Wer ist Hirse Hitler?

Hirse Hitler, auch HirseHitler oder selten Hirstler, ist ein Spitzname von Attila Hildmann. Auf twitter ist auch der Hashtag #HirseHitler gebräuchlich.

Wer ist Avocadolf?

Als Avocadolf wird Attila Hildmann bezeichnet, der zunehmend durch seine Nähe zur Reichsbürgerszene auffällt.

Es ist eine Anspielung auf Adolf Hitler und Hildmanns Veganertum (Avocado).

Wie #b2908 von Kritikern gesehen wird und wie es ist

Einige – besonders auf twitter – tun so, als würde bei der #b2908 Demo Hitler an der Spitze eines Fackelzugs marschieren, aus dem Corona verseuchte Aerosol Bomben gefeuert werden.

Völlig unnötige Überbewertung der Demo. Unsere Demokratie muss und kann das aushalten.

Liste: Jahrestage der Neonazi Szene

Folgende Tage haben in der Neonazi Szene besondere Bedeutung:

  • 13. Februar
    Luftangriffe auf Dresden
  • 20. April
    Geburtstag Adolf Hitlers
  • 1. Mai
    von den Nationalsozialisten eingeführter Feiertag (Erster Mai)
  • 17. August
    Todestag von Hitlers Stellvertreter Rudolf Heß im Kriegsverbrechergefängnis Spandau
  • 9. November
    Tag des gescheiterten „Hitlerputsches“ im Jahr 1923 sowie der Novemberpogrome 1938 im Jahr 1938.

Meinung: Warum man auch problematische Straßennamen nicht ändern sollte – unter besonderer Berücksichtigung von Hindenburg

Werden Straßen und Plätze neu benannt, so gibt es dafür Regeln, gerade wenn es um die Benennung nach Persönlichkeiten geht. So sollen “Straßen nur nach bereits verstorbenen Persönlichkeiten” benannt werden und “Personennamen der neueren Geschichte sollen nur dann verwendet werden, wenn ihr Geschichtsbild nach Persönlichkeit, Verhalten und Nachwirkung abgeklärt ist und überwiegend positiv bewertet wird”. Solche Formulieren finden sich in Abwandlungen in allen Städten und Gemeinden. Auch auf die Ausgewogenheit nach Geschlechtern wird inzwischen geachtet – und das ist auch alles gut so.

Inzwischen wird aber auch verstärkt über die Umbenennung von bestehenden Straßen nachgedacht und diskutiert. Und natürlich gibt es Namen, die untragbar sind: völlig zu Recht wurden die vielen Adolf Hitler Straßen direkt nach dem Krieg umbenannt, die Symbolwirkung war und wäre einfach zu fatal, wie auch übrigens bei anderen Personen, die zu seinem Kreis zählen.

Inzwischen geht die Diskussion jedoch weiter und gerade die zahlreichen Hindenburg Straßen stehen im Fokus der Aufmerksamkeit. Nun gibt es sicher historisch belastete Namensgeber, über die man eher reden sollte, ich denke da z.B. an die noch bestehenden “von-Trotha” Straßen, doch gibt es nun einmal besonders viele Hindenburgstraßen, -plätze, Alleen und nicht zuletzt den Hindenburgdamm zwischen Sylt und dem Festland.

Doch ist der ehemalige Reichspräsident Paul von Hindenburg wirklich so ein Problem? Er war sicherlich kein Vorzeigedemokrat im modernen Sinne. Allerdings war er auch kein Antidemokrat. Sicher, als Kind seiner Zeit – Jahrgang 1847 – und aufgrund seiner Herkunft war er im Herzen Monarchist, doch fühlte er sich als alter Generalfeldmarschall durch seinen Amtseid fest an die Weimarer Reichsverfassung gebunden. Durch seine selbstverständlich geleistete Unterschrift unter den Young Plan machte er sich bei den rechten Parteien durchaus unbeliebt. Vom antisemitischen Lager erntete er harsche Kritik, da er sich für ein offizielles Portrait von “dem Juden Liebermann” anfertigen ließ. Bevor er Hitler zum Reichskanzler ernannte, musste er erst von seinen Vertrauten Franz von Papen, Otto Meissner und Oskar von Hindenburg überzeugt werden, diesen Schritt zu gehen. Hindenburgs Intention dabei war nicht das spätere Dritte Reich, vielmehr wollte er Hitler ausbremsen. Oder wie von Papen gesagt haben soll: “In zwei Monaten haben wir Hitler in die Ecke gedrückt, dass er quietscht!” Diese fatale Fehleinschätzung kann, ja muss, man Hindenburg vorwerfen.

