Israels Parteien im deutschen Vergleich: Zwischen liberaler Mitte, religiösen Milieus und nationalistischer Rechter
Ein Überblick zur Knessettwahl vom 27. Oktober 2026.
Israels Parteien lassen sich auf mehreren politischen Achsen einordnen: wirtschaftlich links oder rechts, religiös oder säkular, kompromissbereit oder unnachgiebig im Konflikt mit den Palästinensern. Hinzu kommen die Haltung zu Benjamin Netanyahu und der Streit über die Macht von Regierung und Gerichten. Deshalb kann eine Partei wirtschaftlich an die FDP erinnern, gesellschaftspolitisch liberal auftreten und zugleich eine ausgesprochen nationalistische Sicherheitspolitik vertreten.
Die folgenden deutschen Vergleiche sind eigene analytische Einordnungen anhand einzelner Gemeinsamkeiten, keine Gleichsetzungen. Als Maßstab dienen die Parteiporträts der Bundeszentrale für politische Bildung. Besonders bei religiösen Parteien und Minderheitenvertretungen bleiben die Unterschiede erheblich.
Ausführlich vorgestellt werden 13 Listen mit realistischen Chancen, die israelische Sperrklausel von 3,25 Prozent zu überwinden. Dazu zählen ausdrücklich die Grenzfälle Reservisten/Wirtschaftspartei und Amcha Israel, deren Einzug in den letzten Vorwahlumfragen unsicher war. Die Gewichtung beruht auf diesen Umfragen, nicht auf Auszählungsergebnissen. Erfasst werden die 38 ursprünglich in den Wahlverzeichnissen geführten Listen einschließlich dreier später zurückgezogener Kandidaturen; Bündnispartner werden bei ihrer gemeinsamen Liste erläutert. Vorwahlumfragen, Wahlverzeichnis und Rückzüge
1. Likud: Nationalkonservative Regierungspartei mit wirtschaftsliberalen Wurzeln
Benjamin Netanyahus Likud verbindet jüdischen Nationalismus, eine harte Sicherheitspolitik und Unterstützung für Siedlungen mit einer grundsätzlich marktwirtschaftlichen Orientierung. Die Partei entstand aus nationalistischen und liberalen Strömungen und spricht auch traditionelle sowie einkommensschwächere jüdische Milieus an. Ihre heutige politische Ausrichtung ist stark von Netanyahu und der Zusammenarbeit mit religiösen und weit rechts stehenden Parteien geprägt. Der Umbau der Justiz gehört zu den zentralen Konflikten ihrer Regierungszeit. Israel Democracy Institute, aktuelles Profil
Deutscher Vergleich: Bei wirtschaftsfreundlicher Politik, nationaler Identität und konservativer Gesellschaftspolitik bietet die CSU Anknüpfungspunkte. Der heutige Likud reicht jedoch mit seinem Nationalismus, dem Konflikt mit unabhängigen Institutionen und seinen Bündnissen erheblich weiter nach rechts. In diesen Bereichen bestehen eher Berührungspunkte mit der AfD. Eine schlichte Zuordnung zur CDU/CSU würde diese Unterschiede verdecken.
2. Yashar: Die sicherheitsorientierte, institutionentreue Mitte
Yashar ist die Partei des früheren Generalstabschefs Gadi Eisenkot. Sie wirbt für eine professionelle Staatsführung, eine unabhängige Untersuchung der Versäumnisse rund um den 7. Oktober, eine leistungsfähige öffentliche Bildung und eine starke Justiz. Ein allgemeiner Militär- oder Zivildienst soll die Lasten gleichmäßiger verteilen. Wirtschaftlich stehen Wettbewerb, Erwerbsarbeit und Wiederaufbau im Vordergrund. Eisenkots militärischer Hintergrund ist ein wesentlicher Teil ihres politischen Angebots. Parteiprogramm und Ziele, Parteiprofil
Deutscher Vergleich: Am ehesten liegt Yashar zwischen einer pragmatischen CDU und dem staatspolitisch orientierten Flügel der SPD: sicherheitsbewusst, institutionenfreundlich und auf funktionierende öffentliche Leistungen bedacht. Ihre Positionen zum israelisch-palästinensischen Konflikt sind allerdings deutlich restriktiver, als das deutsche Etikett „politische Mitte“ vermuten lässt.
