Fleischergeselle, Angestellter einer Polstermöbelfabrik und stellvertretender Bürgermeister von Ennigerloh: Wilhelm Maibaum, geboren am 08.07.1919 in Ennigerloh, gehörte dem Bundestag von 1963 bis 1972 an. Er starb am 14.07.1994 in Neustadt in Holstein.
Kurzprofil
- Geboren: 8. Juli 1919 in Ennigerloh (Westfalen)
- Gestorben: 14. Juli 1994
- Beruf: Angestellter
- Partei: SPD
- Bundestag: 1963 bis 1972 (4. bis 6. Wahlperiode), über die Landesliste
- Religion/Familie: verheiratet, 3 Kinder
Fleischer
Nach der Volksschule lernte Maibaum Fleischer und schloss mit der Gesellenprüfung ab. Von April bis Oktober 1937 leistete er Reichsarbeitsdienst; das Handbuch fasst die Jahre 1937 bis 1945 als Reichsarbeitsdienst und Wehrmacht zusammen. Danach wurde er zur Wehrmacht eingezogen und war von 1939 bis 1945 Soldat, zuletzt Leutnant. Nach Kriegsende kehrte er nach Ennigerloh zurück. Ab April 1946 arbeitete er in der Polstermöbelfabrik Preckel & Wältermann in Ennigerloh, ab 1950 als Angestellter.
Ennigerloh
1946 trat Maibaum in die SPD ein. Ab 1952 saß er im Gemeinderat von Ennigerloh, von 1956 bis 1961 und wieder ab 1964 war er stellvertretender Bürgermeister. Von 1956 bis 1969 gehörte er dem Kreistag des Kreises Beckum an. Damit hatte er bereits gut zehn Jahre kommunalpolitische Erfahrung, als er in den Bundestag nachrückte; das Amt des stellvertretenden Bürgermeisters übernahm er im Jahr nach seinem Einzug erneut.
Bundestag
Maibaum kam stets über die nordrhein-westfälische Landesliste in den Bundestag: 1963 als Nachrücker, 1965 und 1969 wiedergewählt. Seine Mandatszeit umfasste 567 Sitzungen, 121 in der 4., 247 in der 5. und 199 in der 6. Wahlperiode, die im September 1972 vorzeitig endete. In seinen letzten Sitzungstagen am 20. und 21. September 1972 stimmte er dreimal mit der Fraktion, ebenso am 10. November 1971 bei drei Abstimmungen und am 12. Juni 1969 beim Gesetz über die Lohnfortzahlung.
Ohne Rede
In neun Jahren verzeichnen die Protokolle keine Rede und keinen Zwischenruf von Maibaum. Er gehörte damit zu den Abgeordneten, die im Plenum nur durch ihre Stimme hervortraten. Sein Vorgänger Lünenstraß hatte nur eine einzige Rede gehalten, wenige Monate vor seinem Tod. Maibaum wohnte weiter in Ennigerloh und verband das Mandat mit seinen Ämtern in Gemeinderat und Kreistag.
Abstimmungen
An allen 76 namentlichen Abstimmungen nahm Maibaum teil, 45-mal mit Ja, 29-mal mit Nein und zweimal mit Enthaltung, nie gegen die Mehrheit der SPD; 28 Abstimmungen fielen in die 4. und 23 in die 5. Wahlperiode. Die Stammdaten nennen ihn Angestellten, verheiratet, drei Kinder, ohne Angabe der Konfession; das Handbuch nennt ihn evangelisch.
Mandate im Überblick
Maibaum rückte am 22. Mai 1963 für den verstorbenen Karl-Heinz Lünenstraß über die Landesliste der SPD Nordrhein-Westfalen nach:
- 4. Wahlperiode (22.05.1963 bis 17.10.1965): Landesliste Nordrhein-Westfalen, SPD-Fraktion
- 5. Wahlperiode (19.10.1965 bis 19.10.1969): Landesliste Nordrhein-Westfalen, SPD-Fraktion
- 6. Wahlperiode (20.10.1969 bis 22.09.1972): Landesliste Nordrhein-Westfalen, SPD-Fraktion
Stand: 18.10.2026
Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).