Köpfe: Dr. Göke D. Frerichs

Volkswirt, Hauptgeschäftsführer des Groß- und Außenhandelsverbands, Pharmagroßhändler und am Ende seiner Laufbahn Präsident des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses: Göke Frerichs, geboren am 22.10.1923 in Altenburg in Thüringen, saß von 1965 bis 1975 für die CDU im Bundestag. Er starb am 26.09.2014 in Bad Nauheim.

Kurzprofil

  • Geboren: 22. Oktober 1923 in Altenburg
  • Gestorben: 26. September 2014
  • Beruf: Großhandelskaufmann
  • Partei: CDU
  • Bundestag: 1965 bis 1975 (5. bis 7. Wahlperiode), über die Landesliste
  • Religion/Familie: evangelisch, verheiratet, 2 Kinder

Studium

Frerichs machte 1941 Abitur und wurde Soldat; aus der Kriegsgefangenschaft kam er 1946 zurück. Danach studierte er Rechts-, Staats- und Wirtschaftswissenschaften in Marburg, Frankfurt und an der Wirtschaftshochschule Mannheim, schloss 1949 als Diplom-Volkswirt ab und wurde 1951 zum Doktor der Staatswissenschaften promoviert. Seit 1946 war er Mitglied der CDU.

Verbandsmann in Bonn

Von 1951 bis 1969 arbeitete Frerichs beim Bundesverband des Deutschen Groß- und Außenhandels in Bonn, zuletzt als Hauptgeschäftsführer. Zugleich war er Kommunalpolitiker: von 1953 bis 1969 im Stadtrat von Bad Godesberg, wo er die Fraktion führte, und von 1957 bis 1969 im Kreistag des Landkreises Bonn. Der Verband und die Bundeshauptstadt lagen damit für ihn buchstäblich vor der Haustür.

Bundestag

1965 zog Frerichs in den Bundestag ein, als Vertreter der Handelsinteressen in der Fraktion der Union. Er blieb drei Wahlperioden, in denen die Große Koalition, der Regierungswechsel von 1969 und die Jahre der Union in der Opposition lagen. Am 15.01.1975 endete sein Mandat vorzeitig. Ab 1969 war er bereits in der Wirtschaft tätig, zunächst als Finanzvorstand, dann als Vorstandsvorsitzender der Andreae-Noris Zahn AG in Frankfurt, eines großen Pharmagroßhändlers, an dessen Spitze er bis 1981 stand.

Handel in Hessen

Nach dem Bundestag blieb Frerichs dem Handel verbunden: Er saß im Beirat von Handelsfirmen, von 1981 bis 1998 dem Aufsichtsrat des Einkaufskontors Frankfurt vor und führte von 1981 bis 2001 den hessischen Groß- und Außenhandelsverband, zugleich als Vizepräsident der IHK Frankfurt. Dem Präsidium des Bundesverbands gehörte er von 1976 bis zu seinem Tod an. Politisch engagierte er sich im Hochtaunuskreis, als Kreistagsmitglied und von 1986 bis 1990 als CDU-Kreisvorsitzender.

Brüssel

Seit 1990 gehörte Frerichs dem Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss in Brüssel an, dem beratenden Gremium der Arbeitgeber, Gewerkschaften und anderen Interessengruppen der Gemeinschaft. Von 2000 bis 2002 war er dessen Präsident, danach zwei Jahre Vizepräsident. 2003 beobachtete er für den Ausschuss den Europäischen Konvent, der den Entwurf eines Verfassungsvertrags erarbeitete. Noch bis zu seinem Tod mit fast 91 Jahren arbeitete er in Fachgruppen des Ausschusses mit.

Ehrungen

1983 erhielt Frerichs das Verdienstkreuz erster Klasse, später das Große Bundesverdienstkreuz mit Stern. Die Stammdaten nennen ihn Großhandelskaufmann, evangelisch, verheiratet und Vater zweier Kinder; andere Quellen sprechen von fünf Söhnen.

Mandate im Überblick

Dreimal brachte die nordrhein-westfälische Landesliste der CDU Frerichs in den Bundestag, 1965, 1969 und 1972; im Januar 1975 schied er vorzeitig aus:

  • 5. Wahlperiode (19.10.1965 bis 19.10.1969): Landesliste Nordrhein-Westfalen, CDU/CSU-Fraktion
  • 6. Wahlperiode (20.10.1969 bis 22.09.1972): Landesliste Nordrhein-Westfalen, CDU/CSU-Fraktion
  • 7. Wahlperiode (13.12.1972 bis 15.01.1975): Landesliste Nordrhein-Westfalen, CDU/CSU-Fraktion

Stand: 17.10.2026

Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).

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