Köpfe: Javier Milei

Javier Gerardo Milei wurde am 22. Oktober 1970 geboren und ist ein argentinischer Wirtschaftswissenschaftler und Politiker. Er hat mehrere Bücher über Politik und Wirtschaft verfasst und moderierte die Radiosendungen Demoliendo mitos und Cátedra libre. Bekanntheit erlangte er durch seine Debatten und Äußerungen in den Fernsehsendungen verschiedener argentinischer Sender, was ihn dazu veranlasste, im Jahr 2021 eine politische Laufbahn einzuschlagen. Seit Dezember 2021 ist Milei nationaler Abgeordneter (Mitglied der argentinischen Abgeordnetenkammer) in Buenos Aires und vertritt die von ihm geführte Partei La Libertad Avanza.

Am 19. November 2023 wurde er zum Präsidenten Argentiniens gewählt.

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Köpfe: Dr. Hans Albrecht Freiherr von Rechenberg

Sohn eines Landrats aus Schlesien, promovierter Chemiker, Direktor und Inhaber einer Maschinenfabrik bei Köln, Erfinder des Ultratrieurs, Golfclubgründer und Mitgründer der FDP am Rhein: Hans Albrecht Freiherr von Rechenberg, geboren am 22.10.1892 in Neurode, gehörte dem Bundestag von 1949 bis zu seinem Tod an. Er starb am 19.01.1953 in Köln.

Kurzprofil

  • Geboren: 22. Oktober 1892 in Neurode (Schlesien)
  • Gestorben: 19. Januar 1953
  • Beruf: Fabrikant
  • Partei: FDP
  • Bundestag: 1949 bis 1953 (1. Wahlperiode), über die Landesliste

Neurode

Rechenberg war nach verfügbaren Angaben der Sohn eines preußischen Geheimen Oberregierungsrats, zeitweise Landrat des Kreises Neurode, und der späteren DNVP-Politikerin Freda von Rechenberg. Er studierte Philosophie und Chemie in Breslau und Berlin, wurde 1916 promoviert und dann Soldat. Die Stammdaten führen ihn als Fabrikanten. 1917 heiratete er Erika Freiin von Hammerstein-Loxten; das Paar hatte zwei Töchter und ließ sich 1940 scheiden.

Ultratrieur

Nach 1918 arbeitete Rechenberg in der chemischen Industrie, unter anderem bei Dynamit Nobel in Troisdorf, und war eine Zeitlang in Hamburg selbständig. Ab 1927 war er laut Handbuch Direktor, später Inhaber einer Maschinenfabrik bei Köln. Nach verfügbaren Angaben erfand er Neuerungen für die Getreideverarbeitung, etwa den Ultratrieur, eine Sortiervorrichtung für Getreide.

FDP

1945 gründete Rechenberg in Köln eine demokratische Gruppe mit, die in der FDP aufging; ab 1947 war er stellvertretender Landesvorsitzender. Er saß in der Industrie- und Handelskammer und im Vorstand des Metallarbeitgeberverbandes Köln und warb für den Ost-West-Handel. Von 1950 bis 1953 gehörte er der Parlamentarischen Versammlung des Europarates an.

Gelächter

Die Protokolle zählen 13 Reden mit 10.881 Wörtern. In der ersten am 24. März 1950 nahm er Heinrich Leuchtgens in Schutz, über den das Haus gelacht hatte. Dessen Art passe ihm nicht, sagte Rechenberg; wer solch einen Mann aber auslache, gebe einer Bewegung, die nur von der Ablehnung Bonns zusammengehalten werde, eine Plattform. Man habe schon erlebt, wie verlachte Leute Furchtbares anrichteten.

Anhänger

Die letzte Rede hielt Rechenberg am 10. Dezember 1952, 4.187 Wörter lang, zur Bekämpfung von Verkehrsunfällen. Oskar Rümmele (CDU) habe recht, er hätte seinen Antrag früher einbringen sollen. Der Wegfall des zweiten Anhängers bessere nichts: Die neuen großen Anhänger seien schwerer gebaut und ließen sich umso mehr überladen.

Nachfolge

Die Abstimmungsdaten bis 1953 werten wir nicht aus. Rechenberg starb am 19. Januar 1953 mit 60 Jahren an den Folgen eines Verkehrsunfalls. Um sein Mandat entstand nach verfügbaren Angaben ein einmaliger Rechtsstreit; dem Nachrücker Paul Hans Jaeger (FDP) wurde es aberkannt, als die Wahlperiode schon vorbei war. 1949 hatte Rechenberg in der Bundesversammlung mitgewählt. Als stellvertretender Landesvorsitzender folgte ihm nach verfügbaren Angaben Erich Mende, damals FDP.

Mandate im Überblick

Rechenberg kam 1949 über Platz 4 der Landesliste der FDP Nordrhein-Westfalen in den Bundestag:

  • 1. Wahlperiode (07.09.1949 bis 19.01.1953): Landesliste Nordrhein-Westfalen, FDP-Fraktion

Stand: 18.10.2026

Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).

