Bankkaufmann, Radiomoderator beim Norddeutschen Rundfunk, Haushälter und Parlamentarischer Geschäftsführer der FDP: Jürgen Koppelin, geboren am 14.09.1945 in Wesselburen, gehörte dem Bundestag von 1990 bis 2013 an.
Kurzprofil
- Geboren: 14. September 1945 in Wesselburen (Dithmarschen)
- Beruf: Rundfunk-Redakteur
- Partei: FDP
- Bundestag: 1990 bis 2013 (12. bis 17. Wahlperiode), über die Landesliste
- Religion/Familie: evangelisch, verheiratet, 2 Kinder
Radio
Nach der Mittleren Reife wurde Koppelin Bankkaufmann und diente von 1965 bis 1969 als Soldat auf Zeit beim Aufklärungsgeschwader 52 der Luftwaffe. Bis 1972 arbeitete er für den FDP-Abgeordneten Walter Peters, danach bis 1981 als Vertriebs- und Promotionmanager bei Philips und PolyGram in Zürich und Hamburg. Ab 1979 moderierte er bei Radio Bremen im Wechsel mit Chris Howland Musiksendungen, 1981 ging er als Leitender Redakteur zum NDR nach Kiel, wo er unter anderem das samstägliche Notenlotto moderierte.
Partei
Koppelin ist seit 1962 in der FDP. Von 1970 bis 1991 saß er in der Stadtverordnetenversammlung von Bad Bramstedt und führte dort die Fraktion. Nach dem Rücktritt von Wolfgang Kubicki übernahm er 1993 den Landesvorsitz und behielt ihn bis November 2011; im Oktober 2009 verhandelte er mit Peter Harry Carstensen die schwarz-gelbe Koalition in Kiel. Von 2003 bis 2005 saß er im Präsidium und schlug Philipp Rösler als Nachfolger vor.
Haushalt
Von 1998 bis 2009 war Koppelin als Nachfolger von Günter Rexrodt Parlamentarischer Geschäftsführer und haushaltspolitischer Sprecher, danach bis 2011 stellvertretender Fraktionschef und bis 2013 Obmann im Haushaltsausschuss. Er setzte einen Sozialplan für die Mitarbeiter der Fraktion durch, der 2013 nach dem Ausscheiden der FDP angewandt wurde. Am 28. Oktober 2010 stimmte er als einer von drei FDP-Abgeordneten gegen längere AKW-Laufzeiten.
Reden
Seine erste Wortmeldung am 27. Februar 1991 war eine Frage an einen Staatssekretär zu Stoltenbergs Standortplänen. In der letzten Rede am 25. Juni 2013, 705 Wörter lang, sprach er den Betroffenen zunächst die Solidarität aus. An 928 von 944 namentlichen Abstimmungen nahm er teil und wich 101-mal von seiner Fraktion ab, so am 29. Juni 2012 mit einem Nein zum ESM und mehrfach bei Afghanistan-Mandaten.
Ehrenamt
Koppelin saß von 1994 bis 2014 im Aufsichtsrat der GTZ und späteren GIZ und von 2006 bis 2014 im Verwaltungsrat der KfW. Auf seine Initiative entstand die Härtefall-Stiftung für Bundeswehr und frühere NVA. 2009 verlieh ihm die National Economics University in Hanoi die Ehrendoktorwürde, 2004 erhielt er das Offizierskreuz des ungarischen Verdienstordens.
Stammdaten
Die Stammdaten nennen ihn Rundfunk-Redakteur, evangelisch, verheiratet, zwei Kinder, Geburtsort Wesselburen / Dithmarschen. Sie stimmen mit den übrigen Quellen überein.
Mandate im Überblick
Koppelin zog sechsmal über die Landesliste Schleswig-Holstein ein; 1994 und 1998 kandidierte er auch in Plön – Neumünster:
- 12. Wahlperiode (20.12.1990 bis 10.11.1994): Landesliste Schleswig-Holstein, FDP-Fraktion
- 13. Wahlperiode (10.11.1994 bis 26.10.1998): Landesliste Schleswig-Holstein, FDP-Fraktion
- 14. Wahlperiode (26.10.1998 bis 17.10.2002): Landesliste Schleswig-Holstein, FDP-Fraktion
- 15. Wahlperiode (17.10.2002 bis 18.10.2005): Landesliste Schleswig-Holstein, FDP-Fraktion
- 16. Wahlperiode (18.10.2005 bis 27.10.2009): Landesliste Schleswig-Holstein, FDP-Fraktion
- 17. Wahlperiode (27.10.2009 bis 22.10.2013): Landesliste Schleswig-Holstein, FDP-Fraktion
Stand: 17.10.2026
Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).