Köpfe: Manfred Richter (Bremerhaven)

In Bremerhaven aufgewachsen, Lehrer und Rektor der Pestalozzischule, Landesvorsitzender der Jungdemokraten, Mitglied der Bürgerschaft, Parlamentarischer Geschäftsführer, Oberbürgermeister und Mitglied eines Amateurkabaretts: Manfred Richter, geboren am 02.12.1948 in Kölln-Reisiek im Kreis Pinneberg, gehörte dem Bundestag von 1987 bis 1994 an.

Kurzprofil

  • Geboren: 2. Dezember 1948 in Kölln-Reisiek (Krs. Pinneberg)
  • Beruf: Rektor a. D.
  • Partei: FDP
  • Bundestag: 1987 bis 1994 (11. bis 12. Wahlperiode), über die Landesliste
  • Religion/Familie: evangelisch-reformiert, verheiratet

Pestalozzischule

Richter wuchs in Bremerhaven auf und machte 1967 am Wirtschaftsgymnasium der Pestalozzischule II Abitur. Nach dem Studium an der Pädagogischen Hochschule Bremen unterrichtete er nach verfügbaren Angaben von 1970 bis 1978 und von 1983 bis 1987 in Bremerhaven, ab 1985 als Rektor der Pestalozzischule I. Die Stammdaten führen ihn als Rektor a. D., evangelisch-reformiert, verheiratet.

Jungdemokraten

1966 trat Richter der FDP bei, 1971 wurde er Landesvorsitzender der Jungdemokraten in Bremen. Von 1978 bis 1983 saß er in der Bürgerschaft, von 1980 bis 1987 führte er die FDP Bremerhaven, von 1987 bis 1994 den Landesverband. 1972, 1976 und 1980 kandidierte er vergeblich im Wahlkreis. Von 1990 bis 1994 war er Parlamentarischer Geschäftsführer seiner Fraktion.

Werften

Sein Mandat umfasste 479 Sitzungen; die Protokolle zählen 71 Reden mit 39.344 Wörtern. In der ersten am 20. Mai 1987 dankte er der Regierung dafür, den Schiffbauzuschuss von 12,5 auf 20 Prozent zu erhöhen. Großbritannien zeige, wohin es führe, Kapazitäten gegen den Markt zu halten. Andere Länder müssten ihre Subventionen abbauen, statt dass man einen Wettlauf beginne.

Clouseau

Der SPD und Hans Apel (SPD) hielt Richter in derselben Rede vor, Fakten zu ignorieren; sie tue so, als müsse jemand zur Jagd getragen werden. Auf einen Zwischenruf von Gertrud Unruh (GRÜNE) entgegnete er, sie erinnere ihn manchmal an einen Panther, an den rosaroten, und an Inspektor Clouseau. Danach zählte er Hilfen für die Küste auf, darunter 300 Millionen DM.

Bundeswehr

Die letzte Rede am 21. September 1994 galt einem Kammerbeschluss des Bundesverfassungsgerichts. Es sei der Eindruck entstanden, man dürfe Soldaten ungestraft Mörder nennen. Den Antrag der PDS, nicht zu debattieren, nannte er ein formales Argument; das Parlament stehe hinter den Soldaten, die für den Frieden arbeiteten.

Oberbürgermeister

An allen 330 namentlichen Abstimmungen nahm Richter teil, 125-mal mit Ja, 201-mal mit Nein und viermal mit Enthaltung. Zehnmal wich er von der FDP ab, stets ab 1991. 1995 wurde er Oberbürgermeister von Bremerhaven und trat 1999 aus gesundheitlichen Gründen zurück. Danach leitete er Wahlkämpfe der FDP und war bis 2023 Schatzmeister der Friedrich-Naumann-Stiftung.

Mandate im Überblick

Richter kam zweimal über die Landesliste der FDP Bremen in den Bundestag:

  • 11. Wahlperiode (18.02.1987 bis 20.12.1990): Landesliste Bremen, FDP-Fraktion
  • 12. Wahlperiode (20.12.1990 bis 10.11.1994): Landesliste Bremen, FDP-Fraktion

Stand: 18.10.2026

Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).

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