Meinung: Der feministische Mann, Margarete Stokowski und ihre 40 Ratschläge dazu

Margarate Stokowski hat im Rahmen ihrer “DER SPIEGEL” Kolumne einen “Lebensratgeber – Wie kann ich als Mann Feminist sein” geschrieben.

Als alter weißer Mann – rund 47 Jahre alt, tatsächlich zusehends ergrauende Haare, verheiratet, Tochter 15 und Sohn 12, berufstätig, studierter Jurist und Hobbybesserwisser – möchte ich zu den 40 Ratschlägen meine Meinung abgeben.

1. Erwarten Sie keine kostenlose Nachhilfe von Frauen in Sachen Feminismus. Informieren Sie sich selbst, das Internet ist voll und die Bibliotheken auch.

Ich informiere mich bei allen Themen am liebsten selbst. Dennoch bin ich immer froh über Meinungen und Wissen aus erster Hand und entsprechende Diskussionen.

2. Lesen Sie Bücher von Frauen, sehen Sie Filme von Frauen, hören Sie Musik von Frauen.

Mir ist es ehrlich gesagt egal, ob ein Buch von einer Frau, einem Mann oder einem multisexuellen Alien von Karnakos 3 geschrieben wurde. Auf den Inhalt kommt es an. Und ich werde nichts lesen, hören oder sehen, nur um irgendwelche Quoten zu erfüllen.

Wahrscheinlich lese ich mehr Bücher von Männern, höre mehr Musik von Frauen und bei Filmen kann ich es nicht sagen, da ich da wirklich nicht drauf achte.

3. Behaupten Sie nie wieder, Frauen hätten nichts Großes erfunden und informieren Sie sich stattdessen darüber, was Ihnen bisher entgangen ist.

Hab ich nie behauptet, würde ich nie behaupten. Man denke allein an Ada Lovelace, Marie Curie, Hedy Lamarr (Bild)…

4. Lesen Sie weiter, auch wenn Sie ungern belehrt werden, vielleicht kommt am Ende raus, dass Sie längst Feminist sind.

Ich werde gerne belehrt, wenn es sachlich und nicht ideologisch ist. Schon bei den ersten Ratschlägen kommt bei mir aber das Gefühl auf, dass eher Margarete Stokowski die Ideologin mit Vorurteilen ist und nicht ich…

5. Fragen Sie sich, ob es eine Frau gibt, die Ihr Vorbild ist. Wenn Ihnen nur Ihre eigene Großmutter einfällt, fragen Sie sich, warum das so ist.

Auch bei den Vorbildern achte ich nicht aufs Geschlecht. Allerdings habe ich eigentlich keine Vorbilder. Ich finde aber gleichermaßen Männer wie Frauen inspirierend.

6. Lassen Sie Frauen ausreden.

Das ist selbstverständlich.

7. Unterbrechen Sie Männer, die Frauen unterbrechen.

Ich unterbreche Menschen, die Menschen unterbrechen.

8. Glauben Sie Frauen, wenn sie von ihren Erfahrungen berichten, auch wenn es Ihnen schwerfällt. Neulich gab es ein Video, das viral ging: Eine Frau trug in einem Club ein “smart dress”, das die Menge der Berührungen maß, die unerlaubt auf ihrem Körper landeten. Viele Männer reagierten geschockt auf die Vielzahl der Übergriffe. Sie hätten das auch einfacher haben können, mit Zuhören.

Ich glaube Menschen die von ihren Erfahrungen berichten mal mehr und mal weniger. Auch hier achte ich nicht aufs Geschlecht. Dass das mit den Berührungen ein Problem ist, glaube ich aber sofort.

9. Geben Sie Frauen keine unerbetenen Ratschläge und vor allem keine, die Sie bei Männern unangemessen fänden.

Ich gebe im Zweifel allen Menschen unerbetene Ratschläge. Aber auch dabei mache ich keinen Unterschied zwischen Männern, Frauen und Diversen.

