Stand: 30. Oktober 2026. Mississippi gehört bei Bundeswahlen zu den verlässlich republikanischen Staaten. Trotzdem verdient das Senatsrennen diesmal Aufmerksamkeit: Amtsinhaberin Cindy Hyde-Smith trifft auf den Demokraten Scott Colom und den unabhängigen Ty Pinkins. Eine späte Umfrage sieht nur drei Punkte Abstand zwischen den beiden Parteikandidaten. Bei den vier Sitzen im Repräsentantenhaus sind die Kräfteverhältnisse wesentlich klarer.
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Was wird am 3. November in Mississippi gewählt?
Zur Wahl stehen ein Sitz im US-Senat und alle vier Sitze im US-Repräsentantenhaus. Senator Roger Wickers Sitz steht diesmal nicht zur Wahl. Eine reguläre Gouverneurswahl findet 2026 ebenfalls nicht statt. Hinzu kommen Richterwahlen, Nachwahlen für zwei Sitze im Parlament des Bundesstaates und weitere örtliche Entscheidungen. Grundlage der folgenden Kongress-Kandidatenlisten ist der amtliche Musterstimmzettel vom 9. September.
Senat: Hyde-Smith, Colom und der unabhängige Ty Pinkins
- Cindy Hyde-Smith – Republikanische Partei, Amtsinhaberin. Sie setzt auf ihre Nähe zu Donald Trump, eine restriktive Einwanderungspolitik und ihre Arbeit für Mississippi im Senat. Auf ihrer Kampagnenseite stehen Trumps Unterstützung sowie Landwirtschafts-, Infrastruktur- und gesellschaftspolitische Themen im Vordergrund.
- Scott Colom – Demokratische Partei. Der Staatsanwalt wirbt unter anderem für einen höheren, an die Lebenshaltungskosten gekoppelten Mindestlohn und eine bessere Gesundheitsversorgung. Er möchte Einkommen unter 75.000 Dollar von der Bundeseinkommensteuer entlasten, beginnend mit Lehrkräften und Polizeibediensteten. Das sind Forderungen seiner Kampagne, keine bereits beschlossenen Maßnahmen.
- Ty Pinkins – Independent. Der Anwalt und Army-Veteran kandidierte 2024 noch für die Demokraten gegen Roger Wicker. Im Juli 2025 verließ er die Partei. Nun tritt er ausdrücklich als parteiloser Kandidat gegen beide großen Parteien an. Seine Kampagne betont wirtschaftliche Chancen, Gesundheitsversorgung und Bildung.
Zwischen Hyde-Smith und Colom besteht eine besondere Vorgeschichte: Joe Biden hatte Colom für ein Bundesrichteramt nominiert. Hyde-Smith verweigerte 2023 die dafür im damaligen Bestätigungsverfahren wichtige Zustimmung durch den sogenannten „blue slip“. Die Auseinandersetzung ist auch auf der offiziellen Website der Senatorin dokumentiert.
Pinkins will sich keiner der beiden Fraktionen anschließen
Pinkins ist mehr als ein zusätzlicher Name auf dem Wahlzettel. In einem von Magnolia Tribune am 29. Oktober erneut veröffentlichten Interview erklärt er ausdrücklich, weder mit den Demokraten noch mit den Republikanern eine Fraktionsgemeinschaft bilden zu wollen. Unabhängige Senatoren sollen nach seiner Vorstellung Mehrheiten ermöglichen und dafür Reformen durchsetzen: etwa ein Verbot des Aktienhandels für Kongressmitglieder, strengere Ethikregeln für den Supreme Court und Änderungen bei der Wahlkampffinanzierung.
Seine demokratische Vergangenheit macht ihn deshalb nicht automatisch zu einer zusätzlichen demokratischen Stimme. Auch seine Wähler lassen sich nicht einfach vollständig Colom zurechnen. Politisch besonders relevant ist seine Kandidatur, weil im regulären Senatsrennen die meisten Stimmen genügen: Niemand muss mehr als 50 Prozent erreichen, und es gibt hier keine Stichwahl. Das hat der Secretary of State ausdrücklich klargestellt. Die Stichwahl bei Hyde-Smiths damaliger Sonderwahl 2018 ist kein Vorbild für das Verfahren 2026.
Wie stehen die Umfragen?
| Institut und Zeitraum | Hyde-Smith | Colom | Pinkins | Einordnung |
|---|---|---|---|---|
| Change Research, 21.–22. Oktober | 43 % | 40 % | 6 % | 842 wahrscheinliche Wähler; Auftraggeber Government that Works PAC, demokratisch ausgerichtet. Weitere 9 % unentschieden, 2 % würden nicht wählen. |
| Data for Progress, 5.–15. August | 44 % | 38 % | 7 % | 1.018 wahrscheinliche Wähler; 11 % unentschieden. Angegebene Fehlertoleranz ±3 Prozentpunkte. Auftraggeber: Way to Lead PAC, Democracy Alliance und Democracy Strategy Partners. |
Die Oktoberdaten sind im Umfragearchiv von Call the Map dokumentiert; die vollständige Originaldokumentation konnte für diesen Artikel nicht eingesehen werden. Die ältere Augustbefragung ist mit Originaltabellen und Methodenbeschreibung des Auftraggebers veröffentlicht. Sie kombinierte SMS, telefonische Interviews und ein Onlinepanel.
