Liste: Verletzungen und Fremdkörper in der Nase, medizinisch dokumentiert

Abstrakte Grafik: Mosaik aus schiefergrauen Dreiecken mit zwei mintgrünen Bögen und einem ockerfarbenen senkrechten Streifen

Fremdkörper in der Nase gehören zum Alltag jeder Notaufnahme, vor allem bei kleinen Kindern. Bei Erwachsenen sind sie seltener, dafür oft ungewöhnlicher: Nasensteine, die über Jahrzehnte wachsen, abgebrochene Abstrichtupfer aus der Corona-Zeit, Zahnimplantate und Wurzelfüllungen in der Kieferhöhle, Blutegel aus Bächen, Fliegenlarven und Reste aus früheren Operationen. Manche Gegenstände bleiben jahrelang unbemerkt und machen sich nur durch einseitigen, übel riechenden Schnupfen oder wiederholtes Nasenbluten bemerkbar.

Einen Eindruck von der Größenordnung geben Übersichten: In US-Notaufnahmen wurden in fünf Jahren hochgerechnet rund 200.000 Besuche wegen eines Fremdkörpers in der Nase gezählt. Die Betroffenen waren im Mittel drei Jahre alt, 96,4 Prozent konnten wieder nach Hause gehen, und am häufigsten ging es um Schmuckperlen, Papier und Spielzeug (Svider 2014). In Taiwan wurden 94.312 Erwachsene mit Fremdkörpern im Hals-Nasen-Ohren-Bereich ausgewertet, davon 1.007 mit einem Fremdkörper in der Nase; nur 0,7 Prozent von ihnen mussten stationär bleiben (Lee 2019). In der Systematik der Diagnosen stehen Fremdkörper in den Nasennebenhöhlen unter T17.0 und im Nasenloch unter T17.1, Nasenbluten unter R04.0.

Die folgende Liste beruht ausschließlich auf veröffentlichter medizinischer Fachliteratur. Die Quellen stehen jeweils in Klammern und am Ende ausführlich mit PubMed-Nummer. Gewalt- und Kriminalfälle sind bewusst nicht enthalten, ebenso wenig Fälle, bei denen erkennbare Personen betroffen wären. Fälle bei Kindern kommen nur kurz und statistisch vor. Alle Angaben sind nüchtern gehalten und ersetzen keine ärztliche Beratung. Frühere Folgen der Reihe: Liste: Gegenstände, die als Fremdkörper im Enddarm medizinisch dokumentiert sind, Liste: Verletzungen und Fremdkörper am Penis, medizinisch dokumentiert, Liste: Verletzungen und Fremdkörper in der Vagina, medizinisch dokumentiert und Liste: Verletzungen und Fremdkörper in Harnröhre und Blase, medizinisch dokumentiert.

Was Fallserien zeigen

  • In einer brasilianischen Klinik waren 81 Patienten mit Fremdkörpern in Ohr, Nase oder Rachen im Schnitt 23 Jahre alt; in der Nase war Papier mit 30,77 Prozent der häufigste Gegenstand, und 46,15 Prozent hatten einseitigen Ausfluss mit üblem Geruch; frühere Entfernungsversuche durch andere waren oft misslungen (Tiago 2006)
  • Unter 2.300 Fällen von Nasenbluten war in 2,4 Prozent ein Fremdkörper die Ursache (Özbay 2026)
  • Bei Kindern stecken meist Spielzeug und Perlen in der Nase, am häufigsten im Alter von zwei bis vier Jahren; für die Entfernung werden neben Instrumenten auch Verfahren beschrieben, die den Gegenstand mit Luftüberdruck herausbefördern (Kiger 2008)
  • Bei 1.007 Erwachsenen mit einem Fremdkörper in der Nase war ein Klinikaufenthalt nur in 0,7 Prozent der Fälle nötig (Lee 2019)

Nasensteine

Ein Nasenstein, in der Fachsprache Rhinolith, entsteht, wenn sich Mineralsalze über lange Zeit um einen Kern ablagern, oft um einen kleinen Fremdkörper als Kern. Er gilt als selten; eine Arbeit gibt die Häufigkeit mit etwa 1 zu 10.000 an (Pacheco 2015). Diagnostisch fällt er unter Sonstige Krankheiten der Nase, J34.8.