10. Fangen Sie keine Sätze an mit “Ich könnte dein/ Ihr Vater sein,…”.

11. Beenden Sie auch keine Sätze so.

Hab ich beides schon gemacht. Auch bei Männern – aber wenn, dann immer mit einem Augenzwinkern oder selbstironisch in Hinblick auf mein Alter.

Vielleicht sollte ich das aber überdenken.

12. Kommentieren oder berühren Sie die Körper oder Kleidung von Frauen nicht, wenn Sie auch nur den geringsten Zweifel haben, ob das gerade unangemessen ist. Unangemessen ist es in den meisten beruflichen Situationen, in öffentlichen Verkehrsmitteln, und bei Frauen, die nicht so aussehen, als wären sie an einem Gespräch interessiert (Kopfhörer sind ein guter Hinweis dafür). Wenn Sie denken, dass Sie dann ja gar nichts Nettes mehr sagen können, denken Sie noch mal nach.

Das ist selbstverständlich.

13. Sagen Sie Frauen mit kurzen Haaren oder Fingernägeln nicht, dass Sie lieber lange Haare oder Fingernägel mögen. Die ahnen das schon. Sagen Sie geschminkten Frauen nicht, dass Sie lieber ungeschminkte mögen.

Auch da sind wir uns einig.

14. Laufen Sie nachts nicht dicht hinter fremden Frauen her, auch wenn Sie den gleichen Weg haben. Gehen Sie langsamer oder auf der anderen Straßenseite. Wirklich.

Ich bin zu einer Zeit aufgewachsen, als man sich darüber noch keine Gedanken machen musste oder gemacht hat. Vielleicht war es damals unnötig, vielleicht gedankenlos.

Jedenfalls achte ich inzwischen drauf, nicht bedrohlich zu wirken. Sei es nachts in der Stadt oder morgens im Wald beim Joggen.

15. Bezahlen Sie Frauen für ihre Arbeit, mindestens so viel wie Männer.

Jeder sollte immer nach seiner Leistung bezahlt werden.

16. Geben Sie Ihrer Tochter mindestens so viel Taschengeld wie Ihrem Sohn im selben Alter.

Warum eigentlich das “mindestens”? Unterm Strich nicht mehr und nicht weniger.

17. “Helfen” Sie Ihrer Partnerin nicht im Haushalt: Machen Sie einfach die Hälfte.

OK, hier mache ich definitiv weniger, da ich im Gegensatz zu meiner Frau tagsüber nicht zuhause bin. Aber wenn wir beide da sind, ist es schon sehr ausgewogen, wenn auch in unterschiedlichen Bereichen…

18. Denken Sie nicht, dass Sie schon Feminist sind, weil Sie nett zu Ihren weiblichen Familienangehörigen sind.

Ich bekomme zusehends Zweifel, ob ich Feminist in dem Sinne sein will, wie Stokowski Feminismus versteht.

19. Fordern Sie Frauen, die nicht lächeln, niemals zum Lächeln auf.

Ich hab sicher schon mal “Lach doch mal” zu Frauen gesagt – und zu Männern. Hier kommt es mE immer auf den Kontext an.

20. Oder, wenn Sie es bei Frauen nicht lassen können: Fordern Sie auch mal Männer, die nicht lächeln, zum Lächeln auf, und fühlen Sie mal, wie bescheuert das ist.

Wie gesagt, habe ich schon gemacht. Und das hat schon oft Situationen aufgelockert. Auch wenn es eine Frau zu mir gesagt hat, wenn ich gerade griesgrämig war – privat wie beruflich.

Warum immer so verkrampft sein?

21. Wann immer Sie unsicher sind, ob Sie etwas Sexistisches sagen oder tun, machen Sie die einfachste Sexismusprobe, die es gibt: Vertauschen Sie im Kopf die Geschlechterrollen und schauen Sie, ob es merkwürdig wird. Wenn Sie gerade über eine Frau sagen wollten, dass sie wahrscheinlich so anstrengend ist, weil sie keine Kinder hat, fragen Sie sich, ob Sie über einen Mann auch so reden würden.

