Köpfe: Heinrich Hamacher

Feindrahtzieher aus Köln, schwer verwundeter Soldat, Kommunist und dann Sozialdemokrat, Häftling im KZ Esterwegen, Angeklagter vor dem Volksgerichtshof, Arbeiter bei Ford und Geschäftsführer des SPD-Bezirks Mittelrhein: Heinrich Hamacher, genannt Hein, geboren am 09.04.1899 in Köln, saß von 1957 bis 1969 für die SPD im Bundestag. Er starb am 19.07.1974 in Köln.

Kurzprofil

  • Geboren: 9. April 1899 in Köln
  • Gestorben: 19. Juli 1974
  • Beruf: Geschäftsführer
  • Partei: SPD
  • Bundestag: 1957 bis 1969 (3. bis 5. Wahlperiode), teils direkt, teils über die Landesliste
  • Religion/Familie: verheiratet

Drahtzieher

Hamacher besuchte die Volksschule und lernte von 1913 bis 1915 Feindrahtzieher und trat dem Deutschen Metallarbeiter-Verband bei. Im Ersten Weltkrieg wurde er schwer verwundet. Ab 1919 arbeitete er wieder als Seiler und Drahtzieher, war Vertrauensmann und Betriebsrat. Mitte der zwanziger Jahre studierte er neun Trimester Volks- und Betriebswirtschaft am Kölner Gewerkschaftsseminar.

KPD und SPD

Nach 1918 schloss sich Hamacher der KPD an und war 1923 Kurier im Kampf gegen die rheinischen Separatisten. 1925 wechselte er zur SPD, ab 1930 war er hauptamtlicher Sekretär des Unterbezirks Groß-Köln und bis 1933 stellvertretender Vorsitzender des Arbeiter-Turn- und Sportbundes im Rheinland.

Widerstand

Nach der Machtübernahme saß Hamacher rund zehn Monate in Schutzhaft, bis November 1933 im KZ Esterwegen. 1934 baute er mit Franz Bott und Willi Schirrmacher ein Kölner Verteilernetz für Schriften der Exil-SPD auf, das die Gestapo im Mai 1935 entdeckte. 1936 wurde er vor dem Volksgerichtshof wegen Vorbereitung zum Hochverrat angeklagt und freigesprochen. Nach dem 20.07.1944 wurde er erneut kurz inhaftiert.

Mittelrhein

Von 1938 bis 1945 arbeitete Hamacher bei den Fordwerken in Köln. Nach dem Krieg wurde er Sekretär und Geschäftsführer der SPD in Köln, ab 1953 Geschäftsführer des Bezirks Mittelrhein. Außerdem führte er die Landes-Arbeitsgemeinschaft politisch verfolgter Sozialdemokraten in Nordrhein-Westfalen und saß von 1945 bis 1958 im Kölner Stadtrat.

Köln IV

1957 und 1961 kam Hamacher über die Landesliste in den Bundestag, 1965 gewann er den Wahlkreis Köln IV. Er saß von 1957 bis 1965 im Ausschuss für Wiedergutmachung, danach im Ausschuss für Kriegs- und Verfolgungsschäden. 1965 erhielt er das Große Verdienstkreuz. In Köln-Dünnwald erinnert der Hein-Hamacher-Weg an ihn, sein Nachlass liegt im Historischen Archiv der Stadt.

Stammdaten

Die Stammdaten nennen Hamacher Geschäftsführer, ohne Angaben zur Religion, und verheiratet; er war seit 1925 mit Margaretha Paffrath verheiratet und hatte eine Tochter. Sie verzeichnen für ihn zwei Listenmandate ab dem 15.10.1957 und das Direktmandat bis zum 19.10.1969, ohne Wahlkreis.

Mandate im Überblick

Hamacher kam zweimal über die Landesliste und 1965 direkt in den Bundestag:

  • 3. Wahlperiode (15.10.1957 bis 15.10.1961): Landesliste Nordrhein-Westfalen, SPD-Fraktion
  • 4. Wahlperiode (17.10.1961 bis 17.10.1965): Landesliste Nordrhein-Westfalen, SPD-Fraktion
  • 5. Wahlperiode (19.10.1965 bis 19.10.1969): Direktmandat, SPD-Fraktion

Stand: 17.10.2026

Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).

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