10 Fakten über Saljut 1

  1. Saljut 1 war eine sowjetische Raumstation, die am 19. April 1972 gestartet wurde.
  2. Es handelte sich mit Saljut 1 um die erste Raumstation der Welt.
  3. Die Gesamtlänge der Stationen betrug rund 16 Meter, das Gewicht ca. 18,9 Tonnen.
  4. Das erste Kopplungsmanöver mit Sojus 10 am 24. April 1972 scheiterte, da keine funktionierende Verbindung zwischen Raumschiff und Raumstation hergestellt werden konnte.
  5. Am 7. Juni 1972 gelang schließlich die erfolgreiche Kopplung von Sojus 11. Die dreiköpfige Mannschaft bliebt bis zum 29. Juni 1972. Beim Wiedereintritt in die Atmosphäre kamen die Kosmonauten Georgi Dobrowolski, Wiktor Pazajew und Wladislaw Wolkow wegen eines defekten Ventils ums Leben.
  6. Nach Sojus 11 war an sich noch mindestens eine weitere Mission zu Saljut 1 geplant, aufgrund des Unglücks konnte diese jedoch nicht stattfinden.
  7. Saljut 1 absolvierte insgesamt 2.929 Erdumkreisungen und legte dabei 118.602.524 km zurück.
  8. Es war lediglich eine Mannschaft für 23 Tage an Bord.
  9. Auch wenn nicht alle Ziele erreicht werden konnten, lieferte die Station wichtige Erkenntnisse für weitere Raumstationen und Langzeitaufenthalte im All.
  10. Am 11. Oktober trat die Raumstation planmäßig über dem Pazifik in die Erdatmosphäre ein und verglühte. Die Lebensdauer der Station war ohnehin nur auf drei Monate angelegt.

10 Fakten über das Asylrecht in Deutschland – Art. 16a GG

  1. Das Grundgesetz kennt von Anfang an ein individuelles Grundrecht auf Asyl, das bis 1993 in Artikel 16 Abs. 2 Satz 2 Grundgesetz normiert war:Politisch Verfolgte genießen Asylrecht.

    Im Rahmen der Entstehung des Grundgesetzes wurde die Formulierung kontrovers diskutiert. So wurde zeitweise ein Asylrecht nur für Deutsche in Erwägung gezogen. Ein anderer Vorschlag lautete “Ausländer, welche wegen ihres Eintretens für Freiheit, Demokratie, soziale Gerechtigkeit und Weltfrieden politisch verfolgt werden, genießen im Bundesgebiet Asylrecht”. Schließlich setzten sich aber Hermann von Mangoldt (CDU) und Carlo Schmid (SPD) durch, die für ein weit gefasstes Asylrecht eintraten, das von der Rechtspraxis mit Leben gefüllt werden sollte. Dass das Asylrecht in dieser Form aufgrund der Erfahrungen der NS Zeit ins Grundgesetz aufgenommen wurde, ist jedoch ein Mythos.

  2. Seit 1993 findet sich das Grundrecht in Artikel 16a GG wieder, der lautet:(1) Politisch Verfolgte genießen Asylrecht.
    (2) Auf Absatz 1 kann sich nicht berufen, wer aus einem Mitgliedstaat der Europäischen Gemeinschaften oder aus einem anderen Drittstaat einreist, in dem die Anwendung des Abkommens über die Rechtsstellung der Flüchtlinge und der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten sichergestellt ist. Die Staaten außerhalb der Europäischen Gemeinschaften, auf die die Voraussetzungen des Satzes 1 zutreffen, werden durch Gesetz, das der Zustimmung des Bundesrates bedarf, bestimmt. In den Fällen des Satzes 1 können aufenthaltsbeendende Maßnahmen unabhängig von einem hiergegen eingelegten Rechtsbehelf vollzogen werden.
    (3) Durch Gesetz, das der Zustimmung des Bundesrates bedarf, können Staaten bestimmt werden, bei denen auf Grund der Rechtslage, der Rechtsanwendung und der allgemeinen politischen Verhältnisse gewährleistet erscheint, daß dort weder politische Verfolgung noch unmenschliche oder erniedrigende Bestrafung oder Behandlung stattfindet. Es wird vermutet, daß ein Ausländer aus einem solchen Staat nicht verfolgt wird, solange er nicht Tatsachen vorträgt, die die Annahme begründen, daß er entgegen dieser Vermutung politisch verfolgt wird.
    (4) Die Vollziehung aufenthaltsbeendender Maßnahmen wird in den Fällen des Absatzes 3 und in anderen Fällen, die offensichtlich unbegründet sind oder als offensichtlich unbegründet gelten, durch das Gericht nur ausgesetzt, wenn ernstliche Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Maßnahme bestehen; der Prüfungsumfang kann eingeschränkt werden und verspätetes Vorbringen unberücksichtigt bleiben. Das Nähere ist durch Gesetz zu bestimmen.
    (5) Die Absätze 1 bis 4 stehen völkerrechtlichen Verträgen von Mitgliedstaaten der Europäischen Gemeinschaften untereinander und mit dritten Staaten nicht entgegen, die unter Beachtung der Verpflichtungen aus dem Abkommen über die Rechtsstellung der Flüchtlinge und der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten, deren Anwendung in den Vertragsstaaten sichergestellt sein muß, Zuständigkeitsregelungen für die Prüfung von Asylbegehren einschließlich der gegenseitigen Anerkennung von Asylentscheidungen treffen.

