Köpfe: Heinrich Müller (Nordenham)

Verwaltungsangestellter aus Pommern, Bilanzbuchhalter, Geschäftsführer einer Siedlungsgesellschaft, Landrat der Wesermarsch und viermal direkt gewählter Abgeordneter: Heinrich Müller, geboren am 28.10.1919 in Klein Jannewitz im Kreis Lauenburg, gehörte dem Bundestag von 1961 bis 1965 und von 1969 bis 1980 an. Er starb am 10.03.2005.

Kurzprofil

  • Geboren: 28. Oktober 1919 in Klein-Jannewitz (Pommern)
  • Gestorben: 10. März 2005
  • Beruf: Geschäftsführer a. D.
  • Partei: SPD
  • Bundestag: 1961 bis 1980 (4, 6, 7, 8. Wahlperiode), stets direkt gewählt
  • Religion/Familie: evangelisch, verheiratet, 5 Kinder

Lauenburg

Nach Volks- und Handelsschule machte Müller von 1936 bis 1939 eine Ausbildung bei der Stadtverwaltung Lauenburg in Pommern. Zum 1. September 1937 trat er der NSDAP bei. Im Krieg war er Soldat, zuletzt Oberleutnant und Batterieführer; 1943 erhielt er das Eiserne Kreuz erster Klasse. Laut Biografie geriet er Ende Oktober 1944 in amerikanische Gefangenschaft, aus der er laut Handbuch 1946 zurückkam.

Nordenham

Danach war Müller Arbeiter, Dolmetscher und Journalist, ab 1950 kaufmännischer Angestellter und Bilanzbuchhalter. Von 1952 bis 1977 führte er die Gemeinnützige Nordenhamer Siedlungsgesellschaft, ab 1978 leitete er den Aufsichtsrat der Wohnungsbaugesellschaft Wesermarsch in Brake.

Wesermarsch

1947 trat Müller der SPD bei; von 1961 bis 1983 führte er den Unterbezirk. Von 1950 bis 1991 saß er im Kreistag der Wesermarsch, von 1956 bis 1972 war er ehrenamtlicher Landrat. Ratsherr in Nordenham war er von 1952 bis 1969 und von 1981 bis 1991. 1953 kandidierte er erstmals auf der Landesliste. 1973 erhielt er das Bundesverdienstkreuz erster Klasse, 1979 das Große Verdienstkreuz; Nordenham machte ihn zum Ehrenbürger.

Reden

Die Protokolle zählen 43 Reden mit 17.435 Wörtern in 886 Sitzungen. In der ersten am 6. Dezember 1963, 62 Wörter lang, fragte er, ob bei Verlusten von etwa 100 Millionen Mark in der Binnenschifffahrt Überbrückungshilfen von 15 bis 18 Millionen nötig seien. In der letzten am 12. Dezember 1979, 184 Wörter lang, lehnte er einen Antrag auf mehr Geld für die Verkehrssicherheit ab: Die Bundesmittel für Verkehrssicherheitsrat und Verkehrswacht seien von 6,5 Millionen Mark 1974 auf 11,5 Millionen 1979 gestiegen und sollten 1980 12 Millionen betragen.

Abstimmungen

An allen 111 namentlichen Abstimmungen nahm Müller teil, 68-mal mit Ja, 42-mal mit Nein und einmal mit Enthaltung, kein einziges Mal gegen die Mehrheit der SPD. Seine erste Wahlperiode von 1961 bis 1965 trennte eine Pause von vier Jahren von der zweiten Amtszeit ab 1969. Die Stammdaten führen ihn als Geschäftsführer a. D., evangelisch, verheiratet, fünf Kinder. Sie schreiben den Geburtsort Klein-Jannewitz mit Bindestrich.

Mandate im Überblick

Müller gewann 1961 den Wahlkreis 29 und von 1969 bis 1976 dreimal den Wahlkreis 23 Delmenhorst – Wesermarsch direkt:

  • 4. Wahlperiode (17.10.1961 bis 17.10.1965): Direktmandat, SPD-Fraktion
  • 6. Wahlperiode (20.10.1969 bis 22.09.1972): Direktmandat, SPD-Fraktion
  • 7. Wahlperiode (13.12.1972 bis 13.12.1976): Direktmandat, SPD-Fraktion
  • 8. Wahlperiode (14.12.1976 bis 04.11.1980): Direktmandat, SPD-Fraktion

Stand: 18.10.2026

Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).

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