DDR-Wandbilder in Berlin: Geschenkt, aber nur gegen 18.600 Euro Bergungskosten

Zwei Wandbilder aus DDR-Zeiten standen 2010 in Berlin vor einer ungewissen Zukunft, weil der Bund die Gebäude nicht mehr brauchte. Was mit ihnen passieren sollte, fragte eine Kleine Anfrage (Drucksache 17/1243) vom 25. März 2010. Die Antwort der Bundesregierung (Drucksache 17/1360) kam mit Schreiben des Bundesfinanzministeriums vom 8. April 2010.

Worum es ging

Die Fragesteller sahen zwei „außerordentliche Kunstwerke“ akut durch Abriss gefährdet: das Wandgemälde von Ronald Paris im ehemaligen Zentralamt für Statistik der DDR in der Otto-Braun-Straße und das Wandbild von Walter Womacka am früheren Bauministerium der DDR. Sie wollten wissen, ob der Bund die Werke bergen und die Kosten übernehmen würde, die sie beim Paris-Bild auf rund 18.000 Euro bezifferten.

Die Gebäude

Beide Wandbilder befanden sich laut Antwort in Gebäuden, die der Bund nicht mehr benötigte und deshalb verkaufen sollte. Für das frühere Bauministerium sah die städtebauliche Neuordnung des Landes Berlin einen Abriss vor. Für die Otto-Braun-Straße war das noch nicht entschieden. Wie viel die Grundstücke einbringen sollten, war noch offen.

Das Bild von Ronald Paris

Das Gemälde stand nach Auskunft des Landesdenkmalamts nicht unter Denkmalschutz. Das Deutsche Historische Museum und die Stasi-Unterlagen-Behörde hatten grundsätzlich Interesse bekundet. Das Museum winkte nach Prüfung aber ab, und die Stasi-Unterlagen-Behörde hatte keine Mittel für eine eigene Bergung eingeplant, weil das Gebäude ohnehin an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben gehen sollte.

2009 bot der Bund das Bild über die Website des Bundesamts für zentrale Dienste und offene Vermögensfragen kostenlos an, gegen Übernahme der Kosten für Abnahme und Wiederanbringung, geschätzt auf rund 18.600 Euro. Das blieb ohne Erfolg. Weitere Interessenten scheiterten ebenfalls an den Kosten. Für Ende April 2010 war eine Besichtigung durch die Förderkommission Bildende Künste, die Stiftung Stadtmuseum, die Berlinische Galerie und die Senatskanzlei geplant. Auch das Archiv Beeskow wurde eingebunden, um Sicherungsmöglichkeiten und Kosten zu ermitteln.

Das Bild von Walter Womacka

Beim Abriss des früheren Bauministeriums musste der vom Land Berlin beauftragte Entwicklungsträger die Belange des Denkmalschutzes beachten. Interesse, das Bild gegen Kostenübernahme abzunehmen, lag dem Bund nicht vor.

Ein Freundeskreis des Künstlers hatte 2009 zweimal bei der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben nachgefragt. Laut Antwort wurde ihm damals telefonisch zugesagt, man melde sich, sobald ein Vertrag absehbar sei. Mit dem anstehenden Vertragsabschluss sei die Unterrichtung nun vorgesehen.

Die Haltung des Bundes

Die Linie ist klar: Der Bund gibt die Gemälde kostenlos ab, wenn jemand die Kosten für Abnahme und Sicherung übernimmt. Ob er selbst eine Bergung bezahlt oder eine Initiative finanziell unterstützt, beantwortet er nur mit einem Verweis auf genau dieses Angebot.

Einordnung

Die Antwort zeigt, wie DDR-Kunst am Bau beim Verkauf von Bundesimmobilien zur Kostenfrage wird. Mehr zu den Künstlern bei Wikipedia: Walter Womacka und Ronald Paris. Um den Umgang mit Kulturgut ging es auch in unseren Beiträgen zur Einheitswippe und zur Rekonstruktion zerrissener Stasi-Unterlagen.

Quellen

Hinweis: Dieser Text wurde mit Unterstützung von KI erstellt und anhand der verlinkten Drucksachen geprüft.

Stand: 23.10.2026

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