Köpfe: Dr. Peter Ramsauer

Müllermeister und Diplom-Kaufmann aus der Talmühle in Traunwalchen, Stadtrat in Traunreut, Chef der CSU-Landesgruppe, Bundesverkehrsminister und Vorsitzender zweier Ausschüsse: Peter Ramsauer, geboren am 10.02.1954 in München, gehörte dem Bundestag von 1990 bis 2025 an.

Kurzprofil

  • Geboren: 10. Februar 1954 in München
  • Beruf: Dipl.-Kaufmann, Müllermeister
  • Partei: CSU
  • Bundestag: 1990 bis 2025 (12. bis 20. Wahlperiode), stets direkt gewählt
  • Religion/Familie: katholisch, verheiratet, 4 Kinder

Talmühle

Nach dem Abitur 1973 in Marquartstein studierte Ramsauer nach verfügbaren Angaben Betriebswirtschaft in München und schloss 1979 als Diplom-Kaufmann ab; daneben lernte er Müller und legte 1980 die Meisterprüfung ab. Seit 1981 ist er Gesellschafter der Talmühle in Traunwalchen, die seit 1543 im Familienbesitz ist. 1985 wurde er über die Gebietsreform in Bayern promoviert. Die Stammdaten führen ihn als Diplom-Kaufmann und Müllermeister, katholisch, verheiratet, vier Kinder.

Traunreut

1972 trat Ramsauer der Jungen Union bei, 1973 der CSU. Von 1978 bis 1991 saß er im Stadtrat von Traunreut, seit 1984 im Kreistag Traunstein. Von 1998 bis 2005 war er Parlamentarischer Geschäftsführer, ab November 2005 als Nachfolger von Michael Glos (CSU) Chef der Landesgruppe und Erster Stellvertretender Fraktionsvorsitzender. Von 2008 bis 2015 war er einer der stellvertretenden Parteivorsitzenden.

Minister

Von Oktober 2009 bis Dezember 2013 war Ramsauer Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung im zweiten Kabinett Merkel; 55 seiner Reden hielt er in dieser Rolle. Danach leitete er nach verfügbaren Angaben den Ausschuss für Wirtschaft und Energie und ab 2017 den Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit. Seit 2014 ist er Präsident der Ghorfa, der Vertretung arabischer Handelskammern; Kritik daran wies er zurück.

Strom

Sein Mandat umfasste 2.115 Sitzungen; die Protokolle zählen 180 Reden mit 125.645 Wörtern und 1.091 Zwischenrufe, die meisten zwischen 1998 und 2009. In der ersten Rede am 12. Dezember 1991 begrüßte er, dass die Regierung die Vorzüge erneuerbarer Energien stärker nutzen wolle: Sonne, Wind, Wasser und Erdwärme seien unerschöpfliche und schadstofffreie Energieträger.

Letzte Rede

Am 6. Dezember 2024 kündigte Ramsauer an, dies sei wohl seine letzte Rede nach 34 Jahren in vielen Führungsämtern. Er freue sich, an seine allererste Rede vor genau 33 Jahren anknüpfen zu können, als es um das Stromeinspeisungsgesetz gegangen sei. Anlass war ein Antrag der Union gegen eine Insolvenzwelle. Am 17. Oktober 1991 hatte er nach verfügbaren Angaben gegen die Anerkennung der Oder-Neiße-Grenze gestimmt.

Abstimmungen

An 1.360 von 1.534 namentlichen Abstimmungen nahm Ramsauer teil, 689-mal mit Ja, 650-mal mit Nein und 21-mal mit Enthaltung. 27-mal wich er von der Union ab, zuletzt 2024, etwa bei Taurus-Lieferungen und beim Erneuerbare-Energien-Gesetz. 2009 führte er die Landesliste der CSU an. Bei der Bundestagswahl 2021 kandidierte er, wohnhaft in Traunwalchen, zum letzten Mal als Direktkandidat im Wahlkreis 225 (Traunstein). Am 25. März 2025 endete sein Mandat mit 71 Jahren, nach mehr als 34 Jahren im Bundestag.

Mandate im Überblick

Ramsauer gewann den Wahlkreis Traunstein neunmal in Folge direkt für die CSU:

  • 12. Wahlperiode (20.12.1990 bis 10.11.1994): Direktmandat, CDU/CSU-Fraktion
  • 13. Wahlperiode (10.11.1994 bis 26.10.1998): Direktmandat im Wahlkreis Traunstein, CDU/CSU-Fraktion
  • 14. Wahlperiode (26.10.1998 bis 17.10.2002): Direktmandat im Wahlkreis Traunstein, CDU/CSU-Fraktion
  • 15. Wahlperiode (17.10.2002 bis 18.10.2005): Direktmandat im Wahlkreis Traunstein, CDU/CSU-Fraktion
  • 16. Wahlperiode (18.10.2005 bis 27.10.2009): Direktmandat im Wahlkreis Traunstein, CDU/CSU-Fraktion
  • 17. Wahlperiode (27.10.2009 bis 22.10.2013): Direktmandat im Wahlkreis Traunstein, CDU/CSU-Fraktion
  • 18. Wahlperiode (22.10.2013 bis 24.10.2017): Direktmandat im Wahlkreis Traunstein, CDU/CSU-Fraktion
  • 19. Wahlperiode (24.10.2017 bis 26.10.2021): Direktmandat im Wahlkreis Traunstein, CDU/CSU-Fraktion
  • 20. Wahlperiode (26.10.2021 bis 25.03.2025): Direktmandat im Wahlkreis Traunstein, CDU/CSU-Fraktion

Stand: 21.10.2026

Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026); Bewerberliste zur Bundestagswahl 2021.

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