Unterhändler der Passierscheinabkommen, Berliner Senator in vier Ressorts und Präsident des Landessportbundes: Horst Korber, geboren am 16.03.1927 in Stadtroda, gehörte dem Bundestag vom 4. November 1980 bis zu seinem Tod an. Er starb am 02.07.1981 in Berlin.
Kurzprofil
- Geboren: 16. März 1927 in Stadtroda (Thüringen)
- Gestorben: 2. Juli 1981
- Beruf: Jurist, Senator a. D.
- Partei: SPD
- Bundestag: 1980 bis 1981 (9. Wahlperiode), über die Landesliste
- Religion/Familie: verheiratet, 2 Kinder
Flucht
Nach dem Abitur begann Korber in Jena ein Jurastudium. 1949 floh er mit Hilfe des Studenten Horst Grabert nach West-Berlin und schloss das Studium 1953 an der Freien Universität mit dem zweiten Staatsexamen ab. 1957 trat er in die Senatsverwaltung ein und wurde 1963 Senatsrat in der Senatskanzlei. Bekannt wurde er als Unterhändler für die Passierscheinabkommen mit der DDR, die West-Berlinern Besuche im Ostteil der Stadt ermöglichten.
Senator
1967 wechselte Korber als Senatsdirektor in die Justizverwaltung. Noch im selben Jahr berief ihn Klaus Schütz nach dem Rücktritt von Heinrich Albertz zum Senator für Familie, Jugend und Sport. Nach der Wahl 1971 übernahm er das Justizressort, nach der Wahl 1975 Arbeit und Soziales. Als Schütz 1977 zurücktrat, blieb Korber im Senat und wechselte zu den Bundesangelegenheiten. Damit hatte er nacheinander vier verschiedene Ressorts des Senats geleitet.
Niederlage
Nach dem Wahlsieg der SPD 1979 war Korber der einzige vorgeschlagene Senator, der im Abgeordnetenhaus nicht gewählt wurde. Zwei FDP-Abgeordnete verweigerten ihm öffentlich die Stimme, weil er als Senator mit sich selbst als Präsident des Landessportbundes über dessen Zuschüsse verhandeln musste; zwei SPD-Abgeordnete folgten in geheimer Wahl.
Bundestag
1980 wurde Korber in den Bundestag gewählt. In seine acht Monate fielen 47 Sitzungen. Die Protokolle verzeichnen keine Rede von ihm. An der einzigen namentlichen Abstimmung seiner Mandatszeit nahm er nicht teil. Er starb im Juli 1981 und ist auf dem Waldfriedhof Dahlem in einem Ehrengrab der Stadt bestattet. Er wurde nur 54 Jahre alt und starb in seiner Wahlperiode. Der Landessportbund Berlin benannte nach seinem früheren Präsidenten das Horst-Korber-Sportzentrum am Olympiastadion, wo eine Gedenktafel an ihn erinnert.
Kentler
2016 machte eine Studie Göttinger Wissenschaftler bekannt, dass in Korbers Zeit als Jugendsenator ein vom Landesjugendamt gefördertes Experiment Helmut Kentlers lief, bei dem straffällige Jugendliche zu pädophilen Pflegevätern kamen. Ob Korber selbst oder Mitarbeiter des Amtes die Erlaubnis gaben, ist ungeklärt.
Stammdaten
Die Stammdaten nennen ihn Juristen und Senator a. D., verheiratet, zwei Kinder, ohne Angabe zur Religion. Präsidentschaft im Landessportbund, Flucht und Senatsämter sind dort nicht vermerkt; als Geburtsort steht Stadtroda / Thüringen.
Mandate im Überblick
Korber kam 1980 über die Landesliste der SPD in Berlin (West) in den Bundestag:
- 9. Wahlperiode (04.11.1980 bis 02.07.1981): vom Berliner Abgeordnetenhaus entsandt, SPD-Fraktion
Stand: 17.10.2026
Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).