Köpfe: Manfred Richter (Bremerhaven)

In Bremerhaven aufgewachsen, Lehrer und Rektor der Pestalozzischule, Landesvorsitzender der Jungdemokraten, Mitglied der Bürgerschaft, Parlamentarischer Geschäftsführer, Oberbürgermeister und Mitglied eines Amateurkabaretts: Manfred Richter, geboren am 02.12.1948 in Kölln-Reisiek im Kreis Pinneberg, gehörte dem Bundestag von 1987 bis 1994 an.

Kurzprofil

  • Geboren: 2. Dezember 1948 in Kölln-Reisiek (Krs. Pinneberg)
  • Beruf: Rektor a. D.
  • Partei: FDP
  • Bundestag: 1987 bis 1994 (11. bis 12. Wahlperiode), über die Landesliste
  • Religion/Familie: evangelisch-reformiert, verheiratet

Pestalozzischule

Richter wuchs in Bremerhaven auf und machte 1967 am Wirtschaftsgymnasium der Pestalozzischule II Abitur. Nach dem Studium an der Pädagogischen Hochschule Bremen unterrichtete er nach verfügbaren Angaben von 1970 bis 1978 und von 1983 bis 1987 in Bremerhaven, ab 1985 als Rektor der Pestalozzischule I. Die Stammdaten führen ihn als Rektor a. D., evangelisch-reformiert, verheiratet.

Jungdemokraten

1966 trat Richter der FDP bei, 1971 wurde er Landesvorsitzender der Jungdemokraten in Bremen. Von 1978 bis 1983 saß er in der Bürgerschaft, von 1980 bis 1987 führte er die FDP Bremerhaven, von 1987 bis 1994 den Landesverband. 1972, 1976 und 1980 kandidierte er vergeblich im Wahlkreis. Von 1990 bis 1994 war er Parlamentarischer Geschäftsführer seiner Fraktion.

Werften

Sein Mandat umfasste 479 Sitzungen; die Protokolle zählen 71 Reden mit 39.344 Wörtern. In der ersten am 20. Mai 1987 dankte er der Regierung dafür, den Schiffbauzuschuss von 12,5 auf 20 Prozent zu erhöhen. Großbritannien zeige, wohin es führe, Kapazitäten gegen den Markt zu halten. Andere Länder müssten ihre Subventionen abbauen, statt dass man einen Wettlauf beginne.

Clouseau

Der SPD und Hans Apel (SPD) hielt Richter in derselben Rede vor, Fakten zu ignorieren; sie tue so, als müsse jemand zur Jagd getragen werden. Auf einen Zwischenruf von Gertrud Unruh (GRÜNE) entgegnete er, sie erinnere ihn manchmal an einen Panther, an den rosaroten, und an Inspektor Clouseau. Danach zählte er Hilfen für die Küste auf, darunter 300 Millionen DM.

Bundeswehr

Die letzte Rede am 21. September 1994 galt einem Kammerbeschluss des Bundesverfassungsgerichts. Es sei der Eindruck entstanden, man dürfe Soldaten ungestraft Mörder nennen. Den Antrag der PDS, nicht zu debattieren, nannte er ein formales Argument; das Parlament stehe hinter den Soldaten, die für den Frieden arbeiteten.

Oberbürgermeister

An allen 330 namentlichen Abstimmungen nahm Richter teil, 125-mal mit Ja, 201-mal mit Nein und viermal mit Enthaltung. Zehnmal wich er von der FDP ab, stets ab 1991. 1995 wurde er Oberbürgermeister von Bremerhaven und trat 1999 aus gesundheitlichen Gründen zurück. Danach leitete er Wahlkämpfe der FDP und war bis 2023 Schatzmeister der Friedrich-Naumann-Stiftung.

Mandate im Überblick

Richter kam zweimal über die Landesliste der FDP Bremen in den Bundestag:

  • 11. Wahlperiode (18.02.1987 bis 20.12.1990): Landesliste Bremen, FDP-Fraktion
  • 12. Wahlperiode (20.12.1990 bis 10.11.1994): Landesliste Bremen, FDP-Fraktion

Stand: 18.10.2026

Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).

