Köpfe: Karl Hepp

Landwirt aus Nassau, Präsident der Landwirtschaftskammer Wiesbaden und Mitpräsident des Reichslandbunds, Reichstagsabgeordneter, NSDAP-Mitglied seit 1937, nach dem Krieg im FDP-Bundesvorstand und Präsident des Hessischen Bauernverbands: Karl Hepp, geboren am 10.02.1889 in Seelbach, saß von 1953 bis 1957 im Bundestag. Er starb am 03.01.1970 in Wiesbaden.

Kurzprofil

  • Geboren: 10. Februar 1889 in Seelbach
  • Gestorben: 3. Januar 1970
  • Beruf: Landwirt
  • Partei: FDP
  • Bundestag: 1953 bis 1957 (2. Wahlperiode), über die Landesliste

Landwirt

Hepp war ein Sohn des Landwirts, Bürgermeisters und Reichstagsabgeordneten Hermann Hepp. Von 1900 bis 1908 besuchte er das Gymnasium in Weilburg und studierte danach Landwirtschaft und Rechtswissenschaft. Im Ersten Weltkrieg war er Kriegsfreiwilliger bei der Feldartillerie, erhielt das Eiserne Kreuz und wurde 1915 Offizier. Danach übernahm er den väterlichen Hof.

Landbund

Hepp wurde Vorsitzender der Bezirksbauernschaft für Nassau und den Kreis Wetzlar, von 1928 bis 1933 Präsident der Landwirtschaftskammer Wiesbaden und später Mitpräsident des Reichslandbunds. Er gehörte zunächst der Deutschen Volkspartei an, Ende 1928 gründete er die Christlich-Nationale Bauern- und Landvolkpartei mit. Von 1920 bis 1932 saß er im Reichstag, 1929 im Reichsausschuss für das Volksbegehren gegen den Young-Plan.

NS-Zeit

1933 verlor Hepp alle Ämter und war einige Tage in Schutzhaft. Am 18.06.1937 beantragte er die Aufnahme in die NSDAP und wurde rückwirkend zum 01.05.1937 aufgenommen. 1941 gab er mit Adalbert Gimbel eine Parteichronik über die Kampfzeit der NSDAP im Gau Hessen-Nassau heraus, die nach dem Krieg in der sowjetischen Zone auf die Liste der auszusondernden Literatur kam.

FDP

Nach 1945 beteiligte sich Hepp am Aufbau der FDP und war von 1951 bis 1954 Beisitzer im Bundesvorstand. 1953 zog er über die hessische Landesliste in den Bundestag ein und arbeitete im Landwirtschaftsausschuss. Von 1953 bis 1957 war er Präsident des Hessischen Bauernverbands.

Euler-Gruppe

Aus Protest gegen den Wechsel der nordrhein-westfälischen FDP von der Koalition mit der CDU zur SPD verließ Hepp am 23.02.1956 mit der Gruppe um August-Martin Euler Partei und Fraktion. Wenige Wochen später gründete er die Freie Volkspartei mit, die sich am 14.03.1957 der Deutschen Partei anschloss. 1957 schied er aus dem Bundestag aus. Er starb im Januar 1970 mit 80 Jahren in Wiesbaden.

Stammdaten

Die Stammdaten nennen Hepp Landwirt, ohne Angaben zu Religion und Familie, und führen ihn nur unter der FDP; den Übertritt zur Freien Volkspartei und zur Deutschen Partei nennen sie nicht. Sie verzeichnen das Listenmandat vom 06.10.1953 bis zum 06.10.1957. Die NSDAP-Mitgliedschaft fehlte im früheren Text dieser Seite.

Mandate im Überblick

Hepp zog 1953 über die Landesliste Hessen der FDP in den Bundestag ein:

  • 2. Wahlperiode (06.10.1953 bis 06.10.1957): Landesliste Hessen, FDP-Fraktion, fraktionslos, Fraktion Demokratische Arbeitsgemeinschaft, Fraktion Freie Volkspartei, Fraktion DP/FVP

Stand: 17.10.2026

Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).

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