Strafrechtler, Rechtsanwalt, Professor in Freiburg, Landtagsabgeordneter und Vertreter des Bundestages im Grundrechte- und im Verfassungskonvent der EU: Jürgen Meyer, geboren am 26.03.1936 in Düsseldorf, gehörte dem Bundestag von 1990 bis 2002 an.
Kurzprofil
- Geboren: 26. März 1936 in Düsseldorf
- Beruf: Rechtsanwalt
- Partei: SPD
- Bundestag: 1990 bis 2002 (12. bis 14. Wahlperiode), über die Landesliste
- Religion/Familie: verheiratet, 3 Kinder
Düsseldorf, Tübingen und Princeton
Meyer war Sohn des Kaufmanns Heinz Meyer und von Elisabeth Struzyna. Nach dem Abitur 1955 in Düsseldorf studierte er Jura in Münster und an der Freien Universität Berlin, legte 1959 und 1964 die Staatsexamen ab und wurde 1963 in Tübingen bei Karl Peters mit einer Arbeit über Dialektik im Strafprozessrecht promoviert. Von 1964 bis 1966 studierte er in Princeton und Ann Arbor. 1972 heiratete er Gisela Zimmermann; sie haben zwei Söhne und eine Tochter.
Freiburg
1967 ging Meyer an das Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht in Freiburg, 1971 wurde er zudem Rechtsanwalt. Er habilitierte sich 1975 und wurde 1981 außerplanmäßiger Professor für Straf- und Strafprozessrecht und Kriminologie. Er schrieb über die Wiederaufnahme des Strafverfahrens. Der SPD gehört er seit 1970 an; von 1976 bis 1980 vertrat er den Wahlkreis Freiburg I im Landtag, ab 1979 war er Kreisrat, ab 1980 Gemeinderat. Er wohnte in Kirchzarten bei Freiburg im Breisgau.
Europa
Meyer vertrat den Bundestag im Konvent zur Grundrechtecharta und im anschließenden Verfassungskonvent der EU; er gibt den Standardkommentar zur Charta der Grundrechte heraus. 1981 erhielt er das Bundesverdienstkreuz, 2005 die Verdienstmedaille des Landes. Der Skisportler legte 1984 zum 14. Mal das Goldene Sportabzeichen ab. Zum 70. Geburtstag erschien eine Festschrift.
Reden
Die Protokolle zählen 150 Reden mit 100.052 Wörtern in 744 Sitzungen, 64 in der 12., 59 in der 13. und 27 in der 14. Wahlperiode. In der ersten am 12. Juni 1991, 60 Wörter lang, widersprach er mit einer Frage: Ob nicht gerade die zwölf EG-Staaten anders als die 23 des Europarats für ein Musterstrafgesetzbuch geeignet seien. In der letzten am 17. Mai 2002 nannte er die genetische Untersuchung von Spurenmaterial ein wertvolles Instrument bei der Überführung von Straftätern.
Abstimmungen
An 436 von 437 namentlichen Abstimmungen nahm Meyer teil, 233-mal mit Ja, 183-mal mit Nein und 20-mal mit Enthaltung; 14-mal wich er von der Mehrheit der SPD ab. Die Stammdaten führen ihn als Rechtsanwalt, verheiratet, drei Kinder.
Mandate im Überblick
Meyer kam dreimal, 1990, 1994 und 1998, über die Landesliste der SPD Baden-Württemberg in den Bundestag; 1994 und 1998 kandidierte er im Wahlkreis Ulm:
- 12. Wahlperiode (20.12.1990 bis 10.11.1994): Landesliste Baden-Württemberg, SPD-Fraktion
- 13. Wahlperiode (10.11.1994 bis 26.10.1998): Landesliste Baden-Württemberg, SPD-Fraktion
- 14. Wahlperiode (26.10.1998 bis 17.10.2002): Landesliste Baden-Württemberg, SPD-Fraktion
Stand: 18.10.2026
Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).