Köpfe: Peter Paterna

Lehrer, Verfechter der Gesamtschule, Bezirkspolitiker in Eimsbüttel, Vorsitzender des Postausschusses und Gegner der Postreform: Peter Paterna, geboren am 22.12.1937 in Cuxhaven, gehörte dem Bundestag von 1976 bis 1994 an. Er starb am 30.10.2018 nach verfügbaren Angaben in Hamburg.

Kurzprofil

  • Geboren: 22. Dezember 1937 in Cuxhaven
  • Gestorben: 30. Oktober 2018
  • Beruf: Lehrer a. D.
  • Partei: SPD
  • Bundestag: 1976 bis 1994 (8. bis 12. Wahlperiode), stets direkt gewählt
  • Religion/Familie: verheiratet, 3 Kinder

Schule

Paterna studierte in Innsbruck und Hamburg für das Lehramt und unterrichtete ab 1963, zuletzt als stellvertretender Schulleiter an der Volks- und Realschule Sachsenweg in Hamburg-Niendorf. Als Verfechter der Gesamtschule hatte er großen Anteil an der Entstehung der Julius-Leber-Schule in Schnelsen. Die Stammdaten führen ihn als Lehrer a. D., verheiratet, drei Kinder.

Eimsbüttel

Der SPD trat Paterna 1962 bei. 1970 wurde er in die Bezirksversammlung Eimsbüttel gewählt, wo er unter anderem die SPD-Fraktion führte. Sein Bundestagsmandat umfasste 1.107 Sitzungen. Die Protokolle zählen 167 Reden mit 61.642 Wörtern und 242 Zwischenrufe; am aktivsten war er in der 10. Wahlperiode mit 92 Reden.

Fremdenverkehr

Seine erste Wortmeldung am 4. Mai 1977, 59 Wörter lang, war eine Frage in der Fragestunde: Ob die Regierung ein Gutachten des Hamburger Professors Harald Jürgensen bestätigen könne, wonach die Einnahmeverluste des Einzelhandels im küstennahen Bereich nur etwa 0,2 Prozent betrügen, während Investitionen der Fremdenverkehrswirtschaft von jährlich über 100 Millionen Mark betroffen seien.

Postausschuss

Von 1987 bis 1994 leitete Paterna den Ausschuss für das Post- und Fernmeldewesen, ab 1989 Ausschuss für Post und Telekommunikation. Er kämpfte gegen die Privatisierung der Post und gegen die Öffnung des Rundfunks für private Anbieter. Am 29. Juni 1994 stimmte er gegen die Grundgesetzänderung zur Postreform, die die Mehrheit seiner Fraktion mittrug.

Letzte Rede

In der letzten großen Rede am selben Tag, 1.332 Wörter lang, riet er, mit Lobeshymnen auf die Reform zwei Jahre zu warten; ähnliche habe man schon 1989 gehört. Er habe allein in den letzten vier Monaten über 500 Arbeitsstunden in die Beratungen gesteckt. Kein vernünftiger Unternehmer würde eine Reform gegen den organisierten Widerstand des Personals durchsetzen. Zum Abschied nach 18 Jahren bat er um eine halbe Minute mehr Redezeit.

Abstimmungen

An allen 526 namentlichen Abstimmungen nahm Paterna teil, 202-mal mit Ja, 303-mal mit Nein und 21-mal mit Enthaltung. 13 Stimmen wichen von der Mehrheit der SPD ab, sieben davon in seiner letzten Wahlperiode; im Mai 1993 stimmte er gegen den Asylkompromiss. 1994 schied er mit 56 Jahren aus dem Bundestag aus.

Mandate im Überblick

Paterna gewann von 1976 bis 1990 fünfmal den Hamburger Wahlkreis 14 Eimsbüttel direkt:

  • 8. Wahlperiode (14.12.1976 bis 04.11.1980): Direktmandat, SPD-Fraktion
  • 9. Wahlperiode (04.11.1980 bis 29.03.1983): Direktmandat, SPD-Fraktion
  • 10. Wahlperiode (29.03.1983 bis 18.02.1987): Direktmandat, SPD-Fraktion
  • 11. Wahlperiode (18.02.1987 bis 20.12.1990): Direktmandat, SPD-Fraktion
  • 12. Wahlperiode (20.12.1990 bis 10.11.1994): Direktmandat, SPD-Fraktion

Stand: 18.10.2026

Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).

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