    Grund für die Änderung war ein starkes Ansteigen der Asylbewerberzahlen in den späten 1980er und frühen 1990er Jahren. SPD und FDP stimmten der von der Union vorangetriebenen Grundgesetzänderung nach kontroverser Debatte schließlich zu.
  3. Details regelt das Asylgesetz (AsylG), das Sie z.B. hier einsehen können.
  4. Im Jahr 1992 – also vor der Änderung des Asylrechts – wurden über 438.000 Asylanträge in Deutschland gestellt. Die Zahl sank nach der Änderung, um in Folge im Jahr 2008 mit 28.018 Anträgen einen Tiefststand zu erreichen. 2016 wurden 745.545 Anträge gestellt, was ursächlich für die aktuelle Diskussion ist.
  5. Anders als die meisten anderen Staaten räumt Deutschland ein individuelles Grundrecht auf Asyl ein. In der völkerrechtlichen Tradition ist das Asylrecht hingegen lediglich das Recht eines Staates gegenüber anderen Staaten, politisch Verfolgten Staatsangehörigen dieser anderen Staaten ein Bleiberecht auf seinem Gebiet einzuräumen; ein individualrechtlicher Anspruch besteht nach diesem Verständnis damit nicht. Es wurde immer wieder diskutiert, ob Deutschland von diesem individuellen Asylrecht Abstand nehmen solle; viele Staatsrechtler sehen dies aber kritisch, da dies mit der Wesensgehaltsgarantie aus Art. 19 Abs. 2 GG – “In keinem Fall darf ein Grundrecht in seinem Wesensgehalt angetastet werden.” – möglicherweise nicht vereinbar ist.
  6. Entscheidungen, die das Grundrecht auf Asyl verletzen können auch im Wege der Verfassungsbeschwerde angegriffen werden. Diese darf aber, wie auch sonst, nicht als normale juristische Instanz missverstanden werden.
  7. Das Asylrecht ist eines der Grundrechte, die nach Art. 18 GG verwirkt werden können, wenn es “zum Kampfe gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung” mißbraucht wird. Dies hat nur geringe praktische Bedeutung, da “die Verwirkung und ihr Ausmaß … durch das Bundesverfassungsgericht ausgesprochen” werden. Der Gedanke aus Art. 18 GG kann jedoch bei der Auslegung bestehender und bei der Fassung zukünftiger Gesetze berücksichtigt werden.
  8. Nicht verwechselt werden darf das Grundrecht auf Asyl dem Flüchtlingsstatus nach der Genfer Flüchtlingskonvention oder z.B. auch der Feststellung von zielstaatsbezogenen Abschiebungsverboten für subsidiär Schutzberechtigte. In der öffentlichen Debatte ist dies aber häufig der Fall.
  9. Voraussetzung für Asyl ist, dass individuelle politische – auch unmittelbar drohende – staatliche Verfolgung vorliegt; insoweit korrespondiert diese Anforderung auch mit dem individualrechtlichen Charakter des Grundrechts. Bürgerkrieg oder eine schlechte wirtschaftliche Lage können mithin regelmäßig keinen Asylanspruch begründen. Auch dürfen keine innerstaatlichen Fluchtmöglichkeiten bestehen. Angesichts dieser Voraussetzungen wird auch klar, warum die Anerkennungsquoten so niedrig sind.
  10. Das Grundrecht auf Asyl umfasst zunächst ein Einreiserecht – auf verfassungsrechtlicher Ebene freilich beschränkt durch Art. 16a Abs. 2 GG -, ein Recht auf ein rechtsstaatliches Asylverfahren und bei Vorliegen der Voraussetzungen ein Bleiberecht, das dann natürlich auch vor Ausweisung, Abschiebung und Auslieferung schützt.

