Stand: 30. Oktober 2026. Wisconsin wählt am 3. November alle acht Mitglieder seiner Delegation im US-Repräsentantenhaus. Besonders wichtig sind die Rennen im dritten und ersten Wahlkreis. Eine US-Senatswahl gibt es diesmal nicht. Gleichzeitig entscheidet der Staat über einen neuen Gouverneur, die Mehrheiten im Landesparlament und drei Verfassungsänderungen. Fünf unabhängige Kongresskandidaten stehen regulär auf den Stimmzetteln.
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Welche Kongresssitze werden gewählt?
Alle acht House-Sitze werden für zwei Jahre vergeben. Bisher halten die Republikaner sechs, die Demokraten zwei. Die beiden US-Senatoren stehen nicht zur Wahl: Ron Johnsons reguläre Wiederwahl ist 2028, Tammy Baldwins 2030 vorgesehen. Wahlübersicht und Amtszeiten.
Wisconsin ist landesweit häufig knapp umkämpft, seine Kongresswahlkreise sind aber sehr unterschiedlich. Demokratische Hochburgen um Madison und Milwaukee stehen republikanisch geprägten Bezirken gegenüber. Deshalb lässt sich aus einem landesweiten Gouverneursvorsprung nicht unmittelbar auf die Verteilung der acht House-Sitze schließen.
WI-03: Van Orden gegen Cooke – und zwei Unabhängige
Im Westen Wisconsins trifft der republikanische Amtsinhaber Derrick Van Orden erneut auf Rebecca Cooke. Sie verlor das Duell 2024 mit weniger als drei Prozentpunkten Abstand. Der frühere Navy SEAL Van Orden setzt auf seine Nähe zu Donald Trump. Cooke, die auf einem Milchviehbetrieb aufwuchs und unter anderem als Kellnerin arbeitete, stellt die Lebenshaltungskosten in den Mittelpunkt. AP-Wahlüberblick.
Cooke wirbt für bessere Löhne, bezahlbare Gesundheitsversorgung und niedrigere Steuern für arbeitende Familien. Van Orden verteidigt die von ihm unterstützten republikanischen Steuersenkungen. Die Bewertungen zeigen ein offenes Rennen mit demokratischen Chancen: Cook Political Report und Sabato’s Crystal Ball sehen „Lean Democratic“, Inside Elections einen „Toss-up“. Kandidatenpositionen und aktuelle Bewertungen.
Der tatsächliche Stimmzettel enthält jedoch vier Namen. Neben Cooke und Van Orden stehen dort Alexander Valiensi Kent und Rustin Provance, beide unabhängig. Das bestätigt der amtliche Musterstimmzettel aus La Crosse County. Eine Umfrage, die nur die beiden großen Parteien abfragt, bildet dieses Bewerberfeld nicht vollständig ab.
WI-01: Bryan Steil bekommt einen ernsthaften Herausforderer
Im Südosten verteidigt Bryan Steil (R) seinen Sitz gegen Mitchell Berman (D). Berman arbeitet als Krankenpfleger in der Notaufnahme und verweist auf langjährige Tätigkeit in der Versorgung von Veteranen. Der Wahlkreis umfasst unter anderem Racine, Kenosha und Janesville. Cook stufte ihn im September von „Likely Republican“ auf „Lean Republican“ zurück: Steil bleibt damit favorisiert, doch die Demokraten haben eine realistische Angriffsmöglichkeit. Aktuelle Einordnung; Bermans Kampagne mit Biografie und Umfrageverweisen.
Was sagen die House-Umfragen?
Die öffentlich nachvollziehbare Datenlage ist dünner, als manche laufend aktualisierte Prognoseseite vermuten lässt. Entscheidend ist das Datum der Befragung, nicht das Aktualisierungsdatum einer Internetseite.
