Köpfe: Dr. Hermann Kopf

Anwalt, Anwalt Badens gegen den Südweststaat und Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses: Hermann Kopf, geboren am 29.05.1901 in Freiburg im Breisgau, gehörte dem Bundestag von 1949 bis 1969 für die CDU an. Er starb am 05.05.1991 in seiner Heimatstadt.

Kurzprofil

  • Geboren: 29. Mai 1901 in Freiburg (Breisgau)
  • Gestorben: 5. Mai 1991
  • Beruf: Rechtsanwalt
  • Partei: CDU
  • Bundestag: 1949 bis 1969 (1. bis 5. Wahlperiode), stets direkt gewählt
  • Religion/Familie: katholisch, verheiratet

Herkunft

Kopf war der Sohn des Rechtsanwalts und Zentrumsabgeordneten Ferdinand Kopf. Nach dem Bertholdgymnasium studierte er Recht in Freiburg und wurde 1925 mit einer Arbeit über den Rhein im Völkerrecht promoviert. Wie sein Vater gehörte er seit 1919 der KDStV Hercynia im CV an. 1928 und 1929 war er Regierungsrat im badischen Innenministerium, 1930 ließ er sich als Anwalt in Freiburg nieder. Von 1930 bis 1933 saß er für das Zentrum im Bürgerausschuss.

Krieg

Von 1940 bis 1944 war Kopf als juristischer Hilfsarbeiter im Landratsamt Saarbrücken dienstverpflichtet. Beim Luftangriff auf Freiburg am 27. November 1944 verlor er seine Frau und seine zwei Kinder.

Baden

Im Dezember 1945 gründete Kopf die Badische Christlich-Soziale Volkspartei mit, den späteren Landesverband der CDU. Von 1946 bis 1949 saß er wieder im Stadtrat, nach dem Krieg wurde er Vizepräsident der Rechtsanwaltskammer Baden. 1951 und 1952 vertrat er die badische Regierung vor dem Verfassungsgericht gegen den Südweststaat, vergeblich.

Außenpolitik

In der ersten Rede am 9. Dezember 1949, 2.334 Wörter lang, sprach er über zehn Jahre Krieg und Nachkriegszeit, die Unglück und Leid über das Volk gebracht hätten. Vom 16. Juli 1952 bis 1961 gehörte er dem Europäischen Parlament an, von 1953 bis 1969 der Versammlung des Europarats. Ab dem 25. Mai 1960 leitete er den Auswärtigen Ausschuss. In der letzten Rede am 7. Februar 1969 widersprach er Walter Scheel, die Regierung zerfalle in zwei Lager.

Abstimmungen

An 262 von 339 namentlichen Abstimmungen nahm Kopf teil; siebenmal wich er ab, etwa am 7. Mai 1969 mit einem Ja gegen die Mehrheit; bei den Pariser Verträgen enthielt er sich am 26. und 27. Februar 1955. 1966 erhielt er den Stern zum Großen Verdienstkreuz, 1969 Stern und Schulterband. Wie sein Vater wurde er Ehrenbürger von Freiburg. Er schrieb viel zur Stadtgeschichte, etwa über Karl von Rotteck.

Stammdaten

Die Stammdaten nennen ihn Rechtsanwalt, katholisch, verheiratet. Europamandat und Ausschussvorsitz fehlen dort, ebenso der Tod von Frau und Kindern 1944.

Mandate im Überblick

Kopf gewann den Wahlkreis Freiburg sechsmal, 1949 mit 48,6, 1953 mit 57,6, 1957 mit 56,1, 1961 mit 48,2 und 1965 mit 52,1 Prozent:

  • 1. Wahlperiode (07.09.1949 bis 07.09.1953): Direktmandat, CDU/CSU-Fraktion
  • 2. Wahlperiode (06.10.1953 bis 06.10.1957): Direktmandat, CDU/CSU-Fraktion
  • 3. Wahlperiode (15.10.1957 bis 15.10.1961): Direktmandat, CDU/CSU-Fraktion
  • 4. Wahlperiode (17.10.1961 bis 17.10.1965): Direktmandat, CDU/CSU-Fraktion
  • 5. Wahlperiode (19.10.1965 bis 19.10.1969): Direktmandat, CDU/CSU-Fraktion

Stand: 17.10.2026

Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).

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