10 Fakten zum Hubertustag

  1. Der Hubertustag ist der 3. November. Er erinnert an den heiligen Hubertus von Lüttich (Hubert de Liège).
  2. Hubertus wurde um 655 in Toulouse geboren. Er lebte als Pfalzgraf am Hof Theoderichs III. in Paris und später in Metz am Hofe Pippins des Mittleren. Nach dem Tod seiner Frau ging Hubertus als Einsiedler in die Wälder der Ardennen. Später soll er Bischof in Maastricht und später Lüttich geworden sein. Gestorben ist er am 30. Mai 727 in Tervuren nahe Brüssel
  3. Kern der Heiligenverehrung ist die Hubertuslegende. Hubertus soll ein wilder und grausamer Jäger gewesen sein, in den Ardennen wurde zu seinen Lebzeiten noch Diana, die Göttin der Jagd, verehrt. Bei einer seiner Jagden erschien ihm ein Hirsch mit einem Kruzifix zwischen dem Geweih, worauf hin er sich dem Christentum zuwandte. Einige Quellen berichten, er habe die Jagd ganz aufgegeben, andere, dass er zum verantwortungsvollen Jäger wurde. Jäger nehmen sich daher die Hubertuslegende als Vorbild für die waidgerechte Jagd.
    Eine Legende vergleichbaren Inhalts gibt es aus dem Jahr 270 v. Chr. in Ceylon, in der ein König zum Buddhisten bekehrt wurde. Diese wurde später dem heiligen Eustachius zugeschrieben, der in Österreich immer noch der Schutzpatron der Jagd ist. Erst um 1450 wird sie in Verbindung mit Hubertus gebracht – der wahrscheinlich aber gar kein Jäger war.
  4. In erster Linie ist Hubertus aufgrund der Legende also der Schutzpatron der Jagd. Er gilt aber auch der Patron der Hunde und als Helfer gegen Tollwut. Außerdem ist er der Heilige der Schützen, Schützenbruderschaften, Kürschner, Metzger, Metallbearbeiter, Büchsenmacher, Optiker, Mathematiker und Hersteller von mathematischen Geräten.
  5. Der Gedenktag wurde anlässlich der Erhebung der Reliquien im Jahr 743 gewählt. Diese wurden 825 nach Andagium in den Ardennen, dem heutigen Saint-Hubert, gebracht, das zum Wallfahrtsort wurde. In den Wirren der französischen Revolution gingen die Reliquien verloren. Teilweise wird auch der Todestag des Heiligen am der 30. Mai begangen.
  6. Im evangelischen Heiligenkalender wird Hubertus nicht geführt, aufgrund der großen Bedeutung im Volksglauben und für die Jägerei werden aber oft evangelische und natürlich ökumenische Gottesdienste zu seinen Ehren abgehalten.
  7. Am Hubertustag finden oft Gottesdienste im Wald oder in entsprechend geschmückten Kirche statt. Außerdem werden Salz, Brot und Wasser gesegnet, das gegen Hundebisse schützen soll. Hunde sollen durch das gesegnete Wasser vor Tollwut geschützt sein. Bis ins frühe 19. Jahrhundert wurden Tollwutbisswunden mit dem sog. Hubertusschlüssel ausgebrannt.
    Auch Hubertusjagden sind heute noch üblich.
  8. Es gibt zahlreiche Hubertuskirchen, in Bonn z.B. die Hubertuskapelle in Ückesdorf. Im Kottenforst gibt es wie in vielen anderen Wäldern ein Hubertuskreuz. Auch Brunnen sind häufig nach Hubertus benannt, ebenso Schlösser, Burgen und andere Gebäude.
  9. Der Hubertustag wird scherzhaft auch “Allerhasen” genannt, so dass sich vom 1. bis zum 3. November die Feiertagsreihenfolge Allerheiligen, Allerseelen, Allerhasen ergibt.
  10. Die Bauernregel zu diesem Tag lautet: “Bringt Hubertus Schnee und Eis, bleibt’s den ganzen November weiß.”

Bild: Fenster der Venantiuskapelle in Bonn Röttgen, die Venantius und Hubertus geweiht ist.

10 Fakten über Allerseelen

  1. Allerseelen – in commemoratione omnium fidelium defunctorum – findet jedes Jahr am 2. November statt.
  2. Es ist ein katholisches Fest zum Gedächtnis aller Vestorbenen im Fegefeuer.
  3. Auch in der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche kann der “Gedenktag der Entschlafenen” ebenfalls am 2. November gottesdienstlich begangen werden, ansonsten wird der Verstorbenen in den evangelischen Kirchen aber am Ewigkeitssonntag gedacht.
  4. Allerseelen geht auf ein Dekret des Abts Odilo von Cluny aus dem Jahr 998 zurück, in dem er diesen Tag für die von Cluny abhängigen Klöster anordnete. Aus den Klöstern heraus verbreitete und verfestigte sich der Brauch.
  5. Besonders Ablässe für die Sünden der Verstorbenen waren beliebt. Auch jetzt noch kann durch Gebete der Allerseelenablass für die Sünden erreicht werden.
  6. Allerseelen ist kein gesetzlicher Feiertag. In Österreich allerdings findet an öffentlichen Schulen kein Unterricht statt und an einigen Universitäten ist der Tag vorlesungsfrei.
  7. In Mexiko ist an Allerseelen der dritte und letzte Tag des Totenfestes “Día de los muertos”, das auch Elemente von Allerseelen und Allerheiligen mit indigenen Traditionen vermischt.
  8. An sich zündet man an Allerseelen den Toten auf den Friedhöfen Kerzen an. Da dieser Tag aber kein gesetzlicher Feiertag ist, hat sich dieser Brauch weitgehend auf das am Vortag stattfindende Allerheiligen verlegt. Auch die Gräbersegnung, die eigentlich Allerseelen stattfinden sollte, wird oft am Nachmittag an Allerheiligen durchgeführt.
  9. Im Raum Mainz gibt es spezielle traditionelle Kerzen für die Gräber, Newweling genannt.
  10. Besonders im Alpenraum gibt es zu Allerseelen spezielles Gebäck wie Allerseelenzöpfe, die auch den Seelen an speziellen Orten, meist den Gräbern, hinterlegt werden.

