Köpfe: Konrad Felber

Klempnermeister aus dem Erzgebirgsvorland, Mann des Neuen Forums und später zwei Jahrzehnte Hüter von Stasi-Akten: Konrad Felber, geboren am 16.06.1953 in Limbach-Oberfrohna, gehörte vom 03.10. bis 20.12.1990 für die FDP dem Bundestag an.

Kurzprofil

  • Geboren: 16. Juni 1953 in Limbach (Oberfrohna)
  • Beruf: Klempner- u. Installateurmeister
  • Partei: FDP
  • Bundestag: 1990 (11. Wahlperiode), von der Volkskammer gewählt
  • Religion/Familie: verheiratet, 1 Kind

Handwerkerfamilie

Felber wuchs als Sohn eines selbständigen Klempnermeisters auf, in der DDR einer der wenigen privaten Handwerksbetriebe, die neben Kombinaten und Genossenschaften bestehen blieben. Nach der Polytechnischen Oberschule lernte er von 1970 bis 1972 Klempner und Installateur. Nach dem Grundwehrdienst besuchte er einen Meisterlehrgang in Karl-Marx-Stadt, dem heutigen Chemnitz, und arbeitete bis 1990 als Meister im elterlichen Geschäft.

Neues Forum und Forumpartei

Ab Oktober 1989 engagierte sich Felber im Neuen Forum. Im Dezember gehörte er zu den Gründern der Deutschen Forumpartei, die sich aus dem Neuen Forum abspaltete, und wurde ihr Vorsitzender im Bezirk Karl-Marx-Stadt. Bei der Volkskammerwahl im März 1990 kandidierte er auf Platz zwei für das Wahlbündnis Die Liberalen, das im Bezirk drei Mandate gewann. In der Volkskammer arbeitete er im Ausschuss Deutsche Einheit und im Kontrollausschuss zur Auflösung des Ministeriums für Staatssicherheit mit. Im August 1990 wurde er mit der Forumpartei Mitglied der FDP.

Stasi-Unterlagen

Nach dem kurzen Bundestagsmandat leitete Felber ab Januar 1991 die Chemnitzer Außenstelle der Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen. 1995 übernahm er den elterlichen Betrieb, den er bis 1997 führte, und studierte berufsbegleitend Betriebswirtschaft. Im März 1997 wurde er Leiter der Außenstelle Erfurt, im September 1998 der in Dresden, die er mehr als zwanzig Jahre führte, bis Cornelia Herold am 01.04.2019 seine Nachfolge antrat. Die Außenstellen ermöglichten Bürgern Einsicht in die über sie angelegten Akten.

Liberaler in Sachsen

Von 1991 bis 1993 führte Felber die FDP im Chemnitzer Land, von 1992 bis 1995 gehörte er dem sächsischen Landesvorstand an, ab 1993 einige Jahre dem Bundesvorstand. Seit 1994 sitzt er im Stadtrat von Limbach-Oberfrohna und führt dort die Fraktion; zudem ist er stellvertretender Vorsitzender der Wilhelm-Külz-Stiftung. Bei allen sächsischen Landtagswahlen trat er an, als Direktkandidat chancenlos und auf hinteren Listenplätzen.

Knapp vorbei

Auch 1990, 2005 und 2009 kandidierte Felber für den Bundestag. 2009 verfehlte er ein Mandat knapp: Die sächsische FDP brachte vier Listenbewerber durch, Felber stand auf Platz sechs. 2008 scheiterte er bei der Landratswahl in Mittelsachsen mit einem einstelligen Ergebnis. Er ist verheiratet und Vater eines Kindes und hat über die Stasi-Aktion Licht von 1962 publiziert.

Mandate im Überblick

Felber war einer der 144 Abgeordneten, die die Volkskammer am Tag der Einheit in den Bundestag entsandte; sein Mandat endete mit der ersten gesamtdeutschen Wahl:

  • 11. Wahlperiode (03.10.1990 bis 20.12.1990): von der Volkskammer in den Bundestag gewählt, FDP-Fraktion

Stand: 17.10.2026

Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).

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