Doch ist diese ein Grund dafür, Hindenburgstraßen umzubennen?

Ganz klar nein, sogar im Gegenteil.

Denn wenn wir im Alltag die negativen Aspekte und nicht uneingeschränkt positiven Personen aus unserer Geschichte ausblenden, geraten diese in Vergessenheit. Die historisch mehr oder weniger belasteten Straßenbezeichnung bringen uns immer wieder dazu, über die Vergangenheit nachzudenken und gemahnen uns, die Fehler aus ihr nicht zu wiederholen.

Und wenn wir nur noch vermeintlich politisch korrekte Straßennamen von Personen ohne Fehl und Tadel haben wollen, bleiben wohl gar keine mehr übrig. Vielleicht noch Märchenfiguren, wenn überhaupt – denn den modernen dem derzeitigen Zeitgeist entsprechenden Moralvorstellungen entsprechen diese meist auch nicht.

Daher sollten wir diese Umbenennungsdiskussionen beenden und historische Straßennamen nicht als fortgeltende Ehrung begreifen, sondern als geschichtliche Zeugnisse, die wir im Kontext sehen und interpretieren müssen.

Anders sieht es freilich bei Schulen, Universitäten, Kasernen und anderen Einrichtungen aus – diese sollten Namen von Personen tragen, die mehr als Vorbilder taugen. Eine “Paul von Hindenburg Schule” wäre heute zu Recht undenkbar. Wider anders mag man es bei den Ehrenbürgerschaften sehen, die man mE immer auch als Ausdrücke der Geschichte und im Kontext der jeweiligen Zeit sehen sollte. Aber das ist ein anderes Thema.

Bild: Das Foto zeigt das Straßenschild am Hindenburgplatz in Bonn.

Dokumentiert: Alle Hitler tweets von Mario Sixtus in einem Bild

Hier finden Sie alle tweets, in denen Mario Sixtus bis 27. November 2019 “Hitler” geschrieben hat in einem Screenshot. Hier ist der Link zur entsprechenden – dann aktuellen – Suchabfrage.

Dokumentiert: Der Hitler – Nuhr Vergleich von Mario Sixtus

Adolf Hitler, für mich der Dieter Nuhr unter den Faschisten.

So twittert Mario Sixtus, immerhin freier Mitarbeiter beim ZDF.

Später wird dies dann – auch auf twitter – gleich relativiert:

Ich stelle klar: Ich habe Dieter Nuhr sowenig mit Hitler verglichen wie Dieter Nuhr Greta mit Hitler verglichen hat. Ebensowenig habe ich Greta mit Dieter Nuhr verglichen. Wer etwas anderes behauptet, ist vielleicht schonmal mit Stalin verglichen worden, jedoch nicht von mir.

Meinung: Was wäre wenn – über Spekulation in der Geschichte im Allgemeinen und Hitler Attentate im Besonderen

Am 8. November 2019 – dem 80. Jahrestag des Attentats von Georg Elser auf Hitler – stellte ich auf twitter folgende These auf

These:
Hätte Elser #AndiesemTag 1939 Erfolg gehabt, hätte dies die NAZI Herrschaft nicht beendet. Judenverfolgung wäre weiter gegangen, WK2 wäre später gekommen und anders verlaufen, wir würden heute in einem anderen Europa leben mit Verehrung von Hitler als Märtyrer.
Meinungen?

Zwei Antworten darauf veranlassen mich dazu, hier kurz Stellung zu beziehen.