Ja, die Probe mache ich im Zweifel. Letztlich versuche ich aber, nicht in Geschlechterrollen zu denken.

22. Wenn Sie ein Baby kriegen, nehmen Sie mehr als die zwei Monate Elternzeit. Wenn Sie nur die zwei Monate nehmen: Fahren Sie nicht zwei Monate nach Thailand. Und schreiben Sie während der zwei Monate kein Buch/ Blog darüber, was für ein neuer Mensch Sie in dieser Zeit geworden sind.

Ja, ich habe mir bei meiner Tochter mehr als zwei Monate genommen. Bei meinen Sohn ging das leider nicht.

Und ja, Ich hatte tatsächlich drüber nachgedacht, ein Buch übers Vatersein zu schreiben, es dann aber vorerst doch gelassen. Vielleicht kommt es aber noch.

23. Sagen Sie lieber nicht, dass Sie so richtig verstanden haben, wie viel Ungerechtigkeit es noch gibt, seit Sie eine Tochter haben. Also, sagen Sie das ruhig, aber seien Sie sich bewusst, dass Sie damit sagen, dass Sie sich nie richtig mit Ihrer Mutter, Frau, Schwester, ihren Freundinnen und Bekannten beschäftigt haben.

Seit ich eine Tochter habe habe ich erlebt, dass zumindest an den Kindergärten, Grundschulen, Gymnasien, Vereinen, Behörden und anderen Institutionen, mit denen meine Tochter in Kontakt gekommen ist, keine strukturelle Ungerechtigkeit in Bezug auf das Geschlecht herrscht. Ganz im Gegenteil. Die gegenteilige Erfahrung geht sogar soweit, dass unser Sohn ganz bewusst eines der wenigen noch verbleibenden reinen Jungengymnasien in Deutschland besucht.

Aufgrund der Erfahrungen mit Mutter, Bekannten und Freundinnen weiß ich aber auch, dass es auch anders war und in einigen Bereichen noch immer anders ist.

24. Informieren Sie sich über Menstruation, PMS, Schwangerschaft, postnatale Depression, Verhütung, Geschlechtskrankheiten, Toxisches Schocksyndrom und Anzeichen von Herzinfarkten und Schlaganfällen bei Frauen. (Das Neo Magazin Royale hat neulich zum Frauentag Videos gemacht, in dem die männlichen Mitarbeiter Menstruation und verschiedene Verhütungsmittel erklären sollten, es war unterirdisch.)

Wer mich kennt weiß, dass ich mich mit allen möglichen Themen befasse, die mir gerade über den Weg gelaufen sind und laufen. Die genannten gehören auf jeden Fall dazu.

25. Falls Sie etwas mehr Zeit haben: Werden Sie Entbindungspfleger.

Das wollen Sie den Schwangeren nicht antun. Genau so wenig, wie ich Helfer beim Urologen sein sollte – oder in einem anderen medizinischen Beruf aktiv werden sollte.

26. Lachen Sie nicht mit, wenn Ihre Kolleginnen oder Freunde frauenfeindliche Witze machen. Merken Sie sich den Satz “find ich nicht lustig”. Falls Sie es doch lustig finden: Interessant, dass Sie bis hierher gelesen haben. Bleiben Sie dran.

Humor und Deutschland, ein schwieriges Thema.

Bei jedem Witz kommt es auch auf den Kontext an. Und es gibt durchaus Fälle, in denen ein frauenfeindlicher Witz auch mal lustig ist. Ebenso kann ich über männerfeindliche Witze und sogar über mich selbst lachen.

Es kommt eben auch immer auf die Intention an.

27. Ungefähr jede dritte Frau in Deutschland wird am Arbeitsplatz belästigt. Schützen Sie keine Täter, auch wenn die ansonsten sogenannte nette Kollegen sind. Die allermeisten Sexualstraftäter sind, wenn sie nicht gerade übergriffig sind, ganz normale, “nette” Typen.

Volle Zustimmung.