10 Fakten über Allerheiligen

  1. Allerheiligen – Festum Omnium Sanctorum – findet jedes Jahr am 1. November statt.
  2. Es ist ein christlicher Feiertag, an dem aller Heiligen gedacht wird. Auch derer, um deren Heiligkeit nur Gott weiß und die daher keinen eigenen Gedenktag haben.
  3. Der Feiertag wird hauptsächlich von den Katholiken begangen. Es ist ein Principal Feast der anglikanischen Kirche. Die lutherischen Kirchen feiern es als Gedenktag der Heiligen, ebenso weitere protestantische Kirchen. Die orthodoxen Kirchen begehen Allerheiligen am ersten Sonntag nach Pfingsten.
  4. Halloween und Allerheiligen sind miteinander verbunden: Das Wort Halloween kommt von “All Hallows Eve”, also dem Vorabend von Allerheiligen,
  5. Ein Gedenktag für alle Heiligen hat in der Kirche eine lange Tradition: Papst Bonifatius IV. weihte am 13. Mai 609 oder 610 das zuvor allen Göttern Roms geweihte Pantheon der Jungfrau Maria und allen Märtyrern (Sancta Maria ad Martyres) und ordnete für den Freitag nach Ostern einen Feiertag für alle Heiligen an. 835 wurde in der Westkirche dann der 1. November festgelegt.
  6. In den deutschen Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland ist heute gesetzlicher Feiertag -damit haben an diesem Tag mit rund 45 Millionen Menschen mehr als die Hälfte der Deutschen frei. Allerheiligen ist dabei ein sog. stiller Feiertag, Tanzveranstaltungen sind demnach verboten. Die Feiertagsgesetze in den anderen Bundesländern regeln, dass Arbeitnehmer und Schüler Gottesdienste besuchen können.
  7. Außerdem ist es Feiertag in den katholischen Kantonen der Schweiz, in Österreich und in Andorra, Belgien, Frankreich, Italien, Kroatien, Liechtenstein, Luxemburg, Litauen, Monaco, den Philippinen, Polen, Portugal, San Marino, Slowakei, Slowenien, Spanien, Ungarn und natürlich Vatikanstadt. In Schweden und Finnland wird Allerheiligen am Samstag zwischen dem 31. Oktober und dem 6. November begangen. In den Niederlanden wurde Allerheiligen 1960 abgeschafft.
  8. Eng verknüpft mit Allerheiligen ist Allerseelen, das am 2. November begangen wird und an dem auch der Toten gedacht wird. Da Allerseelen allerdings kein gesetzlicher Feiertag ist, ist es Brauch, dass man bereits zu Allerheiligen den Friedhof besucht. Daher gibt es in einigen Städten sog. “Allerheiligenlinien” – dies sind Verstärkungsfahrten der Busse und Bahnen zu den Friedhöfen.
  9. Zum weiteren Brauchtum gehören mancherorts spezielle Allerheiligenmärkte sowie regionale Gebäckspezialitäten wie z.B. den Allerheiligenstriezel, den Tauf- oder Firmpaten an ihre Patenkinder verschenken.
  10. Weltweit gibt es viel weiteres Brauchtum zu Allerheiligen. Zu den bekanntesten gehört der zweite Tag des Fests der Toten in Mexiko.