  • Eine systematische Übersicht über 122 Fälle: 60,7 Prozent Frauen, Durchschnittsalter 29,4 Jahre (Spanne 4 bis 80); Schnupfen bei 81,1 Prozent, verstopfte Nase bei 79,5 Prozent, übler Geruch bei 38,5 Prozent, Kopfschmerzen bei 27,9 Prozent; alle Steine wurden endoskopisch entfernt, Rückfälle gab es keine (Nguyen 2023)
  • In derselben Übersicht lag der Stein am häufigsten zwischen der unteren Nasenmuschel und der Nasenscheidewand (26,9 Prozent), ein Kern wurde nur in 22,2 Prozent gefunden, und in 9,2 Prozent wurde zusätzlich die Nasenscheidewand begradigt (Nguyen 2023)
  • Ein großer Nasenstein auf der rechten Seite, der sich über 44 Jahre entwickelt hatte und in Vollnarkose entfernt wurde; als mögliche Folgen nennen die Autoren Nebenhöhlenentzündungen, Löcher in der Nasenscheidewand, Knochenentzündungen der Stirn und selten Abszesse über der harten Hirnhaut (Pacheco 2015)
  • Eine türkische Serie mit 31 Fällen, Durchschnittsalter 25,4 Jahre: Bei 71 Prozent war die Nase verstopft, bei 54,8 Prozent lief einseitig übel riechendes Sekret; als Kern fanden sich unter anderem zweimal eine Plastikperle und zweimal Obstkerne (Seyhun 2021)
  • In der gleichen Serie hatten 64,5 Prozent zusätzlich eine schiefe Nasenscheidewand, und 64,5 Prozent der Steine ließen sich einfach entfernen (Seyhun 2021)
  • Eine Serie mit 21 Patienten zwischen 4 und 63 Jahren; die Mineralanalyse ergab Dahllit, eine Form von Kalziumphosphat, und bei einem Patienten fand sich daneben ein Plattenepithelkarzinom (Ozdemir 2010)
  • Von 28 Patienten mit Nasenstein waren 18 Frauen, das Durchschnittsalter lag bei 26,2 Jahren; 24 Steine saßen rechts, nur vier links (Akkoca 2016)
  • Eine Serie mit 15 Patienten aus Beirut aus den Jahren 2002 bis 2015 betont, dass Nasensteine eine Nebenhöhlenentzündung oder einen Tumor vortäuschen können (Adib 2018)
  • Ein 39-Jähriger mit vier Jahren Schnupfen: Nach dem Ziehen eines Backenzahns war eine Verbindung zwischen Mundhöhle und Nase entstanden, durch die Essen und Getränke in die Nase gelangten; der Stein wurde entfernt und die Lücke im Zahnfleisch mit einem Gewebelappen verschlossen (Puspitasari 2024)
  • Eine 30-Jährige mit zehn Jahren Atembeschwerden durch die Nase und vermindertem Geruchssinn (Buljcik 2004)
  • Ein Riesen-Nasenstein, der nach Ansicht der Autoren erstmals aus einer Pilzinfektion mit Aspergillus entstanden sein könnte (Hsiao 2005)
  • Ein Nasenstein mit zahnähnlichen Strukturen bei einem Patienten mit Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte (Coonar 1996)
  • Ein Nasenstein, der zufällig auf einer zahnärztlichen Röntgenaufnahme auffiel (Patil 2009)
  • Ein Stein in der Stirnhöhle statt in der Nase, ein sogenannter Sinolith (Grant 1998)
  • Ein 34-Jähriger, der mit verstopfter Nase und Nasenbluten in die Notaufnahme kam; der Nasenstein war als Folge einer früheren ärztlichen Behandlung entstanden (Mitchell 2023)
  • Eine junge Frau, deren Nasenstein zunächst für eingedickten Pilzschleim gehalten wurde (Alrayes 2023)
  • Nasensteine auf beiden Seiten, die den knöchernen Teil der Nasenscheidewand vollständig zerstört und ein Loch in die Scheidewand gerissen hatten; die Entfernung gelang in örtlicher Betäubung (Kharoubi 1998)

Geschichte 1: Das Glas, das keines war

Ein 68-jähriger Mann mit einer schweren Verletzung von Schädel und Gesicht in der Vorgeschichte wurde endoskopisch operiert, weil Hirnwasser aus der Nase lief. Während des Eingriffs stießen die Chirurgen in der linken Nasenhaupthöhle auf etwas, das dort nicht hingehörte: einen Gegenstand aus Kunststoff, geformt wie ein Brillenglas und fest eingeklemmt (Novák 2023).

