Köpfe: Dr. Wilhelm Hamacher

Altphilologe aus Troisdorf, Generalsekretär des rheinischen Zentrums, Vertreter der Rheinprovinz im Reichsrat, Gymnasialdirektor in Siegburg, erster Nachkriegsvorsitzender des Zentrums und kurz Kultusminister in Düsseldorf: Wilhelm Hamacher, geboren am 11.10.1883 in Troisdorf, saß von 1949 bis zu seinem Tod am 29.07.1951 für das Zentrum im Bundestag.

Kurzprofil

  • Geboren: 11. Oktober 1883 in Troisdorf
  • Gestorben: 29. Juli 1951
  • Beruf: Oberstudiendirektor
  • Partei: DZP
  • Bundestag: 1949 bis 1951 (1. Wahlperiode), über die Landesliste
  • Religion/Familie: katholisch

Lehrer

Hamacher studierte Geschichte, Erdkunde und klassische Sprachen in Bonn und München und wurde 1911 zum Dr. phil. promoviert. Seit 1906 gehörte er der KDStV Aenania München im CV an, später auch der Ripuaria Bonn. Bis 1920 arbeitete er als Lehrer, bevor er hauptamtlich in die Politik wechselte, mitten in den Jahren der alliierten Rheinlandbesetzung.

Reichsrat

Von 1920 bis 1933 war Hamacher Generalsekretär der rheinischen Zentrumspartei, ab 1926 vertrat er die Rheinprovinz im Reichsrat. Am 16.02.1933 protestierte er dort mit Anton Gilsing für Westfalen, Otto Witte für Hessen-Nassau und Paul Weber für die Provinz Sachsen dagegen, dass Reichskommissare entgegen einem Urteil des Staatsgerichtshofs die preußischen Stimmen führen sollten.

Troisdorf 1933

Als Fraktionschef des Zentrums im Troisdorfer Stadtrat stimmte Hamacher 1933 einer Zusammenarbeit mit den Nationalsozialisten zu, wofür er heute kritisiert wird, obwohl das Zentrum dort stärkste Kraft geworden war. Dem wird entgegengehalten, dass die Stadtverordneten von SPD und KPD bereits verhaftet waren und auch dem Zentrum Ähnliches angedroht wurde. Danach unterrichtete er wieder.

Zentrum

Im November 1945 wurde Hamacher Direktor des Gymnasiums in Siegburg. Im selben Jahr gründete er das Zentrum neu und war bis 1946 dessen erster Vorsitzender. Er lehnte eine überkonfessionelle Union ab, weil der politische Katholizismus darin gegenüber den zahlenmäßig überlegenen Protestanten untergehen werde. Seine Schrift Warum Zentrum? erschien 1946, 1950 gab er eine heimatkundliche Festschrift zum fünfzigjährigen Bestehen der selbständigen Gemeinde Troisdorf heraus. Sein Ringen um das Zentrum hat später K. Ossendorf in den Troisdorfer Jahresheften beschrieben.

Düsseldorf und Bonn

1946 war Hamacher für kurze Zeit Kultusminister im ersten Kabinett von Rudolf Amelunxen in Düsseldorf und Kreisvorsitzender des Zentrums im Siegkreis. Bei der ersten Bundestagswahl 1949 kam er in den Bundestag, in dem das Zentrum zehn Abgeordnete stellte. Er starb im Juli 1951 mit 67 Jahren in Bonn. In Troisdorf trägt ein Platz seinen Namen.

Stammdaten

Die Stammdaten nennen Hamacher, wie zuletzt in Siegburg, Oberstudiendirektor, katholisch, ohne Familienangaben, und führen die Partei als DZP. Sie verzeichnen das Listenmandat vom 07.09.1949 bis zum 29.07.1951 und decken sich mit den übrigen Quellen.

Mandate im Überblick

Hamacher zog 1949 über die Landesliste Nordrhein-Westfalen des Zentrums in den Bundestag ein:

  • 1. Wahlperiode (07.09.1949 bis 29.07.1951): Landesliste Nordrhein-Westfalen, Fraktion der Zentrumspartei

Stand: 17.10.2026

Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).

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