Oberschulrat und Haushaltspolitiker aus West-Berlin: Lothar Löffler, geboren am 11.08.1929 in Berlin, gehörte dem Bundestag von 1969 bis 1987 an. Er starb am 17.01.2005 in Berlin.
Kurzprofil
- Geboren: 11. August 1929 in Berlin
- Gestorben: 17. Januar 2005
- Beruf: Oberschulrat a. D.
- Partei: SPD
- Bundestag: 1969 bis 1987 (6. bis 10. Wahlperiode), über die Landesliste
- Religion/Familie: evangelisch, verheiratet, 2 Kinder
Berlin
Löffler war Schulmann; die Stammdaten führen ihn als Oberschulrat a. D. Als Berliner Abgeordneter saß er in fünf Wahlperioden für die SPD im Bundestag, immer über die Landesliste Berlin (West). Er galt als konservativer Sozialdemokrat auf der Linie von Helmut Schmidt. 1983 erhielt er das Verdienstkreuz 1. Klasse, 1986 das Große Verdienstkreuz.
Grüner Bericht
Die erste Rede am 11. März 1970, 1.894 Wörter lang, galt dem Grünen Bericht. Löffler sagte, im Laufe der nächsten zehn Jahre müssten noch Menschen aus der landwirtschaftlichen Erwerbstätigkeit ausscheiden, was nicht bedeuten müsse, dass sie ihr Dorf verlassen. Er fragte, wer die großen Opfer der Landwirtschaft politisch zu verantworten habe, und forderte, den Wandel annehmbar und erträglich zu gestalten, ohne unerfüllbare Hoffnungen zu wecken.
Haushaltsgesetz
Seine letzte Rede am 27. November 1986, 1.131 Wörter lang, begann mit einem Zitat aus einer Schrift Friedrichs des Großen von 1739 über ein Labyrinth. Das Haushaltsgesetz sei ein Stiefkind der parlamentarischen Beratung, obwohl von ihm oft stärkere Wirkungen ausgingen als von den Titeln der Einzelpläne. Er erinnerte an eine Persiflage, die er mit dem FDP-Kollegen Klaus Gärtner verfasst hatte: Die Regierung dürfe Geld in beliebiger Höhe aufnehmen. Die Berlin-Klausel lautete darin, das Gesetz gelte in Berlin gleich zweifach.
Reden
Die Protokolle zählen 123 Reden in 1.086 Sitzungen, im Schnitt 28 je Wahlperiode, dazu 615 Zwischenrufe, die meisten in der 9. Wahlperiode mit 361. Löffler kämpfte nach eigenen Worten immer leidenschaftlich gegen die globale Minderausgabe. Zu den Kürzungen des Haushalts 1987 sagte er, die Senkung der Nettokreditaufnahme um 1,4 Milliarden DM werde durch eine Haushaltssperre im Einzelplan 60 erreicht.
Abstimmungen
An allen 323 namentlichen Abstimmungen nahm Löffler teil: 110-mal Ja, 200-mal Nein, 13 Enthaltungen. 49 Stimmen wichen von der Mehrheit der SPD ab, 39 davon in der 10. Wahlperiode; wegen des eingeschränkten Stimmrechts der Berliner Abgeordneten sind diese Zahlen nicht aussagekräftig. Am 28. November 1986 stimmte er gegen das Haushaltsgesetz 1987. Die Stammdaten nennen ihn evangelisch, verheiratet, zwei Kinder.
Mandate im Überblick
Löffler kam fünfmal über die Berliner Landesliste der SPD in den Bundestag:
- 6. Wahlperiode (20.10.1969 bis 22.09.1972): vom Berliner Abgeordnetenhaus entsandt, SPD-Fraktion
- 7. Wahlperiode (13.12.1972 bis 13.12.1976): vom Berliner Abgeordnetenhaus entsandt, SPD-Fraktion
- 8. Wahlperiode (14.12.1976 bis 04.11.1980): vom Berliner Abgeordnetenhaus entsandt, SPD-Fraktion
- 9. Wahlperiode (04.11.1980 bis 29.03.1983): vom Berliner Abgeordnetenhaus entsandt, SPD-Fraktion
- 10. Wahlperiode (29.03.1983 bis 18.02.1987): vom Berliner Abgeordnetenhaus entsandt, SPD-Fraktion
Stand: 17.10.2026
Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).