Die Erklärung lag 35 Jahre zurück. Nach einer Gesichtsverletzung war ihm damals ein Implantat aus Acrylglas eingesetzt worden, um den Boden der Augenhöhle zu stützen. Irgendwann hatte es sich gelöst und war in die Nase gewandert. Der Mann war über Jahre wegen eitrigen Ausflusses und schlechter Luft auf der linken Seite untersucht worden, zwischenzeitlich hatte man sogar einen Tumor vermutet, der sich feingeweblich aber nicht bestätigte. Erst die Operation brachte die Ursache ans Licht (Novák 2023).

Gegenstände bei Erwachsenen

  • Ein 67-jähriger Bauarbeiter, bei dem ein Stück Holz durch die rechte Wange und den Jochbein-Oberkiefer-Bereich bis in die Nasenhöhle gedrungen war; es wurde mithilfe eines Navigationssystems entfernt, und der Knochen wurde mit einem Netz wiederaufgebaut (Park 2023)
  • Ein Knopf in der Nase eines Erwachsenen, der zufällig auf einer Röntgenaufnahme des Schädels entdeckt wurde und eine Asymmetrie des Gesichts verursacht hatte (Pellacchia 2006)
  • Ein Erwachsener, bei dem 37 Zahnstocher in der Kieferhöhle gefunden wurden; er hatte sie absichtlich durch eine Verbindung zwischen Mundhöhle und Kieferhöhle eingeführt; sie wurden endoskopisch entfernt, die Verbindung wurde verschlossen, und die Autoren empfehlen eine psychiatrische Mitbetreuung (Kwok 2020)
  • Eine Patientin, die sich drei Fremdkörper in die rechte Keilbeinhöhle eingeführt hatte, eine der am tiefsten gelegenen Nebenhöhlen (Alsarraf 1998)
  • Selbst herbeigeführte Erkrankungen der Nase, darunter eingeführte Fremdkörper und starkes Nasenbluten, die zunächst falsch gedeutet wurden (Rudolph 2007)
  • Zehn Patienten, denen zur Vergrößerung der Nase Fremdstoffe eingespritzt worden waren, meist von Laien; sie hatten Kopfschmerzen, Schwellungen, Rötungen und tastbare Knoten und wurden mit Entfernung des Materials und gleichzeitigem Wiederaufbau der Nase behandelt (Lee 2006)

Abstrichtupfer aus der Corona-Zeit

  • Eine 52-Jährige mit vier Tagen Schmerzen und Ausfluss aus der Nase nach einem Corona-Selbsttest zu Hause; ein Teil des Tests war in der Nase zurückgeblieben (Wyman 2021)
  • Bei einem nicht kooperativen Patienten brach der Schaft eines Abstrichtupfers ab; die Spitze klemmte zwischen Nasenscheidewand und oberer Nasenmuschel und wurde in Vollnarkose entfernt (Gaffuri 2023)
  • Ein Aluminiumschaft, der an einer Drive-in-Teststation abbrach; auf dem Röntgenbild war er nicht zu sehen, gefunden wurde er erst endoskopisch zwischen unterer Nasenmuschel und Nasenboden (Azar 2020)
  • Eine 54-Jährige mit erhöhtem Hirndruck unklarer Ursache, bei der nach einem Abstrich Hirnwasser aus der Nase lief; das Siebbein, eine dünne Knochenplatte unter dem Gehirn, hatte einen Defekt; die Autoren fanden in der Literatur acht vergleichbare Fälle (Vasilica 2023)

