Bauernsohn vom Huferhof in Brünen, schwer verwundeter Soldat, Agraringenieur, Reitlehrer und Schützenpräsident: Erwin Holsteg, geboren am 22.10.1920 in Brünen, saß von 1980 bis 1983 für die FDP im Bundestag. Er starb am 02.04.2005 in Hamminkeln.
Kurzprofil
- Geboren: 22. Oktober 1920 in Brünen
- Gestorben: 2. April 2005
- Beruf: Agraringenieur, Landwirt
- Partei: FDP
- Bundestag: 1980 bis 1983 (9. Wahlperiode), über die Landesliste
- Religion/Familie: evangelisch, verheiratet, 3 Kinder
Jugend am Niederrhein
Holsteg wuchs mit fünf Geschwistern auf dem Huferhof in Brünen im damaligen Kreis Rees auf. Von 1935 bis 1938 besuchte er die landwirtschaftliche Berufsschule und schloss die Lehre ab.
Krieg
1940 nahm Holsteg am Frankreichfeldzug teil, im Frühjahr 1941 kam er an die Ostfront in den Nordabschnitt am Ilmensee bei Nowgorod und am Wolchow. Als Gruppenführer wurde er durch einen Lungensteckschuss schwer verwundet und erkrankte im Lazarett an Malaria. Nach langer Genesung war er wehruntauglich und wurde zum Studium beurlaubt. Anfang 1945 geriet er in amerikanische Gefangenschaft, im August 1945 wurde er aus dem Krankenlager entlassen.
Reiter und Schützen
1947 gründete Holsteg in Brünen den Reiterverein Jagdfalke, den er als Reitlehrer führte; 1957 wurde er Ehrenreitlehrer. Ab 1953 war er Präsident, ab 1976 Ehrenpräsident des Schützenvereins St. Johann in Brünen. Beruflich arbeitete er als Agraringenieur und Landwirt. Daneben engagierte er sich jahrzehntelang im Vereinsleben seines Heimatdorfs am Niederrhein.
Bundestag
1952 trat Holsteg der FDP bei. Bei der Wahl 1980 kam er mit fast 60 Jahren über die Landesliste Nordrhein-Westfalen in den Bundestag. Die FDP hatte bei dieser Wahl stark zugelegt, sodass auch Kandidaten von hinteren Listenplätzen einzogen. Der Spiegel zählte ihn zu den rund 20 Neulingen der Fraktion und beschrieb ihn als herzhaft rechtsliberalen Landwirt, während die Flügel um Otto Graf Lambsdorff und Gerhart Baum um die Stimmen der neuen Abgeordneten warben. Die Wahlperiode endete vorzeitig im März 1983, nachdem die FDP im Herbst 1982 die Koalition gewechselt hatte und Helmut Kohl Kanzler geworden war. Holsteg erlebte damit im Bundestag den Bruch der sozialliberalen Koalition und das konstruktive Misstrauensvotum gegen Helmut Schmidt mit. Die Plenarprotokolle verzeichnen sechs Reden von ihm und die Teilnahme an 15 namentlichen Abstimmungen.
Letzte Jahre
Nach dem Ausscheiden 1983 kehrte Holsteg nicht mehr in den Bundestag zurück. Er starb im April 2005 mit 84 Jahren in Hamminkeln, zu dem sein Geburtsort Brünen heute gehört.
Stammdaten
Die Stammdaten nennen Holsteg Agraringenieur und Landwirt, evangelisch, verheiratet mit drei Kindern, und verzeichnen das Listenmandat vom 04.11.1980 bis zum 29.03.1983. Sie decken sich mit den übrigen Quellen.
Mandate im Überblick
Holsteg zog 1980 über die nordrhein-westfälische Landesliste der FDP in den Bundestag ein:
- 9. Wahlperiode (04.11.1980 bis 29.03.1983): Landesliste Nordrhein-Westfalen, FDP-Fraktion
Stand: 17.10.2026
Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).