Köpfe: Albert Pfuhl

Juso-Landesvorsitzender, Rechtsstellenleiter des DGB, jüngster Bürgermeister Hessens, Landrat, Landtagsabgeordneter und Honorarkonsul: Albert Pfuhl, geboren am 02.12.1929 in Wiesbaden, gehörte dem Bundestag von 1983 bis 1994 an. Er starb am 16.08.2005.

Kurzprofil

  • Geboren: 2. Dezember 1929 in Wiesbaden
  • Gestorben: 16. August 2005
  • Beruf: Landrat a. D.
  • Partei: SPD
  • Bundestag: 1983 bis 1994 (10. bis 12. Wahlperiode), stets direkt gewählt

Marburg und Illinois

Pfuhl wuchs nach verfügbaren Angaben als Sohn eines Gastwirts im Taunus auf und besuchte das Gymnasium in Usingen. 1950 trat er der SPD bei, 1951 und 1952 führte er die hessischen Jungsozialisten. Laut Handbuch studierte er Rechtswissenschaft in Marburg und 1953 und 1954 Labor and Industrial Relations in Illinois. Von 1955 bis 1959 leitete er die Rechtsstelle des DGB in Marburg.

Ziegenhain

Nach einer Zeit als Stadtrat in Marburg wurde Pfuhl 1959 Bürgermeister von Ziegenhain, heute Schwalmstadt, nach verfügbaren Angaben damals als jüngster Bürgermeister Hessens. Laut Handbuch war er von 1966 bis 1968 Vizepräsident des Deutschen Städtebunds und von 1968 bis 1973 Landrat, bis der Kreis Ziegenhain in der Gebietsreform aufging. Die Stammdaten führen ihn als Landrat a. D.

Landtag

Von 1973 bis 1987 führte Pfuhl nach verfügbaren Angaben den SPD-Unterbezirk Schwalm-Eder, von 1974 bis 1983 saß er im Hessischen Landtag. Daneben war er laut Handbuch Gesellschafter einer Treuhandgesellschaft und Unternehmensberater. 1983 wechselte er in den Bundestag. Sein Mandat umfasste 735 Sitzungen; die Protokolle zählen 87 Reden mit 27.807 Wörtern und 83 Zwischenrufe.

Gourmet

Die erste Wortmeldung, am 4. Mai 1984, galt dem Essen in der Bundeswehr. Die britische Armee habe einen unabhängigen Tester eingesetzt, einen Gourmet, der mehr verstehe als die Sanitätsoffiziere. Ob das nicht auch hier besser sei, da die Liebe bekanntlich durch den Magen gehe und die Soldaten die Bundeswehr lieben sollten? Auch nach dem Verpflegungssatz fragte er.

Helsinki

Die letzten Fragen stellte Pfuhl am 15. Juni 1994 zur Deutschen Schule in Helsinki, die 75 Prozent der Bewerber abweisen müsse. Man müsse etwas tun, und sei es, neue Stühle anzuschaffen, damit man sich bei einem Besuch nicht den Hintern aufreiße; der Bund habe dort über vier Millionen Mark aus Immobilien erlöst. Finnland stehe vor dem Beitritt zur EU.

Abstimmungen

An 431 von 432 namentlichen Abstimmungen nahm Pfuhl teil, 119-mal mit Ja, 293-mal mit Nein und 19-mal mit Enthaltung. 31 Stimmen wichen von der SPD ab, 22 in der 11. Wahlperiode, darunter mehrere am 26. April 1990. Nach verfügbaren Angaben war er Honorarkonsul Albaniens und von 1968 bis 1993 Kreisvorsitzender des Roten Kreuzes. Er starb mit 75 Jahren.

