Volksschullehrer, Ministerialrat, Mitglied des Parlamentarischen Rates und langjähriger Vorsitzender des Innenausschusses: Friedrich Maier, geboren am 29.12.1894 in Karlsruhe, gehörte dem Bundestag von 1949 bis zu seinem Tod an. Er starb am 14.12.1960 in Freiburg.
Kurzprofil
- Geboren: 29. Dezember 1894 in Karlsruhe
- Gestorben: 14. Dezember 1960
- Beruf: Ministerialrat a. D.
- Partei: SPD
- Bundestag: 1949 bis 1960 (1. bis 3. Wahlperiode), über die Landesliste
- Religion/Familie: verheiratet
Lehrer
Maier war Volksschullehrer und gehörte seit 1920 der SPD an. 1945 wurde er Schulleiter, im Januar 1947 Rektor in Gengenbach. Im Februar 1947 ging er als Referent ins badische Innenministerium und wurde im Oktober Ministerialrat. Ab 1946 saß er im Gemeinderat und im Kreistag, ab 1947 war er stellvertretender Vorsitzender der SPD in Baden und später des Bezirks Südbaden. Das Handbuch nennt ihn freireligiös.
Landtag und Parlamentarischer Rat
Von 1946 bis zum 1. Juni 1951 gehörte Maier dem badischen Landtag an und führte 1947 und 1948 die SPD-Fraktion. 1948 und 1949 vertrat er Baden im Parlamentarischen Rat, der das Grundgesetz ausarbeitete. In die Bundesversammlung entsandte ihn die SPD 1949, 1954 und 1959.
Innenausschuss
Im Bundestag leitete Maier von 1949 bis 1957 den Ausschuss für Angelegenheiten der inneren Verwaltung und danach den Ausschuss für Inneres, 1953 auch den Wahlrechtsausschuss. Er kandidierte 1949 im Wahlkreis 188, danach im Wahlkreis 186 und stand 1953 auf Platz 6 und 1957 auf Platz 8 der Liste. Er starb im Dezember 1960 im Amt; für ihn rückte Bay nach. Seine Mandatszeit umfasste 645 Sitzungen, 282 in der ersten, 227 in der zweiten und 136 in der dritten Wahlperiode. In allen drei Wahlperioden hielt er Reden, 29 in der ersten, 31 in der zweiten und vier in der dritten.
Reden
Die Protokolle zählen 64 Reden mit 39.511 Wörtern. In der ersten am 23. März 1950, 3.178 Wörter lang, sprach er zum Haushalt des Innenministeriums: Als Staatssekretär Ritter von Lex dem Ausschuss im November einen vorläufigen Organisationsplan vorgestellt habe, sei der Stellenplan im Verhältnis zu den Aufgaben übersetzt erschienen. Zuletzt begründete er am 10. Juni 1959 beim Etat der zivilen Notstandsplanung einen Antrag aus allen Fraktionen seines Ausschusses, weil für die Ausbildung von Helfern in erster Hilfe nicht genug Mittel bereitstanden.
Abstimmungen
An 292 von 302 namentlichen Abstimmungen nahm Maier teil, 208-mal mit Ja, 81-mal mit Nein und dreimal mit Enthaltung. Die vier Abweichungen stammen aus den unsicheren Daten der ersten beiden Wahlperioden. Zwischenrufe verzeichnen die Protokolle keine. Die Stammdaten nennen ihn Ministerialrat a. D., verheiratet, ohne Angabe der Konfession.
Mandate im Überblick
Maier kam dreimal über die Landesliste der SPD in den Bundestag, 1949 auf Platz 1 in Baden, 1953 und 1957 in Baden-Württemberg:
- 1. Wahlperiode (07.09.1949 bis 07.09.1953): Landesliste BAD, SPD-Fraktion
- 2. Wahlperiode (06.10.1953 bis 06.10.1957): Landesliste Baden-Württemberg, SPD-Fraktion
- 3. Wahlperiode (15.10.1957 bis 14.12.1960): Landesliste Baden-Württemberg, SPD-Fraktion
Stand: 18.10.2026
Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).