Maschinenbauer mit Abitur, Wirtschaftsjurist aus Halle, Justitiar eines Gemüsekombinats, SDP-Gründer in Schwerin, Vorsitzender des Rechtsausschusses der Volkskammer, Vizefraktionschef und Kontrolleur der Geheimdienste: Hans-Joachim Hacker, geboren am 10.10.1949 in Mahlow, saß von 1990 bis 2013 für die SPD im Bundestag.
Kurzprofil
- Geboren: 10. Oktober 1949 in Mahlow (Krs. Teltow, Bez. Potsdam)
- Beruf: Dipl.-Jurist, (Wirtschaftsrecht)
- Partei: SPD
- Bundestag: 1990 bis 2013 (11. bis 17. Wahlperiode), teils direkt, teils über die Landesliste
- Religion/Familie: evangelisch, geschieden, 5 Kinder
Schwerin
Hacker machte bis 1969 eine Ausbildung zum Maschinenbauer mit Abitur und studierte Rechtswissenschaft an der Universität Halle-Wittenberg; 1973 schloss er als Diplomjurist für Wirtschaftsrecht ab. Danach arbeitete er als Justitiar im VEB Kombinat Obst, Gemüse und Speisekartoffeln im Bezirk Schwerin, dessen Rechtsabteilung er bis Januar 1990 leitete.
SDP
Im Oktober 1989 trat Hacker der neu gegründeten Sozialdemokratischen Partei in der DDR bei. Anfang 1990 führte er den Kreisverband Schwerin, von Februar bis Mai den Bezirksverband, später bis 2000 wieder den Kreisverband. Von März bis Oktober 1990 saß er in der Volkskammer und leitete den Rechtsausschuss, am 03.10.1990 kam er in den Bundestag.
Rechtspolitik
1990 wurde Hacker über die Landesliste gewählt, ab 1994 gewann er Schwerin–Hagenow, ab 2002 Schwerin–Ludwigslust direkt, 2005 mit 41,0 Prozent der Erststimmen; nur 2009 zog er wieder über die Landesliste ein. Von 1998 bis 2002 war er stellvertretender Sprecher der Arbeitsgruppe Rechtspolitik, von 2002 bis 2005 stellvertretender Fraktionsvorsitzender.
Nachrichtendienste
Vom 05.12.2002 bis 2005 gehörte Hacker dem Parlamentarischen Kontrollgremium für die Nachrichtendienste an. 2009 kam er über die Landesliste zurück und war bis 2013 tourismuspolitischer Sprecher; 2013 wurde er nicht wiedergewählt. Seit 2018 ist er ordentliches Mitglied der G-10-Kommission des Bundestags, die Eingriffe in das Brief- und Fernmeldegeheimnis prüft.
Familie
2008 erhielt Hacker das Verdienstkreuz am Bande. Er ist evangelisch, geschieden und Vater von fünf Kindern; von 2015 bis 2019 war er mit der späteren Bundesministerin Christine Lambrecht verheiratet, mit der er einen Sohn hat.
Stammdaten
Die Stammdaten nennen Hacker Diplomjurist für Wirtschaftsrecht, evangelisch, geschieden mit fünf Kindern. Sie verzeichnen das Volkskammermandat, ein Listenmandat ab dem 20.12.1990, vier Direktmandate mit den Wahlkreisen Schwerin–Hagenow und Schwerin–Ludwigslust und das Listenmandat bis 2013.
Mandate im Überblick
Hacker kam 1990 aus der Volkskammer und gewann ab 1994 viermal einen Schweriner Wahlkreis direkt:
- 11. Wahlperiode (03.10.1990 bis 20.12.1990): von der Volkskammer in den Bundestag gewählt, SPD-Fraktion
- 12. Wahlperiode (20.12.1990 bis 10.11.1994): Landesliste Mecklenburg-Vorpommern, SPD-Fraktion
- 13. Wahlperiode (10.11.1994 bis 26.10.1998): Direktmandat im Wahlkreis Schwerin-Hagenow, SPD-Fraktion
- 14. Wahlperiode (26.10.1998 bis 17.10.2002): Direktmandat im Wahlkreis Schwerin-Hagenow, SPD-Fraktion
- 15. Wahlperiode (17.10.2002 bis 18.10.2005): Direktmandat im Wahlkreis Schwerin–Ludwigslust, SPD-Fraktion
- 16. Wahlperiode (18.10.2005 bis 27.10.2009): Direktmandat im Wahlkreis Schwerin–Ludwigslust, SPD-Fraktion
- 17. Wahlperiode (27.10.2009 bis 22.10.2013): Landesliste Mecklenburg-Vorpommern, SPD-Fraktion
Stand: 17.10.2026
Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).