3. B’Yachad: Ein Bündnis aus konservativer und liberaler Mitte
B’Yachad, „Gemeinsam“, vereint Naftali Bennetts politische Formation mit Yair Lapids Yesh Atid. Bennett kommt aus der nationalreligiösen Rechten, Lapid steht für eine überwiegend säkulare, liberale Mitte. Das gemeinsame Programm betont allgemeine Dienstpflicht, Wettbewerb gegen hohe Lebenshaltungskosten, bessere Schulen und eine Neuordnung des Verhältnisses von Religion und Staat. Dazu gehören zivile Partnerschaften und mehr kommunale Entscheidungsspielräume. Sicherheitspolitisch vertritt insbesondere Bennett eine harte Linie. Gemeinsame Programme, Bündnisprofil
Deutscher Vergleich: Am ehesten lässt sich B’Yachad als Verbindung aus CDU/CSU und FDP verstehen: konservatives Sicherheitsdenken trifft auf wirtschaftsliberale und gesellschaftlich offenere Positionen. Der Vergleich erklärt zugleich die inneren Spannungen des Bündnisses. Die gemeinsame Gegnerschaft zu Netanyahu überbrückt Unterschiede, die etwa bei territorialen Fragen und religiöser Identität fortbestehen.
4. Die Demokraten: Sozialdemokratie und linksliberale Bürgerrechtspolitik
Die Demokraten unter Yair Golan sind aus dem Zusammenschluss von Arbeitspartei und Meretz entstanden. Sie vertreten die zionistische Linke: einen ausgebauten Sozialstaat, öffentliche Gesundheitsversorgung und Bildung, Gleichberechtigung, Klimaschutz sowie eine unabhängige Justiz. Sie befürworten zivile Eheschließungen und eine Zurückdrängung religiöser Sonderrechte. Gegenüber den Palästinensern setzen sie auf territoriale Trennung und eine politische Perspektive statt dauerhafter Annexion. Zugleich besitzt die Partei durch Golan, einen früheren hohen Offizier, ein ausgeprägtes sicherheitspolitisches Profil. Parteiprofil und Programmnachweise
Deutscher Vergleich: Die deutlichste Entsprechung ist eine Verbindung aus SPD und Grünen: sozialdemokratische Wirtschafts- und Sozialpolitik kombiniert mit liberalen Bürgerrechten und ökologischen Anliegen. Die militärische Verteidigungsorientierung unterscheidet sie von wesentlichen Positionen der deutschen Linken. Innerhalb Israels steht sie links; ihre sicherheitspolitischen Vorstellungen lassen sich deshalb trotzdem nicht automatisch mit deutschen linken Positionen gleichsetzen.
5. Die Gemeinsame Liste: Linke Politik und palästinensische Minderheitenvertretung
Die Gemeinsame Liste verbindet Hadash, Ta’al und Balad. Hadash besitzt eine kommunistische und jüdisch-arabische Tradition, Ta’al ist stärker auf die Interessenvertretung arabischer Bürger ausgerichtet, Balad betont palästinensische nationale Identität und einen Staat gleichberechtigter Bürger. Gemeinsam fordern sie ein Ende der Besatzung, einen palästinensischen Staat, Gleichberechtigung sowie stärkere öffentliche Dienstleistungen und soziale Umverteilung. Das Bündnis ist politisch vielfältiger, als die Sammelbezeichnung „arabische Parteien“ erkennen lässt. Bündnisprofil, Gleichberechtigungsprogramm
Deutscher Vergleich: Bei Wirtschafts-, Sozial- und Friedenspolitik ist Die Linke die naheliegendste Vergleichspartei. Als Interessenvertretung einer nationalen Minderheit besteht zusätzlich eine funktionale Ähnlichkeit mit dem SSW. Der SSW-Vergleich beschreibt dabei die parlamentarische Rolle; die Geschichte und Konfliktlage der palästinensischen Bevölkerung Israels unterscheiden sich grundlegend von denen der dänischen und friesischen Minderheiten.