28. Wenn Sie Belästigung oder andere Übergriffe beobachten, gehen Sie dagegen vor. Tun Sie das, ohne für die Betroffenen zusätzlich belastend zu werden. Nicht jede Geschichte braucht einen Helden.

Auch das ist klar.

29. Erklären Sie Feministinnen nicht, dass es eigentlich “Humanismus” heißen müsste und nicht “Feminismus”.

Habe ich noch nie gemacht. Im übrigen müsste ich darüber mal nachdenken, das gleiche ist es nach spontaner Einschätzung aber nicht.

30. Geben Sie zu, wenn Sie von etwas keine Ahnung haben. Das ist pures Gold.

Das mache ich immer. Hat aber irgendwie nicht direkt was mit dem Thema zu tun, sondern sollte immer und überall für alle gelten.

31. Nennen Sie erwachsene Frauen nicht “Mädchen” oder “Mädels”, oder alternativ: Nennen Sie erwachsene Männer auch “Jungs”. Aber lieber das Erste.

Weder die Bezeichnung “Mädels” noch “Jungs” für Erwachsene finde ich angebracht. Es gibt aber durchaus Milieus, in denen die Frauen sagen “Ich geh heut mit den ‘Mädels’ weg, Paul macht was mit seinen Jungs.” Mein Fall ist das nicht, soll im Privaten aber jeder halten, wie er will.

32. Sehen Sie Frauen nicht als Vertreterinnen einer Spezies. Wenn Ihnen eine Feministin nicht passt, sagen Sie nicht: “Wegen Ihnen kann ich Feminismus nicht mehr ernst nehmen.” Das ist nur peinlich.

Stimmt. Generell sollte man nicht von einer Person auf eine Gesamtheit schließen.

Allerdings kann man durchaus den Standpunkt, den eine Person vertritt, ablehnen, siehe z.B. oben Punkt 18.

33. Erwarten Sie keine eindeutigen, endgültigen Antworten auf Ihre Fragen, denn Feminismus ist eine extrem vielfältige Bewegung und es gibt darin die unterschiedlichsten Positionen.

Ja.

34. Nennen Sie nie wieder eine Frau hysterisch, oder alternativ: Nennen Sie Männer auch so. Informieren Sie sich über den Ursprung des Begriffs “Hysterie”.

Bei der Verwendung des Begriffs hysterisch habe ich auch noch nie einen Unterschied gemacht – und der medizinisch nicht mehr gebräuchliche Begriff Hysterie – Spoiler, es kommt von Gebärmutter – hat mit dem umgangssprachlichen “hysterisch” nicht so viel zu tun.

Laut meiner Tochter bin ich ohnehin eine Drama Queen, genau sie wie ihr kleiner Bruder. Und das geben wir beide sogar zu.

35. Wenn Frauen etwas kritisieren, nennen Sie sie nicht überempfindlich. Wenn Sie Feministinnen anstrengend finden, fragen Sie sich, warum genau.

Wenn Kritik berechtigt ist, nenne ich diese sicherlich nicht überempfindlich.

Anstrengend finde ich andere Meinungen grundsätzlich nur dann, wenn sie unsachlich und zu ideologisch aufgeladen sind. Und dann kann ich auch mal eine Feministin anstrengend finden. Genau so, wie ich Männer anstrengend finde, die meinen, Gleichberechtigung bräuchte es nicht.

36. Daten Sie auch Frauen, die mehr verdienen als Sie.

Hatte ich kein Problem mit. Inzwischen hätte meine Frau was dagegen.

37. Machen Sie nicht bei Konferenzen oder Podiumsdiskussionen mit, zu denen nur Männer eingeladen werden. Schlagen Sie Frauen vor, zitieren Sie Expertinnen. Nutzen Sie Ihre Privilegien, um gegen Ungerechtigkeiten vorzugehen.

Ein schwieriges Thema, da ich eben eigentlich das Geschlecht für irrelevant halte. Jeder, der etwas zu einem Thema zu sagen hat, sollte es unabhängig davon sagen können, ob er Mann oder Frau ist. Ich habe grundsätzlich kein Problem mit einem rein weiblich besetzten Podium und auch keines mit einem rein männlich besetzten, wenn in beiden Fällen keine Quote oder sonstwie unsachlichen Gründe zur Auswahl führten.

