Strip-Theater, japanisch sutorippu gekijō (ストリップ劇場), sind in Japan feste Bühnen, auf denen Tänzerinnen zu Musik eine choreografierte Show zeigen und sich dabei nach und nach ausziehen. Anders als in vielen westlichen Stripclubs steht die Bühnenshow im Mittelpunkt: Das Publikum sitzt wie im Theater, das Programm läuft in festen Durchgängen über den Tag, und die Tänzerinnen gastieren meist jeweils zehn Tage in einem Haus, bevor sie weiterziehen.
Die Geschichte beginnt kurz nach dem Zweiten Weltkrieg. Als Ursprung gilt die sogenannte Bilderrahmen-Show (gakubuchi shō) im Theater Teito-za in Shinjuku im Jahr 1947: Halbnackte Frauen stellten dort berühmte Aktgemälde nach. Ab 1948 übernahmen Theater im Tokioter Vergnügungsviertel Asakusa das amerikanische Vorbild mit langsamem Ausziehen, und die Strip-Show wurde zur Massenunterhaltung. Zwischen den Auftritten traten Komiker auf, einige spätere Stars wie Kiyoshi Atsumi oder Beat Takeshi haben in solchen Häusern angefangen. Das 1947 gegründete Rock-za in Asakusa gilt heute als ältestes und größtes noch bestehendes Strip-Theater.
In der Hochphase in den 1960er und 1970er Jahren soll es in Japan 300 bis 400 solcher Theater gegeben haben. Danach ging die Zahl stark zurück: Die Polizei ging wiederholt gegen Theater wegen öffentlicher Unzucht vor, die Sexindustrie wurde vielfältiger, und später kam das Internet hinzu. Laut japanischen Medienberichten sind heute nur noch rund ein Dutzend bis knapp 20 Häuser übrig (Bericht der Sankei Shimbun). Zuletzt kamen allerdings neue Besuchergruppen hinzu, darunter auffällig viele Frauen, die die Shows eher als Tanzkunst sehen.
Viele Tänzerinnen kommen aus anderen Bereichen der Unterhaltungsbranche. Gerade für Darstellerinnen aus japanischen Erotikfilmen ist die Bühne eine verbreitete zweite Karriere oder ein Nebenerwerb, manche wechseln dafür auch den Künstlernamen. Das Rock-za etwa produziert seine Shows selbst und hatte lange auch Partnerhäuser in anderen Städten.
Stand: 17.10.2026