Aus Operation und Klinik

  • Ein kleines weiches Polster, das bei einer Kieferoperation zwischen Nasenschlauch und Nasenloch gelegt worden war, blieb zurück und wurde ein Jahr später bei der Narkose für eine zweite Operation im Rachen gefunden (Tsukamoto 2018)
  • Zwei Fälle eines toxischen Schocksyndroms, einer lebensbedrohlichen Reaktion auf Bakteriengifte, nach Nasentamponaden (Hull 1983)
  • Eine Auswertung von 70 Fällen eines toxischen Schocksyndroms nach Nasennebenhöhlen-Operationen aus den Jahren 1982 bis 2020: Häufigkeit etwa 30 auf 100.000 Operationen, Durchschnittsalter 33,8 Jahre; 51,5 Prozent hatten eine Tamponade, 21,2 Prozent weder Tamponade noch Platzhalter; 97 Prozent erholten sich vollständig, vorbeugende Antibiotika schützten nicht (O’Shaughnessy 2025)
  • Ein toxisches Schocksyndrom bei einem 24-Jährigen nach einer Nasentamponade (Márquez Moyano 2005)
  • Ein toxisches Schocksyndrom nach einer vorderen und hinteren Nasentamponade; die Arbeit nennt für die USA eine Häufigkeit von 16,5 auf 100.000 (Aeumjaturapat 2001)
  • Bei 990 Patienten mit Nasentamponade trat kein einziges toxisches Schocksyndrom auf, die Autoren stellen deshalb vorbeugende Antibiotika infrage (Lange 2017)
  • Der erste beschriebene Fall, in dem sich ein Magnet aus einem Haltesystem für Ernährungssonden, einem sogenannten Nasenzügel, löste und in der Nase stecken blieb (Puricelli 2016)
  • Eine Auswertung der US-Datenbank für Probleme mit Medizinprodukten zählte 24 Zwischenfälle mit Nasenzügeln, davon 15 mit zurückgebliebenen Teilen (Grimm 2026)
  • Eine Magensonde, die nach schweren Verletzungen von Schädel und Gesicht durch die Nase versehentlich in den Schädel vorgeschoben wurde; sie wurde über die Nase entfernt, ohne neurologische Folgen (Ferreras 2000)
  • Ein ähnlicher Fall einer im Schädel gelandeten Magensonde nach komplexen Gesichtsverletzungen (Sacks 1993)

Zahnmaterial und Implantate in der Kieferhöhle

  • Eine Übersicht über 321 Patienten aus 73 Fachartikeln, bei denen ein Zahnimplantat in die Kieferhöhle gerutscht war: am häufigsten an der Stelle des ersten oberen Backenzahns (23,7 Prozent), 62,6 Prozent der Verlagerungen geschahen innerhalb von sechs Monaten, 56,2 Prozent machten Beschwerden (Seigneur 2023)
  • Entfernt wurden die Implantate in dieser Übersicht am häufigsten über einen seitlichen Zugang (38,1 Prozent), über die klassische Caldwell-Luc-Operation (27,2 Prozent) oder endoskopisch (23,1 Prozent) (Seigneur 2023)
  • Eine Serie mit 40 Patienten, Durchschnittsalter 52,3 Jahre, sieben davon mit einer Verbindung zwischen Mund und Kieferhöhle; alle heilten nach der Entfernung (Bennardo 2022)
  • Bei 24 Patienten mit 25 verrutschten Implantaten hatten 46 Prozent eine Nebenhöhlenentzündung; alle Implantate wurden durch die Nase entfernt (Safadi 2020)
  • Ein 54-Jähriger mit Schmerzen und Druckgefühl, weil ein Implantat den Abfluss der Kieferhöhle versperrte (Liu 2022)
  • 13 Patienten, bei denen Amalgam in die Kieferhöhle gedrückt worden war; vier hatten eine Pilzinfektion mit Aspergillus, alle wurden nach der Operation beschwerdefrei (Selmani 2006)
  • Zwei Fälle einer Pilzinfektion der Kieferhöhle durch überschüssiges Wurzelfüllmaterial (Khongkhunthian 2001)
  • Eine Pilzinfektion ohne Beschwerden um Guttapercha aus einer Wurzelfüllung, nachgewiesen mit Massenspektrometrie (Kobayashi 1995)
  • Ein Fall, in dem die Operation abgelehnt wurde; das Wurzelfüllmaterial blieb in der Kieferhöhle, und fünf Jahre lang traten keine Beschwerden auf (Batur 2008)
  • Eine 25-Jährige mit einer Pilzinfektion der Kieferhöhle durch eine Wurzelkanalpaste namens Endomethasone (Zubair Ahemad 2026)
  • Eine Kieferhöhlenentzündung durch über die Zahnwurzel hinaus gepresstes Füllmaterial (Badarne 2012)
  • Eine 41-Jährige mit einer isolierten Pilzinfektion der Kieferhöhle (Bozkurt 2008)

