Köpfe: Rolf Rau

Hochbaumonteur, Bauingenieur, Leiter einer Bauorganisation in Otterwisch, letzter Bezirksvorsitzender der CDU in Leipzig, Volkskammerabgeordneter und Wohnungspolitiker der Union: Rolf Rau, geboren am 20.09.1944 in Zweenfurth bei Leipzig, gehörte dem Bundestag von 1990 bis 1998 an.

Kurzprofil

  • Geboren: 20. September 1944 in Zweenfurth bei Leipzig
  • Beruf: Oberingenieur, Hochbauingenieur
  • Partei: CDU
  • Bundestag: 1990 bis 1998 (11. bis 13. Wahlperiode), teils direkt, teils über die Landesliste
  • Religion/Familie: evangelisch, verheiratet, 1 Kind

Bauunion

Nach der mittleren Reife 1961 in Borsdorf lernte Rau nach verfügbaren Angaben bei der Bauunion Leipzig Hochbaumonteur mit Abitur. 1967 schloss er an der Ingenieurschule für Bauwesen in Leipzig ab, war drei Jahre Bauleiter im Wohnungsbaukombinat und leitete ab 1970 die zwischengenossenschaftliche Bauorganisation Bau-Holz Otterwisch. Die Stammdaten führen ihn als Oberingenieur und Hochbauingenieur, evangelisch, verheiratet, ein Kind.

Blockpartei

1976 trat Rau der Ost-CDU bei, im April 1989 wurde er Bezirksvorsitzender in Leipzig. 1990 zog er in die frei gewählte Volkskammer ein und am 3. Oktober 1990 als einer von 144 ihrer Abgeordneten in den Bundestag. 1990 und 1994 gewann er den Wahlkreis Leipzig-Land, Borna, Geithain direkt; 1998 verlor er ihn mit 34,6 Prozent an Jürgen Wieczorek (SPD).

Altschulden

Die Statistik der Protokolle schreibt ihm 18 Reden zu, darunter aber zwei von Johannes Rau, damals Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen. Ohne diese bleiben 16 Reden mit 17.397 Wörtern. In der ersten am 20. Februar 1991 sprach er über die Wohnungsnot im Osten und fragte, wie lange die Plattenwerke noch eine Chance hätten. Immer wieder ging es ihm um die Altschulden der Wohnungsbestände.

Staatsziel

Am 26. Juni 1992 sagte er, Sachsen habe das Recht auf angemessenen Wohnraum als Staatsziel in seine Verfassung geschrieben, das sei für die Bürger aber nur ein schwacher Trost. Die Menschen im Osten müssten den schmerzlichen Prozess durchmachen, dass das Wohnen im Haushalt jeder Familie einen ganz anderen Stellenwert habe als bisher.

Rügen

Die letzte Rede hielt Rau am 29. April 1998: Wer Augen habe, zu sehen, sehe in den neuen Ländern von Rügen bis zum Thüringer Wald unzählige neue Häuser, bessere Straßen, freundliche Dörfer und Städte. Von sieben Millionen Wohnungen, 1990 oft in schlechtem Zustand, sei rund die Hälfte saniert und modernisiert worden.

Abstimmungen

An 300 von 301 namentlichen Abstimmungen nahm Rau teil, 135-mal mit Ja, 161-mal mit Nein und viermal mit Enthaltung. Zehnmal wich er von der Union ab, siebenmal bis 1994 und dreimal danach, darunter zweimal mit Enthaltung. Nach der Niederlage 1998 schied er mit 54 Jahren aus dem Bundestag aus. Über sein späteres Leben geben unsere Quellen keine Auskunft.

Mandate im Überblick

Rau kam im Oktober 1990 aus der Volkskammer in den Bundestag und gewann danach zweimal einen Wahlkreis südlich von Leipzig:

  • 11. Wahlperiode (03.10.1990 bis 20.12.1990): von der Volkskammer in den Bundestag gewählt, CDU/CSU-Fraktion
  • 12. Wahlperiode (20.12.1990 bis 10.11.1994): Direktmandat, CDU/CSU-Fraktion
  • 13. Wahlperiode (10.11.1994 bis 26.10.1998): Direktmandat im Wahlkreis Leipzig-Land–Borna–Geithain, CDU/CSU-Fraktion

Stand: 18.10.2026

Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).

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