Drogistensohn aus dem Sudetenland, Politologe der Freien Universität, Pressesprecher der Berliner CDU, Stadtrat in Neukölln, Europaabgeordneter, Fraktionschef in Potsdam und ein Jahr Wissenschaftsminister unter Manfred Stolpe: Wolfgang Hackel, geboren am 27.11.1942 in Oberliebich, saß von 1980 bis 1985 für die CDU im Bundestag.
Kurzprofil
- Geboren: 27. November 1942 in Oberliebich (Sudetenland)
- Beruf: Geschäftsführer
- Partei: CDU
- Bundestag: 1980 bis 1985 (9. bis 10. Wahlperiode), über die Landesliste
- Religion/Familie: katholisch, verheiratet, 2 Kinder
Freie Universität
Nach dem Abitur 1963 studierte Hackel Politikwissenschaft und Volkswirtschaft an der Freien Universität Berlin und schloss 1969 als Diplompolitologe ab; er wurde Mitglied der KAV Suevia. Er war Assistent, Stipendiat und Journalist und wurde 1978 mit einer Arbeit über die Junge Union als Sprungbrett für Karrieren in der CDU promoviert. Von 1974 bis 1978 führte er den Verband Mittelständische Unternehmen.
Neukölln
1966 trat Hackel der CDU und der Jungen Union bei. Von 1969 bis 1971 war er Pressesprecher der Berliner CDU und Referent beim JU-Bundesverband, von 1974 bis 1976 Geschäftsführer im Ring Politischer Jugend. 1975 wurde er ins Abgeordnetenhaus gewählt, 1978 und 1979 war er Stadtrat für Jugend und Sport in Neukölln. Seit 1978 ist er geschäftsführender Gesellschafter einer Versorgungs- und Betreuungsgesellschaft und Inhaber der VBG curamus KG in Berlin.
Bonn und Straßburg
1980 kam Hackel als West-Berliner Abgeordneter in den Bundestag. Am 01.12.1985 legte er das Mandat nieder und wechselte ins Europäische Parlament, dem er bis zur Wahl 1989 angehörte. Die Berliner Abgeordneten im Bundestag wurden damals noch vom Abgeordnetenhaus bestimmt. Nach der Einheit wurde er von 1990 bis 1994 Beigeordneter für Wirtschaft und Finanzen im Landratsamt Potsdam.
Brandenburg
Hackel führte den CDU-Kreisverband Potsdam-Mittelmark und saß im Landesvorstand. Von 1994 bis 2004 gehörte er dem Landtag an, bis 1999 als Vorsitzender des Haushaltsausschusses. 1997 wurde er Vizechef, im September 1997 Vorsitzender der CDU-Fraktion, bis die CDU nach der Landtagswahl 1999 als Juniorpartner in die Regierung ging.
Minister
Am 13.10.1999 berief Manfred Stolpe Hackel zum Minister für Wissenschaft, Forschung und Kultur in der Großen Koalition. Wegen Streits um seine Nebentätigkeiten bat er am 05.10.2000 um Entlassung und trat am 17.10.2000 zurück; Johanna Wanka folgte ihm. 1990 hatte er das Verdienstkreuz am Bande erhalten. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.
Stammdaten
Die Stammdaten nennen Hackel Geschäftsführer, katholisch, verheiratet mit zwei Kindern. Sie verzeichnen zwei Berliner Listenmandate vom 04.11.1980 bis zum 01.12.1985 und decken sich mit den übrigen Quellen.
Mandate im Überblick
Hackel zog 1980 und 1983 über die Berliner Landesliste der CDU in den Bundestag ein:
- 9. Wahlperiode (04.11.1980 bis 29.03.1983): vom Berliner Abgeordnetenhaus entsandt, CDU/CSU-Fraktion
- 10. Wahlperiode (29.03.1983 bis 01.12.1985): vom Berliner Abgeordnetenhaus entsandt, CDU/CSU-Fraktion
Stand: 17.10.2026
Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).