Midterms 2026 in Maryland: Klare Favoriten – und Streit um die nächste Wahlkreiskarte

Abstrakte Maryland-Illustration mit Chesapeake Bay, Brücken, Segeln und einem gefalteten Wahlzettel.

In Maryland dürfte die größte Überraschung des Wahlabends eher auf dem hinteren Teil des Stimmzettels lauern. Die Demokraten gehen bei sieben der acht Kongresssitze und bei der Gouverneurswahl als klare Favoriten ins Rennen. Doch die Wähler entscheiden auch darüber, wie weit Politiker künftig beim Zeichnen der Wahlkreisgrenzen gehen dürfen. Diese Frage reicht über den 3. November hinaus.

Stand: 31. Oktober 2026. Wahltag ist der 3. November 2026.

Acht Kongresssitze, diesmal keine Senatswahl

Maryland wählt sämtliche acht Abgeordneten für das US-Repräsentantenhaus. Eine Wahl zum US-Senat findet nicht statt: Chris Van Hollens Sitz steht regulär 2028 wieder an, Angela Alsobrooks’ Sitz 2030.

Die Ausgangslage ist ziemlich eindeutig. Inside Elections stuft den ersten Wahlkreis als sicher republikanisch ein und die übrigen sieben als sicher demokratisch. Das gilt inzwischen auch für den sechsten Wahlkreis von April McClain Delaney, der in früheren Wahlkämpfen stärker im Mittelpunkt stand. Eine Einstufung ist allerdings eine politische Analyse und kein vorweggenommenes Ergebnis.

Alle Kandidaten für das Repräsentantenhaus

Grundlage ist die amtliche Kandidatenliste des State Board of Elections, zuletzt aktualisiert am 16. Oktober. Sie unterscheidet aktive Bewerber von zurückgezogenen oder nicht zugelassenen Kandidaturen. Zusätzlich zu den vorgedruckten Namen sind die aktiven Write-in-Bewerber genannt: Ihre Namen müssen Wähler selbst eintragen.

  • MD-01: Amtsinhaber Andy Harris (Republikaner) gegen Dan Schwartz (Demokrat). Hinzu kommt Edward Shlikas als parteiloser Write-in-Kandidat. Sicher republikanisch eingestuft.
  • MD-02: Amtsinhaber John „Johnny O“ Olszewski, Jr. (Demokrat) gegen Dave Wallace (Republikaner). Sicher demokratisch.
  • MD-03: Amtsinhaberin Sarah Elfreth (Demokratin) gegen Berney Flowers (Republikaner). Außerdem tritt Robert L. Coffman als republikanischer Write-in-Kandidat an. Sicher demokratisch.
  • MD-04: Amtsinhaber Glenn F. Ivey (Demokrat), George E. McDermott (Republikaner) und Sam Husseini (Green Party). Sicher demokratisch.
  • MD-05: Adrian Boafo (Demokrat) gegen Chris Chaffee (Republikaner), dazu Mildred Marie Hall als Write-in-Kandidatin in der amtlichen Kategorie „Other Candidates“. Der Sitz ist offen und gilt als sicher demokratisch.
  • MD-06: Amtsinhaberin April McClain Delaney (Demokratin), Robin Ficker (Republikaner) und Moshe Y. Landman (Green Party). Sicher demokratisch.
  • MD-07: Amtsinhaber Kweisi Mfume (Demokrat) gegen Scott M. Collier (Republikaner). Sicher demokratisch.
  • MD-08: Amtsinhaber Jamie Raskin (Demokrat), Cheryl Riley (Republikanerin) und Nancy Wallace (Green Party). Sicher demokratisch.

Der auffälligste personelle Wechsel steht im fünften Wahlkreis bevor. Steny Hoyer zieht sich zurück, nachdem er seit 1981 im Repräsentantenhaus gesessen hat. Adrian Boafo, bislang Abgeordneter im Landesparlament, will den Sitz für die Demokraten übernehmen. Der Generationenwechsel ist hier die größere Geschichte als die Frage, welche Partei gewinnt. Die Hintergründe der Kandidaturen dokumentiert auch The Green Papers.

Parteilose und Grüne: Kleine Felder, unterschiedliche Wege

Auf den vorgedruckten Kongressstimmzetteln steht kein parteiloser Bewerber. Edward Shlikas versucht es im ersten Wahlkreis über eine Write-in-Kandidatur. Hall wird von der Wahlbehörde unter „Other Candidates“ geführt; Coffman ist als Republikaner registriert. Write-in bezeichnet also die Art der Kandidatur, nicht automatisch politische Unabhängigkeit.

Die Green Party ist mit Husseini, Landman und Wallace in drei Wahlkreisen vertreten. Landman wirbt auf seiner Kampagnenseite für Klimaschutz, eine allgemeine Gesundheitsversorgung und deutlich geringere Militärausgaben. Nancy Wallace stellt den Umbau zu erneuerbaren Energien und entsprechenden Arbeitsplätzen ins Zentrum. Die drei grünen Kandidaturen sind damit eine zusätzliche Wahlmöglichkeit jenseits der beiden großen Parteien; belastbare aktuelle Umfragen zu ihren jeweiligen Stimmenanteilen liegen dieser Übersicht nicht vor.