Köpfe: Willi Lausen

Werftarbeitersohn, Arbeiterabiturient der Karl-Marx-Schule und Stuttgarter SPD-Kreisvorsitzender: Willi Lausen, geboren am 22.10.1901 in Kiel, gehörte dem ersten Bundestag von 1949 bis 1953 an. Er starb am 18.04.1972 in Beilstein.

Kurzprofil

  • Geboren: 22. Oktober 1901 in Kiel
  • Gestorben: 18. April 1972
  • Beruf: Redakteur
  • Partei: SPD
  • Bundestag: 1949 bis 1953 (1. Wahlperiode), stets direkt gewählt

Abitur

Lausen war Sohn eines Werftarbeiters. Ab 1917 gehörte er der Arbeiterjugend und einer Angestelltengewerkschaft an, ab 1920 der SPD; das Handbuch nennt 1921. Nach der Mittleren Reife arbeitete er von 1921 bis 1923 bei der gewerkschaftlichen Volksfürsorge. 1923 kam er in den ersten Arbeiter-Abiturientenkurs am Kaiser-Friedrich-Realgymnasium in Berlin-Neukölln unter Fritz Karsen, der späteren Karl-Marx-Schule, und legte 1926 das Abitur ab.

Stuttgart

1930 zog Lausen nach Stuttgart und trat dem Reichsbanner bei. Im Krieg war er Soldat, von 1943 bis 1945 in Russland. Als Kreisvorsitzender der Stuttgarter SPD gehörte er 1946 der Verfassunggebenden Landesversammlung Württemberg-Baden an, ab 1947 als Nachfolger von Erwin Schoettle dem Landtag, bis er das Mandat niederlegte; Paul Hofstetter rückte nach. Das Handbuch nennt ihn Versicherungsangestellten, Revisor und Journalist.

Ludwigsburg

1949 gewann Lausen den Wahlkreis Ludwigsburg mit 26,7 Prozent der Erststimmen. Im selben Jahr und 1954 gehörte er der Bundesversammlung an. 1953 schied er aus dem Bundestag aus. Von 1952 bis 1958 saß er im Landtag von Baden-Württemberg, laut Handbuch als stellvertretender Fraktionsvorsitzender, bis er am 30. Mai 1958 auch dieses Mandat niederlegte; nachgerückt ist Eugen Betzler.

Schäffer

Die Protokolle zählen 16 Reden mit 11.356 Wörtern in 282 Sitzungen. In der ersten am 12. Juli 1950, 938 Wörter lang, bedauerte er, Finanzminister Schäffer habe bei der Einbringung der Vorlage die Chance verpasst, sich den Beifall aller guten Deutschen und den Ruhm eines großen Patrioten zu erwerben. Danach verwies Besold von der Bayernpartei auf die Ausführungen des Bundesrats zu Paragraf 2. Wuermeling von der CDU hielt die Vorlage für finanztechnisch, Fisch von der KPD widersprach und nannte sie ein politisches Gesetz von äußerster Tragweite. Höpker-Aschoff warnte davor, solche Vorlagen an mehrere Ausschüsse zu überweisen.

Finanzausgleich

Die letzte Rede am 6. Juli 1951, 1.178 Wörter lang, galt dem Anteil des Bundes an Ländersteuern. Der Bundestag sei in einer heiklen Lage: Der Bundesrat wolle bestenfalls bis 25 Prozent gehen, der Finanzminister nicht von 31,3 Prozent abrücken. Schäffer antwortete auf die Begründung des Antrags Ollenhauer, die Zahl von 28 Prozent sei das arithmetische Mittel zwischen den 25 Prozent des Bundesrats und den gewünschten 31,3 Prozent. Seelos von der Bayernpartei spottete, hier spreche der Föderalist Schäffer und dort die Zentralisten der SPD. Danach verzeichnen die Protokolle bis 1953 keine Rede mehr.

Abstimmungen

An 64 von 133 namentlichen Abstimmungen nahm Lausen teil, 31-mal mit Ja, 31-mal mit Nein, zweimal mit Enthaltung. Für die erste Wahlperiode sind diese Daten lückenhaft. Die Stammdaten nennen ihn Redakteur, Konfession und Familienstand ohne Angaben.

Mandate im Überblick

Lausen gewann 1949 den Wahlkreis Ludwigsburg direkt:

  • 1. Wahlperiode (07.09.1949 bis 07.09.1953): Direktmandat, SPD-Fraktion

Stand: 17.10.2026

Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).

Köpfe: Erwin Holsteg

Bauernsohn vom Huferhof in Brünen, schwer verwundeter Soldat, Agraringenieur, Reitlehrer und Schützenpräsident: Erwin Holsteg, geboren am 22.10.1920 in Brünen, saß von 1980 bis 1983 für die FDP im Bundestag. Er starb am 02.04.2005 in Hamminkeln.