Vereinfacht gesagt: Spricht bei der Hebammen Jahresversammlung kein Mann so ist das genau so unproblematisch wie wenn beim Jahreskongress der Feuerwehrleute keine Frau zu Wort kommt. Ein Problem haben wir wahrscheinlich hingegen, wenn bei der Weiterbildungsveranstaltung der Anästhesisten keine Frau zu Wort kommt – oder kein Mann.

38. Werden Sie nicht wütend (hysterisch), wenn Sie auf Ihre Privilegien angesprochen werden.

Für Kritik bin ich immer offen und höre mir diese an.

39. Erwarten Sie keinen Applaus, erwarten Sie Streit und Kritik. Wenn Sie glauben, dass Sie für Ihren Einsatz für Gleichberechtigung mehr Anerkennung verdienen als eine Frau, lassen Sie es lieber gleich.

Auch hier gilt – ein Mann hat für seinen Einsatz für Gleichberechtigung genau die gleiche Anerkennung wie eine Frau. Nicht mehr und nicht weniger.

40. Bedanken Sie sich bei Feministinnen für ihre Arbeit. Männern, die an veralteten Geschlechterrollen festhalten, drohen mehr psychische Probleme, hat eine Studie 2016 gezeigt (PDF). Toxische Männlichkeit ist heilbar. Schützen Sie sich! Dankeschön!

Alles in allem glaube ich nicht, dass ich an toxischer Männlichkeit leide. Auf der anderen Seite bin ich auch kein Feminist, zumindest nicht in dem Sinne, in dem Margarete Stokowski oder Anne Wizorek Feministinnen sind – dieser Feminusmus ist mir zu negativ und zu sehr auf ein Gegeneinander der Geschlechter ausgerichtet.

Klar, ich habe sicherlich schon Fehler im Umgang mit Frauen gemacht und habe sichher immer noch Sichtweisen und Verhaltensmuster, die ich ändern sollte. Manches – siehe oben Punkt 14 – erkennt man auch erst im Lauf und im Licht der Zeit. Und in diesem Sinne versuche ich, an mir zu arbeiten.

Männer und Frauen haben die gleichen Rechte. Und das ist gut so. Männer und Frauen sind aber auch unterschiedlich. Und auch das ist gut so.

Wir sollten gegenseitig unsere Stärken und Schwächen akzeptieren, uns respektieren, ohne Vorurteile aufeinander zugehen und gemeinsam an einer besseren Gesellschaft arbeiten.

10 Fakten zum 18. Juni

  1. Heute ist Autistic Pride Day. An diesem von Autisten ins Leben gerufenen Aktionstag setzen sie sich für mehr Akzeptanz in der Gesellschaft ein.
  2. Arnulf und Euphemia haben heute Namenstag.
  3. 1155 wird Friedrich I. Barbarossa in Rom zum Deutschen Kaiser gekrönt.
  4. Das war sein Waterloo: 1815 wird Napoleon beim gleichnamigen belgischen Ort von britischen und preußischen maßgeblich von Wellington geführten Truppen vernichtend geschlagen (Bild). Die Schlacht kostet 50.000 Soldaten das Leben.
  5. 1849 wird das nach Stuttgart ausgewichene Rumpfparlament der Frankfurter Nationalversammlung durch militärische Gewalt aufgelöst. Alle nichtwürttembergischen Abgeordneten werden des Landes verwiesen.
  6. 1927 wird der Nürburgring in der Eifel mit einem Motorrad-Rennen eingeweiht.
  7. This was his finest hour: 1940 hält Churchill vor dem britischen Unterhaus die Rede “This was their finest hour”, mit der er den Kriegswillen der Briten gegen Nazi-Deutschland beschwört. Die Rede ist eine der bekanntesten aus der Zeit des zweiten Weltkriegs. Der zentrale Satz lautet:”Let us therefore brace ourselves to our duties, and so bear ourselves that, if the British Empire and its Commonwealth last for a thousand years, men will still say: ‘This was their finest hour.'”.
  8. 1957 wird das “Gesetz über die Gleichberechtigung von Mann und Frau auf dem Gebiet des bürgerlichen Rechts” in der Bundesrepublik verkündet wird. Wichtigste Regelungen: das Letztentscheidungsrecht des Ehemanns wird gestrichen, der Ehemann darf ein Dienstverhältnis seiner Frau nicht mehr fristlos kündigen, die Zugewinngemeinschaft wird eingeführt und Vorrechte der Männer bei der Kindererziehung werden abgeschafft.
  9. Paul McCartney wird 1942 geboren.
  10. Isabella Rossellini kommt 1952 auf die Welt.