Mandate im Überblick

Pfuhl gewann 1983, 1987 und 1990 den Wahlkreis 127 Schwalm-Eder direkt:

  • 10. Wahlperiode (29.03.1983 bis 18.02.1987): Direktmandat, SPD-Fraktion
  • 11. Wahlperiode (18.02.1987 bis 20.12.1990): Direktmandat, SPD-Fraktion
  • 12. Wahlperiode (20.12.1990 bis 10.11.1994): Direktmandat, SPD-Fraktion

Stand: 18.10.2026

Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).

Köpfe: Albert Ludwig Juncker

Textilgroßhändler, Präsident der Industrie- und Handelskammer Siegen und Leiter des Großhandelsverbandes Siegen-Olpe-Wittgenstein: Albert Ludwig Juncker, geboren am 02.12.1904 in Bochum, gehörte dem ersten Bundestag von 1949 bis 1953 an. Er starb am 08.03.1987 in Siegen.

Kurzprofil

  • Geboren: 2. Dezember 1904 in Bochum
  • Gestorben: 8. März 1987
  • Beruf: Kaufmann
  • Partei: FDP
  • Bundestag: 1949 bis 1953 (1. Wahlperiode), über die Landesliste

Kaufmann

Juncker war gelernter Kaufmann und arbeitete unter anderem bei der AEG. 1926 trat er in den elterlichen Textilgroßhandel ein, 1945 oder 1946 wurde er Mitinhaber. Er war evangelisch und mit Jenny Kahn verheiratet, die aus einer jüdischen Familie stammte; 1934 wurde ihre Tochter geboren.

Verfolgung

Im September 1944 wurde Jenny Juncker im Arbeitslager Kassel-Bettenhausen, einem Außenlager des KZ Buchenwald, interniert. Die Tochter war bei einem Bauern nahe Attendorn versteckt. Juncker holte seine Frau während eines Luftangriffs aus Kassel und versteckte sich mit ihr ebenfalls dort.

Kammer und Verband

Als Unbelasteter kam Juncker 1945 in den Vertrauensausschuss von Stadt und Landkreis Siegen und war 1945 und 1946 Stadtverordneter für die SPD. Von August 1946 bis 1952 war Juncker Präsident der Industrie- und Handelskammer Siegen und leitete den Großhandelsverband Siegen-Olpe-Wittgenstein. Als Kammerpräsident setzte er sich gegen drohende Demontagen im Siegerland ein.

Erste Rede

Im Bundestag saß Juncker im Verkehrsausschuss und zeitweise im Ausschuss für Sozialpolitik; 1949 gehörte er der ersten Bundesversammlung an. Seine erste Rede hielt er am 14.12.1949 in der 23. Sitzung des ersten Bundestages. Er erklärte für seine Fraktion zum Entwurf eines Gesetzes über die Verlängerung des Fachstellengesetzes, man habe aus sachlichen Gründen kein Interesse mehr am Fortbestehen eines solchen Gesetzes. Die Erklärung umfasste gut 100 Wörter.

Weitere Reden

Seine letzte Wortmeldung im Juni 1953 gab er als Berichterstatter in der Beratung eines Gesetzes über die Preise für Getreide inländischer Erzeugung. Insgesamt verzeichnen die Plenarprotokolle zehn Reden mit zusammen knapp 3.200 Wörtern in neun von 282 Sitzungen, im Schnitt gut 300 Wörter je Beitrag. Zwischenrufe von ihm sind nicht verzeichnet.

Abstimmungen

An 104 von 136 namentlichen Abstimmungen nahm Juncker teil. 54-mal stimmte er mit Ja, 49-mal mit Nein, einmal enthielt er sich; sieben Stimmen wichen von der Mehrheit seiner Fraktion ab, ein Anteil von 6,7 Prozent. Bei 32 Abstimmungen gab er keine Stimme ab. Dem zweiten Bundestag gehörte er nicht mehr an; er starb 1987 mit 82 Jahren in Siegen.

Stammdaten

Die Stammdaten nennen Juncker Kaufmann, ohne Angaben zu Konfession und Familie, obwohl er evangelisch und verheiratet war, und verzeichnen ein Mandat vom 07.09.1949 bis zum 07.09.1953. Seine Präsidentschaft der Industrie- und Handelskammer und seine frühere Zeit als SPD-Stadtverordneter führen sie nicht auf.