Zunächst aber noch zu meiner These: 1939 war die Nazi-Diktatur obenauf, der gerade begonnene Krieg konnte dies nicht trüben, auch wenn es – anders als 1914 – zunächst keine Euphorie über den Kriegsbeginn gab. Diese sollte sich erst 1940 nach dem Sieg über Frankreich einstellen. “Man soll nicht vergessen und sich nicht ausreden lassen, daß der Nationalsozialismus eine enthusiastische, funkensprühende Revolution, eine deutsche Volksbewegung mit einer ungeheuren seelischen Investierung von Glauben und Begeisterung war.” wie Thomas Mann feststellte.  Das Regime war gefestigt, eine Opposition gab es nicht mehr. Rudolf Heß hatte den Titel “Stellvertreter des Führers”, ob er es nach dessen Ermordung tatsächlich geworden oder wenn ja lange geblieben wäre, ist allerdings fraglich. Wahrscheinlich wäre Göring Hitlers Nachfolger geworden. Hitler wäre jedenfalls von der NS-Propaganda verklärt und mystifiziert worden. Ansonsten: die Unterdrückung der Juden wäre geblieben, ob es den Holocaust aber in dieser Form und Radikalität gegeben hätte darf angezweifelt werden. Es hätte wohl eine andere Form der “Endlösung der Judenfrage” gegeben. Ebenso fraglich ist auch, ob sich der begonnene Krieg z um zweiten Weltkrieg entwickelt hätte oder nicht doch eher auf Europa begrenzt geblieben wäre und nach überschaubarer Zeit mit einer Neuordnung geendet hätte: ein starkes Deutsches Reich im Zentrum mit Vasallenstaaten im Westen und Süden sowie im Norden ein finnlandisiertes Königreich und ein sowjetisch beherrschter Osten. Eine neue europäische Ordnung, die wahrscheinlich lange gehalten hätte.

So spekulativ dies alles im Detail ist, ist eine Sache klar: zusammengebrochen wäre das NS-Regime bei Erfolg Elsers nicht, wahrscheinlich ganz im Gegenteil. Sein Plan war, anders als der der Verschwörer rund um Stauffenberg, von Vornherein zum Scheitern verurteilt. Allerdings: vielleicht hätte Elser – wenn auch nicht das Große und Ganze – das ein oder andere persönliche Leid verhindert.

Hätte…
Spekulation.
Schlimmster Sorte.
Hitler als Märtyrer? Das tut schon in der Kombination in der Substanz weh.
Niemals.
Wir kennen seit Hilter die Definition des Tyrannenmords. Wenigstens das.
Elser war ein Held.
Möge er in Frieden ruhen.

Dies wurde mir auf diesen tweet geantwortet. Ebenso wie 

My 5 Cent: die These & Frage hilft uns nicht in irgendeiner relevanten Form unsere Geschichte besser verstehen, noch hilft sie das Phänomen, des wiederstarken der radikalen Rechte & Faschismus zu erklären. Wenn ich ehrlich bin, Frage ich mich wie man auf die These & Fragte kommt?

Zunächst einmal – mir geht und ging es nicht darum, das Andenken Elsers in irgendeiner Form zu beschädigen. Ganz im Gegenteil. Er gemahnt uns daran, dass man sich gegen das Regime stellen konnte und hätten vorher schon mehr so gedacht wie er, wäre es vielleicht gar nicht zum Dritten Reich gekommen.

Ganz entschieden entgegentreten möchte ich aber der Annahme, dass solche Gedankenexperimente einen nicht weiterbringen. Ganz im Gegenteil: Sie bringen einen dazu, genauer über Geschichte nachzudenken, sich mit den Hintergründen zu beschäftigen.

Und viele Wendepunkte der Geschichte können zu solchen Gedankenspielen anregen – würden wir jetzt noch in der Weimarer Republik leben, wenn Hitler an der Wiener Kunstakademie angenommen worden wäre? Gäbe es die USA, wenn die späteren Gründerväter lieber Wein und Bier als Tee getrunken hätten? Würde das römische Reich noch existieren, wenn die Römer ein einfacheres Zahlensystem gehabt hätten?

Und konkret auf die heutige Zeit bezogen: Die Erkenntnis, dass der Tyrannenmord das Dritte Reich wohl nicht beendet hätte, sollte uns eine weitere Warnung sein, ein solches System nie wieder entstehen zu lassen.

Wer sich für alternative Geschichtsverläufe rund um Nazi-Deutschland interessiert, dem empfehle ich neben “Vaterland” von Harris und “Wenn das der Führer wüsste” von Basil insbesondere der “Der 21. Juli” (von Ditfurth).

Reductio ad Hitlerum

Die “Reductio ad Hitlerum” (Rückführung auf Hitler, Reduzierung auf Hitler) ist ein Mittel in Diskussionen, um Argumente in einfacher Weise zu diskreditieren.

