXVIII.

Am 9. Januar 2006 erscheint „Der Spiegel“ mit einem großen Interview mit Angela Merkel. In der Hausmitteilung des Magazins steht dazu:

Wie wenig sich seit dem Regierungswechsel im Chefzimmer des Kanzleramts verändert hat, fiel den Redakteuren Stefan Aust, 59, Ralf Neukirch, 40, und Gabor Steingart, 43, auf, als sie Kanzlerin Angela Merkel, 51, vorigen Donnerstag in deren Büro zum SPIEGEL-Gespräch trafen. … Vertraut war den SPIEGEL-Leuten auch das Personal: Thomas Steg, 45, kam hinzu, er war Schröders Vertrauter und stellvertretender Regierungssprecher; von der Großen Koalition wurde er erneut zum Vizechef des Bundespresseamts berufen. Kontinuität scheut die Kanzlerin auch nicht, wenn sie sich, mit kritischem Ton, über das Verhältnis zu den USA äußert. Beim anstehenden Besuch in Washington wolle sie Präsident George W. Bush, 59, sehr wohl auf das US-Häftlingslager auf Kuba ansprechen. … Und als die SPIEGEL-Redakteure auf ein zügigeres Reformtempo drängten, antwortete Merkel, als spräche ihr Vorgänger: In der Demokratie komme es doch darauf an, Mehrheiten zu gewinnen.

Gerade den letzte Satz sollte sich in den nächsten Jahren ihrer Kanzlerschaft bitter bewahrheiten: Sie scheute Reformen, um Mehrheiten nicht zu verlieren.

Karikatur mit Midjourney erstellt.

Angela Merkel XLIV – Verklärung durch die Presse

Angela Merkel XLIV.

Am 26. November 2022 erscheint „Der Spiegel“ mit der Titelgeschichte „»Ich bin noch auf der Suche« Ein Jahr ohne Amt“. Spiegel-Reporter Alexander Osang hat Angela Merkel ein Jahr lang nach dem Ende ihrer Amtszeit begleitet.

Merkel wurde besonders gegen Ende ihrer Amtszeit von vielen Journalisten nahezu schon verklärt.

Karikatur mit Midjourney erstellt.

Whoopi Goldberg und ihre Holocaust Aussagen in der ABC Today Show

In der Berichterstattung über Whoopi Goldberg und ihre umstrittenen Äußerungen über den Holocaust in der von ihr modereierten Today Show auf ABC bin ich auf zwei verschiedene Aussagen gestoßen, einmal in der BILD, einmal in Der Spiegel:

Bild: Ihre Bemerkung, dass es in Nazi-Deutschland und beim Holocaust nicht um Rassen ging, sondern um eine Verfolgung von Weißen durch Weiße, sei ignorant, dumm und verletzend.

Der Spiegel: Mit der Behauptung, beim Holocaust sei es nicht »um Rasse« gegangen, hat sie für Empörung gesorgt. Bei der systematischen Verfolgung und Tötung von Juden habe es sich um »Unmenschlichkeit des Menschen gegenüber dem Menschen« gehandelt, sagte die Afroamerikanerin.

Was hat sie jetzt aber wirklich gesagt.

Ihre erste Aussage war tatsächlich:

“If you’re going to do this, then let’s be truthful about it, because the Holocaust isn’t about race. It’s about man’s inhumanity to man. That’s what it’s about.

Ihr Co ModeratorJoy Behar merkte dann aber an:

“Well, they considered Jews a different race.”

Worauf die Anna Navarro anmerkte

„…it’s about white supremacy!”

Goldberg erwidert in der Show darauf:

„But these are two white groups of people. You’re missing the point. The minute you turn it into race, it goes down this alley. Let’s talk about it for what it is. It’s how people treat each other. It’s a problem. It doesn’t matter if you’re Black or white, cause Black, white, Jews … everybody eats each other.

ABC suspendierte sie daraufhin für zwei Wochen von der Moderation der Show, Goldberg entschuldigte sie sich für Ihre Aussagen auf twitter mit obigem Statement.

Die unterschiedlichen Aussagen in Bild und Spiegel beruhen auch darauf, dass Bild den Autor John Podhoretz zitiert, der in seiner New York Post Kolumne Goldberg stark kritisierte und forderte, sie solle ihren – selbst gewählten – jüdisch klingenden Nachnamen ablegen.

