Der Gehörgang ist kurz, eng und gebogen, und am Ende sitzt das empfindliche Trommelfell. Genau das macht Fremdkörper im Ohr so unangenehm: Ein Insekt, das nachts hineinkrabbelt, ein abgebrochener Wattebausch, ein Stück Silikon vom Hörgeräteakustiker, ein Tropfen Sekundenkleber, der mit Ohrentropfen verwechselt wurde, oder eine Knopfbatterie aus dem Hörgerät. Manches lässt sich in Minuten entfernen, anderes führt zu Löchern im Trommelfell, Hörverlust oder in seltenen Fällen zu Komplikationen bis ins Gehirn.
Einen Eindruck von der Größenordnung geben Daten aus US-Notaufnahmen: Von 2008 bis 2012 wurden dort hochgerechnet 280.939 Besuche wegen eines Fremdkörpers im Ohr gezählt, 98,2 Prozent der Betroffenen konnten nach der Behandlung wieder nach Hause gehen. Am häufigsten war Schmuck mit 39,4 Prozent, bei Erwachsenen standen dagegen Wattestäbchen und Verbandsmaterial an erster Stelle (Svider 2015). In der Systematik der Diagnosen steht ein Fremdkörper im Ohr unter T16, Ohrgeräusche wie Tinnitus stehen unter H93.1. Weitere Codes sammelt die Liste: Alle ICD-10 Codes im Blogmagazin.
Die folgende Liste beruht ausschließlich auf veröffentlichter medizinischer Fachliteratur. Die Quellen stehen jeweils in Klammern und am Ende ausführlich mit PubMed-Nummer. Gewalt- und Kriminalfälle sind bewusst nicht enthalten, ebenso wenig Fälle, bei denen erkennbare Personen betroffen wären. Fälle bei Kindern kommen nur kurz und statistisch vor. Alle Angaben sind nüchtern gehalten und ersetzen keine ärztliche Beratung. Frühere Folgen der Reihe: Liste: Gegenstände, die als Fremdkörper im Enddarm medizinisch dokumentiert sind, Liste: Verletzungen und Fremdkörper am Penis, medizinisch dokumentiert, Liste: Verletzungen und Fremdkörper in der Vagina, medizinisch dokumentiert, Liste: Verletzungen und Fremdkörper in Harnröhre und Blase, medizinisch dokumentiert und Liste: Verletzungen und Fremdkörper in der Nase, medizinisch dokumentiert.
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