Köpfe: Klaus Richter

Abiturient von 1942, Soldat, nach dem Krieg Lehrer im badischen und württembergischen Schuldienst, Stadtrat in Wertheim, Europaratsabgeordneter und später Leiter der Bonner Verbindungsstelle des DGB: Klaus Richter, geboren am 24.10.1923 in Breitenmarkt in Oberschlesien, gehörte dem Bundestag von 1965 bis 1976 an. Er starb am 12.01.2011.

Kurzprofil

  • Geboren: 24. Oktober 1923 in Breitenmarkt
  • Gestorben: 12. Januar 2011
  • Beruf: Realschullehrer
  • Partei: SPD
  • Bundestag: 1965 bis 1976 (5. bis 7. Wahlperiode), über die Landesliste
  • Religion/Familie: verheiratet, 4 Kinder

Wertheim

Nach dem Abitur 1942 war Richter bis 1945 Soldat. 1946 trat er laut Handbuch in den Schuldienst ein, studierte Geschichte und Geographie und unterrichtete nach verfügbaren Angaben als Mittelschullehrer in Wertheim. Die Stammdaten führen ihn als Realschullehrer, verheiratet, mit vier Kindern; als Geburtsort nennen andere Quellen Schierokau.

Tauberbischofsheim

In der SPD führte Richter den Unterbezirk Heidelberg und den Kreisverband Tauberbischofsheim und saß im Rat der Stadt Wertheim. 1965 stand er im Wahlkreis 185 und auf Platz 19 der Landesliste, 1969 auf Platz 10. In der Parlamentarischen Versammlung des Europarats führte er nach verfügbaren Angaben ab 1973 die sozialistische Fraktion.

Luftfahrt

Sein Mandat umfasste 705 Sitzungen; die Protokolle zählen neun Reden mit 3.402 Wörtern. In der ersten am 10. November 1967 sprach er zur Luft- und Raumfahrtindustrie. Noch immer kämen 80 Prozent der Bundesmittel für diese Branche aus dem Verteidigungsbereich. Mit dem Nachbau der F 104 G habe sie Anschluss an die Entwicklung in der Welt gefunden.

Senkrechtstarter

Die VJ 101 C sei der erste Überschalljäger der Welt, der senkrecht starten und landen könne, sagte Richter in derselben Rede; ähnliches leiste der Transporter Do 31. Der Leistungsstand stärke das Gewicht der Bundesrepublik im Bündnis. Probleme habe es erst in den letzten zwei Jahren gegeben, als der Verteidigungsetat die Aufträge nicht mehr deckte.

Splitterkreise

Zuletzt fragte Richter am 20. März 1969 in der Fragestunde, ob die Regierung den Vorschlag des baden-württembergischen Wirtschaftsministers Hans-Otto Schwarz prüfe, Investitionszulagen allein an die Wirtschaftsschwäche zu knüpfen, damit auch sogenannte Splitterkreise profitierten. Bei der Umsiedlung von Firmen aus Berlin solle auch das abgebende Land gehört werden.

Abstimmungen

An 68 von 69 namentlichen Abstimmungen nahm Richter teil, 43-mal mit Ja und 25-mal mit Nein, ohne ein einziges Mal von der SPD abzuweichen. Im Juni 1969 stimmte er für die Lohnfortzahlung. Nach dem Mandat war er bis 1977 Sekretär der Parlamentarischen Gruppe im Deutschen Rat der Europäischen Bewegung, bis 1988 leitete er die Verbindungsstelle des DGB in Bonn. 1987 erhielt er das Große Bundesverdienstkreuz mit Stern.

Mandate im Überblick

Richter kam dreimal über die Landesliste der SPD Baden-Württemberg in den Bundestag:

  • 5. Wahlperiode (19.10.1965 bis 19.10.1969): Landesliste Baden-Württemberg, SPD-Fraktion
  • 6. Wahlperiode (20.10.1969 bis 22.09.1972): Landesliste Baden-Württemberg, SPD-Fraktion
  • 7. Wahlperiode (13.12.1972 bis 13.12.1976): Landesliste Baden-Württemberg, SPD-Fraktion

Stand: 18.10.2026

Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).

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