Anwalt in Mönchengladbach, Rotarier und Mittelstandspolitiker: Wolfgang Feinendegen, geboren am 30.01.1930 in Garzweiler, vertrat von 1976 bis 1983 für die CDU einen Mönchengladbacher Wahlkreis im Bundestag.
Kurzprofil
- Geboren: 30. Januar 1930 in Garzweiler (Krs. Grevenbroich)
- Beruf: Rechtsanwalt
- Partei: CDU
- Bundestag: 1976 bis 1983 (8. bis 9. Wahlperiode), stets direkt gewählt
- Religion/Familie: katholisch, verheiratet, 1 Kind
Herkunft
Feinendegen wurde in einem Dorf am Niederrhein als Sohn von Rosa Feinendegen, geborene Klauth, und Ludwig Feinendegen geboren, des späteren Oberkreisdirektors des Landkreises Kempen-Krefeld; die Familie war also schon früh mit Verwaltung und Kommunalpolitik verbunden. Sein Bruder war der Nuklearmediziner Ludwig E. Feinendegen. Sein Geburtsort Garzweiler wurde später für den Braunkohlentagebau Garzweiler umgesiedelt, der heute zu den größten Tagebauen Deutschlands gehört.
Jurist
Nach dem Abitur am humanistischen Gymnasium in Mönchengladbach studierte er Rechtswissenschaft an der Universität zu Köln und legte beide Staatsexamen ab. Seit 1950 gehört er der katholischen Studentenverbindung Rheinland Köln an. Nach einem Jahr bei einer Versicherung arbeitete er fünf Jahre für eine Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft in Köln. 1964 eröffnete er eine eigene Kanzlei in Mönchengladbach; zugelassen ist er dort und in Düsseldorf.
Später Einstieg
Erst 1968, mit 38 Jahren, trat Feinendegen in die CDU ein. 1970 kam er in den Kreisvorstand Mönchengladbach, ein Jahr später in die Wirtschaftsvereinigung des Kreises. Sechs Jahre nach seinem Parteieintritt gewann er bei der Bundestagswahl 1976, in der die Union unter Helmut Kohl knapp die absolute Mehrheit verfehlte, seinen Wahlkreis mit klarer Mehrheit. Mönchengladbach war als katholisch geprägte Stadt am Niederrhein eine verlässliche Hochburg der Union.
Verkehr und Finanzen
Im Bundestag war Feinendegen ordentliches Mitglied im Ausschuss für Verkehr und das Post- und Fernmeldewesen, im Finanzausschuss war er stellvertretendes Mitglied. Damals war die Bundespost noch eine Behörde mit Monopol auf Telefon und Briefe, und der Verkehrsausschuss beriet über Fernstraßen, Bundesbahn und Luftfahrt. Als Jurist mit Erfahrung aus der Steuerberatung brachte er für die Finanzpolitik praktische Erfahrung mit. 1983 schied er nach zwei Wahlperioden aus dem Bundestag aus und kehrte ganz in seine Kanzlei zurück. Beide Wahlperioden fielen in die Regierungszeit von Helmut Schmidt, so dass er die ganze Zeit der Opposition angehörte.
Mittelstand
Bis Ende 2008 war Feinendegen Vorstandsmitglied der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU in Mönchengladbach. 1959 heiratete er Marlies Brungs, aus der Ehe ging der Sohn Stefan hervor. Er ist Mitglied im Rotary Club. Die Stammdaten nennen ihn Rechtsanwalt, katholisch, verheiratet und Vater eines Kindes, was mit den übrigen Angaben übereinstimmt.
Mandate im Überblick
Zweimal gewann Feinendegen direkt, 1976 Mönchengladbach/Viersen mit 54,3 Prozent und nach dem Neuzuschnitt 1980 Mönchengladbach/Rheydt mit 48,6 Prozent der Erststimmen:
- 8. Wahlperiode (14.12.1976 bis 04.11.1980): Direktmandat, CDU/CSU-Fraktion
- 9. Wahlperiode (04.11.1980 bis 29.03.1983): Direktmandat, CDU/CSU-Fraktion
Stand: 17.10.2026
Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).