Buchbinder, christlicher Gewerkschafter und Arbeitersekretär des DGB in Mannheim: Josef Maier, geboren am 24.11.1900 in Heurenbach im Allgäu, gehörte dem Bundestag von 1953 bis 1965 an. Er starb am 13.11.1985 in Mannheim.
Kurzprofil
- Geboren: 24. November 1900 in Heurenbach (Allgäu)
- Gestorben: 13. November 1985
- Beruf: Gewerkschaftsekretär
- Partei: CDU
- Bundestag: 1953 bis 1965 (2. bis 4. Wahlperiode), über die Landesliste
- Religion/Familie: katholisch, verheiratet
Schweiz und Ulm
Maier lernte Buchbinder. 1916 gründete er in der Schweiz die Christliche Gewerkschaftsjugend mit und saß in ihrem Vorstand, 1917 trat er der Christlich-sozialen Partei der Schweiz bei. 1919 war er Mitbegründer des Windthorstbundes in Ulm. Danach arbeitete er als Sekretär der Christlichen Gewerkschaften, war in der Bayerischen Volkspartei von 1922 bis 1924 Ortsvorsitzender in München und ab 1925 im Zentrum.
Mannheim
Von 1933 bis 1939 arbeitete Maier als Vertreter, von 1939 bis 1946 war er in Wehrmacht und Kriegsgefangenschaft. Von 1946 bis 1965 war er Arbeitersekretär und Rechtsberater beim DGB. 1946 trat er der CDU bei, gründete die Sozialausschüsse in Nordbaden mit und war ab 1951 stellvertretender Kreisvorsitzender sowie von 1951 bis 1953 Stadtrat. Von 1963 bis 1969 leitete er die Arbeitsgemeinschaft christlicher Arbeitnehmerorganisationen Badens.
Bundestag
Maier kandidierte im Wahlkreis 176 und stand 1953 auf Platz 15, 1957 auf Platz 8 und 1961 auf Platz 5 der Landesliste. 1954, 1959 und 1964 gehörte er der Bundesversammlung an. Seine Mandatszeit umfasste 587 Sitzungen; Reden hielt er sieben in der 2., drei in der 3. und sechs in der 4. Wahlperiode, Zwischenrufe verzeichnen die Protokolle keine. Seine Papiere verwahrt das Archiv der Konrad-Adenauer-Stiftung in Sankt Augustin.
Reden
Die Protokolle zählen 16 Reden mit 2.718 Wörtern. Am 16. März 1956 erläuterte er als Berichterstatter des Ausschusses für Arbeit das Gesetz über die Lohnstatistik: Der Ausschuss habe die Vorlage der Regierung im Allgemeinen für gut, aber nicht für ausreichend befunden. Zuletzt beantragte er am 25. Juni 1964 für CDU/CSU und FDP eine Änderung in Paragraf 4 für den Fall, dass dem Antrag der SPD stattgegeben werde.
Abstimmungen
An 191 von 198 namentlichen Abstimmungen nahm Maier teil, 67-mal mit Ja, 111-mal mit Nein und 13-mal mit Enthaltung. 39 seiner 47 Abweichungen stammen aus den unsicheren Daten der 2. Wahlperiode; in der 4. Wahlperiode enthielt er sich etwa am 14. Dezember 1962 und am 28. Juni 1963 gegen die Mehrheit der Union. Laut Stammdaten war er Gewerkschaftssekretär, katholisch und verheiratet.
Mandate im Überblick
Maier rückte am 20. November 1953 für Otto Farny über die Landesliste der CDU Baden-Württemberg nach und wurde 1957 und 1961 wiedergewählt:
- 2. Wahlperiode (20.11.1953 bis 06.10.1957): Landesliste Baden-Württemberg, CDU/CSU-Fraktion
- 3. Wahlperiode (15.10.1957 bis 15.10.1961): Landesliste Baden-Württemberg, CDU/CSU-Fraktion
- 4. Wahlperiode (17.10.1961 bis 17.10.1965): Landesliste Baden-Württemberg, CDU/CSU-Fraktion
Stand: 18.10.2026
Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).