10 Fakten über den Reformationstag

  1. Der Reformationstag wird am 31. Oktober begangen.
  2. Er erinnert an die Reformation der Kirche durch Martin Luther.
  3. Das Datum wurde gewählt, da Luther am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg angeschlagen haben soll. Dies ist jedoch historisch umstritten. Dass es die 95 Thesen jedoch gab, ist hingegen sicher.
  4. Der Gottesdienst zum Reformationstag findet meist am Abend des 31. Oktober statt, insbesondere in den Gebieten, in denen der Tag kein gesetzlicher Feiertag ist. Thema des Gottesdiensts ist meist die Lehre von der Rechtfertigung des Sünders allein durch den Glauben. Diese war für Luther Auslöser und Kern der Reformationsbewegung. Die Epistellesung des Tages ist Röm 3,21–31 LUT, Evangelium Mt 5,2–10 LUT, das Lied des Tages ist “Nun freut euch, lieben Christen g’mein” (EG 341) oder “Ist Gott für mich, so trete gleich alles wider mich” von Paul Gerhardt (EG 351). In der Regel endet der Reformationstaggottesdienst mit Luthers “Ein feste Burg ist unser Gott” (EG 362). Die liturgische Farbe ist Rot, die Farbe des Heiligen Geistes und der Kirche.
  5. Der Gedenktag wurde schon im 16. Jahrhundert begangen und verfestigte sich im Lauf der Zeit. Kurfürst Johann Georg II. von Sachsen setzte ab 1667 den 31. Oktober als Gedächtnistermin für alle Protestanten einheitlich fest.
  6. Der Tag ist gesetzlicher Feiertag in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen und seit 2018 auch in Bremen, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Hamburg. Im Reformationsjahr 2017 war ausnahmsweise in ganz Deutschland gesetzlicher Feiertag.
  7. In Baden-Württemberg ist schulfrei und in den meisten anderen Bundesländern ist der Feiertag zumindest in den Gemeinden, in denen es eine starke evangelische Bevölkerung gibt, geschützt. So regelt § 8 Abs. 2 des Gesetzes über Sonn- und Feiertage in NRW:
    An kirchlichen Feiertagen haben die Arbeitgeber den in einem Beschäftigungs- oder Ausbildungsverhältnis stehenden Angehörigen der betreffenden Kirche oder Religionsgemeinschaft Gelegenheit zum Besuch des Gottesdienstes zu geben, sofern nicht unaufschiebbare oder im allgemeinen Interesse vordringliche Aufgaben zu erledigen sind. Weitere Nachteile als ein etwaiger Lohnausfall für die versäumte Arbeitszeit dürfen den Arbeitnehmern aus ihrem Fernbleiben nicht erwachsen.
  8. In der Schweiz wird der Reformationstag am ersten Sonntag im November begangen. In Österreich ist der Reformationstag kein Feiertag, evangelische Christen können aber die Gottesdienste besuchen und Schüler können sich vom Unterricht freistellen lassen.
  9. In Slowenien und Chile ist heute ebenfalls gesetzlicher Feiertag.
  10. Traditionell isst man in einigen Gegenden heute ein “Reformationsbrötchen”. Das ist ein süßes Hefegebäck, das von der Form her an die Lutherrose erinnern soll.

10 Fakten über Gartenzwerge

  1. Gartenzwerge gibt es seit der Barockzeit. Es handelte sich früher um Gnomen- und Zwergenfiguren meist aus Sandstein oder aus Ton, die vornehmlich in den Gärten von Adeligen aufgestellt wurden. Sie wurden oft als eine Art Schutzgeister aufgestellt oder sollten an die Hofzwerge erinnern.
  2. Im Zuge der Aufklärung wurden Gartenzwerge unpopulär und verschwanden. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts tauchten sie wieder auf – vornehmlich in England und Deutschland. So wurden 1872 in Gräfenroda in Thüringen zwei Unternehmen gegründet, August Heissner und Philipp Griebel, die sich der Produktion von Gartenzwergen widmeten. Gerade in Thüringen gibt es viele Sagen rund um Zwerge, die in Bergwerken arbeiten – so könnte zu erklären sein, warum viele der traditionellen Zwergenfiguren als Bergarbeiter dargestellt werden: Sie haben eine Lederschürze, Werkzeug und tragen in der Regel eine rote Zipfelmütze.
  3. Zwischenzeitlich – ab den späten 1960er Jahren –  galten Gartenzwerge in Deutschland als besonders spießig und kleingeistig.
  4. Ab den 1990er Jahren erlebten Gartenzwerge in Deutschland einen neuen Boom, dies vornehmlich durch eine Abkehr von den traditionellen Figuren. Beliebt sind Zwerge in den Trikots von Fußballvereinen oder mit den Gesichtern von berühmten Personen, besonders aber sog. “Frustzwerge”, die obszöne Gesten zeigen, z.B. den Stinkefinger oder heruntergelassene Hosen.
  5. Laut eines Urteils des AG Grünstadt (Urteil vom 11.02.1994- 2a C 334/93) muss ein Gartenbesitzer obszöne Gartenzwerge entfernen, wenn diese mit dem Ziel aufgestellt wurden, einen Nachbarn zu beleidigen.
  6. Ansonsten bedarf das Aufstellen eines Gartenzwerges im Regelfall keiner besonderen Genehmigung. Sogar für ein gemeinschaftlich genutztes Grundstück hat das AG München am AG 28.02.2018 (481 C 793/17 WEG) entschieden, dass die anderen Eigentümer nicht zustimmen müssen, wenn ein 1860er Gartenwerg aufgestellt werden soll – womit wir wieder bei den Fußballgartenzwergen wären.
  7. In Basel hat eine im Jahr 1981 gegründete Internationale Vereinigung zum Schutz der Gartenzwerge ihren Sitz, die definiert hat, wie ein korrekter Gartenzwerg auszusehen hat: Maximal 69 Zentimeter groß, Zipfelmütze, Bart, männlich.
  8. Inzwischen gibt es auch weibliche Gartenzwerginnen, was unter Puristen – siehe vor – aber für Unmut sorgt. Die erste Gartenzwergin soll “Gräfin Roda” des Herstellers Philipp Griebel (so.) gewesen sein.
  9. Die größte Sammlung an Gartenzwergen haben mit 4443 Zwergen wahrscheinlich Helga Eidenhammer und ihr Mann aus Pfaffstätt, Oberösterreich.
  10. Inzwischen gibt es Abwandlung des Gartenzwegs – z.B. den Bürozwerg, der oft als Halter für Brieföffner herhalten muss – mit Messer im Rücken.