6. Otzma Yehudit: Die radikale nationalistische Rechte
Itamar Ben-Gvirs Otzma Yehudit, „Jüdische Stärke“, steht am äußersten rechten Rand des relevanten Parteienspektrums. Die Partei hat Wurzeln im Kahanismus und verbindet einen Vorrang jüdischer nationaler Ansprüche mit einer besonders repressiven Sicherheits- und Ordnungspolitik. Sie fordert weitreichende israelische Souveränität über besetzte Gebiete, unterstützt jüdische Wiederbesiedlung Gazas und die von ihr als freiwillig bezeichnete Auswanderung von Palästinensern. Hinzu kommen Forderungen nach härteren Strafen und schwächeren gerichtlichen Kontrollmöglichkeiten. Parteiprofil mit Programmnachweisen
Deutscher Vergleich: Am ehesten bestehen Parallelen zur AfD, insbesondere ihren völkisch-nationalistischen Strömungen: nationale Zugehörigkeit, ein scharfes Freund-Feind-Denken und Angriffe auf liberale Begrenzungen staatlicher Macht spielen eine zentrale Rolle. Otzmas religiöse Begründungen und konkrete Siedlungs- und Territorialpolitik haben jedoch keine unmittelbare deutsche Entsprechung. Deutscher Vergleichsmaßstab
7. Schas: Religiöser Konservatismus mit sozialpolitischem Schwerpunkt
Schas unter Aryeh Deri vertritt vor allem sephardische und mizrachische jüdische Milieus, darunter viele Menschen mit familiären Wurzeln in Nordafrika und dem Nahen Osten. Ihre Führung ist ultraorthodox, ihre Wählerschaft umfasst auch traditionell religiöse Menschen. Schas verbindet religiöse Autorität, eigene Bildungseinrichtungen und den Schutz von Torastudenten vor der Wehrpflicht mit Sozialleistungen und Unterstützung für ärmere Familien. Ihr Bündnis mit Netanyahu macht sie zu einem Teil des rechten Lagers, obwohl ihre Sozialpolitik keineswegs durchgehend wirtschaftsliberal ist. Israel Democracy Institute, aktuelles Profil
Deutscher Vergleich: Einzelne Gemeinsamkeiten bestehen mit dem christlich-sozialen Milieu der CSU: Tradition, Gemeinschaft und soziale Unterstützung gehören zusammen. Beim verbindlichen religiösen Gesellschaftsbild liegt Bündnis C näher. Die starke rabbinische Autorität und die Verteidigung besonderer Rechte religiöser Einrichtungen gehen allerdings weit über beide deutschen Vergleichsparteien hinaus.
8. Vereinigtes Tora-Judentum: Politische Interessenvertretung der ultraorthodoxen Gemeinschaft
Das Vereinigte Tora-Judentum, häufig UTJ genannt, ist das Bündnis aus Agudat Israel und Degel HaTorah. Es vertritt vor allem aschkenasische ultraorthodoxe Milieus, darunter chassidische und nichtchassidische Gemeinschaften. Im Zentrum stehen Finanzierung und Selbstständigkeit religiöser Schulen, soziale Leistungen, die öffentliche Einhaltung religiöser Regeln und Ausnahmen vom Militärdienst. Seine Positionen werden wesentlich durch rabbinische Autoritäten geprägt. Außen- und Sicherheitspolitik sind stärker diesen Gemeinschaftsinteressen untergeordnet als bei den nationalreligiösen Siedlerparteien. Israel Democracy Institute
Deutscher Vergleich: Bündnis C bietet beim ausdrücklich religiösen Politikverständnis eine begrenzte Annäherung. Ein wirklich passendes deutsches Gegenstück gibt es jedoch nicht: UTJ vertritt ein dicht organisiertes religiöses Lebens- und Bildungssystem und verhandelt dessen Autonomie gegenüber dem Staat. Eine Gleichsetzung mit der CSU würde diesen besonderen Charakter verfehlen.
9. Yisrael Beiteinu: Säkular, wirtschaftsliberal und sicherheitspolitisch weit rechts
Avigdor Liebermans Yisrael Beiteinu, „Israel unser Zuhause“, entstand mit einer starken Basis unter Einwanderern aus der ehemaligen Sowjetunion. Heute spricht sie breiter säkulare rechte Wähler an. Sie fordert zivile Eheschließungen, öffentliche Verkehrsmittel am Schabbat nach kommunaler Entscheidung und verbindliche allgemeine Bildungsinhalte. Wirtschaftlich setzt sie auf Wettbewerb und weniger Bürokratie. Zugleich vertritt sie eine aggressive Sicherheitsdoktrin und weitreichende Sanktionen gegen Dienstverweigerung; ihr Programm sieht für Deserteure sogar den Entzug des Wahlrechts vor. Offizielles Programm
Deutscher Vergleich: Bei Wirtschaft und der Zurückdrängung religiöser Bevormundung bestehen Gemeinsamkeiten mit der FDP, beim betonten Sicherheits- und Ordnungsdenken mit der CSU. Der ausgeprägte Nationalismus und die Verknüpfung politischer Rechte mit staatlichen Pflichten begrenzen beide Vergleiche erheblich. Gesellschaftliche Säkularität bedeutet hier keine durchgehend liberale Bürgerrechtspolitik.
