Köpfe: Rolf Koltzsch

Schlosser und Versicherungskaufmann aus Leipzig, zweimal direkt gewählt in Herford: Rolf Koltzsch, geboren am 16.07.1928 in Leipzig, gehörte dem Bundestag von 1987 bis 1994 für die SPD an. Er starb am 15.09.2023.

Kurzprofil

  • Geboren: 16. Juli 1928 in Leipzig
  • Gestorben: 15. September 2023
  • Beruf: Versicherungskaufmann
  • Partei: SPD
  • Bundestag: 1987 bis 1994 (11. bis 12. Wahlperiode), stets direkt gewählt
  • Religion/Familie: evangelisch, verheiratet, 3 Kinder

Beruf

Koltzsch arbeitete als Schlosser und später als Versicherungskaufmann. 1956 trat er der SPD bei. Im Bundestag vertrat er den Wahlkreis 103. Er lebte zuletzt in Spenge.

Agrarpolitik

Im Bundestag gehörte Koltzsch dem Landwirtschaftsausschuss an. Die Protokolle verzeichnen nur drei Reden mit zusammen 2.675 Wörtern, alle in der 11. Wahlperiode. Die erste am 3. Dezember 1987, 770 Wörter lang, begann er mit der Feststellung, eine grundsätzliche Aussprache über Agrarstruktur und ländlichen Raum sei seit langem überfällig; wegen der Überschüsse und Finanzprobleme kreise die Diskussion vor allem um die Märkte. In der letzten am 28. November 1989, 968 Wörter lang, bat er Minister Ignaz Kiechle um Nachsicht: Er sei erst seit dieser Wahlperiode im Bundestag und gehöre seitdem dem Landwirtschaftsausschuss an. Zwischen 1990 und 1994 ergriff er im Plenum nicht mehr das Wort.

Abstimmungen

An allen 298 namentlichen Abstimmungen nahm Koltzsch teil, 160-mal mit Ja, 119-mal mit Nein und 19-mal mit Enthaltung. Neunmal wich er von der Mehrheit seiner Fraktion ab, viermal in der 11. und fünfmal in der 12. Wahlperiode. Am 25. November 1988 enthielt er sich bei drei Abstimmungen, bei denen die SPD mit Nein stimmte. Am 26. Juni 1992 stimmte er für einen Entschließungsantrag von Joachim Schmidt und anderen Abgeordneten, den seine Fraktion ablehnte. Am 25. November 1992, am 26. Mai 1993 sowie am 20. Mai und 30. Juni 1994 stimmte er laut Bundestagsdaten bei Änderungsanträgen der SPD mit Ja, während die Mehrheit der Fraktion als Nein verzeichnet ist.

Linie

Bei den großen Abstimmungen der 12. Wahlperiode stimmte er mit seiner Fraktion: am 27. Mai 1993 gegen den Nachtragshaushalt, am 26. November 1993 gegen den Haushalt 1994, am 2. Dezember 1993 und am 29. Juni 1994 für die Grundgesetzänderungen auf den jeweiligen Drucksachen.

Abschied

In der 11. Wahlperiode fielen in seine Zeit 236 Sitzungen, in der 12. Wahlperiode 243. 1994 schied Koltzsch nach zwei Wahlperioden aus dem Bundestag aus. Er starb mit 95 Jahren.

Stammdaten

Die Stammdaten nennen ihn Versicherungskaufmann, evangelisch, verheiratet, drei Kinder. Das Sterbedatum ist dort nachgetragen; den Beruf als Schlosser vermerken sie nicht.

Mandate im Überblick

Koltzsch gewann den Wahlkreis Herford 1987 mit 47,5 und 1990 mit 43,8 Prozent der Erststimmen:

  • 11. Wahlperiode (18.02.1987 bis 20.12.1990): Direktmandat, SPD-Fraktion
  • 12. Wahlperiode (20.12.1990 bis 10.11.1994): Direktmandat, SPD-Fraktion

Stand: 17.10.2026

Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).

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