Kaufmannsgehilfin, Widerständlerin, Jugendsenatorin und Verbraucherschützerin: Irma Keilhack, geboren am 25.01.1908 in Hamburg als Irma Schweder, gehörte dem Bundestag von 1949 bis 1962 für die SPD an. Sie starb am 03.06.2001 in ihrer Heimatstadt.
Kurzprofil
- Geboren: 25. Januar 1908 in Hamburg
- Gestorben: 3. Juni 2001
- Beruf: Hausfrau
- Partei: SPD
- Bundestag: 1949 bis 1962 (1. bis 4. Wahlperiode), teils direkt, teils über die Landesliste
- Religion/Familie: verheiratet
Junge Sozialdemokratin
Nach der Volksschule und einer kaufmännischen Lehre arbeitete sie vor allem in Genossenschaftsbetrieben. Sie kam aus der Sozialistischen Arbeiterjugend und trat 1925 der SPD bei, zeitweise führte sie die Jungsozialisten in Hammerbrook. Ab 1929 war sie persönliche Referentin des Landesvorsitzenden Karl Meitmann.
Verfolgung
1933 nahm die Gestapo sie vorübergehend in Haft. Danach arbeitete sie illegal weiter und beschaffte Geld für Anwälte politisch Verfolgter. Sie verkaufte Haushaltswäsche und verwaltete ab 1938 mit ihrem Mann Adolf, den sie 1935 geheiratet hatte, vor allem Häuser emigrierter Hamburger. Das Paar hatte einen Sohn; Adolf Keilhack saß später für die SPD in der Bürgerschaft.
Abgeordnete
Nach dem Krieg arbeitete sie in der Hamburger Jugendbehörde und half beim Wiederaufbau der Partei. Im Bundestag gehörte sie dem Fraktionsvorstand und dem Ältestenrat an und war stellvertretendes Mitglied des Vermittlungsausschusses. 1956 setzte sie durch, dass der Bundestag in Bonn eine Jugendherberge für junge Parlamentsbesucher finanzierte. Ein weiteres Anliegen waren gesundheitlich unbedenkliche Lebensmittel. Der Parteitag 1954 wählte sie in die Kommission unter Willi Eichler, die das Godesberger Programm vorbereitete.
Im Plenum
Die Plenarprotokolle verzeichnen 60 Reden mit 44.575 Wörtern, 15, 21 und 24 in den ersten drei Wahlperioden. In der ersten am 1. Dezember 1949 antwortete sie Grete Thiele zur Lage der Jugend und verwies auf den Jugendwohlfahrtsausschuss. Die letzte am 29. Juni 1961 war eine kurze Klarstellung zum Abstimmungsverfahren. Sie stimmte 198-mal mit Ja und 95-mal mit Nein; nur dreimal wich sie von der Fraktion ab.
Senatorin
Am 13. Dezember 1961 trat sie in den Hamburger Senat ein und legte am 19. Januar 1962 ihr Bundestagsmandat nieder. Bis 1970 leitete sie die Jugendbehörde, bis 1966 zusätzlich die Behörde für Ernährung und Landwirtschaft. Von 1966 bis 1974 saß sie in der Bürgerschaft. Ab 1974 führte sie die Verbraucherzentrale und richtete dort den ersten telefonischen Ansagedienst einer deutschen Verbraucherzentrale ein. Seit 2017 erinnert der Irma-Keilhack-Ring in Rahlstedt an sie.
Stammdaten
Die Stammdaten führen sie als Hausfrau, verheiratet und ohne Konfession. Lehre, Senatsamt und Sohn erwähnen sie nicht.
Mandate im Überblick
Keilhack gewann den Wahlkreis Hamburg V dreimal direkt, 1953 zog sie über die Landesliste ein:
- 1. Wahlperiode (07.09.1949 bis 07.09.1953): Direktmandat, SPD-Fraktion
- 2. Wahlperiode (06.10.1953 bis 06.10.1957): Landesliste Hamburg, SPD-Fraktion
- 3. Wahlperiode (15.10.1957 bis 15.10.1961): Direktmandat, SPD-Fraktion
- 4. Wahlperiode (17.10.1961 bis 19.01.1962): Direktmandat, SPD-Fraktion
Stand: 17.10.2026
Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).