| Rennen und Erhebung | Ergebnis | Einordnung |
|---|---|---|
| WI-01: Impact Research, 28. September–1. Oktober; veröffentlicht am 3. Oktober | Berman 48 %, Steil 47 % | 500 wahrscheinliche Wähler; Auftraggeber House Majority PAC, der Demokraten unterstützt. In der verlinkten Kampagnenmitteilung wird keine Fehlerspanne genannt. Befragungsdaten; Veröffentlichung der Kampagne. |
| WI-03: interne Cooke-Umfrage, Mitte Oktober | Cooke 47 %, Van Orden 46 % | Berichtetes Ergebnis einer Befragung mit mehreren Kandidaten. Der zugängliche Bericht nennt weder genaue Feldtage noch Stichprobengröße, Institut oder Fehlerspanne und weist die Werte der Unabhängigen nicht einzeln aus. Entsprechend eingeschränkt überprüfbar. Bericht unter Berufung auf Politico. |
| WI-03: FM3 Research, 20.–25. Juni; veröffentlicht am 6. Juli | Cooke 50 %, Van Orden 46 % | 535 wahrscheinliche Wähler laut Umfragearchiv; ebenfalls im Auftrag des demokratischen House Majority PAC. Die Originalmitteilung beschreibt ein Zweierduell. Die Befragung liegt mehrere Monate zurück. Originalmitteilung; Stichprobendokumentation. |
Diese Zahlen rechtfertigen keine sichere Siegerprognose. Alle drei Ergebnisse stammen aus dem demokratischen Umfeld; zwei davon sind nur unvollständig öffentlich dokumentiert. Für WI-03 lässt sich daraus insbesondere kein aktueller belastbarer Stimmenanteil für Kent oder Provance ableiten. Die Umfragen zum unabhängigen Mike Thurow in WI-06 werden unten gesondert eingeordnet.
Alle Kandidaten der acht Kongresswahlkreise
Die folgende Tabelle umfasst alle 21 regulären November-Kandidaten. Ein Stern kennzeichnet ein amtierendes House-Mitglied. Grundlage sind die abgeglichenen Übersichten von Ballotpedia und The Green Papers; für WI-03 und WI-07 wurden zusätzlich amtliche County-Stimmzettel herangezogen. Gebräuchliche Kurzformen stehen neben längeren amtlichen Namen.
| Wahlkreis | Demokraten | Republikaner | Weitere Kandidaten |
|---|---|---|---|
| WI-01 | Mitchell Berman | Bryan Steil* | – |
| WI-02 | Mark Pocan* | – | – |
| WI-03 | Rebecca Cooke | Derrick Van Orden* | Alexander Valiensi Kent (unabhängig); Rustin Provance (unabhängig) |
| WI-04 | Gwen Moore* | Tim Rogers | Arthur Burks (unabhängig) |
| WI-05 | Andrew „Andy“ Beck | Scott Fitzgerald* | – |
| WI-06 | Bradley „Brad“ Smith | Glenn Grothman* | Matthew Arndt (Wisconsin Green); Elizabeth Anne Fitzgibbon (unabhängig); Mike Thurow (unabhängig) |
| WI-07 | Fred Clark | Michael Alfonso | – |
| WI-08 | Rick Crosson | Tony Wied* | – |
In WI-02 hat Mark Pocan keinen regulär gedruckten Gegenkandidaten. In WI-07 ist der Sitz offen, weil Tom Tiffany für das Gouverneursamt antritt; Alfonso und Clark sind die beiden Namen auf dem amtlichen Stimmzettel von St. Croix County. Die übrigen Rennen erhalten hier weniger Raum als WI-01 und WI-03, bleiben aber vollständig in der Kandidatentabelle.
Zusätzlich führt The Green Papers Connor Walleck in WI-01 als republikanischen Write-in-Bewerber. Sein Name steht nicht regulär auf dem Stimmzettel. Eine solche Eintragskandidatur ist von einer unabhängigen Kandidatur zu unterscheiden.
Die fünf Unabhängigen – und ein Grüner
- Alexander Valiensi Kent, WI-03: Sein besonderes Thema ist eine digitale Form direkter Mitsprache. Über sein „Voter Directed Network“ sollen verifizierte Wähler fortlaufend über Sachfragen abstimmen und damit die Entscheidungen ihrer Vertreter bestimmen. Das ist sein politisches Reformkonzept, kein bereits bestehendes staatliches Abstimmungsverfahren. Eigene Darstellung.