Mandate im Überblick

Juncker zog 1949 über die nordrhein-westfälische Landesliste der FDP in den Bundestag ein:

  • 1. Wahlperiode (07.09.1949 bis 07.09.1953): Landesliste Nordrhein-Westfalen, FDP-Fraktion

Stand: 17.10.2026

Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).

Köpfe: Aya Sakuraba

Aya Sakuraba (japanisch 桜庭彩) ist eine japanische Pornodarstellerin aus Tokio. Laut ihrem Profil wurde sie am 2. Dezember 1985 geboren, eine zweite unabhängige Bestätigung dafür gibt es nicht.

Laut Profil ist sie seit 2006 aktiv.

Ihr Profil nennt eine Körpergröße von 166 Zentimetern und Körbchengröße B, die Oberweite misst 82, die Taille 56 und die Hüfte 86 Zentimeter. Als Hobbys nennt sie Tanzen, Essen und Karaoke, ihr Profil nennt Hot Yoga und Schlafen.

Stand: 17.10.2026

Köpfe: Sumire Aoi

Sumire Aoi (japanisch 蒼すみれ) ist eine japanische Pornodarstellerin aus Saitama. Laut ihrem Profil wurde sie am 2. Dezember 1995 geboren, eine zweite unabhängige Bestätigung dafür gibt es nicht.

Laut Profil ist sie seit 2014 aktiv.

Ihr Profil nennt eine Körpergröße von 158 Zentimetern und Körbchengröße E, die Oberweite misst 86, die Taille 60 und die Hüfte 88 Zentimeter. Ihre Hobbys sind Gartenarbeit, Filme schauen, Musik hören und Snowboarden.

Stand: 17.10.2026

Köpfe: Ruka

Ruka (japanisch 流海) ist eine japanische Pornodarstellerin aus Tokio. Sie wurde am 2. Dezember 1986 geboren. In einer früheren Fassung dieses Beitrags stand fälschlich der 12. Februar 1986.

2005 debütierte sie beim Label Ribbon als Darstellerin im Stil einer kleinen Schwester, beworben mit ihrer Ähnlichkeit zur Moderatorin Aya Takashima, ihrem kindlichen Gesicht und ihrem durchs Tanzen trainierten Körper. Laut Profil war sie bis 2007 aktiv. Ihr Name wurde früher fälschlich als Ryukai gelesen.

Ihr Profil nennt eine Körpergröße von 160 Zentimetern und Körbchengröße D, die Oberweite misst 85, die Taille 58 und die Hüfte 84 Zentimeter. Als Hobby nennt sie Einkaufen, eine japanische Quelle nennt Klavier und Tanzen.

Stand: 17.10.2026

Köpfe: Kurumi Katase

Kurumi Katase (japanisch 片瀬くるみ) ist eine japanische Pornodarstellerin aus Nagano. Laut ihrem Profil wurde sie am 2. Dezember 1986 geboren, eine zweite unabhängige Bestätigung dafür gibt es nicht. In einer früheren Fassung dieses Beitrags stand der 12. Februar 1986, vermutlich ein Zahlendreher.

Laut Profil war sie von 2005 bis 2010 aktiv.

Ihr Profil nennt eine Körpergröße von 148 Zentimetern und Körbchengröße C, die Oberweite misst 83, die Taille 58 und die Hüfte 84 Zentimeter. Ihr Hobby ist Einkaufen.

Stand: 17.10.2026

Köpfe: Tsugumi Hoshino

Tsugumi Hoshino (japanisch 星野つぐみ) ist eine japanische Pornodarstellerin aus Saitama. Sie wurde am 2. Dezember 1985 geboren. In einer früheren Fassung dieses Beitrags stand fälschlich der 12. Dezember 1985.

2004 debütierte sie bei MOODYZ und wurde mit nur 142 Zentimetern als zierliche Kikatan beliebt. Mit Anri Mizuna drehte sie oft gemeinsam, am 20. September 2006 hörte sie endgültig auf. In einer früheren Fassung dieses Beitrags stand als Herkunft Tokio.

