Das obige Bild namens La table servie, auch Table prête, wurde von Joseph Nicéphore Niépce wahrscheinlich 1832 erstellt, es handelt sich dabei um eine Physautotypie.
Die Physautotypie war eines der ersten fotografischen Verfahren überhaupt, entwickelt um 1832 von Joseph Nicéphore Niépce und Louis Daguerre. Statt Silbersalzen verwendeten sie eine dünne Schicht aus Rückständen von Lavendelöl, die sie auf eine Metall- oder Glasplatte auftrugen. Nach dem Verdunsten des Alkohols blieb ein feiner Film zurück, der auf Licht reagierte. Diese beschichtete Platte wurde dann viele Stunden lang in einer Camera obscura belichtet. Das Licht veränderte die Lavendelrückstände chemisch – die belichteten Stellen härteten aus, die unbelichteten blieben löslich und wurden später ausgewaschen.
Das Ergebnis war ein direkt positives Bild, das erst beim richtigen Lichteinfall sichtbar wurde: Die belichteten Bereiche erschienen durchsichtig, die anderen milchig weiß. Betrachtete man die Platte vor einem dunklen Hintergrund, leuchtete die Szene wie ein geisterhaftes Relief – halb Fotografie, halb Alchemie. Die Physautotypie war technisch unpraktisch, aber ästhetisch faszinierend: das erste Verfahren, bei dem Licht selbst Spuren auf einer empfindlichen Oberfläche hinterließ – das Urbild der Fotografie.
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