- Rustin Provance, WI-03: Er stellt seine persönliche Erfahrung mit Haft, beruflichem Neustart und Familienleben in den Mittelpunkt und kritisiert die gesellschaftliche Spaltung durch beide großen Parteien. Sein öffentlicher Internetauftritt enthält deutlich weniger konkrete aktuelle Gesetzesvorhaben als ein ausführliches Parteiprogramm. Eigene Biografie.
- Arthur Burks, WI-04: Der Unternehmer betont seine Verwurzelung in Milwaukee und fordert eine stärker an den örtlichen Gemeinschaften orientierte Vertretung. Er wendet sich gegen die langjährige Amtsinhaberin Gwen Moore, ohne selbst für eine der beiden großen Parteien anzutreten. Wahlkampfwebsite.
- Elizabeth Anne Fitzgibbon, WI-06: Sie setzt auf niedrigere Lebenshaltungskosten, mehr Kontrolle staatlicher Institutionen und Transparenz bei Ausgaben und Interessenkonflikten. Ihr Wahlkampf richtet sich ausdrücklich gegen den Einfluss beider großer Parteiapparate. Eigene Positionen.
- Mike Thurow, WI-06: Der gewerkschaftlich organisierte Feuerwehrmann aus Mequon fordert unter anderem bezahlbaren Wohnraum, eine stärkere Kindersteuergutschrift, Verhandlungen über Arzneimittelpreise und ein Recht auf Reparatur. Nach eigener Erklärung nimmt er kein Geld von Unternehmens-PACs an. Biografie und Finanzierung; Programm.
Thurows Kandidatur verdient einen genaueren Blick, aber die dazu oft genannten Umfragen sind mit Vorsicht zu lesen. Tavern Research befragte vom 18.–28. Mai 437 wahrscheinliche Wähler online, mit einer angegebenen Fehlerspanne von ±6 Punkten. In einem erzwungenen Zweiervergleich ohne Antwortoption „unentschieden“ kam Grothman auf 55 %, Thurow auf 45 %; gegen Brad Smith lautete das Ergebnis 61 zu 39. Der Auftraggeber wird auf der verlinkten Ergebnisseite nicht genannt. Originalveröffentlichung.
Das waren hypothetische Zweierduelle im Mai. Im November stehen in WI-06 fünf Bewerber gleichzeitig zur Wahl. Thurows 45 Prozent sind deshalb keine Prognose seines Anteils im tatsächlichen Rennen. Eine aktuelle belastbare Befragung des vollständigen Fünferfeldes liegt dieser Darstellung nicht zugrunde.
Matthew Arndt in WI-06 gehört dagegen zur Wisconsin Green Party. Er fordert unter anderem eine allgemeine staatliche Krankenversicherung, die Aufspaltung von Monopolen und strenge Regeln für KI-Rechenzentren. Er ist ein Kandidat einer kleineren Partei, kein parteiloser Unabhängiger. Eigene Programmdarstellung.
Gouverneurswahl: Crowley gegen Tiffany
Nach zwei Amtszeiten tritt Tony Evers nicht erneut an. Die beiden regulären Teams für Gouverneur und Vizegouverneur sind David Crowley / Sarah Godlewski (D) und Tom Tiffany / David Varnam (R). Crowley leitet Milwaukee County, Godlewski ist Secretary of State. Tiffany sitzt derzeit für WI-07 im Kongress; Varnam war Bürgermeister von Lancaster. Kandidaten und bisherige Ämter; amtlicher Stimmzettel.
| Umfrage | Crowley | Tiffany | Stichprobe und Unsicherheit |
|---|---|---|---|
| Marquette University Law School, 14.–22. Oktober; veröffentlicht am 28. Oktober | 51 % | 44 % | 668 wahrscheinliche Wähler, ±4,7 Punkte; 4 % unentschieden, Rundungsdifferenzen möglich. Originalquelle. |
| Wick für die League of American Workers, 19.–23. Oktober | 47,7 % | 44,6 % | Gewichtete Basis von 1.213 wahrscheinlichen Wählern, ±3 Punkte; 7,7 % unentschieden. Originalergebnisse. |
Die League of American Workers ist eine konservative Organisation des früheren Trump-Beraters Steve Cortes; der politische Auftraggeber gehört zur Einordnung der Wick-Zahlen dazu. Hintergrund zum Auftraggeber. Bei Marquette sind die Werte aller 818 registrierten Befragten enger: 47 zu 44. Das Institut weist ausdrücklich darauf hin, wie stark die Einschätzung von der erwarteten Wahlbeteiligung abhängt. Die Tabelle verwendet die Originalwerte der LV-Auswertung und keine auf zwei Kandidaten umgerechneten Anteile.