Bei Data for Progress handelt es sich in der Tabelle um die anfängliche Frage mit allen drei Kandidaten. Der ebenfalls veröffentlichte Wert von 47 zu 41 Prozent stammt aus einem Zweiervergleich ohne Pinkins. Ergebnisse nach zusätzlichen Kandidatenbeschreibungen sind wiederum eigene Fragevarianten. Diese Zahlen dürfen weder vermischt noch als mehrere unabhängige Umfragen gezählt werden.
Die Oktoberbefragung spricht für ein engeres Rennen, beweist aber keinen Führungswechsel. Beide dargestellten Erhebungen stammen aus dem demokratischen beziehungsweise progressiven Umfeld, und die Augustwerte sind inzwischen deutlich älter. Cook Political Report und Inside Elections sehen den Sitz weiterhin bei „Likely Republican“: Hyde-Smith bleibt favorisiert. Solche Bewertungen berücksichtigen mehr als einzelne Umfragen und sind selbst keine gemessenen Stimmenanteile.
Repräsentantenhaus: alle Kandidaten in allen vier Wahlkreisen
In jedem Wahlkreis stehen drei Namen auf dem Stimmzettel. Die Einschätzungen in der letzten Spalte geben die bei Ballotpedia dokumentierten Bewertungen von Cook Political Report wieder.
| Wahlkreis | Alle aufgedruckten Kandidaten | Ausgangslage |
|---|---|---|
| MS-01 | Trent Kelly – Republikaner, Amtsinhaber; Cliff Johnson – Demokrat; Johnny Baucom – Libertarian Party. | Sicher republikanisch. |
| MS-02 | Bennie G. Thompson – Demokrat, Amtsinhaber; Ron Eller – Republikaner; Bennie Foster – Independent. | Sicher demokratisch. |
| MS-03 | Michael Guest – Republikaner, Amtsinhaber; Michael A. Chiaradio – Demokrat; Erik Kiehle – Libertarian Party. | Sicher republikanisch. |
| MS-04 | Mike Ezell – Republikaner, Amtsinhaber; Jeffrey Hulum III – Demokrat; Carl Boyanton – Independent. | Sicher republikanisch. |
Für diese vier konkreten Kandidatenfelder konnte bis zum Redaktionsstand keine aktuelle öffentliche Wahlkreisumfrage mit überprüfbaren Eckdaten gefunden werden. Die Senatsumfrage lässt sich nicht auf einzelne House-Wahlkreise übertragen.
Zwei weitere Unabhängige: Bennie Foster und Carl Boyanton
Bennie Foster in MS-02 setzt auf Bildung, wirtschaftliche Entwicklung, öffentliche Gesundheit und mehr Rechenschaft gegenüber den Einwohnern seines Wahlkreises. Seine Kampagnenseite betont unter anderem, junge Menschen und ihre beruflichen Perspektiven in Mississippi zu halten. Er tritt gegen den demokratischen Amtsinhaber Thompson und den Republikaner Eller an.
Carl Boyanton in MS-04 präsentiert sich als konservative, parteilose Alternative. Der Unternehmer stellt wirtschaftliche Eigenverantwortung, kleine Unternehmen, Grenzsicherung und Schulpolitik in den Mittelpunkt seiner Kampagne. „Independent“ bedeutet hier also keine automatisch linke oder gemäßigte Position. Boyanton steht als Parteiloser auf dem Stimmzettel, nicht als Kandidat der Constitution Party. Baucom und Kiehle wiederum sind Kandidaten der Libertarian Party und deshalb von den Parteilosen zu unterscheiden.
Die freien „Write-in“-Zeilen auf dem Musterstimmzettel sind keine zusätzliche, unbegrenzt offene Kandidatenliste: Nach dem amtlichen Wahlhandbuch werden handschriftlich eingetragene Namen nur unter engen Voraussetzungen gezählt, etwa wenn ein aufgedruckter Kandidat nach dem Druck verstirbt, zurücktritt, seine Kandidatur zurückzieht oder ausgeschlossen wird. Abgesehen von diesen Ausnahmen gilt Mississippi deshalb grundsätzlich als Staat ohne Write-ins.
Welche weiteren Wahlen und Abstimmungen finden statt?
Mississippi wählt fünf Mitglieder des Court of Appeals und zahlreiche weitere Richter. Außerdem gibt es Nachwahlen für die Sitze 70 und 77 im Repräsentantenhaus des Bundesstaates sowie für das Staatsanwaltsamt im 7. Gerichtsbezirk. Dort kandidieren Gwen Agho, Greta Mack Harris, Darla Palmer, Marvin L. Sanders und Wendy Wilson White. Diese Sonderwahlen sind von der regulären Neuwahl des gesamten Landesparlaments zu unterscheiden. Einen Überblick bietet die Wahlvorschau für Mississippi.
Eine landesweite Sachabstimmung steht 2026 nicht auf dem Stimmzettel. Örtlich gibt es jedoch zusätzliche Fragen. In Jackson entscheiden die Wähler beispielsweise über eine Erhöhung der Tourismusabgabe: um 0,5 Prozentpunkte auf Restaurant- und zubereitete Speisenumsätze sowie um einen Prozentpunkt auf Beherbergung. Die zusätzlichen Einnahmen sollen Visit Jackson zugutekommen. Für die Zustimmung sind 60 Prozent erforderlich; dies berichtet SuperTalk Mississippi. Die Frage betrifft Jackson, nicht den gesamten Bundesstaat.
AI-Transparenz: Dieser Artikel wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz recherchiert und verfasst. Auch das Artikelbild wurde mit KI erstellt. Die verwendeten Quellen sind im Text verlinkt; der Stand der Informationen ist oben angegeben.