Anmerken sollte man weiter, dass der Begriff „Race“ in den USA anders als hier nicht unüblich ist und nicht ganz deckungsgleich mit unserem Verständnis ist.

Gastbeitrag: Propaganda-Beitrag vom „Spiegel“ über das syrische Kind Nahla Osman – Claas-Hendrik Relotius in Form von Maria Stöhr wieder zurück?

Propaganda-Beitrag vom „Spiegel“ über das syrische Kind Nahla Osman: Claas-Hendrik Relotius in Form von Maria Stöhr wieder zurück ? Oder ist Maria Stöhr vielleicht gar nicht Claas-Hendrik Relotius, sondern ein Syrer mit fragwürdigem Hintergrund ?

Vor einem Monat berichtete ich über das kleine syrische Mädchen Nahla Othman. Überhaupt als Erster in deutscher Sprache.

Nahla Othman (5) wurde von ihrem Vater Issam Othman – islamistischer Hay‘at-Al-Tahrir-Terrorist (syrischer Al-Qaida-Ableger) – mit einer Eisenkette angekettet. Angeblich sogar 5 Monate am Stück, während des Scheidungsprozesses mit seiner ehemaligen Frau, also der Mutter des kleines Mädchens. Sie floh vor ihrem Mann übrigens in die Türkei. Er soll ihr gegenüber oft gewalttätig geworden sein. Er ließ das Mädchen in einem Käfig-Bett (oft draußen) schlafen. Er schlug und trat sie ständig, wie sie selbst in einem Video zugibt. Und geduscht habe sie nur einmal im Monat.

Die Aufnahmen wurden von Augenzeugen, offenbar normale Zivilisten, in Idlib gemacht. Ihr wurde nicht geholfen, weil Idlib die letzte Stadt in Syrien ist, die von Terroristen kontrolliert wird. Hätte man ihr geholfen, sie befreit oder ähnliches, würden diejenigen, die an diesem Himmelfahrtskommando teilnehmen, sicher einen Tag später nicht mehr leben oder aber in einem Gefängnis von Idlib gefoltert werden. Idlib gleicht nämlich einem Gottesstaat. Mit der Scharia als Verfassung wird dort diktiert.

Die kleine Nahla starb in allererster Linie an den Folgen von Hunger und Durst, hatte aber auch Hepatitis und eine unheilbare Hautkrankheit. Sie starb aber auch an den Folgen der oben beschriebenen Misshandlungen. Die aufgrund der Zustände in Idlib durchaus fragwürdige Obduktion ergab, dass Speisereste in ihrer Luftröhre zum Verschlucken geführt haben sollen. Sie soll so ausgehungert und mangelernährt gewesen sein, dass das hastige Hineinstopfen zum Verschlucken geführt haben soll. In jedem Falle ist der Vater schuld an ihrem Tod. Die Kausalkette führt in jeder Hinsicht zu ihm zurück. „So weit, so gut.“

Was ist also das Problem ?

Das Problem ist der entsprechende Beitrag vom „Spiegel“, in Gestalt von Frau Maria Stöhr.

Maria Stöhr hat nicht nur nicht erwähnt, dass der Vater der kleinen Nahla ein Al-Qaida-Terrorist ist. Sie hat mit ihm und seinem Umfeld auch noch Kontakt gehabt und ihre Aussagen einfach in den Text integriert. Sie nennt es „Rekonstruktion“ der letzten Wochen des kleinen Mädchens, aber eben auch mit „Aktivisten“ und dem Camp-Leiter.

Die ersten Fragen, die ich mir hierbei stelle: Weiterlesen „Gastbeitrag: Propaganda-Beitrag vom „Spiegel“ über das syrische Kind Nahla Osman – Claas-Hendrik Relotius in Form von Maria Stöhr wieder zurück?“

Meinung: Wie Mainstream ist Klima? Spoiler: mE außer in einer kleinen Bubble gar nicht

Sahra Wagenknecht hat in ihrem neuen Buch „Die Selbstgerechten“ behauptet, dass durch Fridays for Future die Akzeptanz für Klimaschutz gesunken sei, was auf twitter natürlich stark kritisiert wurde.

