Die Felle junger Robben mit weißem Fell, sogenannter Whitecoats, wurden auch in die Bundesrepublik eingeführt. Abgeordnete fragten 1969 nach dem Schutz junger Sattelrobben (Kleine Anfrage, Drucksache 05/3915). Für die Bundesregierung antwortete der Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten mit Schreiben vom 17. März 1969 (Antwort (Drucksache 05/4003)).
Was die Fragesteller wissen wollten
Die Fragesteller wollten wissen, ob das von Kanada vorgeschlagene und von der Bundesregierung unterzeichnete internationale Abkommen über Schutz, Fang und Jagd aller Robben im Atlantik sicherstellt, dass eingeführte Whitecoat-Felle nicht von lebend gehäuteten Tieren stammen. Die Anfrage nennt sie „Seehundbabies“, gemeint sind die weißen Jungtiere.
Was die Regierung antwortete
- Fischereiabkommen: Das Internationale Übereinkommen vom 8. Februar 1949 über die Fischerei im Nordwestatlantik, dem die Bundesrepublik 1957 beigetreten ist, diene der Erhaltung der Fischbestände.
- Erweiterung auf Robben: Ein Protokoll vom 17. Juli 1963 habe es auf Sattelrobben und Klappmützen ausgedehnt, um deren Bestände vor der Ausrottung zu schützen.
- Kaum Tierschutz: Wegen dieser Zielsetzung eigneten sich die Regelungen nur sehr beschränkt für den Tierschutz. Die Vertragsstaaten seien davon ausgegangen, dass ihre eigenen Tierschutz- und Jagdgesetze grausame Fangmethoden verbieten und bestrafen.
- Kanada: Laut der deutschen Botschaft in Ottawa gälten in Kanada besondere Schutzvorschriften für Robben. Eine Gruppe von Aufsichtsbeamten mit Hubschraubern überwache sie. Außerdem seien Sachverständige und Vertreter kanadischer Tierschutzvereine als offizielle Beobachter bei der Jagd zugelassen.
Eine ausdrückliche Zusage, dass eingeführte Felle nicht von lebend gehäuteten Tieren stammen, enthält die Antwort nicht. Zur Einfuhr selbst äußert sie sich nicht.
Späterer Stand
Laut Wikipedia verbot Kanada nach Protesten in den 1980er Jahren 1987 offiziell die Jagd auf die ganz jungen Whitecoats. Seit der Verordnung (EG) Nr. 1007/2009 dürfen Robbenerzeugnisse in der EU grundsätzlich nicht mehr in Verkehr gebracht werden.
Weitere Kleine Anfragen mit Antworten der Bundesregierung gibt es in der Übersicht auf severint.net, etwa zum Transit von Walfleisch über deutsche Häfen oder zu Wilderei und Wildtierhandel.
Quellen
- Kleine Anfrage, Drucksache 05/3915
- Antwort der Bundesregierung, Drucksache 05/4003, Schreiben vom 17. März 1969
- Robbenjagd (Wikipedia)
Hinweis: Dieser Text wurde mit Unterstützung von KI erstellt und anhand der verlinkten Drucksachen geprüft.
Stand: 23.10.2026