  • Hitler hatte keinen Führerschein, Hitler war abgrundtief schlecht – alle Menschen ohne Führerschein sind abgrundtief schlecht.
  • Hitler war Vegetarier, Hitler war Nazi – alle Vegetarier sind Nazis

Der Begriff geht auf den Philosophen Leo Strauss zurück, der 1953 schrieb:

Unfortunately, it does not go without saying that in our examination we must avoid the fallacy that in the last decades has frequently been used as a substitute for the reductio ad absurdum: the reductio ad Hitlerum. A view is not refuted by the fact that it happens to have been shared by Hitler.

Leider ist es nicht selbstverständlich, dass wir bei unserer Prüfung den Irrtum vermeiden müssen, der in den letzten Jahrzehnten häufig als Ersatz für die “Reductio ad Absurdum” verwendet wurde: die “Reductio ad Hitlerum”. Eine Ansicht wird nicht dadurch widerlegt, dass sie auch von Hitler geteilt wurde.

Thomas Fleming griff dies im Jahr 2000 auf:

Leo Strauss called it the “Reductio ad Hitlerum”. If Hitler liked neoclassical art, that means that classicism in every form is Nazi; if Hitler wanted to strengthen the German family, that makes the traditional family (and its defenders) Nazi; if Hitler spoke of the “nation” or the “folk”, then any invocation of nationality, ethnicity, or even folkishness is Nazi.

Leo Strauss nannte es “Reductio ad Hitlerum”. Wenn Hitler klassizitische Kunst mochte, bedeutet das, dass der Klassizismus in jeder Form Nazi ist; wenn Hitler die deutsche Familie stärken wollte, macht das die traditionelle Familie (und ihre Verteidiger) zu Nazis; wenn Hitler von der “Nation” oder dem “Volk” sprach, dann ist jede Anrufung von Nationalität, Ethnizität oder gar Volksnähe Nazi.

Eine einfachere Bezeichnung für diese Argumentationsmethode ist weghitlern.

Fridays for Future und die Familie Reemtsma – oder warum Luisa Neubauer hier transparent sein sollte

Luisa Neubauer ist inzwischen das Gesicht von Fridays for Future in Deutschland. Neben ihr hört man in letzter Zeit auch mehr über Carla Reemtsma. Als ich nach dieser auf Google suchte, stieß ich drauf, dass Carla die Cousine von Luisa sein soll. Und beide sollen der Reemtsma Familie – ja genau der – entstammen.

Über einen privaten Kontakt wurde mir dann bestätigt, dass Luisas Mutter – Frauke Neubauer – tatsächlich die Cousine von Jan Philipp Fürchtegott Reemtsma und übrigens auch bei Fridays for Future aktiv ist.

Das ist ja nun alles nicht weiter dramatisch und anstößig.

Doch in den einschlägigen Foren werden schon die verwegensten Verschwörungstheorien  gesponnen, warum denn das Großkapital / die Freimaurer / die jüdische Weltverschwörung / die Nazis* jeweils repräsentiert durch Familie Reemtsma hinter den Fridays for Future Protesten stecken und welches Ziel zur Weltherrschaft sie eigentlich damit verfolgen.

Neben solchen nicht Ernst zu nehmenden Spekulationen gibt es aber auch durchaus Fragen, die auch seriösere Medien und Kritiker aufgreifen könnten. Zum Beispiel die, ob Neubauers Eltern – Frauke und Harry – tatsächlich an Kreuzfahrtschiffen beteiligt sind oder die von Carla Reemtsma an Containerschiffen. Und wenn schon die Instagram Fotos von Luisa Neubauers früheren Fernreisen es in ihren Wikipedia Eintrag geschafft und ihr den Spitznamen Langstreckenluisa eingebrockt haben, so bergen diese Fragen nach den möglicherweise nicht gerade klimafreundlichen wirtschaftlichen Aktivitäten der Familie ein ungleich größeres Kritikpotential.

Und so hielte ich es an Stelle von Luisa Neubauer hier für sinnvoll, mit einem kurzen Statement für Klarheit zu sorgen, um solche Diskussionen erst gar nicht groß werden zu lassen.

Mehr über die Familie Reemtsma finden Sie hier.

* Philipp Fürchtegott Reemtsma sagte bereits 1932 Hitler persönlich zu, Anzeigen in den Zeitungen der NSDAP zu schalten und Alwin Siegfried Fürchtegott Reemtsma war tatsächlich nicht nur Zigarettenfabrikant, sondern auch Standartenführer der Waffen-SS und erhielt 1939 den Ehrendegen des Reichsführers SS.