10. Religiöser Zionismus–Zehut: Religiöser Nationalismus trifft radikalen Wirtschaftsliberalismus
Die gemeinsame Liste verbindet Bezalel Smotrichs Religiösen Zionismus mit Moshe Feiglins Zehut. Gemeinsam vertreten sie weitreichende israelische Herrschaftsansprüche im Westjordanland, lehnen einen palästinensischen Staat ab und wollen die Macht der Justiz beschränken. Smotrich steht besonders für Siedlungsbewegung, religiöse Identität und staatliche Förderung dieser Ziele. Zehut ergänzt eine radikal marktwirtschaftliche Agenda mit Privatisierung, niedrigen Steuern und einzelnen libertären Forderungen, etwa zur Cannabislegalisierung. Profil beider Bündnispartner
Deutscher Vergleich: Im nationalistischen Kern bestehen die stärksten Parallelen zur AfD, beim religiösen Gesellschaftsverständnis teilweise zu Bündnis C. Einzelne wirtschaftliche Forderungen von Zehut erinnern an einen besonders marktliberalen Flügel der FDP. Diese wirtschaftlichen Gemeinsamkeiten ändern jedoch nichts an der grundlegenden Distanz zu liberaler Gleichberechtigung und zum außenpolitischen Kurs der deutschen FDP.
11. Ra’am: Islamisch-konservative Minderheitenpolitik mit pragmatischem Regierungsanspruch
Ra’am, die Vereinigte Arabische Liste unter Mansour Abbas, verbindet eine islamisch-konservative Herkunft mit einem pragmatischen parlamentarischen Kurs. Im Mittelpunkt stehen die Bekämpfung organisierter Kriminalität, Wohnungsbau, Infrastruktur, Bildung und die Anerkennung bislang nicht anerkannter beduinischer Ortschaften. Mit ihrer Beteiligung an der Regierungskoalition von 2021 zeigte sie, dass sie konkrete Verbesserungen für arabische Bürger durch Zusammenarbeit mit zionistischen Parteien erreichen will. Sie befürwortet grundsätzlich eine Zweistaatenlösung, gewichtet im politischen Alltag aber die Lebensbedingungen ihrer Wähler besonders stark. Parteiprofil und Quellen
Deutscher Vergleich: Der SSW ist die naheliegendste Entsprechung für die Rolle als pragmatische Minderheitenvertretung, die über parlamentarische Zusammenarbeit praktische Verbesserungen erreichen möchte. Gesellschaftspolitisch ist Ra’am jedoch erheblich religiöser und konservativer. Ein Vergleich allein mit SPD, Grünen oder Linken würde diesen Bestandteil ihres Profils unterschlagen; ein Vergleich allein mit einer religiösen Partei wiederum ihre besondere Minderheitenrolle.
12. Reservisten und Wirtschaftspartei: Dienstpflicht, staatliche Leistungsfähigkeit und Wettbewerb
Die gemeinsame Liste von Yoaz Hendels Reservistenpartei und Yaron Zelekhas Wirtschaftspartei verbindet die Interessen des militärisch und wirtschaftlich tragenden Teils der Bevölkerung mit einer Reformagenda. Sie fordert Dienstpflicht für alle und stärkere Unterstützung für Menschen, die Militär- oder Zivildienst leisten. Wirtschaftlich stehen die Bekämpfung hoher Lebenshaltungskosten, mehr Wettbewerb, offenere Märkte und Steuerentlastungen im Vordergrund. Ihr Regierungsanspruch richtet sich auf eine breite Koalition zionistischer Parteien; in den letzten Vorwahlumfragen gehörte sie zu den unsicheren Kandidaten für den Einzug. Bündnisprofil, Vorwahlumfragen
Deutscher Vergleich: Am ehesten verbindet die Liste Elemente von CDU/CSU und FDP: Dienstpflicht, Sicherheitsorientierung und staatliche Funktionsfähigkeit einerseits, Wettbewerb und wirtschaftliche Eigenverantwortung andererseits. Die ausdrückliche politische Vertretung von Reservisten und die daran geknüpften Ansprüche auf öffentliche Unterstützung haben in Deutschland allerdings kein vergleichbar starkes parteipolitisches Gegenstück.
