Robbenfang 1969: Schützt das Abkommen die Whitecoats?

Die Felle junger Robben mit weißem Fell, sogenannter Whitecoats, wurden auch in die Bundesrepublik eingeführt. Abgeordnete fragten 1969 nach dem Schutz junger Sattelrobben (Kleine Anfrage, Drucksache 05/3915). Für die Bundesregierung antwortete der Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten mit Schreiben vom 17. März 1969 (Antwort (Drucksache 05/4003)).

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Was war die Pelzmesse in Vilnius?

Die Pelzmesse in Wilna, dem heutigen Vilnius, war eine Fachmesse für Felle und Pelzwaren, die zwischen 1934 und dem Ende der 1930er Jahre nur wenige Male stattfand. Wilna gehörte damals zu Polen und war Hauptstadt einer Woiwodschaft. Die erste Veranstaltung lief als Erste Polnische Pelzmesse vom 18. August bis 9. September 1934; das belegen ein erhaltener Messeführer mit Ausstellerverzeichnis sowie zeitgenössische Werbemarken.

Die Stadt hatte für den Pelzhandel eine lange Tradition. Vor dem Ersten Weltkrieg galt sie als wichtiger Umschlagplatz für Felle aus dem Osten, zwischen den Märkten Russlands und Westeuropas. Getragen wurde die Branche fast vollständig von jüdischen Handwerkern und Händlern, die enge Geschäftsbeziehungen zum Leipziger Brühl unterhielten, dem damals bedeutendsten Pelzhandelsplatz Europas.

Die zweite Messe fand nach verfügbaren Angaben vom 12. bis 27. Juni 1935 statt. Das in Wien erscheinende Jüdische Volksblatt meldete, sie habe reinen Handelscharakter und solle der Leipziger Rauchwarenmesse Konkurrenz machen; die Veranstalter hofften sogar, Leipzig auf Dauer abzulösen. Hintergrund war, dass Leipzig nach 1933 durch die Verfolgung der jüdischen Pelzhändler und den darauf folgenden Boykott ausländischer Händler an Bedeutung verlor. Für 1935 werden Umsätze von 474.000 Złoty bei Waren lokaler Handwerker und 919.000 Złoty bei Rohfellen genannt.

Eine weitere Messe 1937 dauerte vom 21. Juli bis 4. August und umfasste zwei Auktionstage, vor allem für Fohlen- und Kalbfelle. Spätestens 1938 trat die Veranstaltung als Internationale Pelzmesse auf; aus diesem Jahr ist eine gedruckte Messeordnung der Gesellschaft für Internationale Pelzmessen und Pelzauktionen in Wilna erhalten. Auch nach dem Kriegsbeginn 1939, als Wilna an Litauen fiel, wurden noch Pelzauktionen in den Räumen der Handels-, Industrie- und Handwerkskammer abgehalten. Eine litauische Zeitung zählte Anfang 1940 90 jüdische Betriebe, die zusammen 92 Prozent des Handels mit Häuten und Fellen bestritten.

Das Ende kam mit dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion im Juni 1941. Wilna wurde wenige Tage später besetzt, mit der Wehrmacht kamen die Einsatzgruppen. Der weit überwiegende Teil der jüdischen Bevölkerung der Stadt wurde in den folgenden Jahren ermordet, viele von ihnen in Ponary am Stadtrand. Damit wurden auch die Menschen getötet, die den Pelzhandel der Stadt über Generationen getragen hatten.

In der Pelzfabrik Kailis ließ die Besatzungsmacht Winterkleidung für die Wehrmacht herstellen. Wie Wolfgang Benz, Barbara Distel und Angelika Königseder in ihrer Reihe Der Ort des Terrors (C. H. Beck, 2008) darstellen, bestand dort ein Lager für jüdische Zwangsarbeiter. Die Arbeit schützte die Beschäftigten eine Zeit lang vor der Ermordung, für die meisten jedoch nicht dauerhaft. An die Pelzmesse erinnern heute vor allem Archivfunde wie Messeführer, Werbemarken und Zeitungsberichte.

Stand: 21.10.2026