Baumschulgärtner, Landschaftsarchitekt in Nordhausen, Naturschützer und einer der Abgeordneten, die die Volkskammer zur Einheit nach Bonn schickte: Uwe Patzig, geboren am 20.05.1948 in Gotha, gehörte dem Bundestag vom 3. Oktober bis zum 20. Dezember 1990 an.
Kurzprofil
- Geboren: 20. Mai 1948 in Gotha
- Beruf: Dipl.-Ingenieur
- Partei: CDU
- Bundestag: 1990 (11. Wahlperiode), von der Volkskammer gewählt
- Religion/Familie: evangelisch
Grünanlagen
Nach der zehnklassigen Polytechnischen Oberschule lernte Patzig von 1966 bis 1968 Baumschulgärtner. 1972 begann er ein Gartenbaustudium, das er 1975 als Diplom-Ingenieur für Landschafts- und Grünanlagenbau abschloss. Danach arbeitete er in der Grünanlagen- und Landschaftspflege in Nordhausen, zuletzt als Projektingenieur beim VEB Hochbau Nordhausen. Die Stammdaten führen ihn als Diplom-Ingenieur, evangelisch.
Blockpartei
Der CDU der DDR trat Patzig schon 1972 bei, politisch hervor trat er aber erst in der Wendezeit. Bei der Volkskammerwahl im März 1990 kandidierte er im Bezirk Erfurt auf Platz 14 der CDU-Liste. Nach verfügbaren Angaben erzielte die CDU dort mit 56,3 Prozent ihr bestes Ergebnis in der ganzen DDR und gewann 17 Mandate, so dass auch Patzig einzog. Die frei gewählte Volkskammer beschloss am 23. August 1990 den Beitritt der DDR zur Bundesrepublik zum 3. Oktober; ihre Abgeordneten wählten danach aus ihrer Mitte die 144 Mitglieder, die bis zur Neuwahl im Bundestag sitzen sollten.
Petitionsausschuss
Am 3. Oktober 1990 gehörte Patzig zu den 144 Volkskammerabgeordneten, die mit dem Beitritt in den Bundestag einzogen. Der Bundestag der 11. Wahlperiode wuchs dadurch auf 663 Abgeordnete. Patzig wurde ordentliches Mitglied des Petitionsausschusses für die Eingaben der Bürger. Sein Mandat umfasste neun Sitzungen; eine Rede oder einen Zwischenruf verzeichnen die Protokolle nicht. Bei der ersten gesamtdeutschen Wahl am 2. Dezember 1990 kandidierte er ohne Erfolg.
Sieben Stimmen
Die sieben namentlichen Abstimmungen seiner Mandatszeit hat Patzig alle mitgemacht: Zweimal votierte er mit Ja, fünfmal mit Nein, jedes Mal wie die Mehrheit der Union. Mehr parlamentarische Spuren hinterließ er nicht. Seine eigentliche Arbeit lag vor und nach dem kurzen Mandat in der Stadtverwaltung, bei den Parks und Grünflächen Nordhausens, für die er als Landschaftsingenieur ausgebildet war.
Nordhausen
Im Januar 1991 übernahm Patzig das Gartenamt der Stadt Nordhausen; später leitete er dort das Amt für Umwelt und Grünordnung. In seiner Freizeit engagiert er sich im Kreisverband Nordhausen des Naturschutzbundes. Nach verfügbaren Angaben ist er verheiratet und Vater von zwei Kindern.
Gotha
Mit seinem Geburtsort Gotha und seinem Arbeitsort Nordhausen stammte Patzig aus dem früheren Bezirk Erfurt, der im Herbst 1990 im Land Thüringen aufging. Als er den Bundestag verließ, war er 42 Jahre alt.
Mandate im Überblick
Patzig wechselte 1990 als Volkskammerabgeordneter in den Bundestag:
- 11. Wahlperiode (03.10.1990 bis 20.12.1990): von der Volkskammer in den Bundestag gewählt, CDU/CSU-Fraktion
Stand: 18.10.2026
Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).