Landwirt aus dem Schwarzwald, Berufssoldat und Hauptmann, Eisen- und Stahlhändler in Freiburg, Mitgründer der Deutschen Partei in Baden und ein Abgeordneter, der zur Union wechselte: Wilhelm Probst, geboren am 11.08.1912 in Ühlingen, gehörte dem Bundestag von 1957 bis 1961 an. Er starb am 22.01.1979 in Freiburg im Breisgau.
Kurzprofil
- Geboren: 11. August 1912 in Ühlingen (Schwarzwald)
- Gestorben: 22. Januar 1979
- Beruf: Selbständiger Kaufmann
- Partei: DP
- Bundestag: 1957 bis 1961 (3. Wahlperiode), über die Landesliste
- Religion/Familie: evangelisch, verheiratet
Wehrmacht
Probst ließ sich laut Handbuch zum Landwirt ausbilden und wurde 1934 Berufssoldat. Bis 1945 diente er in der Wehrmacht, zuletzt als Hauptmann und Bataillonsführer, und geriet in Kriegsgefangenschaft. Der NSDAP war er nach verfügbaren Angaben schon zum 1. Dezember 1931 beigetreten. Die Stammdaten führen ihn als selbständigen Kaufmann, evangelisch, verheiratet.
Freiburg
Nach dem Krieg handelte Probst selbständig mit Eisen und Stahl. Von 1953 bis 1956 saß er im Stadtrat von Freiburg. 1952 gründete er die DP in Baden mit, bis Anfang 1957 war er Geschäftsführer des Landesverbands Baden-Württemberg, danach Bezirksvorsitzender in Südbaden. 1953 kandidierte er laut Handbuch im Wahlkreis 185 und auf Platz 13 der Landesliste ohne Erfolg.
Gutachter
Sein Mandat umfasste 168 Sitzungen; die Protokolle zählen 16 Reden mit 14.618 Wörtern. In der ersten am 12. März 1958 begründete er den Antrag der DP, den Personalgutachterausschuss aufzuheben. Die alliierten Gesetze hätten den Soldatenstand ins Zwielicht der NS-Zeit geraten lassen; der Ausschuss habe den personellen Aufbau der Bundeswehr abschirmen sollen und diese Aufgabe weitgehend erfüllt. Eine Einrichtung, die nicht mehr benötigt werde, solle man den Mut haben aufzuheben.
Wehrpflicht
Die letzte Rede hielt Probst am 24. Juni 1960 zur Änderung des Wehrpflichtgesetzes. Die DP sei sich nach dem Krieg keine Stunde unklar über ihre Haltung zur Wehrpflicht gewesen: Kein Volk im Schnittpunkt von Weltinteressen könne sich behaupten, wenn es nicht bereit sei, seine Existenz mit der Waffe zu schützen. Zuvor hatte er sich gegen einen SPD-Antrag gewandt, Beauftragte von Vereinigungen zur Betreuung von Kriegsdienstverweigerern zuzulassen.
Abstimmungen
An allen 31 namentlichen Abstimmungen nahm Probst teil, 13-mal mit Ja und 18-mal mit Nein. Dreimal stimmte er gegen die Mehrheit seiner Fraktion mit Nein, zweimal am 12. Dezember 1958 und einmal am 12. Juni 1959. 1959 wählte er in der Bundesversammlung mit.
Wechsel
Am 1. Juli 1960 verließ Probst die Fraktion der DP und war fraktionslos, am 20. September schloss er sich der CDU/CSU an. 1961 stand er laut Handbuch auf Platz 37 der Landesliste der CDU Baden-Württemberg und kam nicht mehr in den Bundestag. Er starb mit 66 Jahren in Freiburg.
Mandate im Überblick
Probst kam 1957 als Spitzenkandidat der Landesliste der DP Baden-Württemberg in den Bundestag:
- 3. Wahlperiode (15.10.1957 bis 15.10.1961): Landesliste Baden-Württemberg, CDU/CSU-Fraktion, fraktionslos
Stand: 18.10.2026
Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).