13. Amcha Israel: Eine neue rechte Partei aus dem militärischen Milieu
Amcha Israel unter dem früheren Brigadegeneral Ofer Winter wirbt für eine offensivere Sicherheitsdoktrin und tritt gegen einen palästinensischen Staat auf. Die Partei unterstützt Siedlungen und die von ihr als freiwillig bezeichnete Auswanderung aus Gaza. Innenpolitisch fordert sie eine breitere Dienstpflicht, eine stärkere Stellung der Dienstleistenden sowie Maßnahmen gegen Monopole und Bürokratie. Sie spricht religiöse, traditionelle und säkulare rechte Wähler an. Ihre Unterstützung für Netanyahu steht in Spannung zu Forderungen, die dessen ultraorthodoxe Partner ablehnen, insbesondere beim Militärdienst; ihr Einzug blieb vor der Wahl unsicher. Parteiprofil, Überblick zu Kandidatur und Bündnisposition
Deutscher Vergleich: Bei nationalistischem Politikverständnis und der Betonung militärischer Stärke bestehen am ehesten Berührungspunkte mit der AfD. Einzelne wirtschaftliche Forderungen passen zugleich zu CDU/CSU oder FDP. Eine vollständige Gleichsetzung wäre irreführend: Die Partei entsteht aus einem konkreten israelischen Kriegs- und Reservistenmilieu, dessen politische Rolle sich nicht auf deutsche Verhältnisse übertragen lässt.
Die übrigen Listen folgen jeweils in einem Satz; bei sehr kleinen Parteien reicht die verfügbare Programmatik teilweise nur für einen Vergleich einzelner Anliegen.
- Israel First – Yisrael Techila: Sharren Haskels Liste, der sich auch Ale Yarok angeschlossen hat, erinnert wirtschaftlich und bei der Ablehnung religiösen Zwangs an die FDP, vertritt territorial und sicherheitspolitisch jedoch deutlich härtere Positionen.
- Haredi Public Party – HaTzibur HaHaredi: Die Partei verbindet ultraorthodoxe Religiosität mit Erwerbsarbeit, allgemeiner Bildung und Dienstpflicht für nicht vollzeitig Studierende und lässt sich allenfalls als wirtschaftsliberalere religiöse Reformpartei mit entfernten Gemeinsamkeiten zu Bündnis C beschreiben.
- Noam: Avi Maoz’ Partei bekämpft liberale Geschlechter- und Familienvorstellungen und fordert stärkeren orthodoxen Einfluss auf den Staat, womit Bündnis C nur beim religiös begründeten Familienbild einen begrenzten Vergleich bietet.
- Beyachad Natzliach – Gemeinsam werden wir erfolgreich sein: Avi Shakeds jüdisch-arabische Liste wirbt für Gleichberechtigung, eine Zweistaatenlösung und die Bekämpfung von Gewalt in arabischen Gemeinden und steht damit programmatisch eher SPD und Grünen nahe.
- HaShutafut LeKulam – Partnerschaft für alle: Diese überwiegend arabische Liste betont gesellschaftliche Teilhabe und praktische Probleme arabischer Gemeinden und ähnelt dem SSW funktional als Minderheitenvertretung, während ihr Gesamtprogramm nur begrenzt dokumentiert ist.
- Tzomet Beit Yisrael: Die rechtsgerichtete Liste betont Landwirtschaft, Landpolitik und Interessen der gesellschaftlichen Peripherie, was beim ländlichen Schwerpunkt an die Freien Wähler erinnert.
- Orot HaShachar – Morgenlicht: Die Partei fordert weitreichende territoriale Expansion und eine besonders harte Sicherheits- und Strafpolitik und besitzt damit eher Gemeinsamkeiten mit der nationalistischen Rechten um die AfD als mit dem deutschen bürgerlichen Konservatismus.
- Gan Eden – Garten Eden: Die religiös-utopische Liste verbindet Schuldenerlass und materielle Grundsicherung mit biblisch begründeten Ordnungsvorstellungen, wofür sich kein belastbares deutsches Parteipendant findet.
- Betach – Soziale Sicherheit: Semion Grafmans Partei setzt auf niedrigere Lebenshaltungskosten, weniger Gebühren und Bürokratie sowie Suchthilfe und verbindet damit einzelne Anliegen von FDP und SPD.
- Brit Olam – Ewiger Bund: Die Liste verbindet biblische Vorstellungen mit sozialem Ausgleich und direkter Demokratie und ähnelt den Piraten beim Beteiligungsanspruch, während ihre religiöse Grundlage eine weitergehende Zuordnung verhindert.