Kurzprofil

  • Geboren: 22. Oktober 1920 in Brünen
  • Gestorben: 2. April 2005
  • Beruf: Agraringenieur, Landwirt
  • Partei: FDP
  • Bundestag: 1980 bis 1983 (9. Wahlperiode), über die Landesliste
  • Religion/Familie: evangelisch, verheiratet, 3 Kinder

Jugend am Niederrhein

Holsteg wuchs mit fünf Geschwistern auf dem Huferhof in Brünen im damaligen Kreis Rees auf. Von 1935 bis 1938 besuchte er die landwirtschaftliche Berufsschule und schloss die Lehre ab.

Krieg

1940 nahm Holsteg am Frankreichfeldzug teil, im Frühjahr 1941 kam er an die Ostfront in den Nordabschnitt am Ilmensee bei Nowgorod und am Wolchow. Als Gruppenführer wurde er durch einen Lungensteckschuss schwer verwundet und erkrankte im Lazarett an Malaria. Nach langer Genesung war er wehruntauglich und wurde zum Studium beurlaubt. Anfang 1945 geriet er in amerikanische Gefangenschaft, im August 1945 wurde er aus dem Krankenlager entlassen.

Reiter und Schützen

1947 gründete Holsteg in Brünen den Reiterverein Jagdfalke, den er als Reitlehrer führte; 1957 wurde er Ehrenreitlehrer. Ab 1953 war er Präsident, ab 1976 Ehrenpräsident des Schützenvereins St. Johann in Brünen. Beruflich arbeitete er als Agraringenieur und Landwirt. Daneben engagierte er sich jahrzehntelang im Vereinsleben seines Heimatdorfs am Niederrhein.

Bundestag

1952 trat Holsteg der FDP bei. Bei der Wahl 1980 kam er mit fast 60 Jahren über die Landesliste Nordrhein-Westfalen in den Bundestag. Die FDP hatte bei dieser Wahl stark zugelegt, sodass auch Kandidaten von hinteren Listenplätzen einzogen. Der Spiegel zählte ihn zu den rund 20 Neulingen der Fraktion und beschrieb ihn als herzhaft rechtsliberalen Landwirt, während die Flügel um Otto Graf Lambsdorff und Gerhart Baum um die Stimmen der neuen Abgeordneten warben. Die Wahlperiode endete vorzeitig im März 1983, nachdem die FDP im Herbst 1982 die Koalition gewechselt hatte und Helmut Kohl Kanzler geworden war. Holsteg erlebte damit im Bundestag den Bruch der sozialliberalen Koalition und das konstruktive Misstrauensvotum gegen Helmut Schmidt mit. Die Plenarprotokolle verzeichnen sechs Reden von ihm und die Teilnahme an 15 namentlichen Abstimmungen.

Letzte Jahre

Nach dem Ausscheiden 1983 kehrte Holsteg nicht mehr in den Bundestag zurück. Er starb im April 2005 mit 84 Jahren in Hamminkeln, zu dem sein Geburtsort Brünen heute gehört.

Stammdaten

Die Stammdaten nennen Holsteg Agraringenieur und Landwirt, evangelisch, verheiratet mit drei Kindern, und verzeichnen das Listenmandat vom 04.11.1980 bis zum 29.03.1983. Sie decken sich mit den übrigen Quellen.

Mandate im Überblick

Holsteg zog 1980 über die nordrhein-westfälische Landesliste der FDP in den Bundestag ein:

  • 9. Wahlperiode (04.11.1980 bis 29.03.1983): Landesliste Nordrhein-Westfalen, FDP-Fraktion

Stand: 17.10.2026

Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).

Köpfe: Joachim Günther (Plauen)

Reichsbahnersohn aus dem Vogtland, Konstrukteur, LDPD-Sekretär in Plauen, erster Landeschef der sächsischen FDP, sieben Jahre Bau-Staatssekretär und 23 Jahre Abgeordneter: Joachim Günther, geboren am 22.10.1948 in Syrau, saß von 1990 bis 2013 für die FDP im Bundestag.

Kurzprofil

  • Geboren: 22. Oktober 1948 in Syrau (Vogtland)
  • Beruf: Dipl.-Ingenieur, Parl. Staatssekretär a. D.
  • Partei: FDP
  • Bundestag: 1990 bis 2013 (12. bis 17. Wahlperiode), über die Landesliste
  • Religion/Familie: verheiratet, 3 Kinder

Karl-Marx-Stadt

Günther lernte Maschinenbauer und studierte an einer Fachschule in Karl-Marx-Stadt, 1970 schloss er als Diplomingenieur für Konstruktion ab und arbeitete danach in Ingenieurbüros. Ein Fernstudium des Wirtschaftsrechts an der Akademie für Staats- und Rechtswissenschaft in Potsdam-Babelsberg beendete er 1982 als Diplomökonom. Er war freiwilliger Helfer der Volkspolizei und strebte nach eigener Aussage eine Wahlfunktion im Staatsapparat an.