Auch hier existieren Write-in-Kampagnen. Das Wahlverzeichnis führt Jamie Jo Carothers, Brayden Donnelly, Ieshuh Griffin, Mark Grimek, David D. King, Mary Morgan und Chad Muellenberg. Hinzu kommt Reese Wood, der nach eigener Mitteilung am 29. Oktober eine Write-in-Kandidatur registrierte. Obwohl Wood Vorsitzender der Libertarian Party of Wisconsin ist, bezeichnet seine Erklärung dies als persönliche Kampagne ohne offizielle Unterstützung der Partei. Verzeichnis; Erklärung von Woods Kampagne.
Weitere Ämter und das Landesparlament
Die regulären landesweiten Bewerber für die weiteren Ämter sind:
- Attorney General: Amtsinhaber Josh Kaul (D) und Eric Toney (R).
- Secretary of State: JoCasta Zamarripa (D), Jay Schroeder (R) und Pete Karas (Wisconsin Green).
- State Treasurer: Amtsinhaber John S. Leiber (R) und Yee Leng Xiong (D).
Quelle: amtlicher Musterstimmzettel. Außerdem werden alle 99 Mitglieder der State Assembly und die 17 ungeradzahligen Sitze des 33 Mitglieder umfassenden Staatssenats gewählt. Auch die Kontrolle über diese beiden Kammern ist umkämpft. Überblick zu den entscheidenden Parlamentswahlkreisen. Auf County-Ebene stehen unter anderem Sheriffs und Gerichtsverwaltungsämter zur Wahl.
Drei landesweite Verfassungsabstimmungen
Diese drei Fragen stehen am 3. November landesweit auf dem Stimmzettel. Ein Ja stimmt der jeweiligen Änderung zu, ein Nein lehnt sie ab:
- Question 1 – Teilveto: Der Gouverneur soll sein Recht, Teile eines Haushaltsgesetzes zu streichen, nicht dazu nutzen dürfen, Steuern oder Gebühren neu einzuführen, zu erhöhen oder ihre Einführung beziehungsweise Erhöhung zu erlauben. Befürworter wollen die Macht des Gouverneurs gegenüber dem Parlament begrenzen; Gegner sehen weniger Möglichkeiten, unzureichende Finanzierungsentscheidungen des Parlaments zu korrigieren. Text und Argumente.
- Question 2 – Gotteshäuser im Notstand: Staat und kommunale Körperschaften sollen wegen eines erklärten Notstands, einschließlich eines Gesundheitsnotstands, keine Schließung von Gotteshäusern oder Verbote dortiger Versammlungen anordnen dürfen. Vorlage und Hintergrund.
- Question 3 – staatliche Gleichbehandlung: Staatliche Stellen sollen bei öffentlicher Beschäftigung, Bildung, Auftragsvergabe und Verwaltung weder diskriminieren noch bevorzugen dürfen, wenn dies auf Hautfarbe, ethnischer oder nationaler Herkunft, Geschlecht oder der im US-Text verwendeten Kategorie „race“ beruht. Politisch umstritten sind insbesondere Fördermaßnahmen zum Ausgleich bestehender Benachteiligung: Befürworter betonen gleiche Behandlung, Gegner befürchten Einschränkungen solcher Programme. Text, Ausnahmen und Argumente.
Alle drei Fragen lassen sich auch im amtlichen Stimmzettel nachlesen. Je nach Wohnort können örtliche Referenden hinzukommen; diese gelten nicht automatisch im gesamten Bundesstaat.
AI-Transparenz: Dieser Artikel wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz recherchiert und verfasst. Auch das Artikelbild wurde mit KI erstellt. Die verwendeten Quellen sind im Text verlinkt; der Stand der Informationen ist oben angegeben.