Zähne in der Nase

  • Ein 32-Jähriger mit verstopfter Nase und wiederkehrendem Nasenbluten; ein Zahn war in die Nasenhöhle gewachsen und wurde endoskopisch entfernt, zusammen mit einer Begradigung der Nasenscheidewand (Alfayez 2021)
  • Ein überzähliger Zahn in der Nase als Ursache für starkes, wiederkehrendes Nasenbluten (Priya 2022)
  • Ein überzähliger Zahn in der Nasenhöhle eines sonst gesunden Patienten, endoskopisch entfernt (Sanei-Moghaddam 2009)

Geschichte 2: Sechs Jahre Niesen

Eine 81-jährige Frau wurde im Juni 2014 in einem chinesischen Krankenhaus wegen eines Hirninfarkts und Flüssigkeit in der Lunge aufgenommen. Bei der Untersuchung fiel ein Fremdkörper in der linken Nasenhöhle auf. Das entzündliche Gewebe wurde endoskopisch entfernt (Zhan 2015).

Im Präparat fanden sich drei ausgewachsene männliche Taufliegen der Art Drosophila melanogaster, jeweils etwa drei Millimeter lang, mit roten Facettenaugen. Die Frau hatte nach eigenen Angaben sechs Jahre lang heftig niesen müssen. Nach der Entfernung hörte das Niesen auf, und bei der Kontrolle nach sechs Monaten hatte sie keine Beschwerden mehr (Zhan 2015).

Blutegel

  • Sieben Blutegel bei sechs Patienten aus den Jahren 1984 bis 2008, zwischen 2 und 12 Zentimeter lang (im Schnitt 4,6); alle Betroffenen hatten Nasenbluten und waren zuvor in Bächen auf dem Land gewesen; ein Egel wanderte in den Rachen, ein Patient hatte zwei (Chen 2010)
  • Eine Serie mit 19 Patienten mit Blutegeln in den oberen Atemwegen, davon zwölf in der Nase; die Egel wurden in örtlicher Betäubung entfernt (Harun 2020)
  • Ein lebender, acht Zentimeter langer Blutegel als Ursache wiederkehrenden Nasenblutens, endoskopisch entfernt, anschließend wurde die Nase mit Vaseline-Gaze tamponiert (Yang 2024)
  • Weil der Egel betäubende Stoffe abgibt, spüren Betroffene keinen Schmerz, und die Behandlung beginnt oft spät (Tuang 2023)

Fliegenlarven

  • 30 Maden der Schmeißfliege in der Nase eines 23-Jährigen, eine Woche nach der Behandlung eines Nasenbeinbruchs (Skibsted 1995)
  • Der erste schwedische und weltweit dritte Fall, in dem sich eine Larve der Schafsnasendassel bei einem gesunden Menschen über das erste Larvenstadium hinaus entwickelte (Einer 2011)
  • Ein 33-jähriger wissenschaftlicher Mitarbeiter einer landwirtschaftlichen Fakultät mit Larven der Schafsnasendassel in Nase und Auge (Eyigör 2008)
  • Eine 37-Jährige aus der chinesischen Provinz Henan mit Larven der Schafsnasendassel in der Nase (Su 2015)
  • Ein 63-Jähriger mit Diabetes und Nierentransplantat, bei dem sich nach einem verletzenden Legen einer Magensonde Fliegenlarven in der Nase entwickelten (Rostami 2024)
  • Ein 35-Jähriger mit Magenkrebs, bei dem auf der Intensivstation Larven der Goldfliege in der Nase gefunden wurden (Salmanzadeh 2018)
  • Ein Mensch im Koma nach einem Schlaganfall mit Fliegenlarven in der Nase; am 16. Tag war der Befall ausgeheilt, und auf der Station breitete sich der Befall nicht aus (Kuo 2021)
  • Eine 55-Jährige mit einem Melanom in der Nase, bei der Fliegenlarven eine Entzündung der Augenhöhle auslösten; behandelt wurde mit dem Wurmmittel Ivermectin (Promsopa 2025)

Kinder: Knopfbatterien und Magnete

Bei Kindern sind vor allem Knopfbatterien gefährlich, weil sie in der feuchten Nase Strom leiten und das Gewebe verätzen. Die Einträge hier sind bewusst kurz gehalten.

