Köpfe: Dr. Joachim Müller (Bremen)

Betriebswirt, Hochschulassistent in Oldenburg, Mitgründer der Bremer Grünen, Haushälter der ersten grünen Fraktion und später Herausgeber der Hamburger Rundschau: Joachim Müller, geboren am 07.01.1947 in Hamburg, gehörte dem Bundestag von 1985 bis 1987 an.

Kurzprofil

  • Geboren: 7. Januar 1947 in ohne Angaben
  • Beruf: Hochschulassistent für Betriebswirtschaftslehre, Diplomkaufmann
  • Partei: GRÜNE
  • Bundestag: 1985 bis 1987 (10. Wahlperiode), über die Landesliste

Ökonom

Nach dem Abitur in Lübeck studierte Müller zunächst Theatergeschichte, Germanistik und Soziologie in München, dann Wirtschaftswissenschaften und Soziologie. Von 1974 bis 1980 war er Lehrbeauftragter für Betriebs- und Volkswirtschaftslehre an der Universität Bremen, 1980 wurde er über computergesteuerte Maschinen promoviert. Von 1978 bis 1990 war er Hochschulassistent in Oldenburg für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Rechnungswesen.

Bremen und Bonn

Müller gehört zu den Gründern der Grünen in Bremen, die 1979 als erste in ein Landesparlament einzogen. 1983 ging er als wissenschaftlicher Mitarbeiter der ersten grünen Bundestagsfraktion nach Bonn, um sich auf die Rotation vorzubereiten. Im Bundestag vertrat er die Grünen im Haushaltsausschuss, in der Enquete-Kommission Technikfolgenabschätzung und im Untersuchungsausschuss Neue Heimat. Von 1988 bis 1990 war er Sachverständiger der neuen Technikfolgen-Kommission.

Hamburg

Von 1990 bis 1997 war Müller Chefredakteur und Herausgeber der Hamburger Rundschau, die 1999 in Konkurs ging. Seit 2004 lehrt er wieder in Oldenburg. Er gilt als Realo und Befürworter schwarz-grüner Bündnisse. Im Mai 2007 nominierten ihn CDU und GAL als Bezirksamtsleiter für Altona; nach einer Krise bei den Hamburger Grünen zog er die Kandidatur zurück.

Reden

Die Protokolle zählen 61 Reden mit 39.635 Wörtern in 132 Sitzungen. In der ersten am 28. März 1985, 51 Wörter lang, fragte er bei einer Beratung des Sportausschusses den Abgeordneten Schwenninger, ob nicht die kleine Hansestadt Bremen aus ökologischen Gründen für Olympische Spiele viel geeigneter wäre. In der letzten am 10. Dezember 1986, 1.243 Wörter lang, räumte er zum Gesetz über Finanzhilfen des Bundes ein, mancher norddeutsche Finanzminister denke wohl, einem geschenkten Gaul schaue man nicht ins Maul. Dennoch nannte er die 300 Millionen Mark für die strukturschwache Küste eine Ablasszahlung, während giftige Stoffe den Rhein hinunter in die Nordsee flössen; er fragte, was die 30.000 Menschen tun sollten, die auf den ostfriesischen Inseln vom Fremdenverkehr lebten.

Abstimmungen

An allen 164 namentlichen Abstimmungen nahm Müller teil, 131-mal mit Ja, 22-mal mit Nein und elfmal mit Enthaltung; 20 Stimmen wichen von der Mehrheit der Grünen ab. Am 17. September 1986 genehmigte der Bundestag ein Strafverfahren gegen ihn. Die Stammdaten führen ihn als Hochschulassistenten für Betriebswirtschaftslehre und Diplomkaufmann, nennen aber keinen Geburtsort; die Biografie gibt Hamburg an.

Mandate im Überblick

Müller rückte am 13. März 1985 im Zuge der Rotation über die Landesliste der Grünen Niedersachsen in den Bundestag nach:

  • 10. Wahlperiode (13.03.1985 bis 18.02.1987): Landesliste Niedersachsen, Fraktion Die Grünen

Stand: 18.10.2026

Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).

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