LDPD

1971 trat Günther der Blockpartei LDPD bei, von 1975 bis 1977 war er Kreissekretär in Oelsnitz, von 1985 bis 1990 hauptamtlicher Sekretär in Plauen und dort Stadtverordneter. Von Februar bis August 1990 war er Hauptgeschäftsführer der gewendeten LDP und des Bundes Freier Demokraten. Medien führten seinen Weg später als Beispiel dafür an, wie Funktionäre aus der zweiten Reihe nach der Wende in der FDP unterkamen.

Landesvorsitz

Von 1990 bis 1995 führte Günther die FDP in Sachsen, bis 1994 gehörte er dem Bundespräsidium an, ab 1995 leitete er den Kreisverband Vogtland, von 2000 bis April 2007 war er Vizelandeschef. Im Bundestag war er im Januar 1991 knapp zwei Wochen Parlamentarischer Geschäftsführer der Fraktion.

Bauministerium

Am 24.01.1991 wurde Günther Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesbauminister, zunächst unter seiner Parteifreundin Irmgard Schwaetzer, nach 1994 unter Klaus Töpfer. Mit dem Regierungswechsel schied er am 26.10.1998 aus. Ab 2002 war er Sprecher der Fraktion für Wohnungspolitik und Aufbau Ost.

Vogtland

Sein Wahlkreis war das Vogtland mit Plauen, wo er 2009 als Direktkandidat 9,5 Prozent der Erststimmen erhielt. Als die FDP 2013 an der Fünfprozenthürde scheiterte, endete seine Zeit im Bundestag. Im Januar 2012 rief Günther auf seiner Homepage unter dem Titel Medienhetze ignorieren? Ich bin so frei zum Boykott kritischer Medien auf und verteidigte Bundespräsident Christian Wulff gegen die Berichterstattung. Günther ist verheiratet, hat drei Kinder und lebt in Theuma im Vogtlandkreis.

Stammdaten

Die Stammdaten nennen Günther Diplomingenieur und Parlamentarischen Staatssekretär a. D., ohne Angaben zur Religion, verheiratet mit drei Kindern. Sie verzeichnen sieben Listenmandate vom 20.12.1990 bis zum 22.10.2013 und nennen für 1994 und 1998 den Wahlkreis Reichenbach–Plauen–Auerbach–Oelsnitz.

Mandate im Überblick

Günther zog stets über die sächsische Landesliste der FDP in den Bundestag ein:

  • 12. Wahlperiode (20.12.1990 bis 10.11.1994): Landesliste Sachsen, FDP-Fraktion
  • 13. Wahlperiode (10.11.1994 bis 26.10.1998): Landesliste Sachsen, FDP-Fraktion
  • 14. Wahlperiode (26.10.1998 bis 17.10.2002): Landesliste Sachsen, FDP-Fraktion
  • 15. Wahlperiode (17.10.2002 bis 18.10.2005): Landesliste Sachsen, FDP-Fraktion
  • 16. Wahlperiode (18.10.2005 bis 27.10.2009): Landesliste Sachsen, FDP-Fraktion
  • 17. Wahlperiode (27.10.2009 bis 22.10.2013): Landesliste Sachsen, FDP-Fraktion

Stand: 17.10.2026

Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).

Köpfe: Dr. Herbert Gruhl

Bauernsohn aus der Oberlausitz, Germanist, Stadtrat in Barsinghausen, Umweltsprecher der Union, Bestsellerautor, BUND-Vorsitzender und Gründer gleich mehrerer Parteien: Herbert Gruhl, geboren am 22.10.1921 in Gnaschwitz, saß von 1969 bis 1980 im Bundestag, bis 1978 für die CDU. Er starb am 26.06.1993 in Regensburg.

Kurzprofil

  • Geboren: 22. Oktober 1921 in Gnaschwitz (Oberlausitz)
  • Gestorben: 26. Juni 1993
  • Beruf: Kaufmännischer Angestellter
  • Partei: CDU
  • Bundestag: 1969 bis 1980 (6. bis 8. Wahlperiode), über die Landesliste
  • Religion/Familie: evangelisch, verheiratet, 4 Kinder

Oberlausitz

Gruhl stammte aus einer alteingesessenen Bauernfamilie und machte eine landwirtschaftliche Ausbildung. Nach Kriegsdienst und Gefangenschaft studierte er Germanistik, Geschichte und Philosophie an der Humboldt-Universität und dann an der Freien Universität Berlin. 1957 wurde er mit einer Arbeit über Hugo von Hofmannsthal promoviert. 1961 zog er nach Barsinghausen und arbeitete bei einer Vertriebsfirma für Organisationsmaschinen in Hannover.

Umweltsprecher

1954 trat Gruhl der CDU bei, von 1961 bis 1972 saß er im Stadtrat von Barsinghausen, von 1965 bis 1974 führte er den Kreisverband Landkreis Hannover. 1970 wurde er Umweltsprecher der Fraktion, 1971 wies er als erster Abgeordneter im Plenum auf das Waldsterben hin. Vor der Wahl 1972 leitete er die Arbeitsgruppe für Umweltvorsorge der CDU und wurde einer der wenigen Kritiker der Kernenergie in der Union.