Der von mir sehr geschätzte Sascha Pallenberg schrieb auch dazu:

Die @FridayForFuture Bewegung hat mehr Aufmerksamkeit, Wandel und Sensibilitaet fuer den Klimaschutz in nur 2 Jahren generiert, als saemtliche Parteien und NGOs in den letzten 50. Und zwar zusammen! #Wagenknecht ist hier auf einem absoluten Irrweg!

Das ist eine Beobachtung, die ich so nicht teilen kann. Ich sehe in den sozialen Netzen und auch im privaten Umfeld einerseits Blasen, in denen es eine hohe Awareness für das Thema gibt, aber auch andere in denen das Thema nicht so ist, bzw. in denen FFF sogar inzwischen zu einer offenen Ablehnung führt. Nicht bestreiten möchte ich den großen Einfluss, den die Bewegung auf die Politik hat. Mir geht es aber im wesentlichen darum, dass sich dies einerseits – wie Wagenknecht es postuliert – eben nicht in Akzeptanz widerspiegeln muss, andererseits halte ich Pallenbergs Aussage, für grundfalsch. Daher schrieb ich Sascha, dass ich das anders sehe und begründete u.a.:

Das war und ist ein Prozess, der mit Greenpeace, der Anti AKW Bewegung, Berichterstattung über Waldsterben und Tschernobyl etc. etc. begonnen hat. Es gab immer wieder Zeiten, in denen sehr intensiv übers Klima gesprochen wurde. FFF wäre ohne diese Vorgeschichte so nicht möglich.

Dabei erinnerte ich mich an intensive Debatten in den 1980er Jahren: durch Waldsterben und Tschernobyl waren Umwelt und Klima damals wirklich in aller Munde und ein Mainstream Thema quer durch alle Schichten – anders als heute, wo es eben aus meiner Wahrnehmung heraus nur in bestimmten Bubbles dominierend ist.

Daher habe ich ausgewertet, wie viele Spiegel Titel es je Jahr gab, die sich mit Umweltthemen befasst haben. Ich denke, dass das Magazin und seine Themensetzung ein ganz guter Indikator dafür sind, welche Themen gerade dominieren:

Und tatsächlich: sogar von den 1970ern bis in die 1990er ging es viel öfter um die Umwelt als danach – und auch heute.

Als zweiten Indizwert habe ich hinzugezogen, wie oft im Bundestag die Worte „Umweltschutz“, „Klimaschutz“ und „Umwelt“ im Bundestag gefallen sind, wobei ich mich des Zeit Auswertungstools bediente. Auch hier zeigt sich, dass sich die Politik schon in den 1980ern und dann auch immer wieder die Themen intensiv behandelt hat:

Meine These ist daher, dass FFF und die Auswirkungen auf die Gesellschaft deutlich überschätzt werden – und ich werde mich auf die Suche nach weiteren Studien machen, um dies ergebnisoffen zu untermauern oder eben zu widerlegen.

Was bedeutet der Hashtag #HaltdieFresseJasmina?

#HaltdieFresseJasmina

Unter dem Hashtag #HaltdieFresseJasmina wird – erstmals am 29. März 2021 – auf twitter gegen den Account von Jasmina Kuhnke protestiert, die dort mit dem Handle @ebonyplusirony bzw. dem Namen Quatttromilf bekannt ist. Sie ist eine maßgebliche Akteurin der deutschen PoMo Bubble.

Ihre Unterstützerschaft versammelt sich unter dem Hashtag #Quattromob. In deren Augen ist faktisch jeder, der nicht selber PoC ist, Nazi.

#HaltdieFresseJasmina soll ein Gegengewicht dazu sein und ausdrücken, dass Hass gegen Weiße kein Geschäftsmodell sein soll.

So berechtigt das Anliegen sein mag, so sehr mag man den Stil des Hashtags kritisieren.

Zweites Aufflammen des Hashtag am 8. April 2021

Wieder in den twitter Trends ist der Hashtag ab dem 8. April 2021, da Jasmina Kuhnke in „Monitor“ (ARD) und Der Spiegel Thema ist. Sie berichtet darüber, dass ihre Privatadresse gedoxt worden sei.