10 Fakten über ROLEX

  1. Die ROLEX SA ist ein Schweizer Uhrenhersteller mit Sitz in Genf, der für seine hochpreisigen Armbanduhren bekannt ist. Derzeit beschäftigt das Unternehmen rund 6.000 Mitarbeiter und macht einen Umsatz von ca. 4,8 Milliarden US$.
  2. Die Ursprünge des Unternehmens liegen in einem von dem in Kulmbach geborenen Hans Wilsdorf 1905 in London gegründeten Import-Unternehmen für Schweizer Uhren der Firma Aegler SA, “Wilsdorf & Davis”. Auf diese importierten Uhren wurde schon früh der Kunstname ROLEX gedruckt. Wilsdorf entschied sich aus mehreren Gründen für diesen: “Er war so kurz und dabei so einprägsam, dass daneben auf dem Zifferblatt auch der Name des englischen Uhrengeschäftes noch genügend Platz hätte. Was aber besonders wertvoll ist: ROLEX tönt gut, ist leicht zu behalten und wird zudem in allen europäischen Sprachen gleich ausgesprochen.” 1908 wird der Name schließlich als Warenzeichen geschützt und später kommt die Krone als Logo dazu.
  3. 1915 wird wegen des Weltkriegs der Sitz des Unternehmens nach Biel in der Schweiz verlegt, 1919 nach Genf und 1920 wird aus der Herstellerfirma Aegler SA die “Manufacture des Montres Rolex”.
  4. 1926 wird die Oyster hergestellt, die weltweit erste patentierte wasserdichte Armbanduhr. Wilsdorf gelingt ein PR-Coup, als er der englischen Schwimmerin Mercedes Gleitze für ihre für den 7. Oktober 1927 geplante Ärmelkanaldurchschwimmung eine Oyster unter der Bedingung schenkt, sie dabei zu tragen. Ihr Versuch scheitert zwar knapp wegen sehr schlechten Wetters, doch hat die Uhr die acht Stunden im Wasser schadlos überstanden und geht immer noch genau – die Marke ROLEX wird berühmt.
  5. Wasserdichte Uhren sind seitdem eine Spezialität von ROLEX. So wurde 1931 “Oyster Perpetual” mit Automatikuhrwerk vorgestellt. 1953 die “Submariner”, die ursprünglich bis 200 wasserdicht war und es in der heutigen Ausführung bis 300 m ist. Die Sea-Dweller von 1971 verfügt über ein Heliumventil für Tiefseetaucher und ist seit 2008 bis 3.900 m wasserdicht. Am 23. Januar 1960 taucht Jacques Piccard mit einem U-Boot 10.916 m tief in den Marianengraben; an der Außenseite ist die ROLEX Sonderanfertigung Deep Sea Special angebracht, auf deren Oberfläche der Druck von einer Tonne lastet. Auch sonst fertigt ROLEX für Extremsituationen gerüstete Uhren. Für die Erstbesteigung des Mount Everest im Jahre 1953 entwickelte ROLEX z.B. das Modell Explorer, das Temperaturunterschiede von bis zu 70 °C verkraftet.
  6. Die Piloten der Royal Airforce kauften sich während des zweiten Weltkriegs ROLEX Uhren, da die Uhren an Bord ihrer Flugzeuge zu ungenau waren. Kriegsgefangenen Piloten wurden diese Uhren durch die Nazis konfisziert. Als Hans Wilsdorf davon hörte, versprach er, jede so abhanden gekommene ROLEX zu ersetzen. Diese Geschichte wurde über US-Soldaten auch in den USA bekannt und trug so zum Erfolg der Marke dort nach dem zweiten Weltkrieg bei.
  7. Besonders erfolgreich ist das Modell Daytona – wohl dadurch, dass Paul Newman es öffentlich und in Filmen trug. Seine ehemalige Daytona Modell 6239 wurde am 26. Oktober 2017 für 17,75 Millionen US$ versteigert.
  8. Auch im Sport ist ROLEX sehr aktiv. So z.B. als offizielle Uhr von Wimbledon, Australian Open und der US Open – drei der vier Grand Slam Turniere im Tennis. Ebenso ist Rolex offizieller Zeitgeber der Formel 1 und vieler Golfturniere.
  9. Jedes Jahr werden rund 800.000 ROLEX gefertigt sowie 200.000 Exemplare der günstigeren Schwesternmarke TUDOR. Dabei werden rund 13 Tonnen Gold verbraucht, was die Firma zum größten Goldkäufer der Schweiz macht.
  10. Die teuerste reguläre Rolex ist die Oyster Perpetual Day-Date 40 mit ca. 105.000 Euro. Günstiger ist der Einstieg in die ROLEX Welt mit der Oyster Perpetual 26, die rund 4.500 Euro kostet. Auch die zu einem Shitstorm führende ROLEX Datejust 36 von Sawsan Chebli gehört mit 7.300 Euro zu den eher günstigen Modellen.