Ein Planet wird geplündert

Im September 1975 erschien sein Buch Ein Planet wird geplündert und wurde ein Bestseller. Von 1975 bis 1977 war Gruhl Vorsitzender des neu gegründeten BUND. Nach der Wahl 1976 entzog ihm die CDU die Sprecherrolle. Am 12.07.1978 trat er aus der Partei aus, behielt aber sein Mandat und verlas im Fernsehen einen offenen Brief an Helmut Kohl.

Grüne Aktion Zukunft

Einen Tag später gründete Gruhl die Grüne Aktion Zukunft. Zur Europawahl 1979 stand er neben Petra Kelly an der Spitze der Grünen, die 3,2 Prozent holten. Im Januar 1980 beteiligte sich die GAZ an der Gründung der Grünen, doch Gruhl unterlag bei der Vorsitzendenwahl Dieter Burgmann und verließ die Partei am 18.01.1981 mit etwa einem Drittel der Mitglieder.

ÖDP

1982 gründete Gruhl die Ökologisch-Demokratische Partei mit und wurde ihr erster Vorsitzender. Unter dem Slogan Weniger ist mehr holte sie 1988 in Baden-Württemberg 1,4 Prozent. 1989 trat er zurück, 1990 verließ er die ÖDP und schloss sich den Unabhängigen Ökologen Deutschlands an. Er lebte zuletzt auf einem Hof in Marktschellenberg und starb mit 71 Jahren nach einem Schlaganfall.

Stammdaten

Die Stammdaten nennen Gruhl kaufmännischen Angestellten, evangelisch, verheiratet mit vier Kindern, und führen ihn durchgehend als CDU. Sie verzeichnen drei Listenmandate bis zum 04.11.1980; den Austritt 1978 und den Wahlkreis Hannover-Land, in dem er kandidierte, zeigen sie nicht.

Mandate im Überblick

Gruhl zog dreimal über die niedersächsische Landesliste der CDU in den Bundestag ein:

  • 6. Wahlperiode (20.10.1969 bis 22.09.1972): Landesliste Niedersachsen, CDU/CSU-Fraktion
  • 7. Wahlperiode (13.12.1972 bis 13.12.1976): Landesliste Niedersachsen, CDU/CSU-Fraktion
  • 8. Wahlperiode (14.12.1976 bis 04.11.1980): Landesliste Niedersachsen, fraktionslos, CDU/CSU-Fraktion

Stand: 17.10.2026

Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).

Köpfe: Angela Grützmann

Polizistentochter aus Kreuzberg, Journalistin, Referentin für Frauenpolitik und Nachrückerin für einen verstorbenen Ökonomen: Angela Grützmann, geborene Korduan, geboren am 22.10.1937 in Brandenburg an der Havel, saß von 1974 bis 1976 für die SPD im Bundestag. Sie starb am 02.01.2023.

Kurzprofil

  • Geboren: 22. Oktober 1937 in Brandenburg (Havel)
  • Gestorben: 2. Januar 2023
  • Beruf: Kaufmännische Angestellte
  • Partei: SPD
  • Bundestag: 1974 bis 1976 (7. Wahlperiode), über die Landesliste
  • Religion/Familie: evangelisch, verheiratet, 2 Kinder

Kreuzberg

Angela Korduan wuchs als Tochter eines Polizisten aus dem Berliner Bezirk Kreuzberg auf und erwarb die mittlere Reife. Nach den übrigen Quellen arbeitete sie als Journalistin. Sie heiratete und bekam zwei Kinder; durch die Ehe trug sie den Namen Grützmann. Geboren war sie in Brandenburg an der Havel, westlich von Berlin, das nach dem Krieg in der DDR lag.

Frauenpolitik

1966 trat Grützmann der SPD bei. Innerhalb der Partei galt sie als rechts, aber kritisch. Ab 1969 arbeitete sie halbtags als Referentin für Frauenpolitik. Bei der Bundestagswahl 1972 kandidierte sie auf der Berliner Landesliste der SPD, erreichte aber zunächst kein Mandat. Die SPD stellte damals in Berlin den Regierenden Bürgermeister Klaus Schütz und war in der Stadt die stärkste Partei.

Nachfolge Arndt

Am 02.02.1974 rückte Grützmann für den verstorbenen Abgeordneten Klaus Dieter Arndt in den Bundestag nach. Arndt war am 29.01.1974 gestorben. Er war Wirtschaftswissenschaftler, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung und früher Staatssekretär im Wirtschaftsministerium gewesen. Sie übernahm damit das Mandat in der Mitte der siebten Wahlperiode und blieb bis zu deren Ende im Dezember 1976 Abgeordnete.

Berliner Status

Als Berliner Abgeordnete hatte Grützmann einen besonderen Status: Wegen des Viermächtestatus der Stadt wurden die Berliner Mitglieder des Bundestags nicht direkt gewählt, sondern vom Abgeordnetenhaus bestimmt, und im Plenum hatten sie bei Gesetzen kein volles Stimmrecht. Auch für Grützmann galt diese Regelung während ihrer gesamten Mandatszeit. Die Bundestagswahl 1976 brachte ihr kein neues Mandat. Die ZEIT berichtete im Dezember 1976 unter dem Titel Erst gefeuert, dann geheuert in der Reihe Frau und Politik über sie.