10 Fakten zum 14. Juni

  1. Heute ist Weltblutspendetag (World Blood Donor Day). Anlass für die Wahl dieses Tages ist der Geburtstag von Karl Landsteiner, dem Entdecker der Blutgruppen (1868-1943). Initiiert wurde der Tag 2004 von der WHO, dem Roten Kreuz/Roten Halbmond (IFRK), der internationalen Gesellschaft für Transfusionsmedizin (ISBT) und der Internationalen Föderation der Blutspendeorganisationen. Es soll mehr Aufmerksamkeit für das Thema Blutspenden erreicht werden.
    Die Falklandinseln feiern heute ihren Nationalfeiertag, den Tag der Befreiung von der argentinischen Besatzung. Argentinien hatte die Inseln, ein britisches Überseegebiet, am 02.04.1982 okkupiert, Britische Truppen besiegten am 14.06.1982 die Besatzer. Übrigens, auch “Südgeorgien und die Südlichen Sandwichinseln”, ein weiteres britisches Überseegebiet, feiern heute den Befreiungstag.
    Hartwig hat heute Namenstag.
  2. Die Paulskirchenversammlung beschließt 1848 im Krieg gegen Dänemark die Aufstellung einer Reichsflotte als erste gesamtdeutsche Marine.
  3. 1914 wird zum ersten mal die offizielle olympische Flagge mit den fünf Ringen anlässlich des 16. olympischen Kongresses gehisst.
  4. Das erste Modell des ersten in Serie gebauten Computers UNIVAC (Universal Automatic Computer) wird 1951 ausgeliefert. Der Preis liegt bei 1,6 Mio. USD.
  5. Das Hard Rock Café hat Geburtstag: 1971 wird die erste Filiale in London eröffnet.
  6. Besser spät als nie: In der Schweizer Bundesverfassung 1981 das Recht der Gleichberechtigung von Mann und Frau verankert.
  7. Vertreter der EG-Staaten Deutschland, Frankreich, Belgien, Niederlande und Luxemburg unterzeichnen 1985 das Schengener Übereinkommen mit dem Ziel, Kontrollen des Waren- und Personenverkehrs an den gemeinsamen Grenzen abzuschaffen.
  8. Im Jahr 2003 entscheidet sich die tschechische Bevölkerung für den Beitritt Tschechiens zur EU.
  9. Charles Augustin de Coulomb wird 1736 geboren.
  10. Alois Alzheimer kommt 1864 auf die Welt.

Meinung: Terror in Paris, Flüchtlinge und sieben Gedanken dazu

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Ist es nicht zynisch, wenige Stunden nach den Anschlägen von Paris “Flüchtlinge” und “Terror” in einer Überschrift zusammenzubringen?

Nein, ein sachlicher Debattenbeitrag dazu ist notwendig, denn die reflexhaften Reaktionen von beiden extremen Polen sind schon da. Einerseits “Macht die Grenzen dicht” und andererseits “Refugees welcome – jetzt erst recht”. Dazwischen gibt es anscheinend – nichts. Und Begrenzungen auf 140 Zeichen begünstigen Vereinfachungen und Missverständnisse.