Ihr Profil nennt eine Körpergröße von 142 Zentimetern und Körbchengröße B, die Oberweite misst 80, die Taille 54 und die Hüfte 82 Zentimeter. Als Hobbys nennt sie Karaoke und Schwimmen, ihr Profil nennt Lesen, Cosplay, das Sammeln von Overknee-Strümpfen und Besuche in Spielzeugläden.

Stand: 17.10.2026

Köpfe: Rin Tomosaki

Rin Tomosaki (japanisch 友崎りん) ist eine japanische Pornodarstellerin aus Tokio. Sie wurde am 2. Dezember 1980 geboren. In einer früheren Fassung dieses Beitrags stand fälschlich der 12. Februar 1980.

Im Januar 2000 debütierte sie mit „Seijun“. Echtes Sperma lehnte sie zunächst ab, im August 2001 drehte sie erstmals Bukkake. Sie spielte auch in einem Cosplay-Film von Chie Sugawara, laut Profil war sie bis 2003 aktiv.

Ihr Profil nennt eine Körpergröße von 160 Zentimetern und Körbchengröße C, die Oberweite misst 86, die Taille 58 und die Hüfte 87 Zentimeter. Als Hobbys nennt sie Einkaufen, Kochen und Vintage-Kleidung, eine japanische Quelle nennt Reisen und Fotografieren.

Stand: 17.10.2026

Köpfe: Gary Becker

Gary Becker wurde am 2. Dezember 1930 in Pottsville im US-Bundesstaat Pennsylvania geboren und starb am 3. Mai 2014 in Chicago. Der amerikanische Ökonom erhielt 1992 den sogenannten Wirtschaftsnobelpreis dafür, dass er den Bereich der mikroökonomischen Analyse auf ein breites Feld menschlichen Verhaltens und menschlicher Interaktion ausgedehnt hat, auch auf Verhalten außerhalb von Märkten. Becker untersuchte Diskriminierung, Bildung, Kriminalität, Familie und Sucht mit den Werkzeugen der Ökonomie – und löste damit ebenso viel Bewunderung wie Widerspruch aus.

Herkunft und Ausbildung

Becker wuchs in Brooklyn, New York, auf, wohin seine Familie gezogen war, als er noch ein Kind war. Sein Vater, ein Kleinunternehmer, interessierte sich für Finanz- und Politikfragen; weil er im Alter schlecht sah, las ihm der Sohn regelmäßig die Wirtschaftsnachrichten vor. Becker studierte an der Princeton University Mathematik und Ökonomie und schloss 1951 ab. Die Ökonomie erschien ihm damals allerdings zu abstrakt, um die gesellschaftlichen Probleme zu erfassen, die ihn interessierten. Er überlegte sogar, zur Soziologie zu wechseln.

Die Wende kam an der University of Chicago, wo er bei Milton Friedman studierte. Friedman machte ihm klar, dass Ökonomie kein Spiel mit Formeln ist, sondern ein Werkzeug, mit dem man die wirkliche Welt analysieren kann. Becker wurde 1955 in Chicago promoviert.

Die Ökonomie der Diskriminierung

Seine Dissertation erschien 1957 als Buch unter dem Titel „The Economics of Discrimination“. Becker untersuchte darin, wie sich Vorurteile gegenüber Minderheiten, etwa gegenüber Schwarzen in den USA, auf Löhne und Beschäftigung auswirken. Er modellierte Diskriminierung als eine Art Geschmack: Ein Arbeitgeber, der eine bestimmte Gruppe nicht einstellen will, verhält sich so, als ob ihm deren Beschäftigung zusätzliche Kosten verursache. Daraus folgt ein überraschender Befund: Diskriminierende Arbeitgeber schaden nicht nur den Benachteiligten, sondern auch sich selbst, weil sie auf produktive Arbeitskräfte verzichten. Auf wettbewerbsintensiven Märkten geraten sie deshalb unter Druck.