Gouverneurswahl: Moore trifft erneut auf Cox

Wes Moore bewirbt sich zusammen mit Vizegouverneurin Aruna Miller um eine zweite Amtszeit. Das republikanische Team bilden Dan Cox und Rob Krop. Für die Grünen treten Andy Ellis und Owen Silverman Andrews an, für die Working Class Party Cathy White und Cathy Permut. Alle vier Teams stehen in der amtlichen Liste als aktiv.

Die jüngste hier verifizierte Universitätsumfrage spricht deutlich für Moore. Der UMBC Poll, veröffentlicht am 6. Oktober, ermittelte 51 Prozent für Moore und 24 Prozent für Cox. Ellis und White kamen auf jeweils 3 Prozent; 5 Prozent nannten einen anderen Kandidaten, 14 Prozent waren unentschlossen, 1 Prozent verweigerte die Antwort. Die gerundeten Werte ergeben deshalb nicht exakt 100 Prozent.

Befragt wurden 776 wahrscheinliche Wähler vom 22. bis 27. September. Die Universität finanzierte die Studie; ReconMR führte die Datenerhebung durch. 65 Prozent antworteten über einen per Textnachricht versandten Webfragebogen, 35 Prozent in telefonischen Interviews. Der Methodenbericht nennt eine Fehlermarge von ±3,5 Prozentpunkten. Die Erhebung ist damit eine klare Momentaufnahme aus dem September, keine Messung der letzten Wahlkampftage. Inside Elections bewertet auch die Gouverneurswahl als sicher demokratisch.

Für die einzelnen Kongresswahlkreise liegt dieser Übersicht keine aktuelle öffentliche Befragung mit ausreichend dokumentierter Methode zugrunde. Landesweite Werte zur Gouverneurswahl lassen sich nicht einfach auf einzelne Kongressrennen übertragen.

Drei Verfassungsfragen – die dritte hat es in sich

Die offizielle Übersicht der Wahlbehörde enthält drei landesweite Verfassungsänderungen:

  • Question 1 – Tarifvereinbarungen: Der Gouverneur soll in seinem Haushaltsentwurf die Mittel für vereinbarte Arbeitsbedingungen und Leistungen staatlicher Beschäftigter vorsehen müssen, auch wenn diese durch einen neutralen Schiedsspruch festgelegt wurden.
  • Question 2 – Richteraufsicht: Vorübergehende Ersatzbesetzungen in der Commission on Judicial Disabilities sollen möglich werden, wenn Mitglieder etwa wegen Befangenheit ausfallen oder ihre Amtszeit ohne Nachfolge endet.
  • Question 3 – Wahlkreisgrenzen: Die Verfassung soll klarstellen, dass bestimmte Anforderungen an Wahlkreise nur für das Landesparlament gelten. Für Kongresswahlkreise soll die Landesverfassung keine entsprechenden Grenzziehungskriterien vorgeben. Zugleich soll das Parlament dem obersten Landesgericht eine erstinstanzliche Zuständigkeit zur Überprüfung der Kongresskarte übertragen können.

Hinter Question 3 steckt eine handfeste Machtfrage. Mehr Spielraum beim Zuschnitt könnte den demokratischen Mehrheitsfraktionen helfen, die Kongresskarte künftig stärker zu ihren Gunsten zu gestalten. Für die Wahl 2026 werden dadurch nicht nachträglich neue Wahlkreise geschaffen; der Streit betrifft die folgenden Wahlen. AP beschreibt die Vorlage als wichtiges politisches Projekt Moores mit Blick auf 2028.

Die UMBC-Veröffentlichung vom 7. Oktober meldete zur dritten Frage 25 Prozent Zustimmung und 53 Prozent Ablehnung, bei 19 Prozent Unentschlossenen. Allerdings verwendete die Befragung eine vereinfachte Erläuterung, nicht den vollständigen amtlichen Abstimmungstext. Gerade bei einer komplizierten Verfassungsfrage kann diese Formulierung das Ergebnis beeinflussen. Es handelt sich um dieselbe September-Stichprobe wie bei der Gouverneursfrage.

Was sonst noch zur Wahl steht

Gewählt werden außerdem alle 47 Mitglieder des Landessenats und 141 Mitglieder des House of Delegates. Um das Amt des Attorney General konkurrieren Anthony G. Brown (Demokrat) und James B. Rutledge III (Republikaner); um das Comptroller-Amt Brooke Elizabeth Lierman (Demokratin) und Sonya Dunn (Republikanerin). Hinzu kommen Richter-, County- und Schulratswahlen sowie örtliche Abstimmungen, etwa über Anleihen und Änderungen kommunaler Satzungen. Welche davon vor Ort anstehen, erklärt die Übersicht der zu besetzenden Ämter.

Mehr über den Staat zwischen Chesapeake Bay und Washington gibt es in unseren 10 Fakten über Maryland.


AI-Transparenz: Dieser Artikel wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz recherchiert und verfasst. Auch das Artikelbild wurde mit KI erstellt. Die verwendeten Quellen sind im Text verlinkt; der Stand der Informationen ist oben angegeben.

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