Köpfe: Peter Keller

Siemens-Ingenieur, Betriebsrat, KAB-Sekretär und Historiker der katholischen Arbeitervereine: Peter Keller, geboren am 11.10.1937 in Würzburg, gehörte dem Bundestag von 1980 bis 1987 und von 1990 bis 1998 für die CSU an. Er starb am 22.03.2024.

Kurzprofil

  • Geboren: 11. Oktober 1937 in Würzburg
  • Gestorben: 22. März 2024
  • Beruf: Dipl.-Ingenieur (FH)
  • Partei: CSU
  • Bundestag: 1980 bis 1998 (9. bis 13. Wahlperiode), über die Landesliste
  • Religion/Familie: katholisch, verheiratet, 3 Kinder

Ingenieur und Abendgymnasiast

Nach der mittleren Reife und einem zweijährigen Industriepraktikum wurde Keller Diplomingenieur. Von 1962 bis 1968 arbeitete er für Siemens und saß drei Jahre im Betriebsrat. Nebenher holte er 1964 am Abendgymnasium das Abitur nach.

Katholische Arbeitnehmer

Von 1968 bis 1979 war Keller Diözesansekretär der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung in Würzburg, von 1970 bis 1982 Personalratsvorsitzender beim Bischöflichen Ordinariat. Daneben studierte er von 1971 bis 1976 Geschichte, Soziologie und Pädagogik und schloss 1977 mit dem Magister ab. Seine Studie über die katholischen Arbeitervereine in Unterfranken von 1884 bis 1934 erschien 1976. 1980 übernahm er die Arbeitnehmerbildungsstätte Benediktushöhe in Retzbach. Von 1975 bis 1983 führte er die Arbeitsgemeinschaft der Mitarbeitervertretungen der deutschen Diözesen.

Kommunalpolitik

Der CSU gehörte Keller seit 1958 an, zehn Jahre lang leitete er den Ortsverband Zellingen. Er saß von 1966 bis 1981 im Gemeinderat, von 1966 bis 1984 im Kreistag und von 1978 bis 1981 im Bezirkstag. Ab 1989 war er Landesvorsitzender der Christlich-Sozialen Arbeitnehmerschaft in Bayern.

Im Plenum

Die Plenarprotokolle verzeichnen 43 Reden mit 26.177 Wörtern, davon 17 in der zehnten Wahlperiode. Die erste am 14. Mai 1981 galt einem Gesetzentwurf, der Asylbewerbern früher als nach einem Jahr eine Arbeitsgenehmigung ermöglichen sollte. Seine letzte am 24. Juni 1998 bedauerte, dass eine Enquete-Kommission keinen Bericht mit konkreten Handlungsempfehlungen vorlegen konnte. Von 555 namentlichen Abstimmungen versäumte er drei; elfmal wich er von der Fraktion ab, er stimmte 200-mal mit Ja und 348-mal mit Nein.

Europarat

Zwischen den beiden Mandatszeiten lag eine Lücke von drei Jahren; am 23. Februar 1990 rückte er wieder in den Bundestag nach. Ab 1995 vertrat er die Bundesrepublik in der Parlamentarischen Versammlung des Europarates und in der Versammlung der Westeuropäischen Union. Er gehörte dem Kolpingwerk an und leitete ab 1982 die Bundesarbeitsgemeinschaft für Arbeitskammern. Keller war verheiratet und hatte drei Kinder.

Stammdaten

Die Stammdaten nennen ihn Diplomingenieur (FH), katholisch, verheiratet, drei Kinder. Das Sterbedatum fehlte dort zunächst und wurde nachgetragen; Magisterstudium und KAB-Laufbahn sind nicht vermerkt.

Mandate im Überblick

Keller zog stets über die Landesliste Bayern in den Bundestag ein, 1990 als Nachrücker:

  • 9. Wahlperiode (04.11.1980 bis 29.03.1983): Landesliste Bayern, CDU/CSU-Fraktion
  • 10. Wahlperiode (29.03.1983 bis 18.02.1987): Landesliste Bayern, CDU/CSU-Fraktion
  • 11. Wahlperiode (23.02.1990 bis 20.12.1990): Landesliste Bayern, CDU/CSU-Fraktion
  • 12. Wahlperiode (20.12.1990 bis 10.11.1994): Landesliste Bayern, CDU/CSU-Fraktion
  • 13. Wahlperiode (10.11.1994 bis 26.10.1998): Landesliste Bayern, CDU/CSU-Fraktion

Stand: 17.10.2026

Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).

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