Das Buch stieß zunächst auf Skepsis. Viele Ökonomen hielten das Thema für eine Angelegenheit von Soziologen und Psychologen. Heute gilt es als Ausgangspunkt der ökonomischen Diskriminierungsforschung, die sich mit Lohnunterschieden zwischen Gruppen befasst und Beckers Modell vielfach erweitert hat.

Humankapital

Beckers einflussreichstes Werk ist „Human Capital“ von 1964. Er griff darin Gedanken auf, die zuvor unter anderem Theodore Schultz und Jacob Mincer entwickelt hatten, und baute sie zu einer systematischen Theorie aus. Ihr Kern: Menschen investieren in sich selbst, so wie Unternehmen in Maschinen investieren. Bildung, Ausbildung im Betrieb und Gesundheit kosten Zeit und Geld, erhöhen aber die spätere Produktivität und damit das Einkommen.

Becker unterschied zwischen allgemeinem Humankapital, das in vielen Betrieben nützlich ist, und spezifischem Humankapital, das nur in einem bestimmten Unternehmen Wert hat. Daraus ließ sich erklären, wer die Kosten der Ausbildung trägt und warum Beschäftigte mit viel firmenspezifischem Wissen seltener den Arbeitgeber wechseln. Die Humankapitaltheorie erklärt auch, warum Löhne mit der Erfahrung steigen und warum Menschen vor allem in jungen Jahren in Bildung investieren.

Der Begriff Humankapital wurde zunächst kritisiert, weil er Menschen mit Maschinen gleichzusetzen schien. Becker selbst räumte ein, dass er wegen solcher Einwände anfangs gezögert habe, den Begriff in den Titel seines Buches aufzunehmen. Heute ist Humankapital ein selbstverständlicher Begriff in Bildungspolitik, Arbeitsmarktforschung und Wachstumstheorie.

Verbrechen, Familie und Zeit

1968 übertrug Becker seinen Ansatz auf die Kriminalität. Der Anstoß, so erzählte er, sei ihm gekommen, als er zu spät zu einer Prüfung kam und abwägen musste, ob er falsch parken und ein Strafmandat riskieren sollte. In seinem Aufsatz „Crime and Punishment: An Economic Approach“ beschrieb er Straftäter als Menschen, die Nutzen und Kosten ihres Handelns abwägen, einschließlich der Wahrscheinlichkeit, gefasst zu werden, und der Höhe der Strafe. Die Analyse hatte erheblichen Einfluss auf die Kriminologie und die Rechtspolitik.

1965 veröffentlichte er eine Theorie der Zeitverwendung. Haushalte, so Becker, produzieren Güter wie Mahlzeiten, Freizeit oder Kindererziehung, indem sie gekaufte Waren mit eigener Zeit kombinieren. Weil die Zeit von Menschen mit hohem Lohn wertvoller ist, verändern steigende Löhne die Art, wie Haushalte leben und arbeiten.

Diese Überlegungen mündeten in sein Buch „A Treatise on the Family“ von 1981. Darin analysierte er Heirat, Scheidung, Kinderzahl und Arbeitsteilung in Familien ökonomisch. Er erklärte etwa, warum die Kinderzahl mit steigendem Einkommen oft sinkt: Eltern investieren mehr in jedes einzelne Kind, statt mehr Kinder zu haben. Gemeinsam mit Kevin Murphy entwickelte er später eine Theorie der „rationalen Sucht“, nach der auch süchtiges Verhalten als vorausschauende Entscheidung verstanden werden kann.

Der ökonomische Ansatz

Was Beckers Arbeiten verbindet, fasste er 1976 in dem Buch „The Economic Approach to Human Behavior“ zusammen. Der ökonomische Ansatz beruht nach seiner Darstellung auf drei Annahmen, die zusammen angewendet werden: Menschen verfolgen stabile Präferenzen, sie handeln so, dass sie ihren Nutzen möglichst gut verwirklichen, und ihre Entscheidungen werden über Märkte oder marktähnliche Mechanismen aufeinander abgestimmt. Wer diese Annahmen konsequent anwendet, kann nach Beckers Überzeugung Verhalten in sehr unterschiedlichen Lebensbereichen erklären – ob es um die Wahl eines Berufs, eines Ehepartners oder um die Entscheidung geht, ein Gesetz zu brechen.