Kanzleramt

Nach dem Ausscheiden aus dem Bundestag wurde Grützmann Referentin von Helmut Schmidt beim Parteivorstand der SPD, der zu dieser Zeit Bundeskanzler und stellvertretender Parteivorsitzender war. Schmidt hatte den Kanzlerposten 1974 nach dem Rücktritt Willy Brandts übernommen, im selben Jahr, in dem Grützmann in den Bundestag kam. Sie starb Anfang Januar 2023 mit 85 Jahren. Der Bundestag nahm sie in seine Gedenkschrift für die im Jahr 2023 verstorbenen Abgeordneten auf.

Stammdaten

Die Stammdaten nennen Grützmann kaufmännische Angestellte, nicht Journalistin, evangelisch, verheiratet mit zwei Kindern. Sie verzeichnen das Listenmandat vom 02.02.1974 bis zum 13.12.1976 und das Todesdatum, das im früheren Text dieser Seite fehlte.

Mandate im Überblick

Grützmann rückte 1974 über die Berliner Landesliste der SPD nach:

  • 7. Wahlperiode (02.02.1974 bis 13.12.1976): vom Berliner Abgeordnetenhaus entsandt, SPD-Fraktion

Stand: 17.10.2026

Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).

Köpfe: Dr. Hubertus von Golitschek

Schlesier aus Prauß im Eulengebirge, Jurist aus Breslau und Prag, tschechischer Finanzbeamter, Direktionssekretär in der Stahlindustrie, Soldat, Internierter, Vertriebener, Wirtschaftsberater in Heidelberg und Europaratsdelegierter: Hubertus von Golitschek, geboren am 22.10.1910 in Prauß, saß von 1949 bis 1953 und von 1956 bis 1957 für die FDP im Bundestag. Er starb am 17.01.1969.

Kurzprofil

  • Geboren: 22. Oktober 1910 in Prauß
  • Gestorben: 17. Januar 1969
  • Beruf: Wirtschaftsberater
  • Partei: FDP
  • Bundestag: 1949 bis 1957 (1. bis 2. Wahlperiode), über die Landesliste

Prag

Nach dem Abitur studierte Golitschek Rechtswissenschaft in Breslau und Prag, legte beide Staatsexamen ab und wurde 1935 promoviert. Er trat in den tschechoslowakischen Finanzdienst ein und war seit 1937 Direktionssekretär in der Stahlindustrie. Von 1939 bis 1945 war er Soldat auf deutscher Seite.

Heidelberg

Nach Kriegsende wurde Golitschek in Prag interniert und 1946 als Deutscher aus der Tschechoslowakei ausgewiesen, wie Millionen andere. Er ließ sich danach in Heidelberg nieder, arbeitete dort als selbständiger Wirtschaftsberater und gründete die Badische Heimatvertriebenen-Organisation mit. 1948 wurde er in den Heidelberger Gemeinderat gewählt.

Fraktionsvorstand

1949 zog Golitschek über die Liste Württemberg-Baden in den ersten Bundestag ein. Bei der Neuwahl des Fraktionsvorstands am 06.05.1952 wurde er für den Rest der Wahlperiode Beisitzer. Der relativ unbekannte Hinterbänkler setzte sich dabei überraschend gegen Hans Albrecht von Rechenberg durch, den Vertreter des rechten Parteiflügels.

Europarat

Von 1950 bis 1954 war Golitschek stellvertretendes Mitglied der Beratenden Versammlung des Europarats in Straßburg. In den Protokollen der FDP-Fraktion, die die Kommission für Geschichte des Parlamentarismus ediert, taucht er für die erste Wahlperiode 48-mal auf, viele dieser Einträge stammen aus den Monaten April bis Juli 1952, rund um seine Wahl in den Vorstand. 1953 schied er aus dem Bundestag aus; für die zweite Wahlperiode verzeichnet die Edition nur drei Erwähnungen.

Nachrücker

Am 18.04.1956 rückte Golitschek für Paul Luchtenberg nach, diesmal über die Landesliste Nordrhein-Westfalen. Er blieb bis zum Ende der Wahlperiode am 06.10.1957; die zweite Amtszeit dauerte damit knapp anderthalb Jahre. In der Sitzung der FDP-Fraktion vom 04.02.1969, kurz nach seinem Tod, wird er ein letztes Mal erwähnt.

Stammdaten

Golitschek starb im Januar 1969 mit 58 Jahren. Die Stammdaten nennen ihn Wirtschaftsberater, ohne Angaben zur Religion, und machen keine Angaben zur Familie. Sie verzeichnen beide Listenmandate, vom 07.09.1949 bis zum 07.09.1953 für Württemberg-Baden und vom 18.04.1956 bis zum 06.10.1957 für Nordrhein-Westfalen. Sein Geburtsort Prauß im Landkreis Reichenbach heißt heute Prusy und liegt in Polen.