- Gush HaTanakhi – Bibelblock: Die jüdisch-christliche Liste verbindet biblisch begründete Politik mit territorialem Nationalismus und erinnert beim religiösen Ausgangspunkt am ehesten an Bündnis C, dessen Programm damit aber keineswegs insgesamt übereinstimmt.
- Shema: Naftali Goldmans Liste möchte religiöse Moral bis in das Strafrecht hinein verbindlich machen und besitzt für diesen umfassenden Anspruch kein überzeugendes deutsches Gegenstück.
- Bitachon Ishi – Persönliche Sicherheit: Die auf drastisch verschärfte Strafen und Kriminalitätsbekämpfung konzentrierte Liste erinnert in diesem engen Themenfeld an die AfD, lässt darüber hinaus aber kaum belastbare Vergleiche zu.
- HaTikun – Die Reform: Die Bewegung fordert Wahlkreise, eine fachlich ausgewählte Regierung und die Bindung des Wahlrechts an geleisteten Dienst, weshalb sich trotz ihres Reformanspruchs kein überzeugendes Pendant unter den hier verglichenen deutschen Parteien ergibt.
- Tzeva Shachor – Schwarze Farbe: Die ultraorthodoxe Ein-Themen-Liste kämpft gegen die Einberufung von Torastudenten und hat für diese religiös begründete Sonderstellung kein deutsches Parteipendant.
- Ani VeAta – Ich und du: Die sozialliberale Liste fordert eine sozialere Marktwirtschaft, weniger Einfluss großer Vermögen und eine stärkere Trennung von Religion und Staat und steht damit am ehesten der SPD nahe.
- Sharshar – Für Liebe und nationale Einheit: Eitan Shvilis stark personalisierte Liste stellt Traumahilfe, Unterstützung für Holocaustüberlebende und den Schutz von Kindern in den Mittelpunkt, ohne ein hinreichend umfassendes Programm für einen seriösen deutschen Parteienvergleich vorzulegen.
- Die Piraten: Die israelischen Piraten teilen mit der deutschen Piratenpartei die internationale politische Tradition sowie Schwerpunkte auf Datenschutz, Transparenz, digitalen Rechten und direkter Beteiligung.
- Tekuma – Wiederaufbau: Elkana Federmans neue Liste vertritt Soldaten und Reservisten und fordert eine harte Sicherheits- und Siedlungspolitik, deren nationalistische Elemente einen begrenzten Vergleich mit der AfD erlauben.
- Kol HaNashim – Stimme der Frauen: Die Partei besitzt einen feministischen Ursprung, doch die Quellen widersprechen sich über die Ausrichtung ihrer heutigen Kandidatenliste, weshalb ein Vergleich mit den Grünen nur für das ursprüngliche Gleichstellungsprogramm tragfähig ist.
- Seder Chadash – Neue Ordnung: Die Liste fordert regionale Wahlkreise, eine direkt gewählte Regierungsspitze und eine per Referendum beschlossene Verfassung und erinnert beim demokratischen Reformanspruch punktuell an die Piraten, allerdings mit einem anderen institutionellen Modell.
- Mishpat Tzedek – Gerechtes Urteil: Die von der Ehefrau des Rabin-Mörders Yigal Amir geführte Liste verbindet Forderungen nach Wiederaufnahme seines Verfahrens mit nationalistischer Politik und besitzt als derart personenbezogenes politisches Projekt kein seriöses deutsches Gegenstück.
Drei ursprünglich geführte Listen haben ihre Kandidatur zurückgezogen und gehören deshalb gesondert in den Überblick:
- Blau-Weiß – Kahol Lavan: Benny Gantz’ am 19. Oktober zurückgezogene Liste vertrat eine sicherheitsorientierte, kompromissbetonte Mitte, die am ehesten zwischen CDU und pragmatischer SPD einzuordnen ist.
- Achi: Die am 23. Oktober zurückgezogene religiöse Liste verband rabbinische Führung mit mehr allgemeiner Bildung und Dienstpflicht außerhalb des Vollzeit-Torastudiums, wobei Bündnis C nur einen entfernten Vergleich beim religiösen Politikverständnis bietet.
- HaKahal: Die ebenfalls am 23. Oktober zurückgezogene ultraorthodoxe Liste wollte ihre Gemeinschaft durch stärker gewählte und rechenschaftspflichtige Vertreter repräsentieren und besitzt jenseits einer allgemeinen Nähe zu religiösen Parteien wie Bündnis C kein passendes deutsches Gegenstück.
Hinweis: Der Text wurde von ChatGPT Astra geschrieben.