Wichtig war ihm dabei, dass Preise nicht nur in Geld gemessen werden. Auch Zeit, Mühe, soziale Anerkennung oder das Risiko einer Strafe wirken wie Preise, die Entscheidungen beeinflussen. Ändern sich diese Preise, ändert sich auch das Verhalten. Dieser Gedanke machte seine Theorien empirisch überprüfbar und half, Politik zu bewerten: etwa die Frage, ob höhere Strafen oder eine größere Wahrscheinlichkeit, entdeckt zu werden, Straftaten wirksamer verhindern, oder wie staatliche Unterstützung für Familien die Entscheidung für Kinder beeinflusst.

Der Preis der Schwedischen Reichsbank

Die Auszeichnung, die Becker 1992 erhielt, trägt offiziell den Namen „Preis der Schwedischen Reichsbank für Wirtschaftswissenschaften in Gedenken an Alfred Nobel“ (schwedisch: Sveriges Riksbanks pris i ekonomisk vetenskap till Alfred Nobels minne). Sie ist nicht Teil der Preise, die Alfred Nobel in seinem Testament vorgesehen hatte. Die Schwedische Reichsbank stiftete sie 1968 anlässlich ihres 300-jährigen Bestehens; seit 1969 wird sie vergeben.

Die Preisträger bestimmt die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften, die Übergabe findet gemeinsam mit den Nobelpreisen in Stockholm statt. Daher hat sich die Bezeichnung „Wirtschaftsnobelpreis“ eingebürgert, obwohl es sich nicht um einen Nobelpreis im Sinne von Nobels Testament handelt.

Becker war 1992 der alleinige Preisträger. Die Akademie betonte, er habe gezeigt, dass sich viele Formen menschlichen Verhaltens, die zuvor anderen Sozialwissenschaften überlassen waren, mit dem ökonomischen Ansatz untersuchen lassen.

Lehrer, Kolumnist und Kritiker

Nach einigen Jahren an der Columbia University kehrte Becker 1970 an die University of Chicago zurück, wo er Professor für Ökonomie und später auch für Soziologie war. Er leitete dort über Jahrzehnte einen Workshop, in dem Doktoranden und Kollegen ihre Arbeiten diskutierten. Von 1985 bis 2004 schrieb er eine monatliche Kolumne für die „Business Week“, später führte er gemeinsam mit dem Richter Richard Posner einen viel gelesenen Blog. 2007 erhielt er die Presidential Medal of Freedom.

Kritiker warfen Becker „ökonomischen Imperialismus“ vor, also den Anspruch, alle Sozialwissenschaften der Ökonomie unterzuordnen. Sie bemängelten, dass sein Menschenbild zu stark auf rationalem Kalkül beruhe und Gefühle, Normen und Machtverhältnisse vernachlässige. Feministische Ökonominnen kritisierten insbesondere seine Erklärung der Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern. Becker verteidigte seinen Ansatz als Methode, nicht als Behauptung, dass Menschen gefühllose Rechner seien. Er betonte, dass Präferenzen auch Altruismus, Loyalität und Neid umfassen können.

Wirkung und Bedeutung

Gary Becker hat die Grenzen der Ökonomie verschoben. Ganze Forschungsfelder – die Bildungsökonomik, die Familienökonomik, die ökonomische Analyse der Kriminalität – gehen wesentlich auf ihn zurück. Der Begriff Humankapital prägt heute die Bildungspolitik ebenso wie die Debatte über Wachstum und Ungleichheit. Auch wer seinem Menschenbild widerspricht, kommt an den Fragen nicht vorbei, die er gestellt hat.

Er starb im Mai 2014 im Alter von 83 Jahren in Chicago. Die offizielle Würdigung der Preisvergabe von 1992 finden Sie auf der Seite der Nobelstiftung.

Stand: 29.10.2026