Mandate im Überblick

Golitschek kam 1949 über die Landesliste Württemberg-Baden in den Bundestag und rückte 1956 über die nordrhein-westfälische Liste nach:

  • 1. Wahlperiode (07.09.1949 bis 07.09.1953): Landesliste Württemberg-Baden, FDP-Fraktion
  • 2. Wahlperiode (18.04.1956 bis 06.10.1957): Landesliste Nordrhein-Westfalen, FDP-Fraktion

Stand: 17.10.2026

Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).

Köpfe: Dr. Göke D. Frerichs

Volkswirt, Hauptgeschäftsführer des Groß- und Außenhandelsverbands, Pharmagroßhändler und am Ende seiner Laufbahn Präsident des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses: Göke Frerichs, geboren am 22.10.1923 in Altenburg in Thüringen, saß von 1965 bis 1975 für die CDU im Bundestag. Er starb am 26.09.2014 in Bad Nauheim.

Kurzprofil

  • Geboren: 22. Oktober 1923 in Altenburg
  • Gestorben: 26. September 2014
  • Beruf: Großhandelskaufmann
  • Partei: CDU
  • Bundestag: 1965 bis 1975 (5. bis 7. Wahlperiode), über die Landesliste
  • Religion/Familie: evangelisch, verheiratet, 2 Kinder

Studium

Frerichs machte 1941 Abitur und wurde Soldat; aus der Kriegsgefangenschaft kam er 1946 zurück. Danach studierte er Rechts-, Staats- und Wirtschaftswissenschaften in Marburg, Frankfurt und an der Wirtschaftshochschule Mannheim, schloss 1949 als Diplom-Volkswirt ab und wurde 1951 zum Doktor der Staatswissenschaften promoviert. Seit 1946 war er Mitglied der CDU.

Verbandsmann in Bonn

Von 1951 bis 1969 arbeitete Frerichs beim Bundesverband des Deutschen Groß- und Außenhandels in Bonn, zuletzt als Hauptgeschäftsführer. Zugleich war er Kommunalpolitiker: von 1953 bis 1969 im Stadtrat von Bad Godesberg, wo er die Fraktion führte, und von 1957 bis 1969 im Kreistag des Landkreises Bonn. Der Verband und die Bundeshauptstadt lagen damit für ihn buchstäblich vor der Haustür.

Bundestag

1965 zog Frerichs in den Bundestag ein, als Vertreter der Handelsinteressen in der Fraktion der Union. Er blieb drei Wahlperioden, in denen die Große Koalition, der Regierungswechsel von 1969 und die Jahre der Union in der Opposition lagen. Am 15.01.1975 endete sein Mandat vorzeitig. Ab 1969 war er bereits in der Wirtschaft tätig, zunächst als Finanzvorstand, dann als Vorstandsvorsitzender der Andreae-Noris Zahn AG in Frankfurt, eines großen Pharmagroßhändlers, an dessen Spitze er bis 1981 stand.

Handel in Hessen

Nach dem Bundestag blieb Frerichs dem Handel verbunden: Er saß im Beirat von Handelsfirmen, von 1981 bis 1998 dem Aufsichtsrat des Einkaufskontors Frankfurt vor und führte von 1981 bis 2001 den hessischen Groß- und Außenhandelsverband, zugleich als Vizepräsident der IHK Frankfurt. Dem Präsidium des Bundesverbands gehörte er von 1976 bis zu seinem Tod an. Politisch engagierte er sich im Hochtaunuskreis, als Kreistagsmitglied und von 1986 bis 1990 als CDU-Kreisvorsitzender.

Brüssel

Seit 1990 gehörte Frerichs dem Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss in Brüssel an, dem beratenden Gremium der Arbeitgeber, Gewerkschaften und anderen Interessengruppen der Gemeinschaft. Von 2000 bis 2002 war er dessen Präsident, danach zwei Jahre Vizepräsident. 2003 beobachtete er für den Ausschuss den Europäischen Konvent, der den Entwurf eines Verfassungsvertrags erarbeitete. Noch bis zu seinem Tod mit fast 91 Jahren arbeitete er in Fachgruppen des Ausschusses mit.

Ehrungen

1983 erhielt Frerichs das Verdienstkreuz erster Klasse, später das Große Bundesverdienstkreuz mit Stern. Die Stammdaten nennen ihn Großhandelskaufmann, evangelisch, verheiratet und Vater zweier Kinder; andere Quellen sprechen von fünf Söhnen.

Mandate im Überblick

Dreimal brachte die nordrhein-westfälische Landesliste der CDU Frerichs in den Bundestag, 1965, 1969 und 1972; im Januar 1975 schied er vorzeitig aus:

  • 5. Wahlperiode (19.10.1965 bis 19.10.1969): Landesliste Nordrhein-Westfalen, CDU/CSU-Fraktion
  • 6. Wahlperiode (20.10.1969 bis 22.09.1972): Landesliste Nordrhein-Westfalen, CDU/CSU-Fraktion
  • 7. Wahlperiode (13.12.1972 bis 15.01.1975): Landesliste Nordrhein-Westfalen, CDU/CSU-Fraktion

Stand: 17.10.2026

Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).

