Pädagogin aus Hildesheim, promovierte Oberstudienrätin an einer Privatschule und Landesvorstandsmitglied im Verein katholischer deutscher Lehrerinnen: Maria Henze, geboren am 28.01.1926 in Hildesheim, saß von 1969 bis zu ihrem Tod für die CDU im Bundestag. Sie starb am 10.04.1972 in Hildesheim.
Kurzprofil
- Geboren: 28. Januar 1926 in Hildesheim
- Gestorben: 10. April 1972
- Beruf: Oberstudienrätin
- Partei: CDU
- Bundestag: 1969 bis 1972 (6. Wahlperiode), über die Landesliste
- Religion/Familie: katholisch
Studium
Henze machte 1944 das Abitur, im letzten vollen Kriegsjahr. Danach leistete sie Reichsarbeitsdienst bei der Deutschen Reichsbahn. Nach dem Krieg studierte sie Pädagogik und wurde zur Doktorin der Philosophie promoviert. Zwischen Abitur und Berufseinstieg als Lehrerin lagen damit zehn Jahre, in denen sie ihre Ausbildung bis zur Promotion abschloss.
Lehrerin
Seit 1954 unterrichtete Henze an einer Privatschule, zuletzt als Oberstudienrätin; diese Berufsangabe führen auch die Stammdaten des Bundestags. Sie gehörte dem Landesvorstand Niedersachsen des Vereins katholischer deutscher Lehrerinnen an, eines Berufsverbands katholischer Lehrerinnen.
CDU
1959 trat Henze der CDU bei. Zehn Jahre später, bei der Bundestagswahl 1969, zog sie über die niedersächsische Landesliste in den Bundestag ein. Sie war damals 43 Jahre alt. Die Wahl brachte den Machtwechsel zur sozialliberalen Koalition unter Willy Brandt; die Union ging zum ersten Mal in die Opposition. Fraktionsvorsitzender der Union war Rainer Barzel.
Tod
Henze gehörte dem Bundestag nicht ganz zweieinhalb Jahre an. Am 10.04.1972 starb sie in Hildesheim im Alter von 46 Jahren, noch während der sechsten Wahlperiode. Am 17.04.1972 rückte Günter Schlichting-von Rönn über die niedersächsische Landesliste der CDU für sie nach. Der gebürtige Kieler war Marineoffizier im Zweiten Weltkrieg gewesen, danach Landwirt und später Fregattenkapitän der Bundesmarine. Später war er Bürgermeister und stellvertretender Landrat von Hadeln. 1965 und 1969 hatte er auf der Landesliste kandidiert, war aber beide Male nicht gewählt worden. Im Bundestag blieb er nur bis zum Ende der Wahlperiode am 22.09.1972; er starb 1976 in Otterndorf.
Wahlperiode
Die sechste Wahlperiode endete vorzeitig: Nach dem gescheiterten konstruktiven Misstrauensvotum gegen Willy Brandt im April 1972 und der im September verlorenen Vertrauensfrage wurde der Bundestag aufgelöst, und im November 1972 fand eine Neuwahl statt. Henze erlebte diese Ereignisse nicht mehr; das Misstrauensvotum, bei dem Barzel mit 247 Stimmen zwei Stimmen unter der nötigen Mehrheit blieb, fand am 27.04.1972 statt, siebzehn Tage nach ihrem Tod.
Stammdaten
Die Stammdaten nennen Henze Oberstudienrätin, katholisch, ohne Familienangaben. Sie verzeichnen das Listenmandat vom 20.10.1969 bis zum 10.04.1972; das Mandat endete mit dem Tod. Die Angaben decken sich mit den übrigen Quellen.
Mandate im Überblick
Henze zog 1969 über die Landesliste Niedersachsen der CDU in den Bundestag ein:
- 6. Wahlperiode (20.10.1969 bis 10.04.1972): Landesliste Niedersachsen, CDU/CSU-Fraktion
Stand: 17.10.2026
Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).