Bild: (c) ROLEX. Aus der Reihe herunterladbarer Bildschirmhintergründe direkt beim Unternehmen: Link.

10 Fakten über Bellis perennis – aka Gänseblümchen

  1. Der lateinische Name des Gänseblümchens ist Bellis Perennis. Es wird bis zu 20cm groß und ist eine mehrjährige immergrüne Pflanze.
  2. Gänseblümchen sind ursprünglich im gesamten Mittel- und Nordeuropäischen Raum beheimatet, inzwischen aber auch in vielen anderen Ländern der Erde verbreitet, die ein ähnliches Klima haben, z.B. Nordamerika und Neuseeland.
  3. Das Gänseblümchen kann fast das ganze Jahr über blühen – von Februar bis November. Die Hauptblütezeit ist jedoch im April und Mai.
  4. Die Blüte ist eine Scheinblüte, die immer der Sonne folgt.
  5. Gänseblümchen sind wichtige Nahrung für Hummeln und Bienen. Es empfiehlt sich daher, den Insekten zuliebe beim Rasenmähen immer einige Gänseblümchen stehenzulassen.
  6. Kränze aus Gänseblümchen sind ein bei Kindern und jungen Mädchen beliebter Kopfschmuck. Es zierte zudem das Wappen des französischen Königs Ludwig König Ludwig IX. (1214–1270) und war ein Symbol der babylonischen Göttin Ištar.
  7. Gänseblümchenblüten sind beliebt als Dekoration von Speisen und in Salaten. Auch die jungen grünen Blätter lassen sich essen. Die Knospen lassen sich ähnlich wie Kapern sauer einlegen. Auch als Tee wird es verwendet.
  8. Das Ganseblümchen ist die Heilpflanze des Jahres 2017. Es entält das Saponin Bayogenin, verschiedene ätherische Öle, Bitter- und Gerbstoffe. Die Gänseblümchenblüten werden als Heilmittel bei Hauterkrankungen, schmerzhafter oder ausbleibender Regelblutung, Husten, Kopfschmerzen, Schwindelanfällen und Schlaflosigkeit verwendet.
  9. Der Überlieferung nach ist vor Zahnschmerzen, Augenproblemen und Fieber gefeit, wer die ersten drei Gänseblümchen, die er im Frühjahr sieht, isst. Trägt man ein getrocknetes Gänseblümchen bei sich, das am Johnannistag zwischen 12 und 13h gepflückt wurde, kann einem im Beruf nichts mehr schief geben. Besonders beliebt ist zudem das Gänseblümchen-Orakel: man reißt die Blütenblätter hintereinander aus und macht davon eine Entscheidung oder Annahme abhängig (“Er liebt mich, er liebt mich nicht…”, “Ich nehme die Stelle an, ich lasse es…”). In einigen Regionen verwendet man getrocknete Gänseblümchenwurzel als Glücksbringer.
  10. Die weite Verbreitung und die Eigenschaften, die das Gänseblümchen hat, schlagen sich auch in den zahlreichen Bezeichnungen nieder, die das Gänseblümchen allein in der deutschen Sprache hat, darunter z.B. Angerbleamerl, Angeblümlein, Angerblume, Augenblümchen, Baumbüllichen, Klein Beinwellen, Brinkblome, Buntblümlein, Buntblume, Chatzablüomli, Dusendschön, Fentjeblöme, Fenneblome, Frühblümlein, Frühblume, Gänsblümel, Gänsblümlein, Gänsblümchen, Gaisblüomli, Gänsegisseli, Gänsegisserli, Gartenbürstli, Gasbluoma, Gaseblaume, Gisegeisseli, Geissemeieli, Geisseblüemli, Geissenblümchen, Geissblümli, Geisgisseli, Gichtkraut, Glotzblume, Gönsekraut, Grasblume, Herzblümle, Himmelsblume, Höppesli, Johannisblümli, Käsblüomli, Kattenblome, Kirschblümchen, Klawer Blömnik, Konradsblume, Konrädchen, Liebesblümle, Maddelenchesblümle, Maddeseblümchen, Madlinblee, Mädchensblume, Maiblume, Märschblom, Magdalenenblümchen, Magdelief, Magdlieben, Maiblome, Maijenblome, Maisüsschen, Maliescher, Maltevkes, Maneablüami, Margarethel, Margarethenklomel, Margarithesblume, Margenblaume, Margritli, Margrittli, Marjen, Marienblome, Marjenblome, Marienblomekens, Marienblömchen, Marienblümlein, Marienblume, Marienblümel, Marienkrönchen, Markblomen, Marlblom, Marlevkes, Massblümlein, Masslibigen, Maßliebchen, Masslieben, Masslieblein, Massüsselen, Matzelieschen, Meargenbläumchen, Merginblum, Miärgenblaume, Mojleefkis, Monale, Monatbleaml, Monatblüamli, Monatblümlein, Monatblum, Monaterle, Monatlen, Mondscheinblume, Morgenblume, Mosslieb, Mühleblümli, Mühlebürstli, Mülerblüemli, Mülinblümlin, Müllenblumen, Mühliblüamli, Müllerblüamli, Osterblümel, Osterblumen, Palmblumen, Regenblume, Ringelrösslein, Rockerl, Ruckerl, Sametblümli, Schweizgerlar, Sommerröschen, Sommerrösslin, Sommerthierlein, Sonnenblümchen, Tausendschintscher, Tausendschön, Tausendschönchen, Wandeleien, Wasenblümli, Weiß Frueblümlein, Wiesali, Winterkrönchen, Zeitlösslin, Zeitlose oder Zytlosenkrut. Bitte beachten: Manche der Bezeichnungen beziehen sich nur auf bestimmte Varianten des Gänseblümchens, von denen die bekannteste die sog. geschlossene Form ist, die viele kleinere dichte Blütenblätter hat.

