Köpfe: Peter Feile

Verwaltungsbeamter aus Augsburg, Stadtrat in Friedberg und für eine verkürzte Wahlperiode im Bundestag: Peter Feile, geboren am 17.02.1939 in Augsburg, gehörte von 1980 bis 1983 für die SPD dem Parlament an.

Kurzprofil

  • Geboren: 17. Februar 1939 in Augsburg
  • Beruf: Verwaltungsamtsrat
  • Partei: SPD
  • Bundestag: 1980 bis 1983 (9. Wahlperiode), über die Landesliste
  • Religion/Familie: katholisch, verheiratet, 2 Kinder

Stadtverwaltung Augsburg

Nach der mittleren Reife machte Feile die Ausbildung für den gehobenen nichttechnischen Verwaltungsdienst der Stadt Augsburg. Als Stadtinspektor arbeitete er unter anderem im Jugendamt, im Rechnungsprüfungsamt und im Finanzreferat, also in Bereichen, die den Alltag einer Großstadtverwaltung von der Fürsorge bis zum Haushalt abdecken. Augsburg, die drittgrößte Stadt Bayerns, war damals noch stark von Textil- und Maschinenindustrie geprägt und hatte eine starke Sozialdemokratie. Die Stammdaten nennen ihn Verwaltungsamtsrat.

Familientradition SPD

1965 trat Feile der SPD bei, der schon sein Großvater und sein Vater angehört hatten. Seit 1966 wohnt er in Friedberg vor den Toren Augsburgs. 1972 wurde er in den Friedberger Stadtrat gewählt, dem er bis 2020 angehörte, fast ein halbes Jahrhundert. Für einen Sozialdemokraten im ländlich geprägten und mehrheitlich konservativen Umland Augsburgs war das eine bemerkenswert lange Amtszeit.

Drei Jahre Bonn

Bei der Bundestagswahl 1980, in der Franz Josef Strauß als Kanzlerkandidat der Union antrat und die sozialliberale Koalition ihre Mehrheit ausbaute, kam Feile über die Landesliste in den Bundestag. Die Wahlperiode war von Haushaltsstreit und Wirtschaftskrise geprägt; im Herbst 1982 zerbrach die Koalition, Helmut Kohl wurde durch ein konstruktives Misstrauensvotum Kanzler, und im März 1983 wurde neu gewählt. Feile kehrte danach nicht ins Parlament zurück. Bei der Wahl von 1983 verlor die SPD deutlich, auch in Bayern, wo die CSU fast 60 Prozent erreichte.

Zurück in die Verwaltung

Nach dem Mandat ging Feile zurück in die Augsburger Stadtverwaltung. 1984 stieg er in den höheren Dienst auf, 1987 wurde er Verwaltungsrat, zuletzt war er leitender Verwaltungsdirektor und Amtschef. 2004 ging er in den Ruhestand. Dass ein Abgeordneter nach dem Mandat in seinen früheren Beruf zurückkehrt, ermöglicht das Abgeordnetengesetz für Beamte ausdrücklich.

Kreistag Aichach-Friedberg

Von 2002 bis 2020 gehörte Feile auch dem Kreistag des Landkreises Aichach-Friedberg an, und von 1991 bis 2020 war er Stellvertreter des Landrats. Erst mit 81 Jahren gab er seine kommunalen Ämter bei der Kommunalwahl 2020 ab. Damit verbrachte er mehr als ein halbes Jahrhundert in der Kommunalpolitik, gegenüber nur gut zwei Jahren in Bonn. Die Stammdaten nennen ihn katholisch, verheiratet und Vater zweier Kinder.

Mandate im Überblick

Feile zog 1980 über die bayerische Landesliste der SPD ein; nach dem Bruch der sozialliberalen Koalition endete die Wahlperiode schon 1983 mit vorgezogenen Neuwahlen:

  • 9. Wahlperiode (04.11.1980 bis 29.03.1983): Landesliste Bayern, SPD-Fraktion

Stand: 17.10.2026

Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).

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