Köpfe: Dietrich Austermann

In Berlin wurde Dietrich Austermann am 22.10.1941 geboren. Der Jurist und Kommunalbeamte ist Politiker der CDU aus Schleswig-Holstein, war mehr als zwei Jahrzehnte Bundestagsabgeordneter und danach Wirtschaftsminister in Kiel. Am 16.04.1982 zog Austermann als Abgeordneter für die CDU in den Bundestag ein. Zur Person hält die Bundestagsverwaltung fest: Beruf Rechtsanwalt, Stadtdirektor a. D., LM a. D., Religion katholisch, Familienstand verheiratet, 4 Kinder.

Kurzprofil

  • Geboren: 22. Oktober 1941 in Berlin
  • Beruf: Rechtsanwalt, Stadtdirektor a. D., LM a. D.
  • Partei: CDU
  • Bundestag: 1982 bis 2005 (9. bis 15. Wahlperiode), 1983 bis 1994 direkt im Wahlkreis Steinburg–Dithmarschen-Süd, sonst Landesliste
  • Landesamt: Minister für Wissenschaft, Wirtschaft und Verkehr Schleswig-Holstein 2005 bis 2008
  • Kommunal: Bürgermeister von Barsbüttel und Brunsbüttel, Stadtdirektor in Göttingen
  • Religion/Familie: katholisch, verheiratet, 4 Kinder

Ausbildung und Verwaltung

Austermann wurde in Berlin geboren und machte 1962 Abitur. Er studierte Rechtswissenschaften an der Freien Universität Berlin und in Münster und legte 1967 und 1971 die Staatsexamen ab. Danach arbeitete er bis 1974 als wissenschaftlicher Mitarbeiter der CDU-Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft und zugleich als Rechtsanwalt und Notar. 1971 trat er der CDU bei. Von 1974 bis 1977 war er hauptamtlicher Bürgermeister von Barsbüttel in Stormarn, von 1977 bis 1981 von Brunsbüttel an der Elbmündung. 1981 und 1982 war er Stadtdirektor und Kämmerer in Göttingen.

Haushälter im Bundestag

Am 16.04.1982 rückte Austermann über die Landesliste Schleswig-Holstein für Olaf Baron von Wrangel in den Bundestag nach. Von 1983 bis 1994 gewann er den Wahlkreis Steinburg–Dithmarschen-Süd direkt, 1998 und 2002 zog er über die Landesliste ein. Er machte sich als Haushaltspolitiker einen Namen und leitete ab 1998 die Arbeitsgruppe Haushalt der CDU/CSU-Fraktion sowie die Landesgruppe Schleswig-Holstein. Den CDU-Kreisverband Steinburg führte er von 1987 bis 2000, seither ist er dessen Ehrenvorsitzender. Am 04.05.2005 legte er sein Bundestagsmandat nieder.

Minister in Kiel

Am 27.04.2005 berief ihn Ministerpräsident Peter Harry Carstensen als Minister für Wissenschaft, Wirtschaft und Verkehr in die Große Koalition. Am 09.07.2008 trat Austermann mit 66 Jahren freiwillig zurück, sein Nachfolger wurde Werner Marnette. 2010 gehörte er zu den rund 40 Unterzeichnern des Energiepolitischen Appells, der längere Laufzeiten für Atomkraftwerke forderte.

Mandate im Überblick

Beim Einzug in den Bundestag war er 40 Jahre alt, beim Ausscheiden 63. Rechnet man die einzelnen Mandatszeiten zusammen, ergibt das rund 23 Jahre Zugehörigkeit in 7 Wahlperioden. Die Mandatszeiten im Einzelnen:

  • 9. Wahlperiode (16.04.1982 bis 29.03.1983): Landesliste Schleswig-Holstein, CDU/CSU-Fraktion
  • 10. Wahlperiode (29.03.1983 bis 18.02.1987): Direktmandat, CDU/CSU-Fraktion
  • 11. Wahlperiode (18.02.1987 bis 20.12.1990): Direktmandat, CDU/CSU-Fraktion
  • 12. Wahlperiode (20.12.1990 bis 10.11.1994): Direktmandat, CDU/CSU-Fraktion
  • 13. Wahlperiode (10.11.1994 bis 26.10.1998): Direktmandat im Wahlkreis Steinburg-Dithmarschen-Süd, CDU/CSU-Fraktion
  • 14. Wahlperiode (26.10.1998 bis 17.10.2002): Landesliste Schleswig-Holstein, CDU/CSU-Fraktion
  • 15. Wahlperiode (17.10.2002 bis 04.05.2005): Landesliste Schleswig-Holstein, CDU/CSU-Fraktion

Stand: 17.10.2026

Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).