10 Fakten über Eleanor Roosevelt

  1. Eleanor Roosevelt wird am 11. Oktober 1884 als Eleanor Roosevelt als erstes Kind von Anna Livingston Ludlow Hall Roosevelt und Elliott Roosevelt, dem Bruder des späteren US-Präsidenten Theodore Roosevelt, in New York geboren.
  2. Ihre Eltern sterben früh, sie zieht zu ihrer Tante und wird zuerst von Verwandten erzogen. Von 1899 bis 1902 besucht sie ein exklusives Internat bei London, in dem sie eine umfangreiche Bildung erhält.
  3. Am 17. März 1905 heiratet sie Franklin D. Roosevelt, einen Onkel 6. Grades von ihr, mit dem sie seit 1903 verlobt ist. Sie werden sechs Kinder bekommen: Anna (1906–1975), James (1907–1991), Franklin Delano jr. (1909, stirbt im gleichen Jahr), Elliott (1910–1990), Franklin Delano jr. (1914–1988) und John Aspinwall (1916–1981).
  4. Ihr Mann beginnt 1910 eine politische Karriere, die ihn zunächst in den Senat des Bundesstaats New York führt. Eleanor begleitet diese eng und nimmt politisch großen Einfluss auf ihn. 1913 zieht die Familie nach Washington, da er Unterstaatssekretär für die Navy wird. Sie unterstützt ihn weiter, z.B. durch Einsätze für das Navy Red Cross nach dem Eintritt der USA in den ersten Weltkrieg 1917.
  5. Im Jahr 1918 entdeckte Eleanor Roosevelt, dass ihr Mann ein Verhältnis mit ihrer Sekretärin Lucy Mercer hat. Die Ehe wird nicht geschieden, jedoch führt sie fortan ein eigenständigeres Leben. 1929 beginnt sie zudem ein Verhältnis mit ihrem Leibwächter, Earl Miller und in den frühen 1930ern eine Liebesbeziehung zu der Journalistin Lorena Hickok, die erst mit Eleanors Tod endet.
  6. In den 1920er Jahren setzt sie sich innerhalb der demokratischen Partei stark für Frauenrechte ein. Auch sonst ist sie sehr umtriebig: 1925 gründet sie mit zwei Mitstreierinnen die politische Monatszeitschrift “Women’s Democratic News”. 1926 erwarben sie eine private Mädchenschule in Manhattan, in der sie dann in den folgenden Jahren Literatur, Geschichte und Politik unterrichtet. 1927 eröffnet sie mit den beiden Partnerinnen eine Möbelfabrik. Zudem unterstützt sie Franklin, der 1928 Gouverneur von New York wird.
  7. Als ihr Mann 1933 US-Präsident wird, entwickelt sie sich zur außergewöhnlich eigenständigen und aktiven First Lady und nimmt auch hinter den Kulissen großen Einfluss auf seine Politik. Ab 1936 schreibt sie eine wöchentliche Zeitungskolumne, die große Resonanz findet. Sie setzt sich stark für die Rechte von Afro-Amerikanern ein.
  8. Nach dem Tod ihres Mannes im Jahr 1945 ernennt sie dessen Nachfolger Harry S. Truman zur US-Delegierten bei den Vereinten Nationen. Im Jahr 1947 wird sie Vorsitzende der UN-Menschenrechtskommission vor, die zu diesem Zeitpunkt die Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte ausarbeitet.
  9. Sie stirbt am 7. November 1962 an den Folgen einer Aplastischen Anämie. Sie wird auf dem Familienanwesen Springwood der Roosevelts neben ihrem Mann beerdigt.
  10. Auch nach ihrem Tod wird Eleanor Roosevelt viel Anerkennung zuteil. So werden Preise nach ihr benannt und eine Stiftung errichtet. Ihr Portrait wird die 2020 erscheinende 5 Dollar Note schmücken.