  • Unter Fremdkörpern in der Nase von Kindern machten Batterien 1,16 Prozent aus; 98,29 Prozent der Betroffenen waren ein bis fünf Jahre alt, ein Loch in der Nasenscheidewand entstand bei 17,61 Prozent, eine Vollnarkose war bei 6,82 Prozent nötig (Yan 2024)
  • Bei 39 Kindern mit Batterien oder Magneten in der Nase steckten diese im Median sechs Stunden, bei 20,5 Prozent entstand ein Loch in der Scheidewand; die Lebensqualität war langfristig dennoch gut (Rozenblat 2026)
  • In einem Versuch an der Nasenschleimhaut von Schafen verursachten 3-Volt-Lithiumbatterien die tiefsten Gewebeschäden (Sancaktar 2020)
  • Fünf eigene Fälle von Knopfbatterien in der Nase und zwölf weitere aus der Literatur (Gomes 1994)
  • Magnete, die als Nasenschmuck benutzt wurden und so in die Nase gerieten (Karkos 2003)

Risiken

Ein Fremdkörper in der Nase verursacht typischerweise einseitigen, oft übel riechenden Ausfluss, eine verstopfte Nasenseite und Nasenbluten (Tiago 2006, Nguyen 2023). Bleibt er lange liegen, kann sich ein Nasenstein bilden, der die Nasenscheidewand durchlöchern und Nebenhöhlenentzündungen auslösen kann (Pacheco 2015, Kharoubi 1998). Knopfbatterien zerstören Gewebe innerhalb von Stunden (Yan 2024, Sancaktar 2020). Zahnmaterial in der Kieferhöhle kann Entzündungen und Pilzinfektionen verursachen (Safadi 2020, Selmani 2006), und nach Tamponaden ist ein toxisches Schocksyndrom selten, aber möglich (O’Shaughnessy 2025). Wer die Nase verletzt hat und danach klare Flüssigkeit aus der Nase verliert, könnte ein Leck von Hirnwasser haben (Vasilica 2023).

Schnell zum Arzt: wann es dringend ist

Wer einen Gegenstand in der Nase hat, der sich nicht durch vorsichtiges Schnäuzen löst, sollte ärztliche Hilfe suchen, statt mit Pinzetten oder Wattestäbchen zu stochern: Frühere Entfernungsversuche durch Laien gingen in einer Serie oft schief (Tiago 2006). Eine Knopfbatterie in der Nase ist immer ein Notfall (Yan 2024). Bei Atemnot, starkem Nasenbluten, das sich nicht stillen lässt, hohem Fieber nach einer Tamponade oder klarer Flüssigkeit aus der Nase nach einer Verletzung ist der Notruf 112 richtig.

Wer nach einer Zahnbehandlung im Oberkiefer länger einseitig Schnupfen, Druck oder üblen Geruch bemerkt, sollte Zahnärztin oder Zahnarzt darauf hinweisen (Seigneur 2023).

So wird behandelt

Meist reicht eine Untersuchung mit dem Endoskop, bei Nasensteinen und tief liegenden Gegenständen kommt häufig eine Computertomografie hinzu, die in der großen Übersicht bei 91,5 Prozent der Nasenstein-Fälle gemacht wurde (Nguyen 2023). Ein normales Röntgenbild kann Kunststoff und dünnes Metall übersehen (Azar 2020). Die meisten Fremdkörper und Nasensteine werden endoskopisch durch die Nase entfernt (Nguyen 2023, Safadi 2020), Blutegel oft in örtlicher Betäubung (Harun 2020). Verrutschte Implantate werden je nach Lage über die Nase, über den Mund oder über einen seitlichen Zugang zur Kieferhöhle geborgen (Seigneur 2023).

Scham und Schweigepflicht

Manche Betroffene kommen spät, weil ihnen die Ursache peinlich ist oder weil sie den Gegenstand vergessen haben, und gerade lange liegende Fremdkörper führen zu Nasensteinen und Entzündungen (Novák 2023, Pacheco 2015). Für Hals-Nasen-Ohren-Ärzte und Notaufnahmen sind solche Fälle Alltag. Ärztinnen, Ärzte und Pflegekräfte unterliegen der Schweigepflicht, in Deutschland nach Paragraf 203 des Strafgesetzbuchs. Wer ehrlich sagt, was passiert ist und wann, hilft bei einer schnellen und sicheren Behandlung.

Wenn hinter einer Selbstverletzung eine seelische Krise steckt, gibt es Hilfe: Die Telefonseelsorge ist in Deutschland rund um die Uhr und kostenlos unter 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222 zu erreichen. Mehr zum Begriff gibt der Beitrag Was bedeutet Fremdkörper?.

Quellen

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Stand: 27. Oktober 2026

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