Köpfe: Werner Dörflinger

Redakteur beim Südkurier, Bürgermeister am Hochrhein und achtzehn Jahre Abgeordneter seiner Heimat: Werner Dörflinger, geboren am 02.10.1940 in Tiengen, vertrat von 1980 bis 1998 den Wahlkreis Waldshut für die CDU. Er starb am 02.03.2021; die alte Fassung dieses Beitrags kannte seinen Tod noch nicht.

Kurzprofil

  • Geboren: 2. Oktober 1940 in Tiengen (Landkrs. Waldshut)
  • Gestorben: 2. März 2021
  • Beruf: Bürgermeister a. D.
  • Partei: CDU
  • Bundestag: 1980 bis 1998 (9. bis 13. Wahlperiode), stets direkt gewählt
  • Religion/Familie: katholisch, verheiratet, 3 Kinder

Kaufmann und Journalist

Nach Volksschule und Höherer Handelsschule machte Dörflinger eine Lehre als Industriekaufmann, die er 1958 abschloss, und arbeitete bis 1962 im Beruf. Dann wechselte er als Redakteur zum Südkurier, der großen Regionalzeitung am Bodensee und Hochrhein, und blieb dort bis 1975. In diesem Jahr wurde er Erster Beigeordneter mit der Amtsbezeichnung Bürgermeister der neuen Großen Kreisstadt Waldshut-Tiengen, die aus der Gemeindereform hervorgegangen war. Das Amt übte er bis 1983 aus.

Kommunalpolitiker durch und durch

1961 trat er der CDU bei und führte zehn Jahre die Junge Union im Kreis Waldshut. Von 1967 bis 1991 war er stellvertretender, danach bis 1993 Vorsitzender des CDU-Kreisverbands. 1965 kam er in den Tiengener Stadtrat, 1975 in den Rat der vereinigten Stadt, ab 1994 erneut. Von 1989 bis 1994 saß er im Kreistag, außerdem in der Regionalverbandsversammlung Hochrhein-Bodensee.

Bauausschuss in Bonn

Bundesweit leitete Dörflinger den CDU-Fachausschuss Städte- und Wohnungsbau. Im Bundestag übernahm er im Februar 1992 den Vorsitz des Ausschusses für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau, in einer Zeit, in der die Sanierung ostdeutscher Innenstädte und der Hauptstadtumzug nach Berlin die Baupolitik prägten. Stellvertretend saß er in den Ausschüssen für Umwelt und für Tourismus, für eine Grenzregion mit Schwarzwald und Rhein kein Zufall. Ab 1988 war er Präsident der Deutsch-Amerikanischen Gesellschaft.

Familie

Dörflinger war katholisch, verheiratet und hatte drei Kinder. Sein Sohn Thomas Dörflinger übernahm 1998 den Wahlkreis und saß bis 2017 selbst im Bundestag. Der Vater leitete den Caritasverband Hochrhein und erhielt 1991 das Verdienstkreuz am Bande, 2000 das Verdienstkreuz erster Klasse. Dörflingers Weg ist ein Beispiel für jene Abgeordneten, die ihre Kraft aus der Verwurzelung im Wahlkreis zogen: Wer am Hochrhein über Jahrzehnte Stadtrat, Bürgermeister und Kreisvorsitzender war, kannte die Sorgen der Grenzgänger, die täglich zur Arbeit in die Schweiz fuhren, und der Gemeinden, die vom Zoll und vom Verkehr über den Rhein lebten.

Mandate im Überblick

Dörflinger gewann den Wahlkreis an der Schweizer Grenze fünfmal hintereinander direkt:

  • 9. Wahlperiode (04.11.1980 bis 29.03.1983): Direktmandat, CDU/CSU-Fraktion
  • 10. Wahlperiode (29.03.1983 bis 18.02.1987): Direktmandat, CDU/CSU-Fraktion
  • 11. Wahlperiode (18.02.1987 bis 20.12.1990): Direktmandat, CDU/CSU-Fraktion
  • 12. Wahlperiode (20.12.1990 bis 10.11.1994): Direktmandat, CDU/CSU-Fraktion
  • 13. Wahlperiode (10.11.1994 bis 26.10.1998): Direktmandat im Wahlkreis Waldshut, CDU/CSU-Fraktion

Stand: 17.10.2026

Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).

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