Wie immer liegt die Wahrheit aber in der Mitte. 7 Gedanken zum Thema:

  1. Die meisten Flüchtlinge fliehen gerade vor dem islamistischen Terror
    …dem ist eigentlich nicht viel hinzuzufügen. Und wahrscheinlich 97%+x der islamischen Flüchtlinge lehnen einen radikalen Islam in den Ausprägungen von Wahabismus und Salafismus ab.
  2. Kontrolle der Flüchtenden ist aber notwendig
    Matthias Matussek erhielt viel Gegenwind für einen Post, in dem er schrieb, dass ihm schlecht bei dem Gedanken wird, “dass wir rund 250 000 unregistrierte Personen im Lande haben”. Damit richtet er sich aber nicht gegen Flüchtlinge an sich, sondern weist nur auf ein tatsächliches Problem hin. Allein schon, um die Verteilung zu planen und um (möglichst) auszuschließen, dass z.B. ehemalige Syrien-Kämpfer unerkannt nach Deutschland kommen, wären Kontrollen und Registrierungen an den Grenzen notwendig. Wer jetzt sagt, das sei nicht machbar: An einem mittelgroßen Flughafen wie Köln/Bonn werden am Tag rund 12.500 abfliegende Menschen überprüft, in Frankfurt über 80.000.
    Solche Kontrollen richten sich nicht gegen die Flüchtlinge, sondern gegen das, wovor sie fliehen (siehe 1.).
    Und wie wichtig solche Kontrollen anscheinend sind, zeigt wohl die Festnahme eines Mannes mit einem Wagen voller Waffen in Bayern – möglicherweise ein Komplize der Attentäter von Paris.
  3. Gewalt ist nie eine Lösung
    Die Anschläge können nie eine Rechtfertigung dafür sein, dass es zu Übergriffen gegen Flüchtlingsunterkünfte und Menschen kommt. Punkt. Keine Diskussion.
  4. Das Problem des islamische Antisemitismus
    Islamischer Antisemitismus in Deutschland ist ein Problem, das war auch schon 2013 so (bitte lesen). Und ich befürchte, wir werden mit diesem Phänomen in Zukunft stärker konfrontiert werden. Wer das nicht glaubt, schaue nach Frankreich, wo inzwischen viele Juden auswandern, da sie sich nicht mehr sicher fühlen. Gerade wir in Deutschland sind hier aber in einer besonderen Verantwortung, Antisemitismus keinen Raum zu geben und ungehindertes jüdisches Leben zu ermöglichen. Was dieser Punkt hier zu suchen hat? Erinnern Sie sich an die Anschläge auf jüdische Einrichtungen in Frankreich.
  5. Schnell integrieren
    Fakt ist: viele derer, die jetzt zu uns kommen, werden bleiben. Und diese Gruppe müssen wir schnell identifizieren und integrieren: Deutsch Unterricht, schnelle Integration in den Arbeitsmarkt, Vermittlung unserer Werte, offene Aufnahme vor Ort. Nur so kann verhindert werden, dass es zu islamischen Parallelgesellschaften wie in den französischen Banlieues kommt, die Brutstätten für Radikalismus und damit eben auch Terror wie nun in Paris sind.
  6. Werte verteidigen
    Es gibt in Deutschland viele Werte und Errungenschaften, auf die wir stolz sein können: Gleichberechtigung, Religionsfreiheit, Meinungsfreiheit. Für diese Werte sollten wir selbstbewusst eintreten. Egal, ob Bedrohungen für diese Werte aus dem braunen Sumpf oder von radikal Religiösen kommen.
  7. Mehr Yoda wagen
    Furcht führt zu Wut, Wut führt zu Hass, Hass führt zu unermesslichem Leid.
    Sorgen wir dafür, dass auf allen Seiten weniger Furcht ist.

Ich könnte jetzt noch viel mehr schreiben, wie z.B. hier.

Außerdem empfehle ich die Lektüre meines Artikels “Der Islam und Deutschland“.

Mit dem Bild zum Artikel will ich verdeutlichen, dass eben nicht alles schwarz/weiß ist.