Köpfe: Gert Bastian

Gert Bastian erblickte am 26.03.1923 in München das Licht der Welt. Der Generalmajor quittierte aus Protest gegen die Nachrüstung den Dienst, wurde Wortführer der Friedensbewegung und saß für die Grünen im Bundestag. Am 29.03.1983 schaffte Bastian für die Grünen den Sprung in den Bundestag. Als Beruf führte die Bundestagsverwaltung Generalmajor, als Familienstand verheiratet, 2 Kinder. Am 01.10.1992 starb Bastian in Bonn.

Kurzprofil

  • Geboren: 26. März 1923 in München
  • Gestorben: 1. Oktober 1992
  • Beruf: Berufssoldat, Generalmajor a. D.
  • Partei: zunächst SPD, später die Grünen
  • Bundestag: 1983 bis 1987 (10. Wahlperiode), Landesliste Bayern, 1984 bis 1986 fraktionslos
  • Religion/Familie: verheiratet, 2 Kinder

Soldat in zwei Armeen

Bastian wurde in München geboren, machte 1941 Notabitur und meldete sich freiwillig zur Wehrmacht. Als Pionieroffizier kämpfte er an der Ost- und an der Invasionsfront und wurde dreimal verwundet. Nach dem Krieg lernte er Buchbinder und wurde 1950 Behördenangestellter. 1956 trat er als Oberleutnant in die Bundeswehr ein, durchlief die Generalstabsausbildung in Hamburg und war unter anderem Kommandeur der Jägerbrigade 4 in Göttingen. Am 01.10.1976 übernahm er als Generalmajor die 12. Panzerdivision in Veitshöchheim.

Gegen die Nachrüstung

Weil er den NATO-Doppelbeschluss nicht mittragen wollte, bat Bastian um seine Versetzung in den Ruhestand und gab das Kommando am 21.01.1980 ab. Er initiierte mit Josef Weber den Krefelder Appell gegen neue Atomraketen in Europa und gründete 1981 mit anderen früheren Generalen die Gruppe Generale für den Frieden, die nachweislich von der DDR-Staatssicherheit mit angeregt und mitfinanziert wurde. Ob Bastian selbst für das MfS arbeitete, ist umstritten. In der Friedensbewegung lernte er Petra Kelly kennen, die seine Lebensgefährtin wurde.

Abgeordneter und Tod

1983 zog Bastian über die bayerische Landesliste der Grünen in den Bundestag ein. Vom 10.02.1984 bis zum 18.03.1986 war er fraktionslos, weil er sich dem Rotationsprinzip widersetzte. 1987 schied er aus. Am 19.10.1992 wurden er und Kelly tot in ihrer Wohnung in Bonn-Tannenbusch gefunden; nach den Ermittlungen erschoss er sie im Schlaf und tötete dann sich selbst. Der genaue Todestag ließ sich nicht feststellen, angenommen wird der 01.10.1992, den auch die Bundestagsverwaltung angibt. Bastian hinterließ seine Frau Charlotte und zwei Kinder.

In der ersten Grünen-Fraktion

Bastian zog 1983 mit der ersten Grünen-Fraktion ins Parlament ein, die vor allem gegen die Nachrüstung antrat. Im November 1983 stimmte die Mehrheit aus Union und FDP der Stationierung von Pershing-II-Raketen und Marschflugkörpern zu, die Grünen und große Teile der SPD lehnten sie ab. Die Fraktion stritt intern bald über Rotation und das Selbstverständnis als Parlamentspartei.

Mandate im Überblick

Er war 60 Jahre alt, als er in den Bundestag einzog, und 63 beim Ausscheiden. Das Mandat dauerte rund 4 Jahre. Die Bundestagsverwaltung verzeichnet dazu:

  • 10. Wahlperiode (29.03.1983 bis 18.02.1987): Landesliste Bayern, Fraktion Die Grünen, fraktionslos

Stand: 17.10.2026

Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).

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